Kurz und knapp: gut!
Saeco Vienna Superautomatica

Name des Mitglieds: _matthias_
Produkt:
Saeco Vienna Superautomatica
Datum: 18.09.11
Bewertung:
Vorteile: günstig, treu, Kaffe heiß
Nachteile: einige Bedienungszicken
== Einleitung ==
Nachdem unsere heiß geliebte und auch in der Anschaffung nicht billige Jura den Geist aufgegeben hatte, suchten wir nach einem Ersatz, der einige Bedingungen erfüllen sollte ...
== Die Suche nach dem Unmöglichen ==
Nicht zu teuer sollte sie sein. So gerne wir Kaffee trinken, so ist nach der Jura keine weitere Steigerung möglich. Daher wollten wir uns im Preis etwas zurückhalten.
Eins sollte die Maschine aber besser können als unsere alte Jura: denn diese hat zwar sensationell guten, aber nicht unbedingt ich-verbrenn-mir-die-Lippen heißen Kaffee gemacht. Da meine Frau aber nun mal gern heißen Kaffee trinkt, sollte bei 50 Grad nicht schon das Ende der Fahnenstange erreicht sein.
Weiter wollten wir auf Kokolores und Extras, die man nur braucht, wenn man ungebetene Gäste beeindrucken will, verzichten. Wir brauchen keinen vollautomatischen Milchaufschäumer, der sich die Milch womöglich noch selber aus dem Kühlschrank holt. Kaffee sollte die Maschine machen - Milchschaum machen wir uns mit einem kleinen Mixer und einer Mikrowelle selber.
== Die Saeco Vienna Superautomatico ==
Um es gleich vorweg zu nehmen. Ganz so toll wie der Produktname es verspricht, ist die Maschine leider nicht. Vorrangig erfüllt sie aber alle drei Bedingungen, die im vorigen Abschnitt gestellt wurden, womit wir auch schon nach etlichen Tassen Kaffe bei den Erfahrungen mit der Maschine wären.
Der Kaffee ist heiß. Sehr heiß sogar. Wenn man dann noch die Tasse vorwärmt und die Milch vorher im Topf warm macht, kann sich die Zunge warm anziehen ... also, kalt, respektive. Die Maschine braucht leider eine ganze Weile zum Aufheizen, wenn man sie einschaltet, aber dann gibt es heißen Kaffee. Erfreulicherweise ist der Kaffee nicht nur heiß, sondern auch lecker. Vielleicht kommt er geschmacklich und von der Crema nicht ganz an die Großen der Kaffeeautomatenbranche heran, aber geschmacklich ist es sicher ein Grund mehr morgens aufzustehen.
Die Nachteile der Maschine liegen in der Bedienung beziehugnsweise tagesaktuellen Wartung. Denn es fehlen automatische Warnungen für "Wasser leer", "Tresterbehälter voll", "Kaffeebohnen alle". Was bedeutet das im Einzelnen? Will ich euch sagen.
1. "Wasser leer - und ich hab's nicht gemerkt" bedeutet, dass die Superautomatico zwar superautomatico die entsprechende Bohnenmenge mahlt, die Pumpen verräterischerweise so tun, als würden sie das Wasser durch das Kaffeepulver in die Tasse umleiten, aber in Wahrheit einfach nur Luft saugen und mich ziemlich dämlich dastehen lassen, wenn ich dann merke, dass die Tasse leer bleibt. Man hat zwar sogar noch ein bisschen Zeit Wasser nachzufüllen, in der Regel ist die Ration an Kaffeebohnen gemahlen und wieder ausgespuckt ohne dass ich davon was gehabt hätte. Schade.
2. "Tresterbehälter voll" ist noch ärgerlicher, weil die Maschine konsequent den gemahlenen Kaffe dann dort in der Maschine ablädt, wo Platz ist: und da ist keiner! Gibt jedesmal eine Riesensauerei, hat aber zumindest kommt man gezwungenermaßen öfter dazu die Maschine mal wieder schön von innen sauber zu machen. Zumindest das ist ein Pluspunkt, denn die Maschine ist bis zu einem gewissen Grad sehr leicht zu öffnen, zu zerlegen, zu reinigen und wieder zusammenzusetzen, ohne dass man sich deshalb einen Tag Urlaub nehmen müsste.
3. "Kaffeebohnen alle" ist am wenigsten tragisch. An der hohl drehenden Mühle erkennt man es schnell und hat dann noch circa 10 Sekunden Zeit nachzufüllen, da die Superautomatico einem noch ein bisschen Zeit lässt, bevor es mit der roten Warnleuchte leider den Dienst quittiert.
Ansonsten ist die Maschine supereinfach zu bedienen, hat einen passablen Milchaufschämerseitenhahn, dn wir aber kaum bis gar nicht benutzen (siehe oben). Ein Knopf zum Ein- und Ausschalten, einen zum Kaffe machen, den man für die doppelte Kaffeemenge schlicht und ergreifend zweimal kurz hintereinander betätigt. Ein Drehregler zum Einstellen der Wassermenge - das war's. Verzichten müssen Kaffeeliebhaber auf die Einstellung der exakt gewollten Kaffeemenge, lediglich eine Stellschraube für den Mahlgrad befindet sich oberhalb des Mahlwerks, damit lässt sich die Kaffeestärke bei allerdings gleichbleibender Kaffemenge regeln.
Für einen Preis von knapp über 200 Euro gibt es an dieser Maschine wenig bis gar nichts auszusetzen. Nach geschätzten 1500 Tassen Kaffee leistet sie uns weiterhin gute Dienste. Abgesehen von einigen Unannehmlichkeiten, mit dem man sich in diesem Preissegment herumschlagen muss, ein guter Kauf.
Es gibt wohl einige Noname-Maschinen, die zu der Saeco Vienna-Serie baugleich sind und im Angebot unter 200 Euro kosten. Augen auf und prost, euer _matthias_
Fazit: ja, aber klar!
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