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Räudige Hunde und Kinder mit Krätze
Flughafen Bukarest-Baneasa

Name des Mitglieds: celles
Produkt:
Flughafen Bukarest-Baneasa
Datum: 12.09.11, geändert am 18.02.12 (100 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: stadtnah
Nachteile: furchtbare Zustände
Schönen guten Abend aus Wien !
Bevor ich zum Abendessen fliege, fliegen wir noch gemeinsam nach Bukarest. Wie wir billig nach Bukarest flogen, landeten wir nicht auf dem internationalen Flughafen, sondern auf dem Inlandsflughafen.
Der Flughafen Bukarest-BÄfneasa Aurel Vlaicu, benannt nach einem rumänischen Flugpionier, ist der dem Zentrum nähere Flughafen Bukarests. Er wird vor allem von Billigfluglinien wie Germanwings, myair, SkyEurope, Wizzair und easyJet angeflogen. Die neueste Start- und Landebahn wurde erst nach der Generalüberholung 2007, 2008 freigegeben.
Bei schlechter Sicht werden Flüge nach Otopeni umgeleitet. Das Flughafengebäude ist in hellblau gehalten und bietet ein modernes Café, einen Kiosk, eine Wechselstube, einen ATM, Toiletten, Autovermietungen und ein Café im Warteraum selbst. In der Abflughalle befindet sich ein Duty-free-shop, ein Fernseher und abermals Toiletten. Vor dem Flughafeneingang befindet sich ein Taxistand. Außerhalb des Flughafenareals findet man mittels den Linien 131, 335, 148, 112, 30, dem Airportexpress 783 und der Straßenbahnlinie 5 Anschluss an das Stadtzentrum.
Der Flughafen wurde im Sommer 2007 restauriert, ich denke, was hier geändert wurde, war die Tafel EU und Nicht-EU Bürger und ein bisschen das Hellblau nachgestrichen. Schon bei der Landung mit Sky Europe war der Eindruck nicht der beste, eine holprige Landepiste und streunende Hunde am Flugfeld. Anschließend wurden wir 100m mit dem Airportshuttle zur Ankunftshalle, ein größeres Zimmer gebracht. Manche Leute haben ein größeres Haus, als was das Gebäude groß ist, sieht irgendwie so aus, wie der von Sylt. Nach kurzer Passkontrolle konnten wir das Gebäude verlassen.
Bei der Rückkunft hat man dann die wahre Bescherung erlebt. Im Flughafengebäude spielen verwahrloste und verwaiste Straßenkinder völlig verdreckt und barfuß Fangen. Etliche von ihnen hatten Krätze. Sie sitzen beim Café, erbetteln sich Süßigkeiten und wenn es der Polizei zu bunt wird, werden sie brutal in den Regen befördert. Das ist Kinderliebe im EU-Staat Rumänien. Auf diesem Flughafen sieht man meist nur Rumäner, meist ärmliche Leute. Der Check-in super primitiv und langsam. Hier werden noch die Destinationen händisch hingekritzelt oder Tafeln eingerastet.
Die Wartehalle ist eine Rotunde mit Sitzcafé und nicht sehr einladendem Kiosk. Die Toiletten stammen wohl noch aus Ceausescu-Zeiten. Draußen vor dem Eingang lauern räudige Hunde, die aber alle sehr zahm und lieb waren. Wir mussten wegen des Regens 5 Stunden auf dem Flughafen verbringen und die Hunde kannten uns schon und wackelten immer mit dem Schweif. Meist werden sie aber beschimpft oder mit Stöcken bedroht. Oft versuchten sie auch, in offene Autos zu gelangen, um ihrem Schicksal am Flughafen zu entfliehen. Ja so geht es dort zu.
Das Café vorne am Eingang ist noch das modernste mit appetitlichem Sortiment an Broten und Süßspeisen, echt zu empfehlen. Die Handgepäckskontrolle war von einem Fußballmatch getrübt, da nicht auf den Monitor sondern nur auf den TV-Bildschirm geschaut wurde. Der Abflugraum verfügt dann noch über einen besseren Duty-Free-Shop. Die Gates sind einfache Schiebetüren, das war's.
Die Erreichbarkeit ist durch mehrere Linien gesichert. Den Airport Express würde ich nicht empfehlen, da er sehr unregelmäßig verkehrt, obwohl der Fahrplan was anderes sagt und immer total voll ist. Der Begriff Express ist hier irreführend, da er ein ganz normaler Linienbus ist, wo zumeist die Bukarester bis Otopeni hinaus verkehren.
Die Beschriftung ist zum Kotzen. Verrostete Tafeln lassen die Liniennummer nich erahnen, aber nicht die Fahrtrichtung. Wir sind im pumpvollen Bus gleich in die falsche Richtung, nämlich Richtung Flughafen Otopeni gefahren, durften aber mitten auf der Wiese aussteigen, weil der Busfahrer nimmer weiter wollte. Rumänischkenntnisse sind zwingend, sonst kann man niemanden fragen, also brav lernen !
Die Fahrkarten kann man ohne Durchfragen auch nicht kaufen, denn die gibt es in einer heruntergekommenen Hütte bei einer ebenso demotivierten wie unfreundlichen Verkäuferin hinter Gittern. Ins Stadtzentrum ist es nicht weit, so ca. 15 Minuten.
Danke fürs Lesen
Celles
Fazit: s.o.

