
Neuester Testbericht: ... auf das Notwendigste reduziert worden. Ganz der Hit ist der Kundenservice von Emirates, denn diese melden sich mit Sicherheit auf Anfragen... mehr
Tausend und eine Nacht ?
Emirates

Name des Mitglieds: martin_ch
Produkt:
Emirates
Datum: 14.04.02, geändert am 14.04.02 (1673 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Sicherheit, Pünktlichkeit, modernes Fluggerät
Nachteile: Platzverhältnisse, diverse Kleinigkeiten
Australien und zurück, und das mit 1.93 m Körperlänge - da wählt man das Beförderungsmittel sorgfältig aus. Wenn dann ein Angebot mit einer der besten Airlines zu einem günstigen Preis, mit tollen Stopovers und zudem mit frei umbuchbarem Ticket auftaucht, fällt der Entscheid nicht schwer. Doch ist das moderne Märchen aus tausend und einer Nacht Realität ? Probieren geht über studieren.
Buchung:
Via die tolle und informative, jedoch etwas bedächtige Homepage Netbuchung bis zu fünf Legs ohne weiteres möglich. Mit einem Open Jaw (bis Sydney, ab Melbourne) versagt jedoch diese Variante- doppelte Meilen bei Webbuchung somit adee! Buchung bei der Airline funktioniert, wenn auch etwas harzig und an der Stadtgrenze von Zürich gelegen reichlich dezentral. Provisorische Reservation über einige Wochen ohne Problem. Vorsicht, wenn die (nicht zu knappen)günstigen Plätze weg sind, wirds massiv teurer. Leider entpuppten sich die informell zugesicherten Sitzplätze mit sehr viel Beinfreiraum in der Exitreihe dank Sitzplänen im Internet schon vor Abflug als falsche Versprechung. Bei der telefonischen Reklamation wird dieser Fehler nicht eingestanden.
Check-In:
Rasch, professionell und speditiv. Dank Skywards- Karte ohne geflogene Meile in Zürich sogar Vorzugsbehandlung. Leichtes Gepäckübergewicht ist kein Thema; beim Rückflug ist dieses auf mehr als 10 kg angestiegen. Abfertigung genau nach Zeitplan. Auch bei allen weiteren Legs keine anderen Erfahrungen. Die völlig unsinnigen 3h Eincheckzeit für Ecopassagiere existieren zum Glück nur in der Theorie.
Fluggerät / Sicherheit:
Modernstes Fluggerät ist bei Emirates selbstverständlich. Auf dem ersten Leg nach Dubai ist das Flugzeug gerade sechs Wochen alt. Als sehr wichtiges Kriterium kommt ein absolut sauberes Sicherheitsregister. Unfälle sind seit Gründung der Gesellschaft schlicht unbekannt, was wenige andere Airlines dieser Grösse von sich behaupten können. Auf allen Flügen bestand auch nich
t der kleinste Hinweis auf eine sicherheitsrelevante Störung oder Unregelmässigkeit.
Pünktlichkeit:
Bei insgesamt über 40 Stunden Flug keine Abweichung über 15 Minuten. Und wenn, dann „zu“ frühe Landung. Einmalig !
Komfort:
Grundsätzlich in Ordnung. Der Traum von tausend und einer Nacht ist in der "Holzklasse" jedoch rasch ausgeträumt; offenbar wollen auch Ölscheichs mit Flugpassagieren primär Geld verdienen. Der Sitzabstand ist bei meiner Grösse gerade noch akzeptabel, die angepriesenen Fussrasten stören jedoch (aufgeklappt) wesentlich mehr als sie nützen. Pech in der Sitzreihe hinter der Exit- row: der Kasten für die abklappbaren Fernsehkonsolen beansprucht rund die Hälfte des üblichen Fussraums. Wird spätestens nach vier Stunden ziemlich mühsam. Der seitliche Sitzabstand der Boeing 777 ist der wichtigste Nachteil von Emirates; kaum eine vernünftige andere Airline zwängt in diesem Flugzeugtyp 10 Sitze (3-4-3) in eine Reihe. Bei fehlender Fensternische ergibt das bei meiner Statur schlicht eine schräge Sitzhaltung; je nach Sitznachbar nicht allzu angenehm. Die Benutzung der Armlehne könnte man ja ausknobeln. Verrenkungen beim Essen und fehlender Platz für Kissen, Zeitung, Decke, etc. sind da logisch. Für klein- und normalwüchsige Personen ist der Platz wohl kaum ein Problem. Freie Sitzplätze habe ich dank optimalem Verkaufs- resp. Preismanagement auf allen Legs nie gesehen. Die Temperatur war für viele Passagiere eher kühl, für mich i.O.
Gefehlt hat ausser Platz eigentlich nichts, etwas Überraschendes betreffend Service habe ich jedoch ebenso wenig angetroffen.
Kabineneinrichtung:
Trotz modernstem Fluggerät reihenweise kleine und kleinste Mängel. Eine Bildschirmkonsole war bereits nach sechs Wochen Einsatz nicht mehr fixierbar, nur Notlicht auf der Toilette, das hochgelobte Unterhaltungssystem bei jedem zweiten Sitz nur teilweise funktionsfähig, Bildschirmqualität schlecht und so fort. Die Ursache wa
r für mich rasch analysiert: Sowohl Swiss(air) wie andere gute Carriers sind auch von diesen Problemchen betroffen, sie pflegen jedoch eine Mängelmeldekultur und lassen solche Mängel umgehend beheben, was offensichtlich nicht zu den Stärken des arabischen Managements gehört. Die hohe Auslastung der Flotte spielt wohl dabei mit.
Essen:
Qualität und Quantität sind schlicht „gut“; weder „sehr gut“ noch „ausgezeichnet“. Mit etwas Glück ist das gewünschte Menu nicht mehr verfügbar und wird aus der Businessclass beschafft; dort offensichtlich legendäres Essen. Getränke i.O., je ein weisser oder roter, einfacher Wein verfügbar. Spirituosen sind verfügbar, werden jedoch nicht automatisch angeboten. Softdrink- Service eher knapp.
Service / Personal:
Die Bandbreite ist in dieser Sparte (zu) gross. Die Besatzung ist aus allen Ländern der Welt zusammengewürfelt, zusammen werden oft 8 bis 11 Sprachen gesprochen. Entsprechend vielfältig ist die Qualität, die Qualitätssicherung in diesem Punkt steht nicht an vorderster Stelle bei Emirates. Störend ist, dass beispielsweise auch nach dem fünften Kontrollblick in die Toilette weder die leeren Fläschchen noch die fehlenden Rollen im Papierhalter ersetzt werden oder die in der Kabine am Boden deponierten Büchsen und Becher entfernt werden. Am meisten störte mich der stark verspätete Getränkeservice beim Frühstück und das wiederholt nicht abgeräumte Geschirr über eine halbe Stunde nach dem Ende der Mahlzeit.
Die Freundlichkeit lässt jedoch nichts zu wünschen übrig.
Duty Free:
Sowohl an Bord wie im Flughafen Dubai uninteressant, da zu teuer. Die Preise für Elektronik liegen genau auf Niveau des Discounthandels in Europa; kein Grund für irgendwelche Erwartungen. Zuwarten bis Singapore !
Flughafen Dubai:
Ein Erlebnis ! Tolle Architektur, absolut sauber, sehr übersichtlich und viel zu entdecken.
Für Raucher werden übrigens Rauchzimmer bereit
gehalten, sonst wie auf allen Flügen Rauchverbot. Für ca. 15 US$ kann man zwischen einer sehr schönen Lounge mit allen Annehmlichkeiten inklusive Snacks und Drinks oder einem Gymnastikcenter mit kleinem Hallenbad, Jacuzzi, Sauna und gutem Fitnessraum auswählen (Badehosen ins Handgepäck, Tücher und Seife etc. vorhanden, liegt etwas versteckt in der Mitte im obern Stockwerk beim Airporthotel. Bei Zwischenstopp auf dem Weg von oder nach Australien sehr zu empfehlen.
Stopover Dubai:
Oft zwei Nächte für 99 US$ im „Le Meridien“ unmittelbar beim Flughafen buchbar, ohne Einzelzuschlag. Sehr schöne Fünfsternanlage mit allem Komfort, grosse, sehr schöne Pools und traumhafte Zimmer mit allem Komfort. Vorsicht, Frühstückspreis hat Fünfsternniveau. Gratisbus zur Innenstadt (4 km) und zum Schwesterhotel am Jumeirah- Strand (15 km); mit Gratisvoucher Nutzung der gesamten Aussenanlagen auch dieses Hotels.
Mit Hertzmietwagen für 40 € habe ich das halbe Emirat erkundet, sehr lohnend. Unbedingt Altstadt besuchen und mit Fähre übersetzen.
Stopover Singapore:
Emitates- Angebot Hotel Concorde ist absolut preiswert und ein Erlebnis (ca. 60 US$ pro Nacht). Rundbau mit durchgehendem Atrium bis zuoberst, mehreren Glasliften und schönem Aussenpool (vor dem Frühstück am schönsten), nicht zentrale Lage jedoch gute Bus- und Taxiverbindung.
Skywards- Programm
Das Vielfliegerprogramm ist grosszügig, jedoch nur mit Srilankan als Partner. Fehlerhafte Homepage, die wohl rasch verbessert wird.
Insgesamt eine wirklich gute Airline mit einem gewissen Verbesserungspotential, die jederzeit weiterempfohlen werden kann. Für tausend und eine Nacht sollte man jedoch das Kleingeld für einen Sitz in der Business- oder Firstclass zur Verfügung haben.
Fazit:
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