Panasonic TX-32LXD55F
Generationskonflikt - Panasonic TX-32LXD55F LCD Fernseher

Produkttyp: Panasonic Fernseher

Neuester Testbericht: ... mitgeführte Omma kam auf Anhieb damit klar: Nun wurde er noch einen Fernseher an uns quitt. 250 Euro kostete der Panasonic TX-32... mehr

Generationskonflikt
Panasonic TX-32LXD55F

Tut_Ench_Amun

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun

Produkt:

Panasonic TX-32LXD55F

Datum: 06.01.12, geändert am 06.01.12 (43 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Fertigungsqualität | Bedienbarkeit | DVB-T Tunter integriert

Nachteile: Inzwischen unzeitgemäße Ausstattung und Technik | Altbackenes Design

Nicht alle Mitbewohner der pharaonischen Tempels waren bisher multimedial auf halbwegs neuem Stand. Es dauerte eine Weile bis die Königinmutter die Notwendigkeit erkannte, dass ihr altes Röhren-TV-Gerät nicht nur ein elender Energieschlucker sei, sondern darüber hinaus auch schlecht für die eh schon alten Augen ist. Von der Bedienbarkeit mal abgesehen - die erforderte nämlich zum Empfang einen externen Receiver samt eigener Fernsteuerung. Und das ist etwas, was Über-80-Jährige nun einmal meist schwer auf die Kette kriegen. Das Jonglieren mit mehr als einer FB überfordert Omma inzwischen maßlos und dementsprechend oft musste einer ausrücken, das angeblich wieder mal "defekte" TV (weil: "Ich hab alles gemacht wie immer!") mittels kurzem Tastendruck wieder zum Leben zu erwecken. Oder die "klemmende" Lautstärkeregelung. Am besten noch bevor die angesickten Nachbarn die Bundespolizei oder gleich die Blauhelme rufen.

Zu überkandidelt sollte der Ersatz nun auch nicht ausfallen. Schwere Featuritis wäre in diesem Falle auch kontraproduktiv gewesen. Es ergab sich glücklicherweise die Gelegenheit ein HD-Ready Flat-TV mit der geforderten Leistung zu erwerben, sprich: Nicht zu überdimensioniert und mit überschaubaren, seniorentauglichen Funktionen (allerdings mindestens einen eingebauten DVB-T Tuner) aber dennoch bitte ein Markengerät. Der Fernseh-Fritze des Vertrauens, quasi umme Ecke, der schon beim Neukauf unseres Fernsehers sehr hilfreich war, hatte da noch ein gebrauchten Kandidaten aus seinem eigenen Fundus anzubieten, welches er uns ruhigen Gewissens empfahl. Die praktischerweise mitgeführte Omma kam auf Anhieb damit klar: Nun wurde er noch einen Fernseher an uns quitt. 250 Euro kostete der Panasonic TX-32LXD55F - ein immer noch fairer Kurs für ein - zugegeben - nicht mehr taufrisches "Viera"-Modell des namhaften Herstellers.


_Altplastik_

Der 32 Zöller Flachmann im 16:9 Format stammt technisch aus dem Jahr 2005, was sich unter anderem in der Gehäuseoptik aus schnödem schwarz-silbernem Plastik widerspiegelt, wie es seinerzeit en vogue war. Auch wirkt das Gerät neben heutigen Elektroerzeugnissen etwas klobig, das moderne (maßgeblich von Apple vorangetriebene) "iDesign" mit glatten, hochglänzenden Flächen und Ultra-Slim-Trallala kannte man noch nicht. "Solid as a Rock" also, thront der Fernseher auf seinem vergleichsweise stylischen Standfuß und wartet darauf in Betrieb genommen zu werden sowie zu beweisen, dass wahre Schönheit vielleicht doch eher von innen kommt. Dort schlägt er sich recht wacker, wobei man nicht vergessen darf, dass es noch kein Full HD-Schirm ist, sondern lediglich ein HD-Ready mit einer maximalen Auflösung von 1366 x 768 / 720p, welche auch noch durch Interpolation zustande kommt. Zudem sind die Anschlussmöglichkeiten - altersbdingt - begrenzt. USB kennt der Fernseher beispielsweise nicht, dafür noch das langsam aussterbende SCART und Composite-Video. Immerhin gibt's einen einsamen HDMI-Port.


_Langsam mit den alten Pferden_

Das Upscaling gelingt (je nach Qualität/Art der Quelle) nicht ohne eine leichte Treppchenbildung, die allerdings auf normale Distanz zum Bildschirm (ideal bei dieser Diagonale etwa 2,5 bis 3 Meter) für das menschliche Auge für gewöhnlich ohnehin nicht mehr wahrnehmbar sind. Mit 14 ms Reaktionszeit ist das LCD-Panel vergleichsweise träge, was zuweilen etwas Bewegungsunschärfe ins Spiel bringt, das wiegt vor allem bei rasanten Actionfilmen oder Sportübertragungen schon ein bisschen schwerer. Für den TV-Alltag ohne High-End- und Cineastenanspruch reicht das alles allerdings aber immer noch vollkommen aus, selbst für die meisten DVDs, die nicht grade in HD daherkommen. Bei der Hintergrundbeleuchtung, Betrachtungswinkel und Kontrast gibt es indes wenig zu maulen - trotz des Alters und recht regem Gebrauch ist das Bild immer noch einwandfrei: Es sind weder unterschiedliche Helligkeitszonen noch irgendwelche Pixelfehler auszumachen.

Kaufgrund waren unter anderem ja auch die Bedienbarkeit und die Möglichkeit ohne externe Box DVB-T Programme empfangen zu können. Diese Aufgaben erfüllt der Viera, bis hin zur gut gegliederten, seniorenfreundlichen Fernbedienung, vorbildlich. Die logisch strukturierten OSD-Menüs sind nachvollziehbar, übersichtlich, frei von überflüssigem Schnickschnack und erlauben dennoch eine recht breite individuelle Anpassung an den eigenen Geschmack bzw. die Umgebung. Der DVB-Tuner findet fix und auf Anhieb alle derzeit regional angebotenen Sender und speichert sie automatisch in einer bereits recht sinnvollen Reihenfolge ab - manuell Umsortieren kann man natürlich auch, sofern gewünscht. VideoText ("Internet für Arme") klappt auch in aller Regel reibungslos. Die integrierten 20 Watt-Lautsprecher reißen keine Bäume aus, sind aber durchaus laut genug, ohne die Nachbarn dabei über Gebühr zu ärgern.


_Kurz & Bündig_

Damals heimste der 2005er Viera noch gute Testnoten und viel Lob in Fachmagazinen ein, vor allem was Bedienbarkeit, Zukunftssicherheit, Umweltaspekte oder auch den Stromverbrauch anging. Bei den aktuellen Modellen wird dann klar, wie schnell so ein Gerät dann tatsächlich vom Produktzyklus überrollt wird. Heute punktet der TX-55LXD55F nur noch durch Verarbeitungsqualität und Bedienbarkeit - in beinahe allen anderen Disziplinen wird er selbst von simpel gestrickter Discounterware überflügelt. Auch das Design ist inzwischen ziemlich altbacken und dürfte heute eher abschreckend wirken. Als robuster und treuer Zweitfernseher fristet er sein Dasein dennoch zur Zufriedenheit im "Omma-Zimmer" - der ist HD-Ready/Full-HD, wie der ganze neumodische Technik-Klimbim insgesamt, nämlich so ziemlich egal. Für den Alltags-TV-Konsum und eine gelegentliche DVD braucht man eigentlich auch kaum mehr, als der olle Panasonic bietet.

Fazit: Weder up-to-date noch state-of-the-art, dennoch ein guter wie haltbarer LCD-Zweitfernseher

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Bildqualität:    
Klangqualität: