VCR Co-Pilot
Videoprogrammierung für jedermann - VCR Co-Pilot Fernbedienung

Neuester Testbericht: ... antiken Wecker eingestellt werden. Mit einem Schieberegler wird der gewünschte Wochentag gewählt. Im täglichen Gebrauch ist das auch s... mehr

Videoprogrammierung für jedermann
VCR Co-Pilot

Jim_Tonic

Name des Mitglieds: Jim_Tonic

Produkt:

VCR Co-Pilot

Datum: 25.01.01, geändert am 25.01.01 (356 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: seniorensicher

Nachteile: Preis

Fast sind sie schon sprichwörtlich: Die Schwierigkeiten, die manche Leute bekommen, wenn sie ihren Videorekorder überreden wollen, den Anweisungen zu gehorchen. Die Hersteller haben die Problematik zwar erkannt, einige Lösungsansätze schaffen aber mehr Irritiation als sie vermeiden.

So steht bei meinen Eltern ein hochwertiges Blaupunkt-Gerät, dessen Fernbedienung einen in der Programmzeitschrift abgedruckten Strichcode lesen und verarbeiten kann. Mal ganz abgesehen davon, dass bereits diese Programmierhilfe das Selbstvertrauen einiger Nutzer erschüttert, sind die wenigen Zeitschriften, die den Strichcode enthalten, so grottenschlecht, dass man sie selbst geschenkt nicht nehmen würde.

Seit kurzem verspricht die Fernsehwerbung Abhilfe durch den Video Co-Pilot. Am auffälligsten sind die beiden Ziffernblätter mit Stellrädern, mit denen Start- und Stoppzeit der Aufnahme wie an einem antiken Wecker eingestellt werden. Mit einem Schieberegler wird der gewünschte Wochentag gewählt. Im täglichen Gebrauch ist das auch schon fast alles, was an Programmierarbeit zu leisten ist. Einzig der Videorekorder muß noch eingeschaltet und auf den richtigen Sender eingestellt werden.

Das gut lesbare LCD-Display zeigt die Uhrzeit an, und dient auch zur Überprüfung der aktuellen Programmierung. Ist dann die Startzeit erreicht, sendet der Video Co-Pilot 77 gängige Infrarot-Codes, die die Aufnahme starten (in der berechtigten Hoffnung, dass der richtige schon dabei sein wird). Die Uhr muß bei Inbetriebnahme von Hand eingestellt werden. Das geht so einfach, dass ich dazu die Anleitung nicht nötig hatte. Trotzdem denke ich, dass viele hier eine Funkuhr als angenehm empfinden würden.

Das Prinzip lautet also Vereinfachung. Allerdings muß man dafür auch kleine Kompromisse eingehen. Zum einen haben die Ziffernblätter das uhrenübliche 12-Stunden-Layout, so dass mit einem Extraschalter angegeben werden muss, ob man nun morgens oder abends meint. Zum anderen rasten
die Stellräder in 10-Minuten-Intervallen ein. Es ist also nicht möglich, eine Sendung um genau 20:15 aufnehmen zu lassen (es sei denn, man stellt die interne Uhr absichtlich falsch ein).

Die Anleitung ist simpel und allgemeinverständlich gehalten, und beschreibt auch die wenigen Fehlerquellen, die nun noch auftreten können (Videorekorder nicht eingeschaltet u.ä.).

Über die weihnachtlichen Feiertage gab es natürlich reichlich Gelegenheit, den Video Co-Pilot zu auszuprobieren. Keine Beanstandungen im Praxistest. Das Wort „idiotensicher“ konnte ich mir grad noch verkneifen, und durch „seniorensicher“ ersetzen. Das soll alles andere als abwertend gemeint sein.

Der Video Co-Pilot benötigt zwei Mignon-Batterien (AA) und kostet stolze DM 69.95 (Karstadt, Bremen). Bei Real,- (Bremen-Habenhausen) kann man auch 10 Mark mehr ausgeben. Übrigens wird man das Gerät in Karstadts Elektronikabteilung vergeblich suchen: Irgendein Stratege kam auf die glorreiche Idee, den Video Co-Pilot in der Lampenabteilung zu platzieren.

Meiner Meinung nach hat sich das ShowView-System nicht zu Unrecht durchgesetzt. In diesem speziellen Fall aber macht der Video Co-Pilot durchaus Sinn, denn ein altes aber hochwertiges Videogerät zu verschrotten, nur weil es schlecht zu programmieren ist, wäre sicher nicht angemessen. Die Einstellung der Aufnahmezeit mittels Zeiger und Ziffernblatt dürfte für keinen Nutzer ein Problem darstellen, und läßt fast vergessen, dass ein so geheimnisvolles Gerät wie der Videorekorder programmiert wird.

Gemessen am Materialwert sind 70 Mark wohl etwas zuviel. Der Nutzen für die Zielgruppe (zu der ich weniger mich, als eher meine Eltern zähle) läßt sich aber nicht wegdiskutieren. Zusammen mit den erwähnten Abstrichen beim Komfort ergeben sich lockere vier Doyoo-Sternchen.

Fazit: