
Produkttyp: Canon Faxgeräte
Neuester Testbericht: ... PC alle 5 Sekunden was zu besprechen gehabt - was mein Mauszeiger mit Ruckelnden Bewegungen quittierte. Ein Anruf bei der Canon-Hotline... mehr
B215C - Reinfall auf ganzer Linie
Canon Fax B210c

Autor-Name: denis-jedig
Produkt:
Canon Fax B210c
Datum: 31.01.02, geändert am 31.01.02 (315 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Kombigerät - platzsparend
Nachteile: langsam, stellenweise schlecht durchdacht, üble Software
Vor einigen Tagen habe ich mir bei einer großen Elektronikhandelskette das B215C erstanden. Dieses "Comfortfax" von Canon ist das Nachfolgemodell des Canon B210C, vereint die Funktionen eines Normalpapierfaxgeräts und eines Tintenstrahldruckers und schien mir somit auch ziemlich geeignet für ein Heim- oder Kleinbüro. Außerdem setzte es sich auch im Preis gut von den vergleichbaren Modellen von HP ab, deshalb entschied ich mich nach einigem Zögern, das Gerät mitzunehmen.
Zum Anschluß an den Computer bietet das B215C sowohl die Parallele Schnittstelle als auch USB an, was es für mich noch attraktiver machte.
Das Druckwerk ist wohl aus der Canon 4000-er Serie, es gibt einen Tintentank für Schwarz und einen für Farbe.
Der schwarze Tintentank kann auch gegen eine "Fotopatrone" für bessere Wiedergabe von Fotovorlagen getauscht werden - aber das möchte man bei einem Gerät, das primär als Faxgerät funktionieren sollte, nicht wirklich.
Ansonsten kann es auch noch in Farbe faxen, was wirklich kein Mensch braucht, weil zum Einen wohl kaum jemand auf dieser Welt ein Farbfax hat, zum Anderen das Versenden in Farbe wirklich Äonen dauert und zum Dritten man mit E-Mail in dem Fall eine bessere Alternative hat.
Eine Scanfunktion hat man dem Gerät (besser der beiliegenden Software) nicht spendiert - warum, das weiss nur Canon. Denn sowohl die Schnittstelle zum PC als auch ein Farbeinzugsscanner am Gerät sind vorhanden.
Ach ja, kopieren kann man damit auch - sowohl schwarz-weiss, als auch in Farbe, aber dazu unten mehr.
Das Auspacken und in Betrieb nehmen des Geräts gestaltet sich etwas umständlich - Canon hat wirklich nicht an Transportsicherungen und Klebeband gespart.
Die erste richtige Herausforderung ist aber das Einsetzen der Tintentanks. Man schaltet das Gerät ein, der Druckkopf fährt in die Mitte, man setzt die Patronen ein und drückt die Taste, die mit einem Tintentropfensymbol beschriftet ist - klingt eigentlich g
anz einfach. Also, gesagt, getan, zumindest beinahe.
Die Anleitung enthält unüblicherweise keine Teileauflistung/Abbildung, also muss man während des gesamten Aufbaus raten, welches Teil in der Anleitung denn jetzt wieder gemeint sein könnte. Genauso auch bei dem Knopf mit dem Tintentropfensymbol. Ich habe sicher eine viertel Stunde gesucht - auf dem Bedienpanel, im Druckwerk, hinten, vorne, unten, an den Seiten - kein Knopf... Letztenendes habe ich aufgegeben, den Stecker gezogen und wieder eingesteckt - zumindest hats gewirkt, das B215C nahm die Tanks an und begann mit der Reinigung des Druckkopfes.
Nun dann, dachte ich mir, jetzt bleibt ja nur noch der Anschluß an den Computer und die Installation des Software.
Also, USB-Kabel angestöpselt, Software von CD installiert und weiter gehts.
Die Software erwies sich als ziemlich spartanisch. Genau genommen erfüllt sie ausschließlich die Funktion eines Druckertreibers. Eine Scanfunktionalität ist, wie schon erwähnt, nicht vorgesehen. Genausowenig direkter Faxversand oder Faxempfang über das B215C vom/zum PC ohne Umweg des Ausdrucks und des damit einhergehenden Tinten- und Papierverbrauches.
Dafür hat der Druckertreiber aber eine eigene Anwendung - einen Kommunikationsmonitor, der immer im System Tray steckt, Ressourcen frisst und immerzu mit Meldungen nervt. Mit anderen Worten - die perfekte Entschädigung für die fehlenden Funktionen. Wenn man übrigens auf die Idee kommt, diesen Monitor zu beenden, verliert man auch die letzte Funktion - ohne ihn kann man nämlich auch nicht drucken.
Übrigens hätte man vielleicht auch noch auf die Idee kommen können, die Konfiguration des B215C komfortabel über die Software, anstatt fummelig über die Bedientasten des Geräts und das 2-Zeilen-Display zu erlauben. Aber da waren die Entwickler wohl nicht so einfallsreich.
Nun, soweit alles eigentlich alles Mängel, mit denen man ja leben kann, denkt man.
Wäre vielleicht auch so, wenn da nicht noc
h das kleine USB-Problem des B215C wäre.
Ich habe meine Eingabegeräte (Tastatur und Maus von HID / Siltek) am USB-Bus angeschlossen, den B215C natürlich dann auch, und dachte mir eigentlich nichts böses dabei. Allerdings musste ich dann bei der Arbeit feststellen, dass die Datenübertragungen zum/vom B215C den Datenfluss von den Eingabegeräten störten. Während eines Ausdruckes war das Arbeiten am Rechner gänzlich unmöglich - der Mauszeiger liess sich kaum bewegen, die Tastatureingaben kamen nur mit Verzögerungen an. Aber auch wenn man nichts damit machte, die ätzende Software beendete und einfach nur den Stecker eingestöpselt liess, hat das B215C anscheinend was mit meinem PC alle 5 Sekunden was zu besprechen gehabt - was mein Mauszeiger mit Ruckelnden Bewegungen quittierte.
Ein Anruf bei der Canon-Hotline ("nur" 15 Minuten Warteschleife an einem Montag Morgen) hat auch nicht geholfen - "uns ist das Problem nicht bekannt". Dass andere USB-Geräte an meinem System funktionierten und nur das B215C muckte, interessierte da nicht im Geringsten - der Fehler müsse bei mir im System liegen, hiess es immer wieder.
Da wurde mir klar - das B215C ist ein Griff ins Klo.
Zu Erwähnen bleibt noch, dass der Druck wirklich quälend langsam ist - weit unter dem, was man heute bei einem billigst-Tintenstrahler sieht. Aber Canon war ja schon immer eine ganze Spur gemächlicher als die Konkurrenz, bei nicht unbedingt besserer Qualität. Hm, übrigens, die Qualität - die Farbausdrucke hauen einen nicht wirklich vom Hocker und sind immer ein ganzes Stück zu hell, die Farbmischung ist meist unsauber, aber naja, ist doch bloss ein Fax.
Die mit auf der Verpackung angepriesene Kopierfunktion nutzt man besser nicht. Zum einen, weil man in der Zeit, in der das Gerät kopiert hat, die Vorlage fast schon mit Hand abmalen kann (eine Kopie einer einzigen !!! farbigen A4-Vorlage dauert satte 15 Minuten). Zum Anderen, weil der nicht bedruckbare Ber
eich einfach zu groß ist - 1 cm oben und etwa 2 cm unten - damit schneidet man sich bei vielen Vorlagen eine Menge Information ab - bei Dokumenten auf Firmenbriefbögen zum Beispiel einen Teil der wichtigen unten stehenden Kontaktinformationen.
Ansonsten verrichtet das Gerät ziemlich unauffällig seinen Dienst.
Es kann Faxe empfangen und die Blätter auf die schlecht durchdachte Ablage auszuspucken versuchen, wo sie sich immer wieder verhaken und die nachfolgenden stören.
Es hat einen Dokumenteneinzug für eine Handvoll Blätter, der eigentlich auch sauber funktioniert. Allerdings habe ich auch da keine Möglichkeit finden können, nach dem Abbrechen einer Faxsendung die dann im Scanner feststeckende Vorlage mit sanfteren Mitteln rauszubekommen, als sie mit beiden Händen herauszuziehen.
Mein Fazit also: wer nur ein überteuertes Tintenstrahlfax sucht, ist damit gut bedient. Alle anderen sollten die Hände davon lassen. Ich bin jedenfalls froh drum, dass ich es der Handelskette mit dem Planeten im Namen wieder zurückgeben durfte.
Fazit:
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