Castellonchio (Palazzo Del Pero)
Wildromantisch am Busen der Natur - Castellonchio (Palazzo Del Pero) Ferienhaus Italien

Neuester Testbericht: ... bis zum Ort Palazzo del Pero recht einfach. Wahrheitsgemäß gab mein Navi die Entfernung von ca. 1.280 km und eine voraussichtliche Fa... mehr

Wildromantisch am Busen der Natur
Castellonchio (Palazzo Del Pero)

Cerafina

Name des Mitglieds: Cerafina

Produkt:

Castellonchio (Palazzo Del Pero)

Datum: 09.10.09, geändert am 08.04.11 (259 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: günstig, gemütlich, nette Wirtsleute, tolle Landschaft,, ruhig und abgelegen

Nachteile: ruhig und abgelegen, s. Bericht

Hallo liebe Doyoo's,

Nachdem ja nun die Urlaubszeit soweit "durch" ist (seufz) und diverse Produktvorschläge dazu ebenfalls bearbeitet wurden, möchte ich Euch doch mal daran teilhaben lassen, was ich so alles während meiner Rundreise erlebt habe und hoffentlich den einen oder anderen Tipp dabei abgeben.

Damit ihr schon mal wisst, was in der nächsten Zeit, je nach Lust und Laune und verfügbarer Freizeit an diversen Berichten dazu auf Euch zukommt, fange ich mal mit der Reiseroute an.

Mein Freund (Italiener von Beruf), Wauzi (s. Profilbild) und meine Wenigkeit fuhren im August vom Ruhrpott los.
Die Route verlief über die Toskana, wo wir eine Woche blieben, danach 3 Tage Rom, 1 ½ Wochen Sizilien, 2 Tage Mailand und wieder zurück. Alles in allem gut 6.800 km die vor uns lagen. Quasi Goethe für Arme....

Die erste Etappe führte uns zu unserem Hauptquartier in der Toskana, wo wir in Palazzo del Pero, in der Provinz Arezzo, für eine Woche eine Ferienwohnung über interchalet gebucht hatten.
Davon soll der heutige Bericht handeln.

Warum nun ausgerechnet dort?

Okay, im Vorfeld muss man dazu sagen, dass es relativ lange unklar war, ob dieser Urlaub überhaupt zustande kommt. Dann sind wir so gestrickt, dass wir uns keinen großartigen Plan im Vorfeld machen, was denn nun zwingend abzuhaken wäre, sondern das passierte immer relativ kurzfristig vor Ort. Stress hat man ja im Job genug, da mache ich mir im Urlaub mal so gar keinen, speziell wenn ich mit dem Auto in Gegenden unterwegs bin, wo man relativ easy mal wieder hin könnte.
Bei Fernreisen mit dem Flieger sieht das dann natürlich anders aus. Da bereite ich mich ganz anders vor und plane dann natürlich auch detaillierter.

Außerdem war das eigentliche Endziel Sizilien, weil dort aus familiären Gründen eine kostenfreie Unterkunft zur Verfügung steht und der Besuch von Verwandten dort natürlich dann auch ein absolutes Muss ist.
Weil man aber unmöglich die ganze Strecke mit dem Auto am Stück durchziehen kann bzw. will, haben wir halt Zwischenstopps gemacht, wodurch sich dieser Rundkurs durch dieses wunderschöne Land ergeben hat. Außerdem wären 3 ½ Wochen Verwandte dann auch nicht sooo.......
Ist ja schließlich Urlaub..

*** DIE BUCHUNG ***

Hauptkriterium für die erste Etappe war an erster Stelle die Möglichkeit, dass der Wauzi sein goldiges Lockenköpfchen durch die Tür stecken darf, ohne direkt verjagt zu werden, also das Haustiere erlaubt waren.
Dann sollte die Unterkunft natürlich einen guten Eindruck machen, möglichst nicht schon in der ersten Woche die gesamte Reisekasse verschlingen und noch kurzfristig wegen Spätbuchung in der Hauptreisezeit, verfügbar sein.
Bei Recherchen im Internet sind wir dann auf der Homepage von Interchalet.de gelandet.

Weil es uns vom Äußeren her super gefiel, haben wir uns dann letztendlich für das Objekt PDP134 dort entschieden. Leider gibt es hier keine Fotos davon. Wer sich das Objekt anschauen will, kann dies unter http://www.interchalet.com/detail.cfm tun.

Die Buchung klappte reibungslos, es gab sofort eine Bestätigung per Email und 2 Tage später waren die Unterlagen mit dem Voucher für die Übernachtung, Hinweise für die Anfahrt und ein paar Infos dazu da. Soweit alles perfekt.
Kleiner Wermutstropfen dabei war, wie sich aber erst später heraus stellte, die etwas vage Wegbeschreibung zum Objekt der Begierde und die falsche Angabe einer Telefonnr. der Vermieter, die übrigens auch direkt dort wohnen. Leider sind die zwei unglaublich netten und liebenswürdigen Leutchen nur der italienischen Sprache mächtig. was aber in Anbetracht meiner Reisebegleitung nun so gar kein Problem für uns darstellte, dazu aber später noch mehr.

<<< DIE PREISE >>>

Saisonal bedingt sind die Preise gestaffelt. Wir haben während der Hauptreisezeit Euro 296,00 bezahlt, was pro Kopf und Nacht einen Übernachtungspreis von ca. Euro 21,1428 ergibt. Für ein Haus in der Toskana während der Hauptreisezeit wohl mal unbestritten ein absoluter Schnapper...

Die Nebenkosten stellten sich für uns wie folgt dar:

Euro 30,00 für den Wauzi für eine Woche
Euro 12,00 pro Person und Aufenthalt
Euro 0,30 pro kwh Strom
Euro 4,80 pro m³ Gas

Summa Summarum haben wir bei der Abreise noch einmal Euro 74,80 für die Nebenkosten bezahlt, d. h. nach Adam Riese Euro 12,80 für Gas und Strom, ohne dass wir gekocht hätten aber 2 - 3 mal am Tag geduscht haben, weil es halt doch ziemlich warm war und man(n) entsprechend durchgeschwitzt nach den diversen Ausflugstouren war. Auch das finde ich absolut in Ordnung.

So das war der Test für die Abklicker...

Röööchtööööch, da fehlen noch Euro 8,00. Die erklären sich noch aus der letzten Flasche Rotwein aus eigener Produktion der Wirtsleute vom Vor-Vortag, weil wir da gerade kein Kleingeld hatten und die Wirtin nicht wechseln konnte. (Übrigens bekam man dafür 1 Liter eines Rotweins mit absolut hochgradigem Suchtfaktor, das 1 ½ Liter-Gebinde gab es für Euro 12,00).
Man kann dort auch Olivenöl aus eigener Produktion beziehen, da haben wir uns jetzt aber nicht nach erkundigt, weil selbiges schon in Sizilien auf uns wartete.

<<< DIE AUSSTATTUNG >>>

habe ich jetzt mal von der Homepage von Interchalet kopiert, der Soll-Ist-Vergleich folgt weiter unten beim persönlichen Eindruck...

PDP 134
2½-Zimmer-Hausteil für 2 Personen, 2 Etagen, ca. 50 m². Erdgeschoß: Wohnraum mit Sitzgruppe und Kamin, Ausgang ins Freie. Küche (4 Flammen, Backofen, Gefrierbox) mit Eßplatz und Ausgang auf Freisitz. Schmale Wendeltreppe zum Obergeschoß: Diele mit Ausgang ins Freie. Doppelzimmer mit Dusche/WC. Schöne Terrasse zur privaten Nutzung (nur von außen begehbar). Holzbalkendecken.

<<< DIE ANFAHRT >>>

gestaltete sich zunächst, dank komfortabel mit Europakarte ausgestattetem Navi (s. Bericht Navigon), bis zum Ort Palazzo del Pero recht einfach.

Wahrheitsgemäß gab mein Navi die Entfernung von ca. 1.280 km und eine voraussichtliche Fahrtzeit von gut 13 Stunden an.
Da wir deshalb sehr früh los mussten (morgens um 2 Uhr), um in einem angemessenen Zeitrahmen mit ausreichend Pausen (wegen des Wauzis und auch wegen uns) ankommen wollten, haben wir gegen Mittag in der Schweiz fahrtechnisch etwas geschwächelt, zumal ich in der Nacht zuvor höchsten 1 Stunde schlafen konnte und der Schlafmangel sich dann doch so langsam aber sicher rächte.

In dem Zusammenhang ein kleiner Tipp:

Die meisten Parkplätze in der Schweiz liegen direkt neben der Autobahn, wenig schön mit entsprechender Lärmbelästigung. Man kann das schon von der Autobahn aus erkennen, bevor man rausfährt.
Kurz hinter Boningen verläuft die Autobahn quasi auf Stelzen wie eine lange Brücke. Dort gibt es einen Parkplatz mit WC-Anlage, der ca. 300 Meter abseits und etwas unterhalb der Autobahn ist.
Den hatten wir mal bei einer früheren Italien-Tour zufällig entdeckt und dieser Platz bot die wunderbare Gelegenheit, abseits der Autobahn den Hund ein bißchen ohne Angst rennen zu lassen, eine Kleinigkeit zu essen und anschließend für ein Stündchen im Schatten die Augen zu schließen bis man wieder fit für die Weiterfahrt war.

Gegen ca. 18 Uhr im Ort Palazzo del Pero angekommen, mussten wir uns durchfragen, weil die Wegbeschreibung von Interchalet ein bisschen zu vage war und mein Navi die Zieladresse nicht finden konnte.
Das hatte ich aber erst am Abend vor der Abfahrt festgestellt, so dass es nicht mehr möglich war, beim Reiseveranstalter noch nähere Infos zu kriegen.
Hätte ich keine Reisebegleitung dabei gehabt, die der Landessprache mächtig ist, würde ich wahrscheinlich jetzt noch da rumgurken.

So konnte man aber cool bleiben, auch wenn jede Person die man fragte, andere Auskunft gab...

Weil ältere Leute vor Ort ja eigentlich immer gut Bescheid wissen wer wann wo zu finden ist, haben wir einen älteren Mann am Ortseingang nach der Familie Mancini gefragt, da die angegebene Adresse niemandem wirklich etwas sagte. Da bekamen wir erst mal die Loriotreife Antwort:
"Mancini? Äähh, wir heißen alle Mancini"
Tolle Wurst...

Wir sollten ein paar hundert Meter weiter noch mal Fragen, da säßen um diese Zeit die Mädels des Ortes und die wüssten sicher wo wir hin müssten...

Nach einigem Hin und Her schickte man uns Bergauf.

Dazu muß ich sagen, dass die Toskana in der Region so gar nix von kitschigen Hügelchen mit kitschigen Gehöften an sich hat, die malerisch von diversen Zypressen umzingelt werden, sonder die "Hügel" dort ziemlich hoch und dicht bewaldet ist. Eigentlich hat man den Eindruck, man wäre kurz vor Tirol.
Mit den Reisunterlagen hatte man uns für Notfälle zwei Rufnummern mitgegeben, von der eine falsch war und unter der anderen niemand zu erreichen.
Kurz bevor wir dann doch von einer leichten Panik á la "die haben uns die Kohle abgezogen und die Hütte existiert gar nicht" standen, erreichten wir dann doch die Wirtin, die uns dann den Weg erklärte. Auch hier war eine italienisch sprechende Begleitperson einmal mehr Gold wert.

