London City Airport LCY
Klein, aber fein :) - London City Airport LCY Flughafen international

Neuester Testbericht: ... kostengünstig und in vergleichsweise sehr kurzer Zeit in Canary Wharf oder in der City. Aufgrund seiner zentralen Lage unterliegt der Flu... mehr

Klein, aber fein :)
London City Airport LCY

Hoernchen123

Name des Mitglieds: Hoernchen123

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London City Airport LCY

Datum: 31.10.02, geändert am 14.01.10 (2615 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: in der Stadt

Nachteile: nicht so ganz sicher

Wie bereits in meiner letzten Meinung erwähnt war ich vor knapp 3 Wochen in London für ein Wochenende.

Um dort hinzugelangen entschied ich mich für einen Code-Sharing- Flug der Lufthansa und Eurowings, der von Tempelhof nach London City und zurück gehen sollte. Bevor jetzt Kommentare kommen, wie das wäre mit Ryanair oder ähnlichen billiger gewesen, dem sei gleich gesagt, nein...ab Berlin fliegt Ryanair nicht, auch GermanWings nicht und die Buzzair wollte One-way 89 Euro (alles andere war über Montate ausgebucht) und so zahlte ich für Hin-und-Rückflug um die 140 Euro, hatte Service an Bord und flog ausserdem vom Herzen der Stadt Berlin in die Stadt London, nicht in einen Aussenbezirk.

Schon vorher hatte ich gehört, dass der London City Airport winzig sei und dass er nur eine Start-und Landebahn hat (wirklich nur eine Bahn für beides!) und diese liegt genau auf der Themse :)

Das klang lustig...und war für mich als Luftfahrtfreak natürlich mit einer der Hauptgründe unbedingt mal da landen und auch starten zu wollen *g*.

Der London City Airport, also der LCY, ist klein und dementsprechend klein sind auch die Flugzeuge, die hier landen. Boeing oder Airbus sieht man hier nicht, das größte, was hier landet, sind BAes und Avros, die Jumbolinos, vorwiegend sind es aber Propellerflugzeuge, die von hier abheben und landen.
Auch die ganz großen Airlines sucht man hier vergebens. Hier landen viele britische Regionallinien, Team Lufthansa, Eurowings, Air Lingus und Crossair.

Fangen wir mal damit an, wie man klassischerweise an einem Flughafen ankommt...mit der Landung...Man sah bereits von oben London, als wir langsam immer weiter sinken mitten in die Stadt hinein und der Pilot merklich die Nase des Fliegers nach unten drückt...der Airport ist noch nicht in Sicht, dafür aber die Themse und die kommt immer näher, dann eine Hängebrücke, man denkt "hey, wird das Fahrwerk drin hängen bleiben?", nein, tut es natürlich nicht un

d die Themse kommt noch näher, ich denke noch dran, dass meine Schwimmweste unter dem Sitz ist und schon rumpelt es und man ist da, mitten auf der Themse, auf der Landebahn...Fein :)

Der Flieger fuhr bis zum Ende der Landebahn, die genau ausreichte und machte dann eine 180 Grad Drehung und fuhr genau auf dieser Bahn zurück, um dann zum Terminal abzubiegen.
Dadurch wird die Start- und Landebahn ja eigentlich recht lange blockiert, hoffentlich landet da nie einer, wenn die Bahn noch nicht frei ist oder so...

Das Terminal...es ähnelt ein wenig einer großen Fabrikhalle.Busse, die einen zum Terminal fahren oder gar die Gänge, die an den Flieger herangefahren werden, gibt es nicht.Man steigt aus dem Flieger, steht auf dem Rollfeld (cool...ich konnte in die Triebwerke schauen...) und geht dann zu Fuß die paar Schritte ins Terminal.

Dort ist ein langer Gang, der seitlich an allen Gates (also Türen im wahrsten Sinne des Wortes) vorbeiführt und dann an einem einzigen Kofferband endet.Dort dauert es auch nicht lange bis die Koffer angerollt kommen.
Vorbei an der Zoll-und Passkontrolle geht es raus, in eine Halle, wo dann auch die Ausgänge nach draussen sind.Hier herrschte recht viel Betrieb, von kleinem Business Flughafen, wie LCY oft bezeichnet wird, merkte man nicht viel.Es war Freitag nachmittag und viele Jugendliche und viele Familien bevölkerten den Flughafen.

