LG 47LW650S
Gut, besser, LG: Ab in die dritte Dimension! - LG 47LW650S LCD/LED-Fernseher

Produkttyp: LG Electronics Fernseher

Gut, besser, LG: Ab in die dritte Dimension!
LG 47LW650S

DieBrummelhexe

Name des Mitglieds: DieBrummelhexe

Produkt:

LG 47LW650S

Datum: 02.06.11

Bewertung:

Vorteile: Bildqualität, 3D, Konvertierungsfunktion, Smart Share

Nachteile: weder Magic Motion noch WLan-Dongle liegen bei, intelligenter Bildsensor

Es ist wieder einmal an der Zeit für eine brummelhexische Löffelweisheit: Manchmal, in einem Augenblick in dem man es gar nicht erwartet, erwischt einen das Glück. Gut, ich geb's zu, der Spruch ist nicht neu, den hat schon die ehrenwerte Mama Brummelhexe seinerzeit gepredigt, aber er bewahrheitet sich immer wieder aufs Neue und ist im Laufe der letzten Jahre zu einem mir wirklich wichtigen Begleiter geworden. Vor einigen Wochen war wieder so einer dieser Augenblicke. Da nämlich erhielt ich inmitten eher stressiger Tage einen Anruf, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte: Es war ein freundlicher Herr von der Ciao GmbH aus München, der mir mitteilte, ich sei zum Testen des neuen LG 3D Fernsehers auserwählt worden. Ich konnte es kaum glauben und fragte gefühlte dreitausend Mal nach, ob ich das richtig verstanden hätte - im Anschluss aber bekam ich dann tatsächlich die Bestätigung, dass die zum Test benötigten Produkte den Weg in den Lieferwagen bereits gefunden hätten und nunmehr auf dem Weg in meine eigenen vier Wände seien. Harr! Während ich voller Vorfreude hibbelnd wartete, klang mir noch immer die Stimme des Anrufers im Ohr: "Ist Ihr Wohnzimmer denn auch groß genug?" Kein Problem, überhaupt kein Problem - lieber baue ich an als auf die Erfahrung dieses Tests zu verzichten!

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Vorhang auf und Bühne frei: Der 47LW650S im Überblick
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Ganze 119 Zentimeter Bildschirmdiagonale misst der 3D CINEMA TV mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixel aus dem Hause LG, der nicht nur mit der aus dem Kino bekannten passiven 3D-Technik zu locken versteht, sondern auch mit der weiteren Ausstattung: Integriert sind hier unter anderem DVB-S2/C/T-Tuner für den digitalen Fernsehempfang, ein CI+ Slot zur Wiedergabe verschlüsselter Programme, ein Scart-Eingang, vier HDMI- sowie zwei USB-Anschlüsse. Ein LAN-Anschluss sowie optional erhältliches WLAN garantieren zudem die Internet- und Netzwerkfähigkeit des DLNA-zertifizierten und etwa 21 Kilogramm schweren Multimedia-Allrounders, welcher zurzeit für etwa 1399 Euro den Einzug ins heimische Wohnzimmer halten darf. Diese und weitere wichtige Spezifikationen im Überblick:

* Bildschirmdiagonale: 47´´
* Bildformat: 16:9
* Auflösung: Full HD
* Seitenverhältnisse: Unterstützung aller wesentlichen Formate
* Kontrastverhältnis: 9.000.000:1
* Reaktionszeit: 2 ms
* Unterstützt 1080p/24p: Ja
* TruMotion: 200 Hz
* Integrierter Triple Tuner
* DLNA-zertifiziert
* Anschlüsse: 4 x HDMI, 2x USB, 1 x CI+Slot, 1 x SCART, LAN
* Kabel: Netz, Composite, Komponenten, SCART (incl. Kabelhalter)
* Ausgangsleistung: 2x10 Watt
* Maße: 111,9 x 68,4 x 3 cm


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Die Hexe packt aus!
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Hier standen sie nun, die riesigen Kisten, die mir der freundliche Paketmann früh am Morgen gebracht hatte. Da sich dieser allerdings nach letzten neidvollen Blicken auf die Verpackung schleunigst aus dem Staub machte und auch sonst niemand in Reichweite war, den ich zum Helfen hätte nötigen können, gestaltete sich der sich direkt an den minutenlangen Freudentanz anschließende Aufbau als Ein-Frau-Unternehmen. Eine leicht verständliche Anleitung soll bei diesem Unterfangen helfen und ist dem Fernseher beigelegt, wurde von mir allerdings nicht genutzt. Der ganze Aufbau ist so einfach gehalten, dass er intuitiv erfolgen kann. Ein paar Stunden lang war ich also für meine Umwelt unsichtbar unter Bergen von zweifelsfrei schützendem Verpackungsmaterial vergraben, habe geschraubt, zahlreiche lange und weniger lange Kabel gesteckt und mich laut vernehmlich darüber gewundert, wie einfach sich der Aufbau als solcher doch gestaltet - dann endlich konnte ich zurücktreten und den neuen Mitbewohner ausgiebig bewundern.

Man muss es schon sagen: Edles Design. Das matte Display inmitten eines schlanken, schwarzen und glänzenden Rahmens mit Klavierlack-Finish kann aufgrund der Ähnlichkeit zu vergleichbaren Produkten zwar keinen Preis in puncto Außergewöhnlichkeit gewinnen, weiß aber auf den ersten Blick mit schlichter Schönheit zu überzeugen und macht insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck. Butterweich lässt sich der Bildschirm in die gewünschte Richtung drehen; die Standfestigkeit auf dem mitgelieferten Fuß ist gut, wenn auch nicht ganz wackelfrei. Obwohl der Fernseher mit seinen 47 Zoll Diagonale vergleichsweise riesig ist, wirkt er im Zimmer keineswegs überdimensioniert. Er ist angenehm flacher Natur und integriert sich dank seiner unaufdringlichen Optik erstaunlich gut in die Umgebung. Gibt es etwas beim Aufbau zu beachten? Ja, einen Abstand von mindestens zehn Zentimetern zwischen Gerät und Wand - das soll eine gute Belüftung sicherstellen. Und was ist sonst noch drin in dem Paket? Ein wenig wühlen und die Hexe weiß mehr: Eine Fernbedienung inklusive entsprechender Batterien, eine Version von Nero MediaHome 4 Essentials, ein Handbuch - sowohl in Papierform als auch als Manual Guide auf einer beiliegenden CD - sowie jede Menge Kabelgewirr, zwei Brillen und das obligatorische Putztuch.

Lieferumfang:
* LED 3D CINEMA TV
* Standfuß
* Fernbedienung incl. Batterien
* Nero MediaHome 4 Essentials
* Aufbauanleitung, Garantiebestimmungen, Benutzerhandbuch
* Kabel: Netz, Composite, Komponenten, Scart
* 2 x Polarisationsbrille
* 1 x Poliertuch


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Erste Schritte
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Wer ein Buch kauft, der hat es einfach: Auspacken und drauf los lesen. Mit Produkten im Bereich Technologie gestaltet sich dies etwas komplizierter, da sind vor Inbetriebnahme bekanntlicher Weise zunächst ein paar Maßnahmen zu ergreifen. LG schafft es dabei, diese in übersichtlichem Rahmen zu halten: Nach dem Verkabeln des Fernsehers in der gewünschten Weise und mit den gewünschten Medien fragt der 47LW650S nach dem Einlegen der Batterien in die Fernbedienung beim ersten Starten sofort, ob er nicht vielleicht mal nach verfügbaren Programmen suchen soll. Wenige Klicks genügen, ihn dieses Unterfangen auch umgehend starten zu lassen - wer dies erst einmal überspringen möchte, kann das mit den entsprechenden Klicks selbstverständlich auch tun. Unabhängig von der Entscheidung jedenfalls ist der 3D CINEMA TV danach voll einsatzbereit. Positiv fällt bereits an diesem Zeitpunkt auf, wie schnell der Fernseher überhaupt reagiert. Insbesondere beim Anschluss externer Laufwerke an meinen alten Samsung LCD, der mit 40 Zoll Diagonale übrigens ziemlich mickrig gegen den Fernseher von LG wirkt, war eine gewisse Wartezeit einzuplanen, bevor ein Zugriff erfolgen konnte. Davon ist in diesem Test fast nichts mehr zu spüren.


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Auf die Plätze, fertig, los: Der Praxistest
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Beim Test von hochwertigen Geräten ist mir persönlich eigentlich sehr wichtig, dass diese über einen ausreichend langen Zeitraum getestet werden konnten. In der ungetrübten Begeisterung der ersten Wochen neigt man meistens dazu, über Kleinigkeiten hinwegzusehen; im Anfangsstadium auftretende Probleme lösen sich in vielen Fällen nach einer gewissen Kennenlernphase von selbst in Luft auf; kleinere Macken und größere Fehler zeigen sich darüber hinaus oft erst nach einiger Zeit. Für den Produkttest allerdings sind nun lediglich knapp drei Wochen vorgesehen gewesen, so dass dies eigentlich komplett mit meiner Einstellung kollidiert. Um dennoch einen aussagekräftigen Testbericht verfassen zu können habe ich versucht, den Mangel an Zeit zu kompensieren, indem ich das Gerät in den letzten Wochen wortwörtlich auf Herz und Nieren geprüft habe: Stunde um Stunde habe ich Tag für Tag vor dem Fernseher verbracht, habe gesurft, Filme geguckt, in diesen herumgespult, habe mich durch das Internet geschlagen, unzählige Medien gewechselt und an mehreren Konsolen gezockt - und dabei nicht einmal versucht, besonders schonend zu dem Gerät zu sein. Unsinnige Tastenkombinationen, aus der Ungeduld geborene schnell aufeinander folgende Eingaben, unentschlossenes Hin- und Herspringen zwischen den unterschiedlichsten Medien? Alles im Test inbegriffen! Es war mir wichtig, den Gebrauch des Fernsehers im Alltag eines technisch normal verständigen Menschen wie mir zu testen. Also Ärmel hochgekrempelt und Samtpfötchen eingepackt - hier kommt der Test.


~ Fernsehen ~

Im Hinblick aufs Fernsehen fällt am LG 47LW650S zunächst auf, dass hier zwei nicht unwichtige Dinge verbaut wurden: Zum einen ein Triple Tuner, zum anderen ein CI+ Slot. Mit Hilfe eines Triple Tuners können auf dem Fernseher drei unterschiedliche Signale - nämlich Kabel-, Satelliten- und Antennensignal - empfangen werden, ohne dass eine für das jeweilige Signal normalerweise erforderliche Set-Top-Box benötigt wird. Dies minimiert die Anzahl der herumstehenden Geräte auf positive Art und Weise. Der Einbau eines CI+ Slots trägt hierzu ebenfalls bei. Bei CI+ handelt es sich um eine Weiterentwicklung vom herkömmlichen CI-Standard, also um eine universale Schnittstelle, über die nach Einschub eines speziellen Moduls und mit Hilfe einer Smart Card verschlüsselte Programme empfangen werden können. Interessant ist dies entgegen verbreiteter Meinung nicht nur für Sat-Empfänger, denn auch Kabelanbieter bieten ihren Kunden mittlerweile HD-fähige Module an. Vorsicht: Zwar weist CI+ eine Abwärtskompatibilität zum CI-Standard auf, während aber ein CI+-Modul daher häufig auch in CI-Slots genutzt werden kann, ist dies umgekehrt eben nicht der Fall. Wer also bislang auf der Standard-Schiene gefahren ist und diese weiter nutzen möchte, kann hier unter Umständen unangenehm überrascht werden.


So, und nach diesem kurzen technischen Intermezzo muss ich mich jetzt outen: Ich sehe kaum fern, zumindest nicht im klassischen Sinn. Ständige Werbeunterbrechungen und ein für mein Empfinden absolut sterbenslangweiliges Programm stellen für mich einfach keinen Anreiz dar, mir einen Kabel- oder Satellitenanschluss zuzulegen. Insofern musste zum Testen des Gerätes eine einfache DVB-T-Antenne herhalten. Es mag nicht weiter verwundern, dass ich beim Anschluss kein besonders gutes Bild erwartet habe - hochauflösend ist eben doch etwas ganz anderes. Oder? Nachdem ich meine altbewährte Stabantenne angeschlossen hatte, startete ich erst einmal einen Sendersuchlauf. Lange musste ich nicht warten, da konnte ich auch schon ungläubig auf den Bildschirm starren. Selbstverständlich ist ein Vergleich des auf solche Weise empfangenen Programms nicht mit HD vergleichbar, aber dass sich SD so gestochen scharf präsentieren kann, war mir bislang neu. Um sicherzugehen, dass ich keinen schwerwiegenden Augenfehler habe, zitierte ich meine gesamte Verwandtschaft vor die Glotze - sie alle bestätigten mir, dass das Bild auffallend gut ist, Pixel werden erst in dem Moment sichtbar, in dem der empfohlene Abstand zum Schirm stark unterschritten wird. Das mag viele beruhigen, die sich über die Qualität eines SD-Bildes Gedanken machen; die Größe des Fernsehers beeinflusst hier offensichtlich nicht negativ. Obwohl ich keine HD-Programme testen konnte, bin ich also sehr zufrieden. Punktabzug gibt es daher keinen von mir, zumal ich mir anhand getesteter BluRay-Filme denken kann, wie gestochen scharf und klar das Bild erst recht bei hochauflösendem Input ausfällt. Wer selbst bei SD positiv zu überraschen mag, verdient wohl auch die Höchstwertung.