Letztendlich war "unser Hügel" 750 Meter über dem Meeresspiegel. Wir mussten der Straße am Ortsausgang bergauf über Serpentinen "nur" 9 Kilometer folgen, bis man zu einem hölzernen Schild gelangte, dass die in der relativ schnell einsetzenden Dunkelheit nun mehr kaum noch lesbare Aufschrift "Gioya" trug.
Dann noch 700 Meter über eine Schotterpiste, betend dass einem dort kein Auto entgegen kommt, weil es rechter Hand straight ahead besagte 750 Meter steil abwärts ging.

Dann mussten wir links von der Schotterpiste abbiegen und danach standen wir nach weitern 100 Metern vor dem Objekt der Begierde, dass aus fünf Häusern besteht. Die aus Naturstein gebauten Häuser auf einem riesigen Areal, dessen direkte Zufahrt sehr schön mit Lampen entlang des Weges und in angenehmer Entfernung auch hinter den Häusern zum "Garten" hin, ausgeleuchtet ist.

Von der Zufahrt kommen fuhr man direkt auf ein Doppelhaus zu, dessen rechter Bereich der Beschreibung und den Fotos nach der unsrige sein musste.
Die Zufahrt zog sich dann noch linker Hand an diesem Doppelhaus vorbei, worauf sich wiederum linker Hand von der Zufahrt das Haupthaus und dahinter noch einmal rechter Hand zwei Häuser befinden, ebenfalls alle aus Naturstein gebaut.

<<< DER ERSTE EINDRUCK >>>

Signora Mancini, von Hause aus Bauersfrau mit dem herzlichen Charme der italienischen Mama begrüßte uns beinahe wie alte Familienmitglieder und wir wussten sofort, dass wir uns hier wohlfühlen würden.
Instinktiv hatte ich sogar den richtigen Parkplatz direkt vor "unserem" Häuschen erwischt.

Wir bekamen die Schlüssel und den Rundgang von Signora Mancini.

Vor der Hausfront stehend, entdeckt man unschwer den direkten Eingang durch eine doppelflügelige Tür in das Wohnzimmer, während rechts davon eine Treppe außen in den oberen Stock führt und sich rechts davon eine Terrasse befindet, die uns zur alleinigen Nutzung zur Verfügung stand. Durch die Hanglage auf gleicher Höhe wie der erste Stock gelegen und gesichert durch ein Geländer aus dicken und stabilen Ästen, die dem ganzen einen zusätzlichen, natürlichen Charme gibt, war schon klar dass das der Lieblingsplatz werden würde.
Im Außenbereich standen uns ein Tisch, zwei "normale" Stühle und zwei Relax-Liegen aus weißem Kunststoff zur Verfügung.

Aber zurück zur Begehung.
Das Wohnzimmer mit offenem Kamin, dunkelroten, für die Gegend typischen, Fliesen machte mit seiner Holzbalkendecke und der rustikalen Möblierung, bestehend aus 2 Sofas, Tisch, zwei Sesseln und einem Vitrinenschrank, einen urgemütlichen Eindruck. Rechts in der Ecke befand sich eine ziemlich schmale und enge Wendeltreppe in den oberen Stock, in dem sich ein kleiner Flur befindet, von dem aus Schlafzimmer und Bad zu erreichen sind. Im oberen Stock ist die Wendeltreppe mit einer schmiedeeisernen Absperrung gesichert, was für uns wegen des Hundes und für Leute mit Kindern ein sehr beruhigendes Gefühl verleiht. Die Tatsache, dass man den oberen Stock auch über die Außentreppe erreichen kann, macht das Entladen des Autos doch um vieles angenehmer, als wenn man alles die schmale Treppe hätte hochhieven müsste.

Neben dem Kamin im Wohnzimmer gibt es noch einen Durchgang, der über eine relativ hohe Stufe zur Küche führt. Die Küche ist recht einfach mit einer rustikalen Küchenzeile inklusive Gasherd, und relativ neuem Kühlschrank ausgestattet.
In der Ecke gibt es einen Tisch mit zwei Stühlen und links neben der Küchenzeile noch einmal eine Tür nach draußen, diesmal zur Rückseite des Hauses und der großen Wiese hin. Auch dort gibt es die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten mit Blick über die Wiese, den rechts am Hang liegenden, großen Garten und teilweise auf die unmittelbare Nachbarschaft des direkt nebenan gelegenen Hauses.

Das Schlafzimmer im oberen Stock verfügt neben einem Doppelbett mit Metallrahmen über einen Kleiderschrank natürlich, zwei Nachttischchen nebst gleichnamiger Leuchten und eine Kommode mit mehreren großen Schubfächern. Auch hier finden sich die typischen, dunkelroten Bodenfliesen und eine Holzbalkendecke.
Links neben dem Bett befindet sich noch eine Durchgangstür, wodurch sich beide Häuser für eine größere Familie oder eine größere Clique bequem verbinden lassen.

Während unseres Aufenthaltes war die Tür natürlich verschlossen.

Das Bad verfügt über eine Duschkabine in der Ecke, Toilette und Waschtisch, sowie einem Schubladenschrank für die Unterbringung diverser Badutensilien, Handtücher (die man mitbringen muss) und was man halt sonst so im Bad benötigt.

Alles ist schön sauber, die Bettwäsche einwandfrei und es macht einen supertollen Wohlfühleindruck.

Ein paar kleine Zugeständnisse muss man allerdings insofern machen, als man sich quasi mitten in der Wildnis befindet. Das heißt, dass schon mal ein Spinnweben in einer Ecke sein kann, dass sich schon mal ein Gecko verirrt oder sich mitten in der Nacht eine genmanipulierte, riesige Heuschrecke auf dem Arm niederlässt. Letzteres lässt sich aber nach kurzfristigem Herzriss, begleitet durch einen lauten Schrei des Entsetzens abstellen, indem man das verirrte Tier durch das Fenster wieder an die frische Luft befördert.

Nach der Begehung mussten wir natürlich sofort zu den Wirtsleuten auf ein Glas Rotwein und einen Espresso mit Grappa.
Der Rotwein, Leute mir läuft jetzt noch das Wasser unter der Brücke zusammen und ich ärgere mich, dass ich davon nicht direkt ein paar Kisten mitnehmen konnte.

Wir haben uns dann sofort eine 1 ½ Liter-Pulle mitgenommen, um den ersten Abend auf der Terrasse, bei Kerzenlicht, sternenübersätem Himmel und dem Gesang von Myriaden von Zikaden ausklingen zu lassen.
Nach der doch recht anstrengenden Fahrt dauerte das aber auch nicht allzu lange und wir begaben uns in Morpheus Arme.

<<< DAS ERWACHEN >>>

Morgens ging der erste Weg natürlich erst einmal ins Badezimmer. Erst da fiel mir auf, dass die Kunststoff Kabine einen grünlich-bläulichen Schimmer hatte. Zum Glück nicht das, was man als guter, pessimistischer Deutscher zuerst vermutet, sondern lediglich wurde versäumt, die Schutzfolie abzuziehen, was mir auch schon in Hotels untergekommen ist und was für mich jetzt auch kein Problem darstellte, weil trotzdem alles piccobello sauber war.

Dann ging der Weg in die Küche, um mal zu sehen was man denn so hinbekommen könnte.

Die Vorratsschränke waren komplett leer, also man müsste schon eine komplette Grundausstattung vom Trockenfutter wie Pasta oder Reis, bis zum Gewürz shoppen gehen, wollte man sich dort selbst versorgen. Es gab eine Kaffeemaschine ohne Kanne und die Töpfe und Pfannen waren zwar sauber und vorhanden, aber schon älterer Bauart.
Das stellte für uns aber überhaupt kein Problem dar, denn meine Begleitung kocht eh' nicht und ich hatte im Urlaub auch echt keinen Bock drauf, sondern wollte italienisches Dolce Vita.
Außerdem käme ich in Italien auch nicht auf die Idee, einen deutschen Filterkaffee zu klöppeln, wo in jedem noch so kleinen Kaff die obligatorische Bar mit feinstem Espresso, Cappuccino und Co. aufwartet und man für kleines Geld (der Cappuccino für durchschnittlich 1 Euro) 1A Qualität bekommt.

Zum Glück haben in Italien die Supermärkte auch sonntags geöffnet, so konnten wir nach unserer Ankunft am nächsten Tag morgens ins 20 km entfernte Arezzo fahren, um für den kleinen Hunger und Durst im Haus gewappnet zu sein.

Vorher machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp in der Dorfbar im Tal, um uns für den Einkauf mit einem Cappuccino zu stärken.
Man konnte dort schön unter mächtigen Bäumen an der Durchgangsstrasse des Dorfes sitzen und dabei den wirklich besten Cappuccino genießen, den ich während des gesamten Italien-Urlaubs bekommen habe. Die aufgeschäumte Milch hatte eine derart cremige, perfekte Konsistenz, dass schon das Zuschauen bei der Zubereitung durch die Wirtin Spaß machte.
Hier schlägt das Herz des Dorfes, was man irgendwie sofort spürte und ich fühlte mich dabei keine Sekunde lang als "der Touri" argwöhnisch beäugt, sondern sofort dazugehörig, obwohl ich kein Wort italienisch spreche. Aber ich hatte ja Gott sei Dank einen Übersetzer, so dass man schnell die nötigen Infos hinsichtlich der nächstgelegenen Einkaufs- nebst günstigen Parkmöglichkeiten bekam.

Die Fahrt ins Tal und zum 9 km entfernten Ortskern über die kurvenreiche, mit Serpentinen gespickte Bergstrasse nimmt übrigens ca. 15 - 20 Minuten in Anspruch, wunderschöne und spektakuläre Aussicht über das Chiana-Tal inklusive.

Zurück am Haus machten wir es uns dann bei einem kleinen, kalten Snack und einem Tässchen Wein gemütlich.
Allerdings mussten wir dabei feststellen, dass sich oberhalb des Badezimmerfensters unter dem Dach zur Terrassenseite hin, ein Wespenschwarm häuslich eingerichtet hatte.
Die Biester waren sowas von renitent und von einer Größe, die die der heimischen Hornissen noch etwas übertraf.
Hatte man eine ermordet, kamen zehn weitere zur Beerdigung und das war wirklich nicht witzig und trübte dann doch den Aufenthalt tagsüber.
Außerdem musste man höllisch aufpassen, dass man beim Genuss von Softgetränken aus Dosen, die in Italien ja pfandfrei erhältlich sind, nicht so ein Gerät in den falschen Hals bekam.

Wir gaben einen entsprechenden Hinweis an die Wirtsleute, die sich auch sofort entsprechend fachkundige Hilfe für die Beseitigung holen wollten, weil so ein Wespennest schon eine gefährliche Sache ist.
Aufgrund der Ferienzeit im August konnte das aber, nach Aussage der Wirtsleute, erst nach unserer Abreise geschehen.

<<< FAZIT >>>

Was nun die Gesamtbeurteilung angeht bin ich doch ziemlich zweigespalten und hin- und hergerissen, wie ich das fair hinkriege, weil manche Vorteil auch gleichzeitig Nachteile sind, die jeder für sich selbst beurteilen muss.

Größtes Problem sind zunächst mal grundsätzlich Sprachbarrieren, die für uns aber eben keins waren, da mein Freund Italiener ist.
Dadurch erfuhren wir halt auch, dass die Wirtsleute, beide jenseits der 60, von Hause aus Bauern, alles selber machen müssen, weil die Kinder auswärts arbeiten und höchstens mal zum Wochenende vorbeikommen und mithelfen können.
Die beiden Leutchen sind aber von einer solchen Herzlichkeit und waren so dankbar durch meinen Freund ein paar wichtige Tipps zu kriegen, wie sie mit ganz einfachen Dingen den Aufenthalt ihrer Gäste angenehmer gestalten könnten, was ihnen vorher einfach nicht so bewusst war, weil meistens Deutsche und Franzosen dort buchen und es deshalb immer Verständigungsschwierigkeiten gab.

So hatten wir vorgeschlagen, zumindest ein paar Grundnahrungsmittel den Gästen auf Anfrage anbieten zu können, da je nach Ankunftszeit, ein Einkauf durch die Entfernung nicht so ohne weiteres möglich ist.
Die Hausfrau hatte auch schon darüber nachgedacht, dort nach Anmeldung auch Essen anzubieten, war sich aber nicht sicher, ob sie den Anforderungen der Gäste gerecht werden würde.
Wir hatten das Vergnügen einmal mit der Familie zu Abend zu essen und ich konnte ihr versichern, dass diese Bedenken nun mal völlig unbegründet wären.
Es gab selbst gemachte Gnocchi in Tomatensauce, die einfach göttlich waren.
Durch unsere "Kritik" bestärkt, wollen sie das auch in Zukunft umsetzen. Inwieweit das dann tatsächlich passiert, kann ich hier und jetzt natürlich nicht abschließend beurteilen.

Okay, dann versuche ich mal auf den Punkt zu kommen

Die ruhige Lage, die aber gleichzeitig gewisse Entfernungen mit sich bringt, bekommt auf jeden Fall einen Stern
Die Ausstattung, die einfach, zweckmäßig, gemütlich und sauber ist, bekommt auch einen Stern
Die Tatsache, dass es keinen Pool gibt, war vorher bekannt und ist daher bewertungsneutral
Die Außenanlagen mit dem Freisitz und der Terrasse bekommen einen Stern
Der gesamte Wohlfühleffekt der sich sofort einstellt, bekommt einen Stern
Das Wespennest, zwar natürlichen Ursprungs und nicht Verschulden der Vermieter, entsteht aber auch nicht über Nacht und hätte schon vorher erkannt und beseitigt sein können und gibt einen Stern Abzug
Die Möglichkeit kurzfristigen Bedarf an Getränken oder Grundnahrungsmitteln zu decken und das Fehlen gewisser Utensilien (Kaffeekanne), Gewürze etc. gibt einen Stern Abzug

Summa Summarum vergebe ich 2 Sterne

Zusammefassend würde ich sagen, dass ich in der Nebensaison als reine Übernachtungsmöglichkeit in der Toskana dort noch einmal hinfahren würde.
Zwar liegt Arezzo nicht wirklich zentral, aber für uns waren auch die Fahrten über Land zu den Highlights wie Volterra, San Gimignano, Siena etc. Erholung, zumal wenn man die Möglichkeit hat, "oben ohne" die Landschaft zu geniessen.

Für Leute die in der Region zentral und schnell überall hinkommen möchten, ist die Region um Arezzo nicht wirklich geeignet, weil es doch ein bisschen "ab vom Schuss" liegt.
Für Leute die sich selbst versorgen wollen, ist dieses Haus durch das Fehlen von Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe auch eher ungeeignet
Für Leute die im Sommer zwei oder drei Wochen dort verbringen wollen, würde ich auch eher ein Objekt mit Pool empfehlen und auch selber vorziehen.

Für Leute die nicht groß kochen wollen, denen es nichts ausmacht ein bisschen zu fahren und dabei die Landschaft zu genießen und in erster Linie eine günstige und schöne Unterkunft als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region suchen, kann ich das Objekt durchaus empfehlen.




Ich danke Euch allen für Lesungen, Bewertungen und evtl. Kommentare. Falls im Eifer des Gefechtes Fehler in der Rechtschreibung o. ä. auftauchen, bitte eine kurze Message, dann korrigiere ich sofort.


© Cerafina 2009

Fazit: eingeschränkt empfehlenswert