


Neuester Testbericht: ... werden alle Schengen-Flüge abgewickelt und in 2B alle Nicht-Schengen-Flüge. Sämtliche anderen Theorien, die man so liest, von wegen In Ter... mehr
Zum Umsteigen eine Katastrophe
Budapest Ferihegy Airport BUD

Name des Mitglieds: Hoernchen123
Produkt:
Budapest Ferihegy Airport BUD
Datum: 15.12.09, geändert am 15.12.09 (602 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Die Salami im DutyFree-Shop
Nachteile: zu voll, zu chaotisch, zu wenig Sitzplätze
Auf unserer Reise nach Moldawien sind wir über Budapest geflogen und kamen so auf Hin-und Rückweg auf dem Flughafen der ungarischen Hauptstadt vorbei. Insgesamt haben wir 5 Stunden dort verbracht und das waren 5 Stunden zuviel...Aber der Reihe nach...
Der Flughafen Budapest ist das Drehkreuz der ungarischen Airline Malev, so dass man, wenn man eben mit Malev fliegt, zwangsläufig hier vorbeikommt. Malev bietet manchmal ganz attraktive Flugpreise in Richtung Osteuropa und Asien an, weshalb es wohl auch recht viele Transitpassagiere gibt. Der Airport, der den IATA-Code BUD und den Namen Ferihegy trägt, liegt im Osten der Stadt und im Landeanflug sieht man vor allem viele Felder. Pro Jahr werden fast 9 Millionen Passagiere abgefertigt, die Kapazität beträgt laut Wikipedia aber eigentlich nur 5,5 Millionen.
Die meisten Flüge werde von Malev abgewickelt, aber auch andere Airlines fliegen nach Budapest wie Lufthansa, Air France, British Airways, KLM,Moldavian Airlines und die preisgünstige Wizz Air. Die größten Marktanteile nach Malev hat die Lufthansa.
Der Flughafen verfügt über 2 Runways und auch 2 Tower. Einer sieht etwas neuer aus als der andere. Insgesamt hat der Flughafen schon so ein bißchen Osteuropa-Flair, was ja auch nicht schlimm ist, und hier und da etwas rostige Fluggastebrücken, aber es war schon ok. Lustig (oder auch nicht) war, dass über das Vorfeld ständig irgendwelche Teile von Büschen herumflogen, was aber wohl am sehr starken Wind an unserem Anreisetag lag als an dem Flughafen selbst. Aber es hatte etwas von der kalte Wind fegt übers Vorfeld und reisst Büsche, die aussehen wie kleine Weihnachtsbäume mit"...;).
Das Terminal-Labyrinth
Der Flughafen verfügt über 3 Terminals. Das Terminal 1 ist noch aus Zeiten des Kommunismus, steht unter Denkmalschutz und konnte daher nicht grundlegend saniert werden (Sanierungsarbeiten fand schon statt, aber ein kompletter Umbau war nicht möglich). Das Ergebnis ist, dass dieses Terminal nur noch von Low Cost-Carriern wie der Wizz Air genutzt wird. Alle anderen Airlines stören sich daran, dass es in diesem Terminal weder Lounges noch einen Transitbereich. Dafür aber verfügt das Terminal 1, also das im Prinzip unbedeutenste Terminal über einen Bahnanschluss, von wo man in die Stadt fahren kann...Möchte man von Terminal 2, wo nahezu ALLE Flüge ankommen, in die Stadt, muss man einen Shuttlebus nehmen! Und den muss man dann auch erstmal finden. Auf dem Flughafen ist derzeit eine Großbaustelle zwischen den Terminals und alles wirkt sehr verwirrend. Ich habe keinen Ausgang gesehen, aber es wird ihn schon geben ;-).
Die Terminals 2A und 2B werden wesentlich mehr genutzt als Terminal 1. In Terminal 2A werden alle Schengen-Flüge abgewickelt und in 2B alle Nicht-Schengen-Flüge. Sämtliche anderen Theorien, die man so liest, von wegen In Terminal 2A nur Malev und Partner und in 2B die anderen" stimmt nicht. Wer mit Malev aus Deutschland kommt und mit Malev weiter beispielsweise in die Türkei möchte, muss raus aus Terminal 2A.
Wir mussten nun als Transitpassagiere, die die EU verlassen wollten, eben zu dem Terminal 2B für den Weiterflug nach Chisinau. Im Internet ließ sich partout nicht herausfinden, wie man denn laufen muss, um von 2A zu 2B zu kommen. Gott sei Dank hatten wir fast 3 Stunden Zeit, so dass wir entspannt nach Budapest flogen nach dem Motto wir werden uns schon durchfragen". Zum Glück war der Flug aus Berlin pünktlich, so dass wir wirklich genug Zeit hatten. Und wir mussten uns wirklich durchfragen, denn Schilder auf denen steht, wo es denn zum Terminal 2B geht, gab es nicht. Auf den Monitoren in 2A stand unser Flug nach Chisinau immerhin schon dran, aber nicht mit Terminalangabe, sondern mit Gate-Nummer. Da wir uns aber nicht 100%ig sicher waren, ob diese Monitore für alle Terminals oder nur für Terminal 2A gelten (man kann ja manchmal gar nicht so doof denken, wie es manchmal ist...), haben wir lieber die freundlichen Frauen am großen grünen Malev-Info-Schalter gefragt. Uns wurde gesagt, wir sollen immer geradeaus laufen, dann kämen wir ins Terminal 2B und dort wäre dann das Gate, das auf dem Monitor steht. Auf dem gesamten Flughafen steht nirgendwo ein 2B, nur auf den Tickets und auf der Homepage. Sehr sehr lustige Passagierverwirrung. Wie dem auch sei...wir liefen geradeaus...und weiter geradeaus...und landeten auf dem Klo...Also, wieder zurück und tatsächlich, kurz vor den Toiletten zweigte ein unscheinbarer Gang ab, der aussah, als ginge es da zu den Notausgängen. Oben waren die Nummer von Abfluggates angeschlagen....Da unser Gate in den Nummernbereich fiel, sind wir mal losgegangen. Oben an dem Gang waren Schilder angebracht auf denen beispielsweise stand 300 meters, 3,50 minutes"...Sehr ermutigend...immerhin sagen sie einem wie lange man wohl als Durchschnittsmensch braucht. Zwischendrin waren in dem trostlosen Gang noch mehr solcher Schilder. Das war auch ganz gut, immerhin etwas, was einen daran erinnerte, dass man in einem für Fluggäste gedachten Bereich ist und nicht vom Weg abgekommen ist. Denn der Gang wirkt so schmal, trostlos und grau sehr leer und mehr wie ein Treppenhaus ohne Treppen dafür aber immerhin mit Fenstern, so dass man aufs Vorfeld schauen kann. Hat man die 300 Meter, die quasi außen herum um das Terminal gehen, geschafft, ist man plötzlich da...die Passkontrolle naht und auf dem Hinflug, raus aus der EU, ging es ganz schnell. Zurück standen wir in einer riesigen Schlange, weil mehrere Flüge gerade gelandet waren. Immerhin nahm sich eine Kontrolleurin dann der EU-Bürger an, deren Einreise in die EU ja sehr einfach ist und fischte alle mit EU-Pass raus, um sie an den Stempelhäuschen" vorbeizuwinken. Das war gut für alle, denn die Schlange nahm deutlich ab.
Shoppen, Warten, Drängeln...
Die Terminals unterscheiden sich architektonisch nicht wirklich. Sowohl Terminal 2A als auch 2B sind schlicht und ergreifend zu klein für die Menschenmassen, die sich dort tummeln. Auf lange Sicht wird man in Budapest sicher nicht drumherum kommen, mehr Platz und definitiv mehr Sitzmöglichkeiten zu bieten. An jedem Gate in Terminal 2A standen, als wir dort waren, 3 Flüge angeschlagen, die alle mit relativ großen Flugzeugen wie der Boeing 737 durchgeführt wurden. Nun kann man sich leicht denken, wie viele Leute da warten. Und es gibt pro Gate nur ca. 50 Sitzplätze! Und die sind begehrt wie Parkplätze am Samstag in der Berliner Innenstadt...Sobald irgendwo jemand auch nur aussieht, als ob er aufstehen wird, kommt jemand angerannt und möchte den Sitzplatz. Als wir an unserem Gate waren, waren schon alle Plätze besetzt...
Also sind wir erstmal in den DutyFree-Shop gegangen um dort eine ungarische Salami zu erstehen, denn die war hier wirklich günstiger als in Deutschland. Auch sonst war einiges billiger als bei uns, aber die richtigen Schnäppchen hatten wir im DutyFree-Shop von Chisinau gemacht. An der Kasse (es gab nur eine!) war es sehr sehr voll und wir scherzten schon, dass wir länger an der Kasse stehen als unser Flug nach Berlin dauern wird. Ganz so extrem war es nicht, aber gefühlt irgendwie schon.
Als wir nach dem Einkauf dann auf den Abflug warteten, blieb uns nix anders übrig, als wahlweise zu stehen oder uns auf den Boden zu setzen. Wo bereits viele andere, teilweise ganze Familien mit mehreren kleinen Kindern, saßen. Und so setzen wir uns dazu. Unsere 4 Jahre alte Tochter war bereits etwas müde und das machte die Tatsache, dass wir keinen Sitzplatz hatten auch nicht besser. Zum Glück hatte eine Frau irgendwie mit uns Erbarmen und bot uns ihren Platz an, zu dem wir rennen mussten, da schon andere Interesse daran hatten...Als ich hinterher meiner Mutter erzählte, dass in Budapest so viele Leute auf dem Fußboden sitzen mussten, was ich bisher wirklich in der Form noch nie irgendwie erlebt habe, meinte sie, dass der Flughafen schon vor 29 Jahren ein Platzproblem hatte...sie saß damals auch wartend auf dem Fußboden...und war im 6. Monat schwanger. Na hurra...(ich hatte als schon vorgeburtlich ein schlechtes Erlebnis mit dem Budapester Flughafen...lach ).
Es gibt im Terminal 2A auch einen Bereich, in dem ein paar Fastfood-Stände sind. Dort könnte man sich auch hinsetzen, aber dort ist es auch unglaublich voll und wuselig. Das war sowohl bei unserem Hinflug so, als wir vormittags in Budapest landeten, als auch beim Rückflug am Abend (19 Uhr) so. Der Shoppingbereich ist in Terminal 2A zwar nicht klein, aber zu klein für die Menschenmengen die sich dort aufhalten. Besser ergebt es einem in Terminal 2B, in Nicht-Schengen-Bereich. Dort ist es angenehm leer, man kann in Ruhe einkaufen (aber es ist sehr teuer, vor allem der Souvenirladen hat gepfefferte Preise) und bekommt an vielen Gates sogar einen Sitzplatz. Manche Sitzbezüge haben schon bessere Zeiten gesehen, aber egal. In dem Bereich in dem unser Flug dann abgefertigt wurde, mussten wir leider auf dem Fensterbrett sitzen, weil an dem Gate auch die alle Passagiere für einen anscheinend ausgebuchten Flug in die Türkei saßen, der direkt vor uns von dem Gate losflog. Dieser Flug hatte, weil einige Passagiere nicht auffindbar waren und mehrfach ausgerufen wurden, Verspätung. Was zur Folge hatte, dass auch unser Flug eine Verspätung von 20 Minuten hatte, da unser Bus, hinter den Türkei-Flugzeug-Bussen" quasi im Stau steckte...
Für Kinder bietet der Flughafen leider gar nichts. Gut, dass ist auf vielen Flughäfen so, und so leider auch in Budapest. Immerhin war in Terminal 2B auf unserem Hinflug so wenig los, dass unsere Tochter mit einem anderen Mädchen im Terminal ein wenig spielen konnte, ohne das jemand gestört wurde. Das wuselige Terminal 2A ist hingegen mit kleinen Kindern eher eine Zumutung, da man nicht mal einen Sitzplatz bekommt. Familien mit Kindern dürfen auch nicht als erstes einsteigen oder ähnliches, nix. In Kopenhagen gibt es ja sogar extra Familienschalter bei den Sicherheitskontrollen, weil das für alle angenehmer ist, wenn die manchmal gelangweilten Kinder niemanden stören, aber nicht so in Budapest. Und sowas wie ein Karussel mit Münzeinwurf oder einen Spielbereich gab es natürlich auch nicht.
Noch kurz etwas zu den Toiletten...Aufgrund der vielen Leute waren sie leider nicht so, wie man sich das vorstellt. Es roch unangenehm und war auch nicht sauber. Wie gesagt, ich denke/hoffe, es lag lediglich daran, dass diese Waschräume so stark frequentiert waren.
Fazit:
Wir waren froh, als wir in das Flugzeug nach Berlin einsteigen und diesen Flughafen verlassen konnten. An sich ist der Flughafen gar nicht mal schlecht, eher ein ganz durchschnittlicher Flughafen. Aber die Tatsache, dass die Dimensionen des Flughafens offenbar schon lange nicht mit den Passagierzahlen übereinstimmen, ist gar nicht schön. Vielleicht wird es irgendwann besser, es wird ja derzeit was gebaut, aber es handelt sich wohl um ein Cargo-Terminal. Aber immerhin, eine Sache an dem Flughafen ist gut nämlich die Salami aus dem DutyFree-Shop ;).
Fazit: Muss nicht nochmal sein, wenn es sich vermeiden lässt.
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