Funchal - Aeroporto da Madeira FNC
Flugzeugträgerlandung ohne Fangseil - Funchal - Aeroporto da Madeira FNC Flughafen international

Neuester Testbericht: ... Trotz aller Widrigkeiten ist es nie zu einem Unfall gekommen. Zur Verbesserung der Situation wurde die Bahn nach ausführlichen Test... mehr

Flugzeugträgerlandung ohne Fangseil
Funchal - Aeroporto da Madeira FNC

Testeimer

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Funchal - Aeroporto da Madeira FNC

Datum: 22.06.01, geändert am 22.06.01 (1084 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: absolut sehenswertes Stück Technik

Nachteile: leider nur im Urlaub zu sehen

"FNC" ist zweifellos der interessanteste und spektakulärste Verkehrsflughafen Europas - wenn auch einer der kleinsten. Mit einer Gesamtkapazität von 3,5 Millionen Passagieren pro Jahr besteht noch reichlich "Luft", wenn man bedenkt, dass die Zahl der Urlauber auf Madeira nicht wesentlich höher als 600.000 jährlich liegt.

Wer jemals im Fernsehen die Landung eines Jets auf einem Flugzeugträger verfolgt hat, kann in etwa nachvollziehen, wie sich die Passagiere einer Linien- oder Chartermaschine vor der Verlängerung der Betonpiste auf jetzt 2.781 Meter gefühlt haben. Um eine 737 oder einen A320 auf nur 1.800 Metern zum Stehen zu bringen, ist eine Vollbremsung nötig gewesen - grössere Maschinen konnten nicht auf Madeira landen. Crews, die FNC anzufliegen hatten, waren speziell geschult, um auf die besonderen Begebenheiten des Flughafens Santa Cruz vorbereitet zu sein. Gefährliche Fallwinde und Turbulenzen waren auf der direkt an einen Berghang gebauten Piste an der Tagesordnung. Trotz aller Widrigkeiten ist es nie zu einem Unfall gekommen. Zur Verbesserung der Situation wurde die Bahn nach ausführlichen Tests im Modell um 3 Grad an selbigen Berghang gedreht.

Die ursprünglich 1.600 Meter lange Piste war Anfang der 60er Jahre auf Prop-Flugzeuge vom Typ DC-3 ausgelegt worden - und das, obwohl längst Jets im Einsatz waren. 1986 wurde die Bahn um 200 Meter verlängert, was jedoch im beginnenden "Massentourismus" auf die Dauer nicht ausreichen sollte. Flugzeuge mit zu kleiner Kapazität verteuern den Urlaub erheblich, so dass ein Wettbewerbsnachteil zugunsten der 450 km entfernten kanarischen Inseln entstanden wäre.
Alternativstandorte wie die bereits in den zwanziger Jahren angedachte Lösung auf der Hochebene Paúl da Serra wurden aufgrund der widrigen Wetterbedingungen schnell verworfen. Tatsächlich hat man über insgesamt 16 Alternativstandorte nachgedacht. Was letztendlich im September 2000 der staunenden Öffentlichkeit prä
sentiert wurde, rechtfertigt für Luftfahrtbegeisterte bereits einen Urlaub auf der Blumeninsel!

Die Verlängerung der Bahn wurde auf Stelzen realisiert. Insgesamt 173 Pfeiler mit einem Durchmesser von drei Metern und einer Höhe von bis zu 50 Metern stützen eine knapp 1.000 Meter lange Betondecke, die nun Maschinen wie eine 747-400 mit knapp 400 Tonnen Maximalgewicht benutzen könnten. (Tatsächlich war ein Airbus A340 als Demonstrationsobjekt bei der Eröffnung vor Ort.) Die Verankerungen reichen bis zu 60 Meter tief in den Boden. Unter der Bahn hindurch führt eine Strasse, von der aus man einen enormen Blick auf den "Betonwald" hat. Die dreissig Stützportale mit je sechs Säulen verleihen der Piste aus grösserer Entfernung einen fast surrealistischen Anblick, da die Grössenverhältnisse nur schwer zu begreifen sind. Der Gegenanflug lässt die Passagiere eines Flugzeugs beim Blick aus den Steuerbordfenstern zumindest schlucken, denn aus dieser Sicht kommen tatsächlich Vergleiche mit einer Flugzeugträgerlandung hoch. Ein idealer Aussichtspunkt auf die Piste ist der Ostzipfel der Insel, der sich zu Fuss gut erwandern lässt - Fernglas nicht vergessen!

Das neue Flughafenterminal ist sehr weitläufig gestaltet und verfügt über eine Besucherterasse mit Blick auf die Piste. Leider ist nicht allzuviel Verkehr auf FNC, so dass hauptsächlich in den verkehrsreichen Vormittagsstunden interessante Fotos möglich sind. 12 Abstellplätze stehen für die Flugzeuge zur Verfügung.

Die Gepäckabholung erfolgt über ein endlos langes Kofferband, was sehr angenehm ist. Parkplätze sind in grosser Zahl vorhanden - die Touristenbusse warten unmittelbar vor dem Ausgang.

Die Abfertigung verläuft unspektakulär und zügig, wenn nicht gerade wieder das System ausgefallen ist und manuell eingecheckt werden muss.

Madeira ist aufgrund der herrlichen Landschaft und der vielfältigen Urlaubsmöglichkeiten eine absolute Empfehlung (siehe sep. Berichte) - die A
ttraktivität steigt durch den neuen Flughafen noch weiter. Wer es im Urlaub nicht lassen kann, die Piste "zwischendurch" zu benutzen, kann mit einem Propellerflugzeug zu einen Kurzbesuch auf die kleine Nachbarinsel Porto Santo fliegen - die dortige Bahn ist mit gut 3.000 Metern sogar noch länger als die von FNC?

Fazit: