
Produkttyp: Polar Fitnessprodukte
Neuester Testbericht: ... denn der Wert sollte für knie- und kraftschonendes Fahren um 100 liegen. Ein weiteres teueres Zusatzgimmick ist die eigens von Polar... mehr
S Klasse fahren
Polar S710i

Name des Mitglieds: Laciclista
Produkt:
Polar S710i
Datum: 25.08.07
Bewertung:
Vorteile: Funktion, Qualität
Nachteile: Preis
Lieferumfang:
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Das Set besteht aus dem Empfänger (Uhr), dem Sender (Brustgurt), einer Radhalterung, 2 Speichenmagnete für Rund- und Messerspeichen, Geschwindigkeitssensor, Trainingssoftware Polar Precision Performance, Bedienungsanleitung
Aussehen:
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Die Uhr ist in den Farben weinrot/ grau gehalten. An dem recht klobigen Uhr ist ein angenehm zu tragendes Plastikarmband. Das Display ist groß und gibt alle Informationen gut lesbar und übersichtlich. Rechts und links befinden sich jeweils 2 Knöpfe, unten mittig unter dem Display ist ein länglicher, roter angebracht. Seitlich befinden sich auch die Sensoren für die Höhen- und Temperaturmessung.
Im Alltag finde ich den S710 nicht so schön, da er doch sehr groß ist. Man(n) kann ihn jedoch auch als Uhr tragen, nur zum Anzug/ Kostümchen passt er so wirklich nicht.
Funktionen
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Aufzeichnung und Dateneinlesung:
Der Polar S710i zeichtnet wahlweise im 60/ 15 oder 5 Sekundentakt die gewonnenen Daten auf. Der Speicher reicht je nach Aufzeichnungsintervall 99, 33 oder 11 Stunden. Das 15 Sekunden Intervall ist für längere Einheiten ausreichend. Ist der Speicher voll, so überträgt man die Daten mittels der mitgelieferten Software auf den PC. Dies kann man über eine Infrarotschnittstelle tun, oder aber mit einem USB Interface, welches jedoch nicht im Lieferumfang enthalten ist und ca 30 Euro kostet. Die Übertragung via Infrarot funktioniert gut mit Windows 2000, ob die Software auch auf Vista läuft, kann ich leider nicht sagen. Es gibt keine Macversion.
Mit der Software, deren genaue Funktionen einen weiteren Bericht erfordern, erhält man einen Überblick über die gewonnenen Daten, in Tabellenform oder im wählbaren Diagrammformen.
Pulsfunktionen:
Der Pulsmesser misst EKG genau den Puls. Dabei gibt es einige Zusatzfunktionen. Angezeigt werden maximale Herzfrequenz, die durchschnittliche, und die Zeit, die man in 3 wählbaren Trainingsbereichen verbracht hat. Die Trainingsbereiche muss man eingeben, am besten aus den Daten eines Leistungstests, zur Not nach diversen Rechnungen über maximale Herzfrequenz und Runterrechnung der Trainingsbereiche.
Trainingssteuerung:
Weitere Gimmicks ist die Bestimmung der maximalen Herzfrequenz und des sogenannten OwnIndex über die Herzfrequenzvariabilität. Dies hat sonst kein anderer Hersteller, es ist eine Entwicklung von Polar in Zusammenarbeit mit sportmedizinischen Instituten.
Um diese beiden Werte zu erhalten, legt man sich ruhig hin und startet nach einigen Minuten Ruhe den Test. Der Empfänger zeichent über wenige Minuten die Abständen zwischen den Herzschlägen aus, und errechnet aus den Daten die maximale Herzfrequenz sowie den OwnIndes, welcher der VO2max entsprechen soll, der maximalen Sauerstoffaufnahme.
Wozu das ganze? So erhält man nach einer Formel, welche jedoch nur auf einen "durchschnittlichen" Menschen passt, Werte, die sonst nur aufwendig zu bekommen sind und mit denen man das Training steuern kann.
Die maximale Herzfrequenz war bei mir ca 15 Schläge unter dem, was ich schon erreicht habe, also derbe daneben. Auch von der mit zugeordneten VO2max hätte ich im Feld der Profis locker mitrollen müssen. Nach langen Recherchen im Netz habe ich einen Bericht gefunden, welcher dem Test eine Standardabweichung von 7 zuwies, welches sehr viel ist bei einem Wert von ca 65. Es könnten also auch ca 20 weniger sein. In dem Bericht wird auch erwähnt, dass die Standardabweichung bei Frauen noch höher sei.
Dem OwnIndex kann man verwenden, um den Trainingszustand zu beobachten: Bei zunehmender Fitness steigt er, bei Erschöpfung sinkt er. Macht man den Test regelmäßig, kann er eine relative Aussagekraft über die eigene Fitness geben.
Die maximale Herzfrequenz über so einen Test zu bestimmen ist besonders für die Personen nützlich, für die ein Feldtest ein zu großes Risiko darstellen würde. Dann kann man auch mit eventuellen Abweichungen leben.
Exercise Sets:
Zum Steuern insbesondere von Intervalltrainingseinheiten kann man fünf verschiedene Trainingssets programmieren. So kann man Intervalle programmieren, und sich in bestimmten Abständen Signale geben lassen. Ich persönlich benutze diese Funktion nicht, da ich es unpraktisch finde, in genauen zeitlichen Abständen Intervalle zu fahren, da die Verkehrsbedingungen dies nicht immer zulassen.
Man kann sich über die Funktion aber auch verschiedene Pulsbereiche für verschiedene Sportarten programmieren, z.B. Laufen und Radfahren, dann muss man vor dem Training nur noch über das Menu das Set wechseln und trainiert in unterschiedlichen Pulsbereichen. Verlässt man diese, blinkt die Anzeige oder man kann sich mit einem Signalton warnen lassen. Das finde ich aber eher nervig, verwende es nicht.
Höhenmesser:
Die Uhr hat einen barometrischen Höhenmesser, welcher die Höhe in Relation zu der Ausgangshöhe angibt. Diese kann man auch einstellen. In der Auswertung erhält man eine Höhenkurve und eine Addition der gefahrenen Höhenmeter.
Temperaturmessung:
Die Temperaturanzeige funktioniert sehr zuverlässig, auch wenn die Sonne auf die Uhr scheint. Man bekommt außerdem die Höchst-, Durchschnitts-, und Tiefsttemperatur. Die Uhr braucht einige Minuten, um sich an die Außentemperatur anzupassen.
Radfunktionen:
Natürlich wird die Geschwindigkeit angezeigt, im Durchschnitt oder Maximal. Dazu muss man natürlich vorher den drahlosen Geschwindigkeitssensor an der Gabel angebracht haben, ebenso wie den Speichenmagneten. Den Radumfang bestimmt man am Besten durch Abrollen des Rades, so erhält man zuverlässige Angaben.
Als weiteres Zubehör kann man einen Trittfrequenzsensor anbauen, dieser kostet jedoch 30 Euro und ist nicht im Lieferumfang enthalten. Mit diesem kann man die Umdrehungen pro Minute überprüfen, denn der Wert sollte für knie- und kraftschonendes Fahren um 100 liegen.
Ein weiteres teueres Zusatzgimmick ist die eigens von Polar entwickelte Kraft-Leistungsmessung, welche ca 300 Euro kostet. Mittel eines Sensors, der die Bewegung der Kette kontrolliert, wird die Kraft errechnet, die auf diese einwirkt. Ich selbst habe dies nicht, finde es zu teuer, außerdem soll die Kalibrierung umständlich sein. Die Werte jedoch sollen einigermaßen zuverlässig sein.
Owncal:
Der Polar errechtnet über eine Formel die verbrannten Kalorien. Die Werte liegen fürs Radfahren ca 1/3 zu hoch, fürs Laufen passen sie bei mir ungefähr. Man sollte aber nicht dran glauben, insbesondere Menschen mit generell höherem Puls wird ein zu hoher Wert durch die zugrundeliegende Formel zugeordnent.
Die Funktionen im Überblick:
Fahrrad-Funktionen
Tageskilometer
Geschwindigkeit (ø und max.)
Streckenbasierte Intervalle
Streckenbasierte Erholungsmessung
Radumfang für zwei Räder
Fahrradhalterung
Geschwindigkeitsmesser
(drahtlos)
Temperatur- und Höhenmessung
Polar Trainings-Funktionen
Drahtlose, EKG-Genau Hf-Messung
Exercise Set (5)
OwnCode
Polar Fitness-Test
Zielzonen mit akustischem und visuellem Alarm (Anzahl) (3)
HF max (Polar Fitness-Test basiert)
Intervall Timer
Maximale Hf des Gesamttrainings
Erholungs-Messung (Hf / Zeit)
Anzahl der speicherbaren Trainingseinheiten (99)
Computer-Funktionen
Infrarot-Daten-Übertragung
UpLink, zum Upload von Einstellungen auf das Herzfrequenz-Messgerät
Polar Precision Performance Software
IR Interface (seriell oder USB) (optional)
Uhr-Funktionen
Uhrzeit mit Alarm
Zwei Zeitzonen
Datum mit Wochentagsanzeige
Stoppuhr / Anzahl der Zwischenzeiten (99)
Zwischenzeiten (insbesondere beim Laufen) können genommen werden, indem man den Empfänger zum Brustgurt führt, dann wird automatisch eine Zwischenzeit gesetzt. So braucht man keine Knöpfe drücken und ist nicht in der Bewegung gestört.
Exercise Reminder (optisch)
Exercise Reminder (akustisch)
Wasserbeständig bis 20m
Beleuchtung
Batteriewarnanzeige
Service von Polar:
Es empfiehlt sich, den Polar zum Batteriewechesel einzuschicken, denn dort wird er auf EKG -Genauigkeit überprüft und auch sehr kulant Kleinigkeiten repariert. So habe ich auch nach 4 Jahren noch kostenlos ein Armband ersetzt bekommen, bei dem die kleine Schlaufe kaputt war. Der Wechsel von Senderbatterie und Brustgurt kostet 49 Euro inklusive Porto und Verpackung und dauert nur wenige Tage.
Meine Erfahrungen:
Der hohe Preis von ca 330 Euro ist absolut gerechtfertigt. Die Qualität und auch der Service von Polar sind sehr gut, ich Verarbeitung ist. Man kann mit dem Polar nicht nur Laufen und Radfahren, sondern auch schwimmen gehen. Dabei ist es besonders hilfreich, dass die Einheit aufgezeichnet wird, denn man kann beim Schwimmen schlecht auf die Uhr sehen.
Ein solcher Computer ist etwas für Trainingskontroll- und Technikfreaks, aber auch für Gesundheitssportler, die besonders vorsichtig trainieren müssen. Richtig einsetzen kann man sie nur, wenn man sich mit Trainigslehre auskennt, denn sonst kann man mit den Daten nicht viel anfangen.
Der Batterieservice mag zwar teuer erscheinen, jedoch hält die Batterie tatsächlich die angebenen 2000 Trainingsstunden. Bei vergleichbaren Geräten (z.B. Hac 4 ) wechselt man die Batterie alle paar Monate, was teurer kommt als der 2-3 jährliche Polarservice.
Die Uhr ist trotz Komplexität der Funktionen sehr einfach und intuitiv zu bedienen, eine Bedienungsanleitung ist überflüssig, sobald man verstanden hat, wie man sich durchs Menu hangelt. Einziger Kritikpunkt sind sie Plastikköpfe der Knöpfe, die können schon mal brechen, wenn man irgendwo anstößt. Jedoch schickt Polar ganz unkompliziert neue zu, die man dann nur draufdrücken muss. Auch die mitgelieferte Fahrradhalterung finde ich unpraktisch, da man das Armband umständlich durchziehen muss. Ich benutzte lieber die dicken, schweren Gummihalterungen, die bei den billigen Pulsmessern normalerweise beiliegen. Mehr hätte ich jedoch nicht zu kritisieren, benutzte das Modell seit der Markteinführung 2001 fast täglich und bin immer noch sehr zufrieden. Ich würde jederzeit wieder zu dem Produkten des finnischen Marktfüherers greifen, aber "leider" geht der meiner nicht kaputt....
Fazit: Vorsprung durch Technik!
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