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Probleme mit Streif - Haus mit Frischluftheizung von Pluggit
Streif Fun

Name des Mitglieds: Loewe25
Produkt:
Streif Fun
Datum: 09.07.09, geändert am 10.07.09 (2966 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: die Firma gibt es noch
Nachteile: zu teure Häuser; Energievernichtung
Wir haben 2001 ein Fertigteilhaus der Firma Streif mit einer hochgepriesenen (weil angeblich unwahrscheinlich energiesparenden) Frischluftheizung der Firma Pluggit erworben.
Dieses Niedrigenergiehaus (ca. 102 m² Wohnfläche) sollte durch diese Frischluftheizung mit Wärmepumpe energetisch kostengünstiger sein als ein 3-l-Haus, welches ebenfalls zur Wahl stand. Also haben wir uns für das vermeintlich bessere Konzept (mit einer Wärmepumpe!) entschieden und müssen nun feststellen, dass wir mit dieser Energieeinspar-Zusage gelinkt wurden. Diese Einsparungen wurden nicht realisiert, im Gegenteil ist diese Heizung sehr teuer.
Dies betrifft nicht nur uns mit der Firma Streif sondern viele weitere Eigenheimbauer, die durch den Einbau einer solchen "Lüftung mit Heizfunktion" in Niedrigenergiehäuser (nachfolgend NE-Haus) geschädigt wurden.
Dazu wurden und werden viele Gerichtsverfahren geführt; die dann zu der Erkenntnis führten, dass diese Heizung in einem NE-Haus nicht funktionieren kann. Diese Art Heizung kann nur in Passiv-Häusern und eventuell noch in 3-l-Häusern eingesetzt werden, da die zu transportierenden Energiemengen nur dann beherrschbar bleiben und die Kosten nicht ins unendliche steigen, da die auszugleichendenTransmissionswärmeverluste in diesen Häusern deutlich geringer sind.
Im Grunde handelt es sich bei einer Frischluftheizung um eine Elektroheizung mit Lüftungsfunktion, denn sämtliche Transmissionswärmeverluste werden durch Nachheizung mit elektrischem Strom ergänzt; dieses ist besonders im Winter schmerzlich teuer. Die Lüftungswärmeverluste werden durch einen Wärmetauscher nur zum Teil reduziert und die eingebaute Wärmepumpe nutzt nur die Abwärme der schon abgekühlten Fortluft bis zur einer Außentemperatur von ca. 10 °C. Bei geringeren Außentemperaturen wird nur noch elektrisch geheizt.
Besonders dadurch, dass die Lüftungsfunktion mit der Heizfunktion gekoppelt ist, muss ständig (auch bei -15 °C) Frischluft ins Haus gefördert werden, auch wenn keiner zu haus ist. Diese Luft muss dann vor dem Wärmetauscher elektrisch auf ca. 0 °C aufgeheizt werden; nach dem Wärmetauscher wird dann weiter auf ca. 80 °C elektrisch aufgeheizt. Die Fortluft hat dann aber noch eine Temperatur von ca. 10 °C. Also wird Luft mit - 16 °C angesaugt und Luft mit ca. 10 °C abgegeben - eine Temperaturdifferenz von 26 °C; bei einer Luftmenge von ca. 150 m³/h ist das eine beträchtliche Wärmemenge, die dadurch ständig "weggelüftet" wird, wobei diese Heizung eigentlich Energie sparen sollte.
Im Moment zahlen wir monatlich 147 Euro Heizkostenpauschale; ca. 14.500 kWh Elektroenergie /Jahr (incl. Warmwasser) für eine Wohnfläche von 102 m².
Das ärgerliche ist nur, dass die Hausbaufirmen ungestraft die Bauherren so hinters Licht führen können und die Bauherren nur mit Hilfe teurer und langwieriger Gerichtsprozesse zu ihrem Recht kommen; nicht jeder hat nach dieser Investition fürs Leben die dafür nötigen Mittel übrig und auch nicht die Nerven für einen Prozess.
Und keiner redet öffentlich über diese Form der bewussten Irreführung des Kunden.
In unserem Fall hatte ich den Bund Deutscher Fertigbau e.V. (nachfolgend BDF) als Ombudsstelle angerufen. Dieser ließ ein Gutachten für 12.500 Euro erstellen, dass offensichtlich zu Gunsten des Fertighausherstellers erstellt wurde, denn die Frage der Wirtschaftlichkeit, die der Anlass für unser Schreiben an den BDF war, wurde komplett ausgeklammert und der Haushersteller durch entsprechende Berechnungen rein gewaschen. Die ganze Heizung hatte uns ca. 16.000 Euro gekostet, also nicht gerade billig; eine Sanierung würde mindestens 15.000 Euro kosten.
Wer kennt weitere Fälle dieser Art, auch mit anderen Firmen? Wieso können viele Verbraucher (Bauherren) so gelinkt werden, ohne dass den Baufirmen auf die Finger geklopft wird bzw. diese Praktiken öffentlich gemacht werden? Muss denn jeder einzelne Verbraucher mit so etwas dann die Gerichte bemühen?
Soweit zu unseren Erfahrungen mit der Firma Streif.
Fazit: nie wieder mit Streif bauen; unbedingt einen Bausachverständigen einschalten
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