An der Information kann man sich mit Bus-und U-Bahnfahrplänen sowie allerlei Infokram eindecken, 2 Damen an einem Schalter helfen einem auch.Nur gehen die beiden offenbar davon aus, man kenne London wie die eigene Westentasche, denn mit ihrer Anleitung wie ich nach Camden komme, konnte ich nichts anfangen, auch wenn ich ihre Worte bestens verstand (also am Englisch lags nicht ;)).
Die beiden verweisen einen auch direkt auf den LCY Shuttle Bus, der ist grün und fährt zur nächsten U-Bahn Station, die Fahrzeit beträgt grad mal 7 Minuten und der Fahrpreis stolze 2,5
Pfu
nd, also so ca. 3,50 Euro...Billiger geht es mit den roten Bussen, auf die muss man etwas warten (maximal 10 Minuten), aber die Fahrt kostet dann nur 1 Pfund!Aber das sagen die an der Info einem natürlich nicht!
Aber egal, was man an Tranfer zahlt, es ist günstig ab London City Airport, im Vergleich zu anderen Londoner Flughäfen ist der Transfer spottbillig, so kostet z.B. der GatwickExpress 15 Euro, der von Standsted auch in etwa!

Den Bus muss man natürlich in Pfund bezahlen, und macht bloß nicht den Fehler den ich machte und denkt, man könnte in Großbritannien ja trotz Pfund nun auch in Euro zahlen.Pustekuchen.Ich musste am Flughafen Geld tauschen, zu einem logischerweise, sehr miesen Kurs!

Als ich einige Tage später wieder nach Hause flog, ging mein Flieger wieder von London City Airport, diesmal an einem Montag morgen.Nun war hier tatsächlich etwas Business-Stimmung eingekehrt, es waren viele Geschäftleute unterwegs, aber so viele, dass es wieder alles unruhig und wuselig wirkte.
Flugzeuge hoben im ca. 5min Takt ab oder landeten, es war viel los für so einen kleinen Airport.

Die Check-In Schalter sind wieder in der Haupthalle, wo auch die Info und der Geldumtausch ist.Die Frau am Check-In war sehr unfreundlich, was mir aber auch schon in Tempelhof auffiel, liegt das vielleicht an der Eurowings?Denn es war ja ihr Check-In...

Wie auch immer, die Abflüge werden im Obergeschoss abgefertigt.Dort befindet sich ein Restaurant mit Flughafen-typischen hohen Preisen, die Sicherheitskontrolle, die vor allem Taschen genau untersucht, und wo mindestens 10 Beamte am Werk sind.

Danach kommt eine recht große Halle mit einigen teurer Läden und vielen Ledersitzen.Alle waren besetzt und es wirkte alles auf mich ungeordnet und chaotisch.
Was mir fehlte, waren die großen Monitore auf denen man sehen kann, zu welchem Gate man muss und vor allem wann man da hin muss.Es gab ein paar kleine Bildschirme, aber die waren ni
cht aktuel
l, so stand mein Flug auch 20min vor Abflug nicht drauf und ich bekam schon Panik, dass ich das Gate nicht finde...Irgendwann kam ne Ansage, der Flug nach Berlin stünde zum Abflug bereit, natürlich nur auf Englisch...Also ohne Englischkenntnisse, die einen befähigen, schnell etwas zu verstehen, was man nur hört, ist man auf diesem Flughafen aufgeschmissen...

Wieder geht man den langen Gang lang, dann geht es in einen kleine gläsernen Raum, von hier kann man schon den Flieger sehen, der steht genau vorm Fenster...Nun werden nur noch die Pässe und Bordkarten kontrolliert und schon läuft man wieder auf dem Rollfeld rüber in den Flieger.

Es geht zum Start, wieder auf die altbekannte Bahn, man hat das Gefühl, noch während des Stehens, werden die Triebwerke bis zum Anschlag aufgedreht, sie heulen auf, dann fühlt es sich an, als würde der Pilot die Handbremse lösen und der Flieger saust los, wie bei nem Flugzeugträger....Naja, die Startbahn ist ja auch nicht grad riesig...

Und schon hebt man ab, sieht nochmal kurz London und dann geht es schon rein in den Londoner Nebel und ab nach Hause :)

Alles in allem muss ich sagen, war ich vom London City Airport hellauf begeistert, denn fliegen dorthin ist wegen der einen Landebahn lustig, dann ist die Anbindung an die City optimal und preisgünstig, weil man schon in der Stadt ist und ausserdem ist der Flughafen schon noch recht übersichtlich im Vergleich zu Heathrow oder Gatwick.
Allerdings sollte man drauf achten, dass man nicht von dem Info-Damen in den teuren Bus geschickt wird und zudem gute Englischkenntnisse besitzen, um wichtige Ansagen mitzubekommen.

Fazit: Ein toller Flughafen und die Aussicht bei Start und Landung ist grandios!