Polar S610i
Spitzenklasse mit (wichtigem) Nachteil - Polar S610i Fitness

Produkttyp: Polar Fitnessprodukte

Neuester Testbericht: ... im letzten Herbst hatte ich deswegen auf einer Marathon-Messe sogar das Gerät ausgetauscht (ging sehr kulant und problemlos beim Polar-S... mehr

Spitzenklasse mit (wichtigem) Nachteil
Polar S610i

GAdami

Name des Mitglieds: GAdami

Produkt:

Polar S610i

Datum: 28.06.02, geändert am 28.06.02 (1061 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Alle denkbaren Features, Computer-Link auch per Infrarot

Nachteile: (Automatisch gespeicherte) Pulswerte nicht Intervallen zuzuordnen

Der S 610 ist ja der Nachfolger des X-Trainer Pro. Er bietet wirklich alles, was man sich nur vorstellen kann....und man als sehr engagierter Hobbysportler auch braucht oder sich wünscht. Zeitzonentraining, konfigurierbare und vorprogrammierbare Intervalle usw. sind zwar "Gimmiks" für den Einen, aber unschätzbare Trainingshilfe für den Anderen. Der Vorgänger hatte solche programmierbare Intervalle nicht, da ist jedenfalls das Feedback von vielen Profis in die Produktentwickliung eingeflossen. All diese Features (und noch viel mehr) sind übrigens auch für die Modelle "unter" dem S 610, also dem S 410 und dem S210, verfügbar. Ohne Zweifel ist Polar mit diesem Modellen um Welten besser als alle KOnkurreenzprodukte.

Nun, warum also der S 610 und nicht der billigere S 410? Nun, erstens gibt es erst ab dem S 610 die Infrarotübertragung zum Computer, also ohne Zusatzgerät. Das muß man erst einmal für sich selbst entscheiden.

Ebenfalls wichtig (beim Vorgänger schon vorhanden, aber z.B. beim Modell "drunter", dem S410, nicht verfügbar) ist für mich persönlich die Möglicheit, die Pulswerte kontinuierlich und automatisch zu messen und aufzuzeichnen...alle 60 Sekunden oder sogar alle 5 oder 15 Sekunden ....bei Intervallen im Schwimmen oder bei 1,5 Minuten-Intervallen z.B. ist die Minutenmessung zu ungenau. Die kontinuierliche Messung ist wohl der wichtigste Grund, gerade den S610 zu kaufen. Ich komme darauf gleich zu sprechen.

Features wie "Fitnesstest" usw. nutze ich persönlich nicht....da kenn ich bessere Tests. Auch interessiert mich die verbrannte Kalorienzahl nicht besonders, doch als Standard-Feature sind all diese Dinge schon OK, vielleicht gibt es dafür Anhänger, und marketingmäßig macht sich das bestimmt gut.

Die Uhr funktioniert einwandfrei, man muß allerdings im Unterschied zu früher die Brustgurte fester ziehen und sehr genau plazieren. Etwas (3-4 cm) zu tief und die Übertragung klappt nic
ht mehr so gut. Hat ein Jahr gedauert bis ich das richtig kapiert hatte, im letzten Herbst hatte ich deswegen auf einer Marathon-Messe sogar das Gerät ausgetauscht (ging sehr kulant und problemlos beim Polar-Stand) weil ich dachte, das Ding funktioniert nicht richtig. Jetzt ist aber alles OK.

SO, aber jetzt zum einzigen wirklichen Schwachpunkt, den ich kenne und über den ich mich wirklich jedes Mal ärgere: die (kontinuierlich) gespeicherten Pulswerte abrufen!! Leider sind die Pulswerte nur noch als Reihenfolge von Werten abrufbar und sind nicht mehr Intervallen zuzuordnen. Also: wenn ich z.B. 10 unregelmäßige Intervalle gemacht habe, inklusive Pausenzeiten, und vorher 20 Minuten Aufwärmen (als eigenes Intervall abgespeichert) dann will ich doch wissen, wie z.B. mein Puls im 6. Intervall gewesen ist, oder !!?

Früher beim "X Trainer Pro" ging das. Man klickte sich durch die Pulswerte und sah sofort zugleich, welchem Intervall und Gesamtzeit der Puls zuzuordnen ist. Also z.B. bei der dritten Minute im 7. Intervall war mein Puls schon auf 176. Das ist es doch, was man nachher wissen will, oder? Mit dem S 610 weiß man nur noch: der Pulswert Nr. 53 war 155, die Nr. 54 war 157, und der nächste war z.B. 161. Bei Aufzeichnung alle 60 Sekunden weiß ich zwar, daß der Pulswert Nr. 54 in der 54. Minute war, aber was nützt mir das !? Dann muß ich mir doch vorher genau aufschreiben, welches Intervall nun in welcher Minute anfängt und in welcher Minute aufhört.

Und dann erst bei langen Trainigseinheiten (z.B. 4 Stunden Radfahrt, dazwischen ein paar Berge als Intervalle). MeinGott, ich kann doch nachher nicht jedes Mal nachrechnen, ob mein Intervall jetzt bei Zeit Nr. 167 oder 169 anfängt. Doch, leider, beim S 610 muß man das. Absolut unglaublich, daß die Entwickler sich diesen kolossalen Schnitzer leisten konnten. Und wehe bei 5 Sekunden-Intervallen: da verliert man bei 400 oder 600 Pulswerten vollends den Überblick, keine Ahnung mehr wieviel
Minuten und Stunden oder in welchem Trainigsabschnitt man da gerade war.

OK, damit muß man leider leben...aber ich erwische mich dabei, wie ich für Intervall das noch vorhandene Vorgängermodell herausziehe.

Fazit: wer mit manuellen Zeitnahmen (im Gegensatz zu automatischer Messung alle Minuten oder im 5/15 Sek-Takt) zufrieden sein kann, braucht den S 610 nicht und sollte den S 410 oder sogar den S 210 nehmen, wenn man auch die Verbindung zum Computer nicht braucht. Denn mittlerer Puls sowie Maximal- und aktuelle Werte sowie Werte über Erholung usw. sind ja Standard...ebenfalls die frei programmierbaren Intervalle. Das ist schon echt viel und sicherlich um Welten besser als die Konkurrenz.

Das Wenige, was der S 610 mehr bietet, ist kaum Grund zur echten Freude, und ist nur wichtig für den, der das Feature dringend braucht. Ach ja....und warum ist der S 210 eigentlich in schickem Alu-Outfit und der S 610 in blödem Blau? Hätte ich mir eher anders herum gewünscht.

Fazit: