Winora Town:exp
"Ride a smile" - Winora Town:exp Fahrrad

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Winora Fahrräder

Neuester Testbericht: ... vorkommen, dass man beim Treten mit der Ferse ab und zu am Seitenständer vorbeischrammt -> Killer für Business-Lederschuhe! Gewichtsmäs... mehr

"Ride a smile"
Winora Town:exp

a_customer

Name des Mitglieds: a_customer

Produkt:

Winora Town:exp

Datum: 13.09.10, geändert am 14.09.10 (634 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Cooles Design, starker Motor, wendig

Nachteile: kein sinnvoller Gepäckträger (!!!), Gewichtsverteilung, Preis

--- KURZBERICHT in Stichworten ---
Vorteile
+ colles Design, welches sich auf eine erfrischende Art und Weise von den eher altbackenen Pedelecs (E-Bikes) abhebt
+ sehr gute Verarbeitung
+ starker Antrieb (Stufe eins von drei reicht in den meisten Fällen aus)
+ in der Stadt sehr wendig
+ keine zusätzliche Versicherung nötig, da Unterstützung nur bis 25km/h erfolgt
+ km/h und km-Zähler laufen weiter, auch wenn ohne Unterstützung gefahren wird
+ Sehr gute Scheibenbremsen (mit coolen Bremsscheiben-Design)

Nachteile
- keine sinnvolle Gepäckbefestigung möglich!!!
- Ferse kann beim Treten den Seitenständer streifen
- schlechte Gewichtsverteilung (total ca. 25kg) merkt man vor allem dann, wenn man das Bike z.B. eine Treppe rauf/runtertragen muss
- Preis (UVP 2199 EUR)



--- AUSFÜHRLICHER BERICHT ---

== KAUFGRUND ==
"Ride a smile" ist der Slogan von Winora und nach den ersten Fahrten kann man sagen: Ja, ein Smile kann man sich nicht verkneifen, wenn man in der Stadt herumfährt! Die Stadt ist denn auch mein Haupteinsatzgebiet (Business, Einkauf, Freizeit). Auschlaggebend für den Kauf war für mich das Design. Bisherige Elektrobikes (oder korrekt Pedelecs) sahen für mich einfach zu altmodisch aus. Doch dieses Bike sieht anders aus: erfrischend, dynamisch und mit den kleinen Rädern auch irgendwie niedlich. Vielleicht hat es ja darum den iF Product Design Award 2010 bekommen.


== VERARBEITUNG ==
Im Fahrradbereich kenne ich mich mit den Herstellern der einzelnen Komponenten nur im Ansatz aus. Vertraue ich aber den Aussagen in Fachforen, in Testberichten und auf die Meinung meines Fahrradhändlers, so muss dieses Bike wirklich sorgfältig und mit edlen Komponenten zusammengebaut worden sein (Antrieb, Gangschaltung, Scheibenbremsen, 20"-5-Speichen-Druckgussfelgen, Beleuchtung etc.). Eine unschöne Ausnahme macht der Gepäckträger - dazu später mehr.


== BEDIENUNG/ALLTAG ==
Das Winora Town:exp lässt sich einfach bedienen: Unter dem Display gibt es drei Tasten (Ein/Aus, Wähltaste für die Elektrounterstützung, Ein/Aus für die Displaybeleuchtung). Dazu gibt es einen Turbo-Booster Knopf, mit dem man kurzfristig ein erhöhtes Drehmoment abrufen kann. Die 9-Gang-Schaltung hat eine Daumen/Zeigefinger-Bedienung.
Die Angaben im Display (km/h, Gesamt-Km, Ladezustand des Akkus) sind übersichtlich dargestellt. Leider ist das Display bei Sonneneinstrahlung schlecht ablesbar.
Es gibt die Möglichkeit, denn Tacho weiterlaufenzulassen, auch wenn man ohne Elektrounterstützung fahren möchte. Das finde ich sehr gut. Weniger gut ist die Tatsache, dass wenn man die Unterstützung wieder einschalten möchte, man zuerst den Computer ausschalten und dann wieder einschalten muss. Das liegt daran, dass es eben nur eine Ein-/Austaste gibt (Druck 1 -> Antrieb wird eingeschalten/ Druck 2 -> Antrieb aus, aber km/h-Angabe und km-Zähler laufen weiter/ Druck 3 -> Display/Antrieb aus).

Die Scheibenbremsen sind gut zu dosieren und packen sehr effizient zu. Ausserdem sehen die Bremsscheiben sehr cool aus (Wave-Design wie bei Motorrädern)!

Was mir ein Rätsel ist, warum das Licht immer leuchten muss. Klar, man ist auch am Tag besser sichtbar, trotzdem würde ich gerne selber entscheiden, wann ich es ein/ausschalten möchte. Habe nämlich noch nichts von einer Tagfahrlicht-Regelung bei Fahrrädern gehört...

Zum Gepäckträger kann man nur sagen: diese Konstruktion ist ein Witz! Grundsätzlich besteht der Träger aus zwei Gummibändern, die auf zwei Längsholmen montiert sind. In diesem Fall gilt wohl nicht "form follows function", sondern eben "function follows form". Natürlich gibt das Akkufach diese Konstruktion vor, aber dass man nicht einmal eine Tasche vernünftig befestigen kann, ist wirklich ne Zumutung. Tüftler werden in diesem Fall sicher Ihre Freude haben und ne passende Lösung finden. Für alle anderen bleibt nur der Gang zum Fachhändler und die Bitte, eine individuelle Lösung zu finden. Eine günstige Lösung findet Ihr als Tipp am Ende dieses Berichts.

ACHTUNG wer mit schönen/neuen Schuhen unterwegs ist: Das Bike baut hinten ziemlich breit und es kann durchaus vorkommen, dass man beim Treten mit der Ferse ab und zu am Seitenständer vorbeischrammt -> Killer für Business-Lederschuhe!

Gewichtsmässig bewegt sich das Town:exp mit seinen 25kg im Rahmen anderer Pedelecs. Allerdings stört die Gewichtsverteilung von geschätzten 20:80 (vorne:hinten). Wenn man das Bike z.B. eine Treppe hinauf- oder heruntertragen muss, so hat man doch einige Schwierigkeiten, besonders weil man das Bike auch nicht richtig greifen kann.


== ANTRIEB ==
Für technische Details verweise ich gerne auf die Homepage: www.winora.de

Wie bereits erwähnt, zaubert dieses Bike einem immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Das liegt natürlich an der Unterstützung des Elektroantriebes. Bereits in Stufe eins, schiebt der Motor kräftig an. Es gibt sogar einen Turbo-Booster, d.h. kurzfristig kann man damit ein erhöhtes Drehmoment abrufen.
Stufe eins unterstützt aber bereits so kräftig, dass ich die meiste Zeit mit dieser Stufe herumfahre (auch für Steigungen). In der Ebene benötige ich die elektrische Unterstützung nicht immer - ein wenig Sport kann ja nicht schaden:-)!

Die Unterstützung ist kräftig, aber leider unharmonisch. Während der Fahrt hat man zum Teil ein Gefühl, wie wenn man von einem Gummiband gezogen wird. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Aus versicherungstechnischen Gründen erfolgt die Unterstützung nur bis 25km/h. Im Stadtverkehr reicht das normalerweise völlig aus und hat den Vorteil, dass man keine Versicherung abschliessen muss. Schneller fahren ist natürlich möglich, dann aber aus eigener Kraft.

Aufgrund der etwas ungeschickt gewählten Übersetzung von Winora ist die Trittfrequenz im höchsten Gang zu hoch. Hängt vielleicht damit zusammen, dass das Bike eben nur bis 25km/h unterstützt und man mit einer anderem Übersetzung zu schnell fahren würde. Aber auch hier gilt: man gewöhnt sich daran und fährt automatisch etwas entspannter durch die Gegend. Für Rennfahrer gibt es ja andere Angebote.


== FAHRVERHALTEN ==
Trotz des hohen Gewichts (ca 25kg) ist das Bike ziemlich handlich in der Stadt zu bewegen. Einen grossen Anteil haben daran sicher die 20"-Räder. Vorteil hier, Nachteil da: bei schnellerer Fahrt (besonders in Kurven) ist das Fahrrad deutlich unstabiler als ein klassisches, leichteres Bike mit 28"-Rädern.
Der grösste Teil des Gewichts liegt auf der Hinterachse. Das merkt auch daran, dass der Abrollkomfort trotz 35mm Vorderradfederung und Schwalbe Big Apple-Bereifung ziemlich dürftig ist. Wer es komfortabler wünscht, ist mit einer Federsattelstütze sicherlich gut bedient. Apropos Sattel: ich verstehe nicht, warum die Hersteller in dieser Preiskategorie keine bequemeren Sättel montieren können (z.B. Gel)!


== AKKU ==
Der Akku ist im Gepäckträger integriert und mit einem Schloss gesichert. Zum laden kann dieser entweder im Fach verbleiben oder per angenehmen Tragegriff in die Wohnung/Büro etc. mitgenommen werden.
Wie bereits unter dem Punkt Bedienung erwähnt, ist die Konstruktion des Akkufachs nicht ganz durchdacht, denn um den Akku zu laden/herauszunehmen, muss eine Klappe geöffnet werden. Dies verhindert eine fixe Montage eines Gepäckträgers.
Zur Akkuleistung lässt sich nach den ersten Fahrten sagen:
- Stadt (Stufe 1, Ebene): 20km = 1/5 Akkuverbrauch
- Überland (Stufe 2 - 3, Steigung): 20km = 3/5 Akkuverbrauch


== FAZIT ==
Mit dem Design des Town:exp setzt Winora einen angenehmen Kontrast zu bisherigen Pedelecs. Es wird wohl auch für die meisten Kunden das Hauptargument für den Kauf sein. Dabei muss man aber selber entscheiden, wie viel einem ein cooles Design wert ist. Denn konstruktionsbedingt muss man sich den Nachteilen bewusst sein. Dies sind vor allem der missratene Gepäckträger, die Gewichtsverteilung und der hohe Preis.
Wer damit leben bzw. sich dieses Bike leisten kann, möchte darauf nicht mehr verzichten und wird in Zukunft versuchen, so oft wie möglich mit diesem Bike unterwegs zu sein.
Ausserdem fällt man mit diesem Bike auf- z.B. bleiben Passanten stehen, drehen sich um. Und sogar Autofahrer sind diesem Bike gegenüber wohlgesinnt: mir wurde noch nie so oft der Vortritt gewährt, wie mit diesem Bike:-). Wer also einmal den "Ride a smile"-Effekt erleben möchte, der soll sich dieses Bike unbedingt zulegen!


== EIN TIPP ZUM SCHLUSS ==
Über die mangelnde Möglichkeit zum Gepäcktransport wird sich früher oder später jeder Besitzer nerven. Da das Akkufach zugänglich bleiben muss, habe ich für mich folgende Lösung gefunden:
- Günstiger Fahrradkorb mit 4 Riemen (die man z.B von älteren Rennpedalen kennt) an den zwei Längsholmen befestigt - Hält sicher und kann zum Akkuladen schnell entfernt werden. Mit dieser Lösung gibt's natürlich keinen Diebstahlschutz für den Korb. Aber die Not macht ja bekanntlich erfinderisch...

Fazit: Wer bisher nichts mit Pedelecs anfangen konnte, sollte sich das Town:exp einmal genauer anschauen.