Bewertung: 5 von 5 Punkten


~ 3D-Entertainement ~


Wer sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt hat, der weiß um die zwei Lager, die sich im Bereich 3D-Fernsehen gebildet haben: Auf der einen Seite steht die aktive 3D-Darstellung, auf der anderen Seite die hauptsächlich aus dem Kino bekannte passive 3D-Technik. Gemeinsam haben diese beiden Technologien eigentlich nur eines - sie tricksen, um dem Auge einen dreidimensionalen Eindruck zu verschaffen. Bei der aktiven Darstellung benötigt man die sogenannten Shutter-Brillen, deren Gläser aus LC-Displays bestehen: Diese dunkeln die Augen abwechselnd ab, während der Fernseher im gleichen Rhythmus entgegengesetzte Bilder zeigt, also einmal für das rechte und dann wieder für das linke Auge. Was bei etwa 50 Malen in der Sekunde (!) nach einem ziemlichen Kuddelmuddel klingt, wird vom Gehirn zumeist ohne größere Probleme in ein dreidimensionales Bild umgewandelt; als Voraussetzung für ein flimmerfreies Sehvergnügen ist dabei allerdings eine höhere Hertzfrequenz anzusehen. Ist diese nicht vorhanden, kann man das Unternehmen 3D quasi sofort begraben. Ganz anders die Technik der passiven Darstellung: Hier befindet sich vor den Bildpunkten des TVs ein fester Filter, der das Licht einmal vertikal und einmal horizontal polarisiert. Zwar werden diese beiden Bilder gleichzeitig wahrgenommen, eine entsprechende Polarisationsbrille aber sorgt dafür, dass vom einen Auge nur die vertikal polarisierten, vom anderen Auge nur die horizontal polarisierten Bilder verarbeitet werden können. Aus diesen sogenannten 'Halbbildern' entsteht dann der räumliche Eindruck. Während die meisten Hersteller auf die mittlerweile erprobte und ausgebuffte Shutter-Technik setzen, kann LG durchaus als Vorreiter der passiven Technik angesehen werden. Welche dieser Technologien nun besser ist, wird vielfach diskutiert - ich persönlich bin überzeugt davon, dass es hier wieder einmal kein richtig oder falsch gibt, sondern die Entscheidung für die eine oder andere Technologie auf subjektivem und nicht messbarem Empfinden beruht. Eines allerdings ist klar: Shutter-Brillen sind aufgrund ihrer Bauart um ein vielfaches teurer als Polarisationsbrillen. Zudem funktionieren sie nur mit Strom, was sie schwerer macht und den Tragekomfort unter Umständen schmälert.


Man liest häufig, dass die Darstellung mittels Shutter-Technik besser sei, weil hier beiden Augen FullHD präsentiert wird, während sich die Augen dieses FullHD-Bild bei der zeitgleichen Darstellung der Polarisationstechnik teilen müssen - ich muss dem LG 47LW650S attestieren, dass ich davon rein gar nichts merke. Ganz im Gegenteil. Im Vergleich zu meinem Alltags-Fernseher (Samsung mit Shutter-Technik) erscheint mir das Bild über den LG viel klarer und lebhafter als zuvor. Hier habe ich das eine oder andere Mal wirklich das Gefühl gehabt, die Figuren auf dem Bildschirm würden nach meiner Teppichkante greifen - erstklassiger Tiefeneindruck, Kompliment! Was den Blickwinkel betrifft, kann ich ebenfalls nicht meckern. Ich kann mich eigentlich hinstellen - respektive setzen oder fläzen - wohin ich will, das Bild ist immer perfekt, da macht es keinen Unterschied, ob ich mich zentral ausgerichtet habe oder nicht. Der einzige Punkt, den ich hier andeutungsweise abziehen muss, ist der den vertikalen Betrachtungswinkel betreffend: Gerate ich mit meiner Brille über die obere Kante des Fernsehers, gleicht das Bild viel mehr den diffusen Darstellungen in diesen ominösen 3D-Büchern als einem echten räumlichen Spektakel. Und wenn ich richtig informiert bin, liegt dies am Panel selbst und nicht an der verwendeten Technik. Als störend aber empfinde ich dies nicht wirklich, ich bleibe beim Ansehen von Filmen dann doch eher sitzen als mich durch den Raum zu bewegen, so dass dieses kleine Manko bei mir einfach nicht zum Tragen kommt. Für all diejenigen, die ein solches Gerät nicht auf Augenhöhe aufstellen können, möchte ich an dieser Stelle aber eine Wandhalterung mit einstellbarem Neigungswinkel empfehlen; so können Probleme gleich vermieden werden. Was gibt es sonst noch zu loben? Ach ja. Positiv aufgefallen ist mir weiterhin, dass ich so gut wie keinen Helligkeitsverlust ausfindig machen konnte, anders als bei der von mir bis dato verwendeten Technik, bei der bekanntlich immer ein Auge abgedunkelt wird. Und während ich von der aktiven Darstellung Schlieren, Flackern und durch Verzögerungen bei der Umschaltung entstehende Ghostings - sprich Doppelkonturen - durchaus kenne, taucht keiner dieser Fehler beim Testobjekt auf. Dafür hebe ich ganz klar den Daumen. Wer jetzt nach Nachteilen fragt, den muss ich enttäuschen: Keine gefunden. Lange Zeit dachte ich, ich sei unfähig auf dem Gebiet der dreidimensionalen Wahrnehmung - mir wurde schlecht, wenn ich die Brille mehr als ein paar Minuten auf der Nase hatte. Dank LG weiß ich jetzt, dass dies keine generelle Untauglichkeit ist, sondern vielmehr eine relative Unverträglichkeit der Shutter-Technik. Meine Augen mögen die Polarisationstechnik um ein vielfaches lieber, mir wird nicht mehr übel, ich habe nicht mehr das Gefühl zu schielen. Ehrlich gesagt: Allein schon deshalb kehre ich nicht gerne wieder zu meinem Alltags-Fernseher zurück.


Wer also wie ich einen Narren an der 3D-Darstellung gefressen hat, der wird den LG 47LW650S vermutlich als Offenbarung empfinden. Vor diesem Hintergrund verzückt vielleicht auch die Info, dass auf diesem Fernseher stinknormale 2D-Filme durch einen klitzekleinen Tastendruck zu 3D konvertiert werden können? Von dieser Funktion hatte ich mir ehrlich gesagt nicht viel versprochen - und wurde schnell eines Besseren belehrt. Der räumliche Eindruck, der hier mit Hilfe der Konvertierungsfunktion entsteht, kann sich durchaus sehen lassen und hat einen interessanten Nebeneffekt: Nachdem ich einige Zeit lang mit der 3D-Brille auf der Nase vor dem Bildschirm herumgelümmelt hatte, schaltete ich die Konvertierung wieder ab. Fortan erschien mir der Film wahrlich lahm - irgendwie fehlte das gewisse Etwas. Dies ist umso erstaunlicher, als dass ich die 3D-Darstellung an sich vor dem Test des LGs überhaupt nur wenige Minuten lang genießen konnte und diese Funktion im Speziellen bei meinem Alltags-Fernseher nur einmal angetestet und danach nie wieder benutzt habe. Was für ein Sinneswandel! Wie groß der erzielte Effekt bei der Umwandlung ist, zeigt sich insbesondere bei Kampf- oder Landschaftsszenen, bei denen ohnehin eine große räumliche Weite erzeugt wird. Plötzlich ragen Steine weit ins Wohnzimmer hinein, Tiere scheinen einem in einigen Szenen gar entgegenzuspringen, beim Gemetzel meint man mitten im Getümmel zu sein. Im Gegensatz zu reinen 3D-Darstellungen ziehen die Tiefeneffekte dann aber natürlich dennoch den Kürzeren.


Abschließend möchte ich zu diesem Unterkapitel feststellen, dass der LW650S seine Stärken in puncto 3D-Darstellung voll ausspielen und zumindest mich nicht nur begeistern, sondern gänzlich überzeugen kann. Und das, wo ich - ich darf es noch einmal betonen - mit 3D bisher nicht viel am Hut hatte. Die Höchstwertung reicht daher meiner Meinung nach nicht aus. Nie zuvor hat mir das Betrachten von Filmmaterial so viel Spaß gemacht.

Bewertung: 10 von 5 Punkten


~ Multimedia: Smart Share ~


Man sollte meinen, die wichtigste Funktion eines Fernsehers sei es, das umfangreiche Angebot des Fernsehprogramms in die eigenen vier Wände zu bannen. Bei mir ist dies allerdings nicht der Fall, denn mir sagt eben dieses Programm, wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte, nicht wirklich zu. Ich bestimme gerne selbst, was ich sehe - und werde ungern dabei unterbrochen. Vor diesem Hintergrund verwundert es vielleicht nicht weiter, dass ich über eine sehr umfangreiche DVD-Sammlung verfüge, die zusammen mit einer noch umfangreicheren Musiksammlung mein ganzer Stolz ist. Ja, ich gebe es gerne zu: Hier liegt eine meiner Leidenschaften. Ich sammle jedoch nicht nur Silberlinge. Mehrere externe Festplatten sorgen zusätzlich noch dafür, dass meine selbst komponierten Werke gesichert sind, dass sowohl die Ergebnisse meiner ausgedehnten Foto-Sessions als auch etliche selbstgedrehte Videos überall zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus gibt es dann auch noch meinen Laptop als Medienzentrale, mein Handy, welches mir insbesondere bei der Videoaufnahme regelmäßig treue Dienste leistet und zwei Spielekonsolen, die meinen angeborenen Spieltrieb befriedigen sollen. Bis zu Beginn des Tests ist es mir nicht gelungen, all diese Geräte zufriedenstellend so miteinander zu verknüpfen, dass ein Wechsel der Medien weitestgehend vermieden werden kann. Und dann fand der LW650S den Weg in mein Wohnzimmer. 4 HDMI-Anschlüsse (alle 1.4) und zwei USB-Anschlüsse hat er an Bord; ebenfalls verfügt der Fernseher über einen SCART-Eingang sowie einen optischen Ausgang. Auch eine Verkabelung per Cinch ist möglich. Wo bleiben da noch Wünsche offen? Zum ersten Mal kann ich wirklich einen Großteil meiner Geräte anschließen, deren Inhalte mir äußerst übersichtlich präsentiert werden - und die Ansteuerung ist mit wenigen Tastendrücken wirklich kinderleicht. Dafür alle verfügbaren Daumen und Zehen hoch!


Bei der Wiedergabe von Medieninhalten externer Festplatten via USB weiß das Flaggschiff aus dem Hause LG wieder einmal zu punkten. Die Festplatten werden Sekunden nach dem Anschließen erkannt; der Nutzer wird umgehend gefragt, ob Inhalte dieser Quelle angezeigt werden sollen. Hier hat der Hersteller mitgedacht, das gibt es bei meinem Alltags-Fernseher nicht. Bei diesem muss ich verhältnismäßig lange warten, bevor ein Zugriff überhaupt möglich ist - und danach werden Inhalte auch nur dann angezeigt, wenn ich sie selbst aufrufe. Es ist nur eine Kleinigkeit, und doch fällt sie positiv auf: LG schafft es, den Fernseher intuitiv zu machen, minimiert dabei notwendige Aktionen des Nutzers. Ganz ähnlich verhält es sich beim Anschluss von Geräten über einen der HDMI-Anschlüsse.


Wie ich bereits erwähnt hatte, ist im Lieferumfang auch eine Version von Nero MediaHome 4 Essentials zu finden. Hier bietet sich neben DLNA eine weitere Möglichkeit, Dateien im Netzwerk zu streamen - Nero stellt damit eine Alternative für alle Geräte dar, die wie mein altersschwacher Laptop nicht DLNA-fähig sind: Nachdem das Programm binnen weniger Minuten auf dem PC installiert wurde, können einzelne Dateien, Ordner oder gar ganze Laufwerke frei zur Verfügung gestellt werden. Der Nutzer kann dabei mit wenigen Klicks individuell und für jede Sitzung neu entscheiden, welche Medien dies sein sollen. Befinden sich sowohl der PC als auch der Fernseher im gleichen Netzwerk, kann mit dem Fernseher nun nach Quellen gesucht werden. Dabei sollte dann auch der soeben eingerichtete PC als Server stehen. Ein weiterer Klick, schon werden die freigegebenen Dateien angezeigt und können wiedergegeben werden. An sich ist das eine auch für mich sehr interessante Geschichte, aber leider verfüge ich an meinem Wohnort derzeit nur über eine 6000er Leitung - und damit sind dem Streaming dann eben auch Grenzen gesetzt. Während die Wiedergabe von Fotos, Musikstücken und kleineren Videos mit nicht ganz so hoher Qualität optimal ist und keinen Grund zur Beanstandung bietet, sieht das bei Filmen mit 1080p schon ganz anders aus. Das ist bei mir schlichtweg nicht machbar, das Wort 'ruckeln' beschreibt es nicht einmal annähernd. Wer über eine höhere Bandbreite verfügt, sollte den Versuch vielleicht einfach mal wagen. Für alle kleinen Dateien jedenfalls, die man nicht extra auf andere Speichermedien übertragen möchte, ist Nero MediaHome ein ausgesprochen angenehmes Feature.


Völlig ruckelfrei und problemlos gestaltet sich die Wiedergabe von Medien via USB. Und auch beim Zocken konnte ich nach dem Anschluss beider Spielekonsolen keinen störenden Input-Lag - das heißt: eine verzögerte Reaktionszeit, eine spürbare Differenz zwischen Eingabe und dem Geschehen auf dem Bildschirm - ausmachen. Ob ich nun Assassins's Creed , Gran Turismo, GTA oder FIFA angespielt habe, die jeweilige Darstellung war auf höchstem Niveau. Kein springender Ball, nichts. Es bleibt jedoch anzumerken, dass die Spiele nach Aktivierung des Spiele-Modus doch noch einen Tick flüssiger liefen, so dass ich passionierten Gamern diese Einstellung empfehlen möchte.

Bewertung: 10 von 5 Punkten


~ Bild ~


Abgesehen von den Erfahrungen, die im Bezug auf spezielle Techniken und Medien gemacht werden konnten, interessieren wohl auch - und vor allem - generelle Angaben zur Qualität des dargestellten Bildes. Daher möchte ich, obwohl ich entsprechende Aussagen teilweise schon unter den oben genannten Punkten getroffen habe, hier noch einmal auf die allgemein gewonnenen Eindrücke eingehen.


Wie ich bereits eingangs erwähnt hatte, ist das Display matt ausgefallen. Dies empfinde ich als ausgesprochen angenehm, denn so gibt es keine Probleme, was ein eventuelles Spiegeln des Bildschirms angeht: Ich sehe wirklich nur das, was ich will - und nicht mich selbst auf dem Sofa hocken oder sonstige Einrichtungsgegenstände, die irgendwo zwischen Fenster und Fernseher vor sich hin dümpeln. Das Bild selbst ist nicht nur klar und sauber, nein, es ist meiner Auffassung nach auch homogen ausgeleuchtet. Lichtkegel beispielsweise sind mir nicht aufgefallen, auch in den Ecken nicht; Clouding (das heisst: Wolkenbildung, also hellere Flecken im Bild, die gut an dunklen Szenen zu erkennen sind) konnte ich ebenso wenig feststellen wie das sogenannte Banding, was im Wesentlichen eine Bildung von Streifen im Bild bedeutet - weder als Colourbanding (= deutlich sichtbare Farbabstufungen) noch als vertikales oder horizontales Banding, was bei Kameraschwenks hätte auffällig werden müssen. Die Farbdarstellung überzeugt mich, hier finde ich schon die Voreinstellung gelungen. Es können darüber hinaus aber noch zahlreiche Einstellungen vorgenommen werden, mit denen das Ergebnis weiter an das subjektive Bedürfnis angepasst werden kann. Über den vielfach diskutierten Schwarzwert kann ich ebenfalls nicht meckern: Ich habe zwar ehrlich gesagt keine Ahnung, was hier bei einer Messung rausspringen würde, aber in meiner Wahrnehmung präsentiert sich das Schwarz auch wirklich als Schwarz - einen Plasma kann man mit dieser Darstellung vielleicht immer noch nicht hinter sich lassen, sehr wohl aber die zahlreiche LCDs, die da ein eher unbefriedigendes Grau bzw. ein dunkleres Anthrazit ins Rennen schicken (schon gesehen an einem Discountermodell eines Bekannten). Wem das LG-Schwarz nicht reicht, dem sei ein kleiner Tipp mit auf den Weg gegeben: Der LG hat Local Dimming mit an Bord, ist also in der Lage, die LED Hintergrundbeleuchtung weiter zu dimmen respektive gar partiell abzuschalten. Das führt dann dazu, dass der Kontrast erhöht und das schwarz deutlich schwärzer ist. Ich nutze diese Funktion allerdings aus zwei Gründen nicht: Zum einen habe ich das Gefühl, dass mir damit in dunklen Szenen Details verloren gehen, zum anderen musste ich so feststellen, dass es Probleme gab, sobald ein helles Symbol auf einem schwarzen Hintergrund abgebildet werden sollte (wie zB beim Bildschirmschoner) - hier wurde ein größeres Areal um das Objekt herum erhellt.


Was aber verbirgt sich unter der beworbenen Funktion TruMotion mit 200 Hz? Nun, diese viel versprechende Technik stellt nüchtern betrachtet erst einmal eine Kombination der üblichen Bildberechnung (100 Hz) und Scanning Backlight (100 Hz) dar - hier werden weitere Zwischenbilder zwischen den tatsächlich existierenden und den berechneten Bildern eingefügt. Auf diese Art und Weise sollen Bewegungsabläufe noch flüssiger und ruckelfreier dargestellt werden können. Hält TruMotion, was es verspricht? Ein entschiedenes Jein! Ich habe sämtliche Einstellungen getestet, die hier möglich sind und meine, bei Zeichentrickfilmen oder einigen Actionszenen durchaus einen Unterschied ausmachen zu können, das war's dann aber eigentlich auch. Schlierenbildung, wie sie bei schnellen Bewegungen etwa beim Testen von Spielen über die Playstation oder beim Fußball gerne einmal auftritt, konnte ich allerdings ohnehin zu keinem Zeitpunkt feststellen. Es bleibt die Mutmaßung, dass ich von der Materie zu wenig Ahnung habe, um sie würdigen zu können.

Bewertung: 5 von 5 Punkten


~ Sound ~


Sooo, endlich hat die penible Hexe auch mal was zu meckern gefunden. Die Lautsprecher sind - wie heute scheinbar üblich - nach hinten verbaut und klingen in meinen Ohren zufriedenstellend. Mehr aber auch nicht. Gut, sie fangen auch bei einer gewissen Lautstärke nicht unanständig an zu klirren oder zu scheppern, mir fehlt aber der satte Klang, den ich von anderen Quellen her gewohnt bin. Für den durchschnittlichen Zuschauer mag die Tonqualität ausreichend sein, aber es ist schon zu spüren, dass LG hier auf die Nutzung eines Heimkinos ausgerichtet ist: Der Klang ist gut, aber erst das mitgelieferte Heimkinosystem LG HX966TZ vermag mir spitze Begeisterungsschreie zu entlocken. Ein dickes VORSICHT an dieser Stelle in Richtung aller DTS-Begeisterten: Dieses Tonsystem wird scheinbar vom Fernseher selbst nicht unterstützt, da habe ich nur Schweigen geerntet. Schade eigentlich, wobei ich zugeben muss, dass es Schlimmeres gibt. Positiv anzuführen ist, dass der LW650S ARC per HDMI 1 unterstützt - es gibt also einen Rückkanal, über den der Ton generell nicht über die internen Lautsprecher des Fernsehers wiedergegeben wird, sondern über die angeschlossene Anlage. Das stellt in meinen Augen eine echte Bereicherung dar; auf diese Weise nämlich kann ich als bekennender Kabelsalathasser auf die zusätzliche Verwendung der optischen Anschlüsse verzichten. Ist die Anlage eingeschaltet, erfolgt die Klangausgabe automatisch über eben diese. Wer vergisst, die passende Einstellung vorzunehmen, sollte sich darauf gefasst machen, von zwei Seiten gleichzeitig beschallt zu werden, nämlich sowohl über die Anlage als auch über den Fernseher. Da hier leichte Verzögerungen auftreten können, ist das eine nur bedingt empfehlenswerte Art des Hörvergnügens.

Bewertung: 4 von 5 Punkten


~ Internet ~


Was ich zunächst für eine harmlose technische Spielerei gehalten habe, die sich nicht lange halten wird, ist immer mehr auf den Vormarsch: Internet TV. So kann sich die Hexe also irren. Weshalb ich nun mit meinem Fernseher online gehen soll, ist mir leider noch immer ein Rätsel - im Rahmen des Tests aber habe ich selbstverständlich auch diese Funktion getestet. Dabei muss ich zuerst eine Anmerkung machen: Schön ist, dass es einen herstellereigenen W-Lan-Stick gibt, mit dessen Hilfe ich das Internet nutzen kann. Nicht schön ist dabei, dass dieser Stick nicht etwa beiliegt, sondern gegen einen Aufpreis gekauft werden muss. Und natürlich funktioniert der 47LW650S nicht mit No Name Produkten, sondern verlangt nach der teuren Version. Warum? Dass der Einbau eines entsprechenden Wi-Fi-Moduls an sich kein Problem darstellt, zeigt die Tatsache, dass LG seinem mitgelieferten Heimkinosystem ein ebensolches spendiert hat. Hierfür gibt es Punktabzug!


Zum Internet selbst: Der Anschluss via LAN funktioniert einwandfrei. Schwuppdiwupp war ich im Internet und konnte auf alle möglichen Inhalte zugreifen. Schnell fiel mir dabei jedoch auf, dass sich die Navigation über die Fernbedienung ein wenig mühselig gestaltet; sie ist nur über das Steuerkreuz möglich. Zwar befinden sich wie vom Handy bekannt auf den Zahlentasten auch entsprechende Buchstaben, diese aber können aus irgendeinem Grund nicht genutzt werden. Insofern bleibt die Nutzung des Webbrowsers lediglich ein angenehmes Extra, auf das ich persönlich keinen Wert lege - ich bleibe lieber beim PC, dessen Komfort ich gerade wieder mal richtig zu schätzen weiß. Zugeben muss ich allerdings, dass der Fernseher zum Ansehen von Videos auf YouTube etwa eine sehr gute Alternative darstellt. Bei guter Auflösung können diese auch hier ruckelfrei angesehen werden und erzeugen im Vergleich zum Computerbildschirm viel eher die Wirkung, als ob man beim Konzert in der ersten Reihe gestanden hätte.

Bewertung: 3 von 5 Punkten


~ Bedienung und Smart TV ~


Bei der positiven oder negativen Bewertung eines Geräts fließt wohl auch maßgeblich mit ein, ob sich dessen Bedienung eher ein Spaziergang oder doch eher als Machtkampf gestaltet hat. Für mich war es beim LG irgendwas dazwischen. Vieles funktionierte intuitiv, anderes wiederum musste ich mir erst einmal erarbeiten und herumprobieren. Da ich mich mit der Fernbedienung auch nicht sonderlich anfreunden konnte - siehe Extrapunkt - galt es doch, das eine oder andere Gefecht zu überstehen. Als besonders angenehm erlebt habe ich zunächst, dass sich an der Vorderseite des Fernsehers eine berührungsempfindliche Fläche befindet, auf der alle wesentlichen Steuerelemente wie etwa die Lautstärke oder das Programm angeordnet sind. Eine klitzekleine Bewegung reicht hier schon aus, um Änderungen herbeizuführen.


Smart TV soll die Benutzung des Fernsehers erleichtern, indem es alle Nutzungsmöglichkeiten übersichtlich auf einem Schirm auflistet. Aufgerufen werden kann dieser Bildschirm über entsprechende Tasten auf der Fernbedienung. Was sich dem Auge im Anschluss präsentiert, verdient erst einmal Lob: Hier ist wirklich alles zu finden - und trotzdem hat es LG geschafft, das Ganze ordentlich erscheinen zu lassen. In einem Teil des Bildschirms etwa befindet sich eine kleine Vorschau dessen, was gerade auf dem Bildschirm läuft. Hier kann dann auch direkt die Quelle gewechselt oder andere Einstellungen vorgenommen werden. In einem anderen Bereich des Bildschirms sind Schnellzugriffe auf bestimmte Services wie Maxdome, YouTube, Twitter oder GoogleMaps möglich, in einem wieder anderen Bereich kann auf spezielle LG Apps zugegriffen werden. Letztere aber gibt es noch nicht sonderlich viele - die Auswahl ist sehr übersichtlich und so wird schnell klar, dass die Entwicklung noch in ihren Anfängen steckt. An sich aber halte ich die Idee, den eigenen Fernseher mit nach dem persönlichen Geschmack ausgestatteten Applikationen noch individueller zu gestalten, für sehr gut. Man folgt hier sichtlich einem bewährten Trend und es hätte mich interessiert, die Entwicklung weiter zu verfolgen. Alles in allem hätte ich mir vom Smart TV ein wenig mehr erhofft, denn auf Nutzung der Internetinhalte oder zahlreicher Applikationen habe ich aufgrund der fehlenden Magic Motion Fernbedienung verzichtet. Wer solche Inhalte aber nutzen möchte, der findet mit LGs Smart TV wieder einmal eine tolle Oberfläche, welche notwendige Aktionen des Nutzers auf ein Minimum zu reduzieren versteht.

Bewertung: 4 von 5 Punkten


~ Menüführung und Einstellungen ~


Im Test sollen auch Menüführungen und Einstellungen zumindest kurz angerissen werden. Ich sehe davon ab, an dieser Stelle sämtliche zur Verfügung stehende Möglichkeiten dezidiert aufzulisten, möchte die Menüführung als solche aber doch positiv hervorheben. Einige Fernseher - wie auch mein im Alltag genutztes Gerät - können zahlreiche Funktionen wie beispielsweise den Sleep Timer nur dann aktivieren, so lange kein Film läuft. Hier muss umständlich hin und her navigiert werden. Solche Hürden kennt der LW650S nicht, alle wesentlichen Einstellungen können jederzeit vorgenommen werden. Wer sich ein wenig mit der Materie beschäftigt hat, der weiß um die vielfältigen Möglichkeiten, die sich dem Nutzer zumindest im Rahmen der Experteneinstellungen offenbaren: Hier muss sich ein jeder durchfinden und die von ihm persönlich am besten wahrgenommenen Einstellungen vornehmen. Dass dem User nämlich die Voreinstellungen perfekt erscheinen, ist eher selten der Fall - und ich weiß von mehreren Leuten, die ihren nagelneuen Fernseher tatsächlich zurückgegeben haben, weil ihnen der Schwarzwert oder der Kontrast nicht gefiel. LG lässt seinen Kunden hier wirklich freie Hand, sowohl im Audio- als auch im Bildbereich können viele Änderungen in kleinsten Schritten unternommen werden - sie alle bilden dann das Gesamtbild, das wir sehen. Das gleiche Gerät kann in unterschiedlichen Wohnzimmern eine völlig andere Wirkung hinterlassen, wenn andere Einstellungen gewählt werden. Wer nun Angst bekommen hat, dass sich solche Einstellungen als zu kompliziert für ihn erweisen, dem möchte ich diese Sorge gleich wieder nehmen: Auch hier hat der Hersteller mitgedacht. Es muss nicht zwangsläufig in allen Punkten experimentiert werden, zahlreiche unterschiedliche Versionen sind gleich mit an Bord. Oftmals lohnt sich schon hier, alle einmal durchzuprobieren - und das schafft wirklich jeder.

Bewertung: 5 von 5 Punkten


~ Fernbedienung ~


Endlich einmal ein ernstzunehmender Kritikpunkt! Die Technik selbst ist einwandfrei, hier habe ich nichts zu beanstanden. Positiv ist mir vor allem aufgefallen, dass die Fernbedienung mit einer Hintergrundbeleuchtung versehen wurde - ein leichter Tastendruck reicht aus, um diese zu aktivieren und schon kann die Bedienung auch in den dunkelsten Räumen ohne Probleme wiedergefunden werden. Und jetzt kommt das Aber: LG hat so vieles so gut gemacht, dabei aber ausgerechnet an der Qualität der Fernbedienung gespart. Ein ganzes Heer von Tasten sorgt für ein eher unübersichtliches Erscheinungsbild, durch das man sich erst einmal hindurchwurschteln muss - selbst nach drei intensiven Testwochen habe ich noch nicht alle Funktionen verinnerlicht, erwische gelegentlich die falsche Taste und bin überrascht davon, was für ein Fenster sich da so unerwartet auftut. Negativ fällt mir auch auf, dass nicht alle Tasten mit einer Funktion belegt wurden. Dies hat seinen Grund wohl darin, dass einige Funktionen - wie etwa die Aufnahme - in Deutschland nicht zur Verfügung gestellt werden dürfen und ist daher grundsätzlich nachvollziehbar; störend aber empfinde ich es trotzdem irgendwie. Die Fernbedienung selbst ist vollständig aus Plastik und will mit dieser verhältnismäßig billigen Optik so gar nicht zum sonst so edlen Fernseher passen. Sie fühlt sich nicht gut an in der Hand, knarzt darüber hinaus auch manches Mal bei der Benutzung. Insgesamt kann ich hier leider nur eine mittelmäßige Note hinterlassen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten


~ Besonderheiten ~


Die für mich größte Besonderheit ist die sogenannte Magic Motion Fernbedienung: Eine Fernbedienung mit lediglich sieben (!) Tasten und Gestensteuerung. Das Ganze muss man sich in etwa so vorstellen wie einen Wii Controller - das Wechseln der Fernsehprogramme beispielsweise kann nunmehr quasi aus dem Handgelenk erfolgen. Möglich gemacht wird dies durch integrierte Sensoren, die nicht nur erkennen, wo sich die Fernbedienung befindet, sondern auch jede Bewegung des Nutzers verfolgen. Ich hätte mir viel von der Magic Motion versprochen, insbesondere die zuvor bemängelte Bequemlichkeit bei der Nutzung des Internets stelle ich mir mit ihrer Hilfe wesentlich angenehmer und leichter vor. Leider aber war sie nicht im Lieferumfang enthalten, so dass ich Interessenten an dieser Stelle lediglich den Tipp geben kann, sich genauer mit ihr zu beschäftigen.


Positiv aufgefallen ist mir auch, dass der Fernseher dank einer entsprechenden App via Smartphone gesteuert werden kann. Diese App gibt es kostenlos im Android Market; ob es für Apple-Produkte eine vergleichbare Anwendung gibt, ist mir nicht bekannt. Nachdem ich mit der mitgelieferten Standard-Fernbedienung nicht so glücklich war, habe ich die Installation gleich vorgenommen - und war vom Ergebnis wider Erwarten beeindruckt. Hier habe ich nun endlich die erwünschte übersichtliche Möglichkeit der Steuerung. Voraussetzung für das Funktionieren ist lediglich, dass sich sowohl das Smartphone als auch der Fernseher im gleichen Netzwerk befinden.

Es gilt, einen weiteren Pluspunkt am LG 47LW650S hervorzuheben: Der Fernseher ist DLNA-zertifiziert, taugt also zumindest offiziell zum netzwerkinternen Streaming von Videos, Fotos und Musik vom PC oder Smartphone. Ob dies Versprechen gehalten werden kann, darf hinterfragt werden - hier sind schon viele Käufer anderer Geräte enttäuscht worden. Im Rahmen des Tests habe ich das Streaming über DLNA jedenfalls lediglich mit meinem HTC Desire HD getestet. Auch hier wurde ich positiv überrascht: Alles funktionierte völlig problemlos. Sowohl Fotos meiner Lieben als auch ausgewählte Musik oder gar selbstgedrehte Videos ließen sich völlig ruckelfrei ohne nervtötendes Verschieben von Dateien und unnötige Verkabelungen übertragen. Voraussetzung für das Funktionieren ist allerdings auch hier, dass sich beide Geräte im gleichen Netzwerk befinden.


Ein Punkt, von dem ich nicht vollends überzeugt bin, ist das sogenannte Smart Energy Saving: Mit Hilfe eines intelligenten Sensors wird dabei das Bild des LG 47LW650S an die jeweils herrschenden Lichtverhältnisse angepasst. An sich eine gute Sache, die ich gerne in Anspruch genommen hätte - wäre das Bild unter der Aktivierung des Smart Energy Savings nicht generell so dunkel. Hatte ich alles abgedunkelt, um Kinofeeling zu erzeugen, war die Darstellung doch sehr düster und ich musste mich ziemlich konzentrieren, das Geschehen weiter verfolgen zu können. Tagsüber gestaltete sich das Ganze leider nicht viel angenehmer. Auch hier war das Bild nach Aktivierung der Energiesparfunktion wesentlich dunkler, darüber hinaus reichte eine kleine Veränderung der Lichtverhältnisse aus, um eine Anpassung herbeizuführen. Wer also wie wir ein paar Bäume vor der Lichtquelle stehen hat, der muss bei jedem Windstoß Änderungen in Kauf nehmen. Das erscheint dann leider eher flackernd und ist ausgesprochen anstrengend für meine Augen. Dies ist dann auch der Grund dafür, dass ich das Smart Energy Saving recht bald ausgeschaltet habe. Schade eigentlich, denn die Idee als solche finde ich gut!

