
Griechischer Newcomer...
Axon Airlines

Name des Mitglieds: scherpe
Produkt:
Axon Airlines
Datum: 05.06.01, geändert am 05.06.01 (386 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Getränke bis zum Abwinken, Ja, auch Alkohol, Preisbrecher
Nachteile: Essen etwas tiefgefroren und muß daher warmgelutscht werden, Geklonte Eisprinzessinnen als Stewardessen
Marmor-, Stein und Achsenbruch? Nein, in keinem Fall. Ganz im Gegentum. Diese neue griechische Airline (wenn man bei der gigantischen Flottengröße davon sprechen kann) hat mir bei meinen Flügen von Brüssel nach Athen wirklich gut gefallen. Aber der Reihe nach:
Geschichte
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Eher kurz, da nicht besonders alt. Die Fluggesellschaft wurde 1998 gegründet, als Griechenland dann doch endlich von der Europäischen Union gezwungen wurde, das Monopol für die staatliche Fluglinie aufzugeben. Einen Tusch für die Marktwirtschaft!! Jedenfalls gehört Axon dem griechischen Millionär Thomas Liakounakos und fing mit einigen wenigen Boeing 737-700-Maschinen an, die Welt von Griechenland aus zu befliegen. Nicht wirklich ein Zufall, denn besagter Herr ist der Generalvertreter in Griechenland für Boeing…
Axon selbst versteht sich jetzt als „Mitbewerber“ auf dem Europäischen Markt (was auch immer das heißen mag), aber Hauptkonkurrenten sind die anderen griechischen Airlines wie Olympic und Aegaen. Große Pläne hat das Unternehmen jedenfalls, es ist eine Expansion größeren Ausmaßes geplant…
Das Netz
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Klein, aber fein. Axon fliegt hauptsächlich in Griechenland umher (Athen, Thessaloniki, Heraklion, Santorini, Samos, Mykonos, Karpathos), aber auch Paris, Mailand und Brüssel stehen auf dem Flugplan. Die Strecke nach Rom wurde zwischenzeitlich wieder aufgegeben, soll aber bald wieder durchstarten. Für die Zukunft ist geplant, mehrere „Destinationen“ (tolles neu-deutsches Wort) in Deutschland anzufliegen, darüber hinaus Amsterdam, Lyon, Madrid und Nizza. Ob’s klappt, weiß kein Mensch. Nach meiner Erfahrung mit dieser Airline wär’s aber zu wünschen.
Erfahrungsbericht
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Von meinem derzeitigen Basislager Brüssel aus ging’s mit einer Horde Verrückter nach Athen (eigentlich nach Santorini, aber das ist eine andere Geschichte…). Der Check-in war unproblematisc
h, im wesentlichen, weil er offenbar von angelernten Swiss-Air Mitarbeiterinnen abgewickelt wurde. Rucksäcke gelten offenbar als Sperrgepäck und müssen gesondert eingeliefert werden.
Die Maschinen von Axon sind allesamt neu und sehr gepflegt, im wesentlichen bislang Boeing 737. Kaum gesessen, gab’s auch schon Kulinarisches. Die Stewardessen, die alle aus demselben Klonlabor entsprungen scheinen, reichen Bonbons an – gegen das Ohrendrücken beim Start. Die Bonbons sehen alle gleich aus, schmecken aber sehr unterschiedlich. Ich hatte Zitronen, Karamel und Lakritze. Ein vergnügliches Lotteriespiel, das zum Tauschen anregt. Und mehrfaches Abgreifen von Bonbons wurde nur mit einem nachsichtigen Lächeln quittiert.
Die Cabin-Crew (gibt’s da etwas Deutsches für) war in durchaus ansprechenden Uniförmchen gekleidet, die die ebenfalls ansprechenden Förmchen (bei Männlein wie Weiblein) gut zu Geltung brachten. Die Herren waren alle dunkel, stoppelbärtig und nutzen jede Gelegenheit, mit den Damen zu schäkern (aber auf durchaus angenehme Art und Weise – wir waren ja in der Luft und nicht an der Luft am Strand); die Damen alle gleich geschminkt, gleiches blond und gleich schlank. Beeindruckend. Wir vermuten Klonung. Uns sehr freundlich. Ein bißchen Eisprinzessin, aber freundlich.
Uns ständig im Einsatz, denn nach dem gelungenen Start gab’s gleich mal heiße Tüchlein. Dann Getränke. Und zwar satt. Und alles. Von Saft bis Wodka-Lemon, Bacardi-Cola, alle Alkoholika bis zum Abwinken und ohne Pause. Ziemlich beeindruckend. Haben offenbar keine Angst vor deutschen Mallorca-Touristen. Nein, Sangria gab’s nicht. Dann Essen, durchaus griechisch, mit frisch aufgebackenem Brot, auch so viel man wollte. Das Huhn auf dem Hinflug hätte noch ein paar Minuten in der Mikrowelle gebrauchen können, war aber eßbar. Anders als der griechische Salat auf dem Rückflug, bei dem Tomaten wie Feta gefroren waren und intensiver Warmlutschung bedurften. Alles in
allem aber o.k. Kalorienkuchen inclusive. Danach Kaffe und Tee, wieder heiße Tücher, Bonbons, Landung. Alles prima. Gepäck nicht verloren gegangen.
Besonders angenehm auch, daß die Crew Spaß an der Arbeit hatte und das auch zu spüren war. Auf dem Rückflug übrigens dasselbe Bild, eine Stewardeß war sogar dieselbe – aber ich mag mich irren, wegen Klonung und so.
Über den Preis des Fluges kann ich nichts sagen da es sich um eine unspezifizierte Gruppen-Chaos-Reise handelte. Teuer war’s jedenfalls nicht. Schließlich will ja der Konkurrent Olympic besiegt werden.
Alles in allem: Empfehlenswert!!
Abschlußhinweis: Der neue Flughafen in Athen funktioniert prächtig. Hat aber keine vernünftige Verkehrsanbindung. Plant SEHR viel Zeit ein und nehmt kein Taxi, sondern einen Bus – sonst werdet ihr arm!
Fazit:
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