
Neuester Testbericht: ... pünktlich und hatten einen tollen Urlaub bis zum Abflugtag. Da standen wir 5.30 Uhr am Bus, eine Dreiviertelstunde später auch am Flugha... mehr
Fly, Thommy, fly!
Euro Cypria

Name des Mitglieds: sachsenwilli
Produkt:
Euro Cypria
Datum: 10.08.01, geändert am 10.08.01 (894 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sauber, sicher
Nachteile: nur ein Getränk für 4 Stunden
Das alljährliche Abstimmungsritual bezüglich des Sommerurlaubes hatte als Ziel die Insel der Aphrodite ergeben oder auch die Insel, wo angeblich die Götter Urlaub machen, nämlich Zypern. Nun weiß man ja aus den Wissensgebieten Geometrie wo diese Insel liegt und aus der Hysterieologie, wo die Götter für gewöhnlich ihren Dienstsitz hatten, nämlich in Griechenland. Die Entfernung Zypern und Olymp ist nun nicht allzu groß und vor allem zeichnete eben diese Götter die tollen Eigenschaft aus, dass sie fliegen konnten, also keinerlei unter-, eben- oder überirdische Beförderungsmittel benötigten.
Wir armen Menschenkinder sind da schon viel schlimmer dran, denn wir müssen uns in Blechkisten setzen und unser Leben diesen gottgleichen Geschöpfen anvertrauen, die sich da Piloten nennen.
Ich weiß auch nicht so genau, warum, aber wir erwischen immer Fluglinien bzw. Chartergesellschaften, die kein Mensch kennt. Und so flogen wir in diesem Jahr nach Air Via, Onur Air, Tunis Air und Shouruk Air mit der renommierten zypriotischen Fluggesellschaft Eurocypria. Mein Versuch, hier in dooyoo Informationen zu sammeln, war nach dem Lesen eines einzigen verfügbaren bereits beendet. Durch das Schreiben dieser Meinung schaffe ich es also, den Informationsgehalt mit einem Schlag zu verdoppeln.
Eingestellt auf einen Seelenverkäufer der schlimmsten Art bestiegen wir also die Maschine und waren auf das Angenehmste überrascht, es war ein sehr moderner und vor allem glänzend sauberer Airbus A 320. Vor dem Abflug klappten Bildschirme herunter und die Sicherheitsinstruktionen wurden durch einen computeranimierten Film den Fluggästen nahegebracht. Nach dem Start der Maschine gab es laufende Informationen über die gegenwärtige Position der Maschine, die Höhe, die Geschwindigkeit und die Außentemperatur.
Danach wurden dann kurze Videos gezeigt und es gab auch einen Spielfilm im Angebot. Vorher konnte man Kopfhörer käuflich erwerben und das zu einem Schleuderpreis von 7 DM das Stück.
2 Kanäle übertrugen den Ton (Englisch und Deutsch) und dann gab es noch 10 verschiedene Radioprogramme. Der Preis sollte schon ein kleiner Vorgeschmack auf das Preisniveau in Zypern selbst sein, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Das Essen war durchaus genießbar und wenn ich diese Einschätzung treffe, dann bedeutet das schon eine ganze Menge, das ist quasi ein Ritterschlag für einen Koch. Vor dem Essen wurden Getränke serviert, nach dem Essen gab es noch Kaffee (selbstverständlich auch Tee) und das war das einzige Manko, bei einer Flugdauer von 4 Stunden erscheint mir das eindeutig zu wenig.
Quasi als Krönung des Ganzen gab es noch heiße Tücher zum Erfrischen und wer das einmal probiert hat, der wird wissen, dass das trotz des eigentlichen Anachronismus (heiß zum Erfrischen) tatsächlich funktioniert.
Was mir natürlich auch wieder nicht gepasst hat war die Tatsache, dass die Flugbegleiter samt und sonders männliche Wesen waren. Jetzt schlagt wieder ruhig auf mich ein, Ihr versammelten Kämpferinnen gegen solche Männer wie mich, aber ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage, ich schaue mir lieber eine schöne Frau an als einen hässlichen Mann.....
Und wie bei unseren letzten Flügen eigentlich üblich hatten sich die Flugbegleiter hervorragend im Griff, man konnte ihnen zumindest nie ansehen, dass ihnen die Arbeit Spaß machte...
Ein klein wenig anders verlief der Rückflug. Wir flogen von Larnaca erst mal Paphos an, die beiden einzigen Flughäfen der Republik Zypern. Nach der türkischen Invasion musste der vollständig erhaltene Flughafen der Hauptstadt Nikosia geschlossen werden, denn der liegt genau im Niemandsland. Als erster entstand in nur 40 Tagen Bauzeit der Airport in Larnaca und später kam noch der in Paphos hinzu.
Jedenfalls sollte es einen planmäßigen Aufenthalt in Paphos geben, die Maschine hob etwas verspätet ab, weil sich bis zum Abflug ein Techniker in der Kanzel zu schaffen machte. Eigentlich dauert der Fl
ug zwischen beiden zypriotischen Flughäfen 15 Minuten, unsere Maschine benötigte die doppelte Zeit. In Paphos angekommen machten sich 3 Techniker an die Arbeit und wir standen mindestens eine Stunde auf dem Rollfeld, ohne dass eine Information erfolgte, das kann man durchaus als vertrauensbildende Maßnahme betrachten. Endlich hieß es, der Luftraum über Zypern wäre überfüllt, wir könnten nicht starten, was ich persönlich schlicht und ergreifend für eine Schutzbehauptung halte, es gab technische Probleme.
Das zeigte sich auch später, denn die Bildschirme wurden immer wieder ausgeklappt, um gleich wieder eingefahren zu werden. Nach dem ersten Start bekamen wir das schon bekannte Video mit den Sicherheitsinstruktionen gezeigt, beim zweiten Abheben standen plötzlich die Flugbegleiter (diesmal geschlechtsgeteilt) im Gang und erläuterten uns am praktischen Beispiel das Anlegen der Schwimmweste und all diese Dinge.
Nach ca. 15 Minuten klappten die Monitore wieder mehrfach herunter und plötzlich bekamen wir das Video zu sehen, diesmal allerdings in Englisch. Ebenfalls nur in dieser Sprache konnte der angebotene Spielfilm gesehen werden, hierbei handelte es sich um „The Mexican“ mit Brad Pitt und Julia Roberts, dieser Film läuft ja erst nächste Woche in den Kinos an. Unser dezenter Hinweis an die Stewardess bewirkte nur die Aussage, den gäbe es nur in Englisch...... Allerdings wurde dieser Streifen zweimal durch das Video mit, den na Ihr wisst schon, unterbrochen.
Versorgung genauso wie beim Hinflug, essen wieder gut, aber nur eine Runde Getränke. Selbstverständlich gab es über den Wolken den üblichen zollfreien Verkauf, da Zypern noch nicht zur EU gehört, hätte ich mir die Preise eigentlich deutlich billiger vorgestellt, aber so kann man sich halt täuschen.
Als Fazit muss man sagen, dass wir Eurocypria ruhigen Gewissens weiter empfehlen können und diese Fluggesellschaft mit Sicherheit nicht zu diesen Feld-, Wald- und Wiesenfliegern gehört, mi
t denen wir auch schon unterwegs waren.
Auch andere Zypernurlauber hatten da so ihre Probleme, so gab es bei Cyprusair aufgeschlitzte Polster, nicht zu schließende Sicherheitsgurte und sich ständig selbst öffnende Gepäckfachtüren. All das kann Eurocypria nicht bieten.
Fazit:
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