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten



G E S A M T B E W E R T U N G : 5 3 , 5 V O N 5 0 P U N K T E N


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Pleiten, Pech und - keine Pannen ?!
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Eigentlich sollte hier die Beschreibung etwaiger im Test auftretender Macken auftauchen - nur haben sich solche partout nicht blicken lassen. Dabei möchte ich betonen, dass ich das Gerät wirklich nicht geschont habe und gehofft hatte, es durch mein teilweise provokantes Verhalten zumindest mal zum zicken zu bringen. Aber nix da. Wacker wie ein Fels in der Brandung hat sich LGs Schlachtschiff gehalten, ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Auch davon bin ich angetan; mein Samsung hat da manchmal ein wenig geschwächelt.


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Sinn oder Unsinn, das ist hier die Frage!
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Höher, schneller, weiter - der Trend ist klar, man will mehr für sein Geld. Nicht immer aber ist die Größe von maßgeblicher Bedeutung. Wer keinen sinnvollen Abstand zum Bildschirm halten kann, weil die Räumlichkeiten diese Möglichkeit einfach nicht bieten, muss mit einem sehr eingeschränkten Vergnügen rechnen. Der richtige Abstand ist unabdingbar - sonst sind beim Fernsehen wohlmöglich nur Pixel zu sehen oder der 3D-Effekt geht verloren. Als Faustregel gilt: Der Abstand zum Bildschirm sollte in etwa zweieinhalb bis drei Mal so groß sein wie die Diagonale. Daher an dieser Stelle ein Appell: Lassen Sie nicht nur die Größe entscheiden, treffen Sie eine vernünftige Entscheidung! Ist Ihr Wohnzimmer groß genug, einen Fernseher mit gut 120 Zentimetern Bildschirmdiagonale zu beherbergen, können Sie einen Abstand von etwa 3,60 Metern einhalten? Eine gute Möglichkeit, den Abstand innerhalb der eigenen vier Wände an in Läden ausgestellten Modellen zu testen, bietet ein Trick: Einfach mit einem Faden messen, diesen zuschneiden und dann mitnehmen. So lässt sich der Abstand im Geschäft schnell und einfach simulieren und der Interessent kann testen, ob die Entfernung zum Fernseher ausreichend wäre oder nicht. Eines jedenfalls lässt sich festhalten: Wer den Platz hat, kann mit dem LG CINEMA 3D TV wahrhaftig echtes Kinofeeling im Wohnzimmer verbreiten, insbesondere beim Anschluss einer Heimkinoanlage mit entsprechenden Boxen. Für alle anderen gilt: Es gibt weitere Modelle aus der CINEMA 3D Serie in unterschiedlichen Größen mit nahezu identischem Können. Wer von der Technik an sich begeistert ist, aber keine Möglichkeit hat, den LW650S unterzubringen, sollte hier also fündig werden.




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Zusammenfassung
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+ ausgezeichnete Bildqualität - kein Clouding, kein Banding, sehr guter Schwarzwert
+ sehr gelungene 3D-Darstellung, Betrachtungswinkel
+ Wiedergabe externer Medieninhalte problemlos möglich
+ kein störender Input-Lag beim Anschluss von Konsolen
+ leicht zu bedienen
+ übersichtliche Menüführung

- kein W-Lan-Dongle im Lieferumfang enthalten
- Magic Motion Fernbedienung nur gegen Aufpreis erhältlich
- intelligenter Bildsensor kann zu Problemen führen


Mit einem Blick auf die im brummelhexischen Test erzielte Gesamtbewertung fällt schnell auf, dass der LG 47LW650S mehr Punkte erzielen konnte, als überhaupt verteilt werden sollten. Ein Fehler? Mitnichten! Einige Funktionen habe ich als so herausragend empfunden, dass mir die von mir selbst gesetzte Höchstbewertung von 5 Punkten pro unter die Lupe genommener Funktion einfach nicht ausgereicht hat. Dies macht sich dann natürlich auch in der Endbewertung bemerkbar. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei diesem Fernseher ausgezeichnet. Vielleicht mag es noch bessere geben, ja, aber die haben ihren Weg eben auch nicht in mein Wohnzimmer gefunden, wo ich sie einem eingehenden Test unterziehen konnte. Eines jedenfalls ist klar: Hersteller lassen sich Funktionen gut bezahlen, und so werden die begehrten Fernseher mit einem Schwarzwert von Nullkommaschlagmichtot dann eben auch entsprechend kosten. Wer einen sehr guten Fernseher zu einem sehr guten Preis bekommen möchte, ist mit dem Produkt aus dem Hause LG gut beraten. Die Bildqualität hat keinen Grund zur Beanstandung gegeben, die 3D-Darstellung sowie auch die Konvertierung von 2D zu 3D hat bei mir für wahre Aha-Effekte gesorgt. Alles in allem handelt es sich beim 47LW650S um einen Multimedia-Allrounder, der das Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden insbesondere beim Zusammenspiel mit einem Heimkinosystem garantiert.

Insgesamt erreicht der LG 47LW650S bei mir subjektive 53,5 von 50 möglichen Punkten und ergattert somit glorreiche 5 Sterne. Hinweis an die Kritiker meines Test: Hätte ich mich an meinen Bewertungsmaßstab gehalten, hätte der Fernseher immerhin noch 43,5 Punkte erzielt, was immer noch einer 5-Sterne-Bewertung entsprechen würde. Insofern sei mir eine kleine Gewichtung erlaubt.

Abschließend bleibt mir hier nur ein Appell: Ich bin mir sehr wohl bewusst, wie viel gerade in puncto Bild um Messwerte diskutiert wird. Lassen Sie sich davon nicht zu sehr beeinflussen, denn entscheidend ist letztendlich nur der Eindruck, den Sie in Ihrem eigenen Wohnzimmer gewinnen können - und zwar unter den Bedingungen, die eben nur dort herrschen. Trauen Sie Sich, zu testen. LG wäre vermutlich nicht der Hersteller meiner Wahl gewesen - nun aber hat mich der 47LW650S vollkommen überzeugt. Schade, dass er nur vorübergehend bei mir einziehen durfte. Er fehlt mir jetzt schon.

Fazit: Überzeugt auf der ganzen Linie!

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Bildqualität:    
Klangqualität: