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medman7

Name des Mitglieds: medman7

Produkt:

MLP

Datum: 14.01.05, geändert am 16.01.05 (7039 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Sachversicherungen (z.B. Kfz => günstig)

Nachteile: Beratungsqualität ungenügend

1. Bewertung der Fondspolicen / Informationsmanagement des MLP

Die Aussagen des MLP suggerieren eine besonders hohe Rendite beim Abschluss einer fondsgebundenen LV beim MLP. Nach ausführlicher Internetrecherche (welche wir eigentlich aus der Intention heraus durchführten, einen skeptischen Kommilitonen von den vielen "Vorzügen" des MLP zu überzeugen), mussten wir mit äußerstem Befremden feststellen, dass dies nicht zutreffend ist. Die Zeitschrift FINANZEN hat in ihrer Ausgabe 2/98 die bisherigen Ergebnisse von Fondspolicen veröffentlicht, darunter auch MLP-Portfeuilles. Auszüge (Angaben pro Jahr seit Auflegung):

I. Dynamische (spekulative Depotklassen)

1. Atlanticlux 21,0% (Globales)
7. MLP (Portfeuille IV) 9,3%

II. Ausgewogenes Depot

1. Atlanticlux 14,0% (Int. Aktien
+ Renten)
6. MLP (PF III) 8,2%

III. Sicherheitsorientierte Depotklassen

1. Nürnberger B. 9,2% (Select- Tarif R)
5. MLP (PF II) 8,6%
7. MLP (PF I) 7,3%

Aufgrund der oben aufgeführten Ergebnisse beurteilen wir das Fondsmanagement des MLP im Vergleich zur Konkurrenz als suboptimal.

"Diese Zahlen beziehen sich sogar nur auf den reinen Sparbetrag – RLV-Kosten, Verwaltungskosten und Ausgabeaufschlag werden vorher von der Prämie des Kunden abgezogen."

Zitat aus u.g. Internetseite: „Wer angesichts dieser Zahlen eine MLP-Fondspolice abschließt, muss wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Lt. FINANZEN 3/98 gibt MLP ab sofort keine Zahlen mehr raus […].“ Übereinstimmend mit dem Autor würden wir „ein solches Desaster wie die bisherigen Ergebnisse auch zum Staatsgeheimnis erklären.“

www.wolfgang-kynast.de/geld/fondpol.htm


2. Vergleich Fondspolicen / direkte Investition in Aktienfonds

Laut Aussage diverser MLP-Berater ist die fondsgebundene LV im Vergleich zur direkten Investition in Aktienfonds von Vorteil, z.B. aufgrund von Steuerersparnissen.

Eine Untersuchung von Anlagen in Fondspolicen (DFI-Gerlach-Report 5.12.1997) belegt, dass eine Anlage von 416,67 DM über 20 Jahre (Gesamteinzahlung: 100 000,00 DM) zwischen 25 000,00 und 100 000,00 DM (!!) weniger erbrachte als eine normale Anlage dieses Beitrags in denselben Fonds, in den auch bei den Fondspolicen investiert wurde.
Dieser geringere Betrag ist danach v.a. auf enorm hohe und sinnlose Kosten der Fondspolice zurückzuführen. Laut DFI ist die Konstruktion der Fondspolice ausschließlich auf Provisionsgründe zurückzuführen, was anhand dieser Zahlen eindrucksvoll belegt wurde.

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass sämtliche Abschluss- und Folgekosten in den gängigen Verträgen weder in absoluten noch in relativen Beträgen erwähnt werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam FOCUS 1997, was außerdem von FINANZtest (9/99, Seite 12) bestätigt wurde.

Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest drücken die Abschluss- und Verwaltungskosten der fondsgebundenen LV die Fondsrendite um 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte p.a.. Wenn der Fonds eine Rendite von 10% ergeben hat, erhält der Versicherte davon nur 60 - 80%. Hätte der Versicherte sein Geld direkt in Fonds angelegt, hätte er je nach Laufzeit (bei uns ca. 40 Jahre) ein doppeltes oder sogar dreifaches Anlageergebnis. Der BdV (Bund der Versicherten) darf daher lt. Gerichtsurteil Kapitalversicherungen als „legalen Betrug“ bezeichnen.

Die Kapitallebensversicherung hat lt. BdV auch nichts mit Altersvorsorge zu tun, da diese kein Versicherungs-, sondern ein reines Geldanlageproblem darstellt. Der BdV formuliert daher folgenden Leitsatz: Trennen Sie Versicherung und Geldanlage!

3. Dynamik von Lebensversicherungen

Laut Bdv stellt die Dynamik-Option keinen wirklichen Inflationsschutz dar, da bei jeglicher Inanspruchnachme der Dynamik große Teile des Sparkapitals von den erneut anfallenden „Bearbeitung-Provisionen“ verschlungen werden – wobei dies sicherlich nicht für beide Vertragsparteien von Nachteil ist.

4. Modellrechnung zur Lebensversicherung

Süddeutsche Zeitung 10. Juni 2003

"Ärger um MLP-Fondspolicen
Staatsanwälte prüfen nun auch umstrittene Modellrechnungen

dku München – Nach den Vorwürfen wegen unsauberer Bilanzierung beim Finanzdienstleister MLP beschäftigen nun auch die Modellrechnungen der MLP Lebensversicherungen die Mannheimer Staatsanwaltschaft. Die Behörde prüfe, „ob die Modellrechnungen der MLP Lebensversicherung AG zu den Ablaufleistungen ihrer fondsgebundenen Lebensversicherungen auf unzutreffenden Annahmen beruhen“, schreibt die Tübinger Kanzlei Tilp&Kälberer in einer Pressemitteilung. Der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Jobski bestätigte der Süddeutschen Zeitung: „Im Rahmen unseres laufenden Verfahrens gegen MLP gehen wir auch diesen Vorwürfen nach.“

Nach Auffassung seines Mandanten seien bei den Modellrechnungen zu den fondsgebundenen Lebensversicherungen von MLP Managementgebühren in Höhe von jährlich einem Prozent unberücksichtigt geblieben, sagt Rechtsanwalt Andreas Tilp der SZ. Die Ablaufleistungen seien deshalb „unrealistisch hoch angegeben“. Der Mandant, ein ehemaliger MLP-Geschäftsstellenleiter und studierter Wirtschaftsmathematiker, hat aus diesem Grund bereits eine zivilrechtliche Schadensersatzklage beim Landgericht Heidelberg eingereicht und fordert die von ihm bezahlten Beiträge für seine fondsgebundene Lebensversicherung zurück."

http://www.cafe-le.de/showthread.php? s=108e23aa812c4f46dc2702e90d3cc8c4&p=17203#pos t17203

Conclusio:

Vom Abschluss einer fondsgebundenen Lebernsversicherung muss im Prinzip abgeraten werden. Besser ist es, das Geld gleich in einen entsprechenden Fonds zu investieren. Hinsichtlich der Beratungsqualität beim MLP sei darauf hingewiesen, dass die Berater auf Provionsbasis als „selbständige Angestellte“ tätig sind und einen großen Teil ihrer Provisionen durch Lebensversicherungen verdienen. Besonders lukrativ sind hierbei weniger die fondsgebundenen LVs als vielmehr die Kapitallebensversicherungen, da Fondsgebundene LV als Sondervermögen gelten und somit die Rendite nicht vom Unternehmensgewinn abhängig ist. Bei der Kapitallebensversicherung dagegen ist eine Gewinneinstellung in stille Reserven möglich, was Gewinn und ergo Rendite schmälert. Generell aber kann man von jeder Form der LV nur abraten. Diese sind nur für die Berater von Vorteil, welche diese verkaufen.
Aber aus heutiger Sicht kommen LVs aufgrund des Wegfalls von Steuervorteilen (ab 2005) sowieso nicht in Betracht – sind also völlig indiskutabel. Womit sich die „Finanzberater“ dann ihr Brot verdienen steht in den Sternen, selbst eine mögliche Renaissance der Riester-Rente dürfte den Einkommensverlust nicht vollständig ausgleichen.
Für ausführlichere Informationen hinsichtlich der Thematik Lebensversicherungen verweisen wir auf die Internetseite des Bundes der Versicherten:

www.bundderversicherten.de

Fazit: