Saeco Odea Giro Plus
Prinzessin auf der Erbse - Saeco Odea Giro Plus Espressomaschinen

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Saeco Espressomaschinen

Prinzessin auf der Erbse
Saeco Odea Giro Plus

Watzolino

Name des Mitglieds: Watzolino

Produkt:

Saeco Odea Giro Plus

Datum: 24.08.09, geändert am 04.03.10 (1610 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Einfache Handhabung, funktioniert zuverlässig, Abmessungen optimal auch für kleine Küchen

Nachteile: zu viele Kunststoffteile

Vorwort:

Jedes Jahr vor Weihnachten, genauer gesagt mit dem Eingang der Weihnachtsgelder, wird dieser Haushalt um eine größere Anschaffung bereichert, die das Jahr über wohlüberlegt ausgesucht wurde, nach dem einzigen Kriterium, dass es sich dabei eben um etwas handeln sollte, was uns beiden gefällt, was wir uns gemeinsam wünschen zu besitzen.

Letztes Jahr fiel die Wahl eindeutig und einstimmig fast sofort auf einen Kaffeevollautomaten. Welchen genau, wussten wir zum Zeitpunkt dieser Entscheidung noch nicht, aber da es nun mal nicht so war, als hätten wir noch nie einen solchen gesehen bzw. regelmäßig genutzt (z.B. im betrieblichen Sozialraum), schränkten wir den Auswahlradius auf zwei Hersteller ein: Saeco und Jura.
Da mir Vollautomaten beider Hersteller nicht unbekannt waren, hatte ich primär natürlich schon gewisse Erwartungen an so ein Gerät und sekundär versuchte ich, so gut ich konnte, auf gewisse versteckte Macken der Geräte schon im Vorfeld zu achten. Da aber die erwähnten, mir bekannten Geräte preislich in einer Liga spielten, in die ich nicht einzusteigen gedachte, sowie auch die Abmessungen dieser Geräte, mit dem vorhandenen Platz in meiner recht kleinen Küche kollidierten, musste das Auswahlverfahren eben ohne Vorkenntnisse, aber doch mit dem Vorteil des direkten Vergleichs, stattfinden.

Letzten Endes, nach allen Erwägungen des Für und Widers, nicht zuletzt in Relation zum Preis, den wir bereit waren zu bezahlen, entschieden wir uns für ein 1 Jahr altes Vorführgerät von Saeco, die Odea Giro Plus, die im ordentlichen Verkauf ca 400,- Euro gekostet hätte uns aber generalüberholt inklusive Wasserfilter und Spezialfett für die Führung der Brühgruppe für 250,80 Euro überlassen wurde. Aus der dadurch gesparten Differenzsumme, investierten wir noch 33,25 Euro für eine Garantieverlängerung, da die Garantie des Herstellers durch das Alter des Automaten nur noch einen Zeitraum von 12 Monaten erfasste. Durch diese Zusatzpolice wurde die Garantie nicht nur um weitere 3 Jahre nach Ablauf der Werksgarantie verlängert, sondern umfasst auch sämtliche Schäden, die durch eventuelle fehlerhafte Bedienung bzw. durch ungeschickte Handhabung entstehen.

Aber nun möchte ich zum Wesentlichen übergehen:

Bezeichnung:

Odea Giro Plus
Kaffeevollautomat

Hersteller:

Saeco International Group S.p.A.

Via Torretta 240
I-40041 Gaggio Montano, Bologna

Tel: 0039 0534 / 77 1111
Fax: 0039 0534 / 31025

Internet: www.saeco.com

Lieferumfang:

Odea Giro Plus Vollautomat inkl. Netzteil
1 Wasserfilter von BRITA für Saeco Vollautomaten
Schlüssel zur Einstellung des Mahlgrades
Fett für die Brühgruppe
Bedienungsanleitung

Technische Daten:

Abmessungen in mm: 290 x 370 x 385 (L x H x T)
Gehäusematerial: ABS - thermoplastisches Material (?) , in meinen Worten: Kunststoff :-)
Gewicht in kg: 8,5
Kabellänge: 1,2 m
Bedienfeld: Frontal
Wassertank: 1,5 Liter
Pumpdruck: 15 bar
Durchlauferhitzer: rostfreier Edelstahl
Kaffebohnenbehälter: 180 g Kaffebohnen
Kaffeesatzbehälter: Fassungsvermögen 14
Sicherheitsvorrichtungen: Sicherheitsventil - doppelter Sicherheitsthermostat
Leistung: 230 V / 1500 W

Herstellergarantie:

Bei einem Neukauf des Gerätes ist eine Herstellergarantie von 2 Jahren für das Gerät und 5 Jahre für die Brühgruppe üblich.
In unserem Fall, da das Gerät bereits 1 Jahr alt war beim Kauf (werksrevidiertes Vorführgerät), verringern sich die angegebenen Zeiten jeweils um diese Zeit, werden aber von der Zusatzgarantie mehr als wieder aufgefangen.

Gerätebeschreibung:

Unsere Odea Giro Plus wurde in der Farbe titan/silber geliefert, inklusive dem oben erwähnten Zubehör. Das Gerät an sich besteht aus dem Gerätekörper, in den der Bohnenbehälter fest integriert ist, sprich der Behälter kann nicht entfernt werden, wie bei manchen anderen Geräten. Wobei das an sich nichts Besonderes ist, meiner Erfahrung nach ist das sogar sehr häufig der Fall. In diesem fest eingebauten Bohnenbehälter befindet sich der Einstellmechanismus für den Mahlgrad, den man mit dem entsprechenden Schlüssel verändern kann. Hierbei sind 3 Einstellungen möglich: grob, mittel und fein.
Weitere feste Einrichtungen sind das beleuchtete Bedienfeld an der Front, der Getränkeauslauf, die Dampf - / Wasserdüse zur Linken, deren Regler auf der Oberseite, der Hauptschalter zur Rechten, sowie die höhenverstellbare Führung für die Abtropfschale. Eine ausführlichere Beschreibung des Bedienfeldes möchte ich an dieser Stelle auch niemandem vorenthalten:
Direkt mittig an der Gehäusefront befindet sich ein zweigeteilter Knopf, dessen oberer Teil nach Betätigung den Kaffee fließen lässt (bis zu 2 Tassen in einem Vorgang), während man zuvor am unteren Teil die Brühstärke einstellen kann - stark, mittel, schwach - angezeigt durch die entsprechende Menge an grün leuchtenden Kaffeebohnen an diesem speziellen Bedienteil, wobei 1 Tasse den schwachen, 2 Tassen den mittleren und 3 Tassen den starken Kaffee symbolisieren. Um diesen geteilten Knopf lässt sich an einem drehbaren Ring die Kaffeemenge bestimmen, wobei die Einstellung des Ringes nach links die Menge verringert, während logischerweise der Dreh nach rechts diese erhöht. Zur Linken dieses mittigen Elements befindet sich die Kontrollanzeige, während auf der anderen Seite die Zuschaltung von Heißwasser bzw. Dampf geregelt wird.
Die abnehmbaren Teile bilden sich aus dem Deckel für den Bohnenbehälter, dem Wassertank der im linken Teil des Gerätes versenkt ist, der Kaffeesatz - und Restwasserbehälter, die gemeinsam im rechten Teil versenkt wurden, direkt vor der Brühgruppe, die ebenfalls herausnehmbar ist. Last but not least lassen sich noch der untere Teil der Dampf - / Wasserdüse und die Abtropfschale, welche wiederum teilbar ist in das Abdeckgitter und die Schale an sich, zur Reinigung entnehmen.
Der komplette Vollautomat steht auf Rollen, die ein problemloses Verschieben und Drehen des Gerätes ermöglichen, was auch sinnvoll ist, angesichts des Umstands, dass Wasser -und Restebehälter seitlich angebracht sind und bei einem festen Stand des Gerätes sicher nicht gut erreichbar wären.
Vor dem Bohnenbehälter ist noch eine beheizbare Abstellfläche für Tassen angebracht. Möglicherweise ist "beheizbar" an dieser Stelle auch nicht der richtige Begriff, denn tatsächlich ist es so, dass diese Platte beheizt wird sobald das Gerät eingeschaltet ist, man hat also weder die Möglichkeit der Regulierung noch der Zu - bzw. Abschaltung dieser Abstellplatte. Wie viel diese auch tatsächlich wert ist, wird noch im weiteren Verlauf dieses Berichtes näher erläutert werden.
Soweit die Beschreibung der Odea Giro Plus.

Inbetriebnahme / Bedienung:

Am Tag, als uns unser vorgezogenes Weihnachtsgeschenk erreichte waren zur ersten Inbetriebnahme zunächst nur einige wenige Schritte erforderlich:

1. den mitgelieferten Wasserfilter im Wassertank einsetzen
2. Kaffeebohnen und Wasser einfüllen
3. Einschalten
4. Diagnosevorgang und Durchspülen abwarten
5. Kaffee Marsch!

Dabei begingen wir im Eifer des Gefechts und weil viele Köche, den Brei bekanntlich nur verderben, gleich 2 Fehler:

1. Ich setzte den Wasserfilter ein, ohne zuvor den werksmontierten Netzfilter von der Kupplung zu entfernen - daher rastete der Filter natürlich nicht vollständig ein und das Gerät meldete den ersten Fehler schon innerhalb weniger Minuten.

2. Wir stellten den Mahlgrad nicht ein und als wir merkten dass es notwendig gewesen wäre, mussten wir mit der Hand die ganzen schönen Bohnen wieder aus dem Behälter entfernen, den wir zuvor rappelvoll gefüllt hatten damit.

Innerhalb der ersten Stunde, die die Giro Plus in unserer Obhut war, fing sie auch schon damit an, sich zu zieren wie ein Mädchen und zeigte durch das abwechselnde Blinken diverser, für uns zunächst nicht deutbarer Zeichen ihren Unmut und die entsprechend fehlende Bereitschaft zur Kooperation. Diesem Umstand verdanken wir die gründliche Auseinandersetzung mit der Betriebsanleitung und einen später folgenden Anruf im Service-Center (und zwar nicht die Service-Hotline des Herstellers, sondern die des Händlers) - beides war weniger ärgerlich, als lehrreich.

Also beschlossen wir einen Neuanfang auf besserem Fuß, nicht ohne uns sehnsüchtig an die Vollautomaten zu erinnern, die in aller Deutlichkeit zu uns sprachen, wenn ihnen etwas fehlte - kurzum, solche mit Displays in denen angezeigt wurde "Wassertank leer" oder "Bitte Gerät entkalken".
Dass die Odea Giro Plus ein solches nicht hatte, war uns aber schon vor dem Kauf klar und von daher lag der Fehler hier eindeutig bei uns.
Nachdem wir dem Prinzesschen auf der Erbse also in jeder erdenklichen Weise die Wünsche vom Bedienfeld abgelesen hatten und diese nach bestem Wissen und Gewissen erfüllten - Wassertank gefüllt, Filter ordentlich eingesetzt, Entlüftung durch die Wasser - / Dampfdüse durchgeführt - starteten wir also den experimentellen Teil.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee und dass Mahlgrad, Bohnen und die Einstellung der Stärke des gewünschten Getränks dabei eine wesentliche Rolle spielten, war uns klar - nur nicht so genau, in welcher Reihenfolge bzw. Kombination. Ich muss ehrlich sagen, die ersten Tassen, die wir produzierten schmeckten tatsächlich scheußlich :-) Zu bitter, zu sauer (ja wirklich!), zu stark, zu lasch usw... (wenn es denn noch mehr gibt).

Also verstellten wir den Mahlgrad im Bohnenbehälter mittels des mitgelieferten Schlüssels, und änderten stufenweise die Brühstärke am entsprechenden Teil des Bedienfeldes - es wurde besser, zumindest was die Genießbarkeit, des so produzierten Kaffees angeht. Doch eins gab uns noch immer zu denken: Obwohl keiner von uns mit etwas wie einem "Restwasserbehälter" gerechnet hatte, fanden wir schnell heraus, dass dies eigentlich eine gute Sache war, sorgte sie doch dafür, dass man die Tasse direkt nach dem Aufgießen von der Auffangschale entfernen konnte, ohne dass einige Sekunden später noch ein Nachtropfen erfolgte - dieses wurde direkt in den dafür vorgesehenen, eben erwähnten Restwasserbehälter (direkt neben dem Kaffeesatzbehälter) umgeleitet. Aber dass dieses Restwasser gleich so viel ausmachte, dass die entsprechende Schale nach ca 2 bis 3 Tassen entleert werden musste, fanden wir befremdlich und kontaktierten deswegen die Service-Nummer. Dort wurde uns erklärt, dass die Menge dieses Restwasser vom Fettgehalt der Bohnen abhinge, dieses wiederum von deren Röstungsgrad und es durchaus normal wäre, dass der Behälter sich nach 3 bis 5 Tassen füllte und entleert werden musste. Nach anfänglicher Irritation darüber beschlossen wir aber, dass es dennoch besser wäre, diesen Behälter öfter mal zu entleeren, als diese Restbrühe in der Kaffeetasse zu sammeln, bzw. n der Abtropfschale.

Nachdem wir einige Stunden also damit verbracht hatten, unser neues Gerät kennenzulernen, die perfekten Einstellungen für den jeweiligen Geschmack zu erforschen, zwischendurch auch mal ein wenig Luft ablassen mussten, durch die Milchschaumdüse, stellten wir zunächst zwei Dinge fest:

1. Den Wassertank hätten wir uns ergiebiger gewünscht

2. Auch wenn der Kaffeesatzbehälter 14 Kaffeekuchen fasste, bevor er geleert werden musste, würde er niemals diesen Füllstand erreichen, wenn man ohnehin gezwungen war, den Kaffesatzbehälter zusammen mit dem schon viel früher voll gelaufenen Restwasserbehälter zu entfernen - natürlich leerte man den ersteren dann gleich mit. Genau so war es auch und bis heute hat uns der Automat noch nicht einmal dazu auffordern müssen, den Kaffeesatz zu entleeren :-)

Funktionen:

Die Funktionen unserer Odea Giro Plus sind schnell umrissen:

1. Kaffee in verschiedenen Stärken und Größen zubereiten - aber ausschließlich mit Kaffeebohnen, da sie über keinen separaten Pulverbehälter verfügt
2. Milch aufschäumen, mittels der Dampfdüse
3. Getränke erwärmen, ebenfalls durch die Dampfdüse
4. Heißes Wasser, beispielsweise für Tee, über die Wasserdüse zapfen
5. Entkalkung bzw. Entlüftung des Gerätes - beides erfolgt über die Wasser - / Dampfdüse

Gedanken zur Odea Giro Plus seit Inbetriebnahme:

Seit wir unseren Vollautomaten in Betrieb haben (ca. seit November 2008) habe ich mir auf einer Liste sämtliche Dinge notiert, die mir auffielen, also sozusagen eine Pro und Kontra - Liste erstellt z.B. im Vergleich zu anderen mir bekannten und von mir benutzten Kaffeevollautomaten, aber auch zum Gesamteindruck der Odea Giro Plus für sich genommen, ohne die "Konkurrenz" zu berücksichtigen. Ich möchte nachfolgend in kurzen Abschnitten festhalten, was mir hierbei positiv, als auch negativ aufgefallen ist.

Zuerst Lob:

Was mir gefällt an meiner Odea Giro Plus ist die Tatsache, dass sie vollkommen dicht ist, damit will ich sagen, dass es kein Nachtropfen aus dem Getränkeauslauf gibt, nachdem der Brühvorgang einmal abgeschlossen ist. Sie tut auch nicht so als ob, um dann, sobald man sich in Sicherheit wähnt und die Tasse entfernt, nochmal kräftig "nachzuspucken". In den Genuss, die Abtropfschale leeren zu müssen komme ich also nur selten, nämlich dann, wenn ich vor dem Einschalten vergessen habe eine Tasse für den morgendlichen Spülgang bereit zu stellen und sich die daraus entstehende Brühe dann in die Abtropfschale entleert.

Das bringt mich auch sogleich zum nächsten Punkt: Diese Schale lässt sich, anders als bei den meisten anderen mir bekannten Modellen, einfach aus ihrer Führung entnehmen, ohne damit irgendetwas an der Funktion des Automaten zu beeinträchtigen - die Schale ist sozusagen autark und auch wenn sie fehlt, lässt sich trotzdem der morgendliche Kaffee zapfen. Es gibt natürlich keinen Grund, die Schale dauerhaft zu entfernen, aber mal angenommen sie ginge mir durch Ungeschicklichkeit über den Jordan, könnte ich meinen Automaten weiterhin benutzen, während ich auf Ersatz warte und müsste ihn nicht wegen so einer Lappalie vorübergehend stilllegen.

Der nächste positive Aspekt erscheint mir eindeutig die höhenverstellbare Führung der Abtropfschale. Also nicht, dass mir das sofort aufgefallen wäre, ich nahm das für selbstverständlich hin - bis zu dem Tag an dem unser Besuch um unsere neue Errungenschaft herumtanzte und diese Höhenverstellbarkeit erstaunt zur Kenntnis nahm und mit wohlwollenden Bemerkungen bedachte, nicht ohne zu erwähnen, dass ihr eigenes Gerät, nicht nur an dieser Stelle nicht modifizierbar wäre, sondern auch noch ihren herkömmlichen Kaffeebechern den "Service" schlichtweg verweigerte und spezielle Tassengrößen verlangte - ohne Wenn und Aber :-) Man weiß also nicht nur dann, was man hat, wenn es verschwunden ist, sondern auch dann, wenn andere es lobend erwähnen :-)

Die Bedienung, auch ohne Display, das klare Ansagen macht, ist durch einen Blick in die Bedienungsanleitung und ein wenig klarem Verstand, schnell erschlossen - was nicht zuletzt daran liegt, dass die Bedienelemente mit leicht verständlichen, beleuchteten Piktogrammen versehen sind. Einzig die Reihenfolge der Anzeigen bei Hinweismeldungen kann ich mir partout nicht merken, für mich sieht das grundsätzlich so aus, wie früher die bildlichen Darstellungen von verschiedenen Katastrophenalarmsequenzen im vorderen Teil des Telefonbuchs :-)
Aber letztlich ist entweder der Wassertank leer, der Restebehälter voll, muss seltener eine Entlüftung durchgeführt werden und noch seltener der Entkalkungsvorgang. Ich probiere es immer zuerst mit dem Wassertank, denn dieser ist es in den meisten dieser Fälle :-)

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt sind. Meinen Erfahrungen zufolge mit diversen Saeco und Jura Vollautomaten, war das Entkalken immer eine elendige Prozedur. Eine ältere Saeco besaß sogar die Frechheit, den Neustart dieses Vorgangs zu verlangen, nur weil zwischendurch irgendwer unbedacht irgendeinen Bedienknopf berührt hatte.
Alles in allem hatte ich das in keiner besonders guten Erinnerung und fürchtete den Tag, an dem mein neues Gerät dieses Unding von mir verlangen würde. Und wie sollte es auch anders sein - just in diesem Moment, als es dazu kam, war natürlich kein Entkalker im Haus. Aber zwei Punkte möchte ich zum Thema entkalken besonders erwähnen:

Punkt 1: Durch das Betätigen der Taste für das Heisswasser ca. 6 Sekunden lang, stellt die Odea Giro Plus ihren Anspruch auf Entkalkung zunächst ein mal zurück, was natürlich nicht dazu führen sollte, das immer auf diese Weise zu unterdrücken, aber für den Moment fand ich das einwandfrei, dass ich vorerst mit dem Betrieb weiter verfahren konnte, als wäre nichts gewesen.

Punkt 2 : Als ich einen entsprechenden und geeigneten Entkalker angeschafft hatte machte ich mich an den Entkalkungsprozeß und oh Überraschung: Ich musste nicht mit sämtlichen Fingern eine komplizierte Tastenkombination ausführen um diesen zu starten, sondern es reichte, den Entkalker in den Wasserbehälter zu füllen (nach Entnahme des Wasserfilters) und dessen Inhalt dann peu a peu durch die Dampf - / Wasserdüse wieder zu entleeren. Die Einwirkzeiten zwischen den Entleerungen gibt einem die Bedienungsanleitung vor. Also alles wie im Märchen ist es auch nicht, man muss sich schon ungefähr 45 Minuten Zeit nehmen, anschließend den Wassertank gut von den Resten der Entkalkerlösung befreien und das ganze Gerät nochmals mit klarem Wasser durchspülen.

Es wird auch dringend empfohlen entweder den speziellen Entkalker für Saeco Vollautomaten zu verwenden, oder einen adäquaten Entkalker auf Zitronensäurebasis ersatzweise einzusetzen. Von der Entkalkung mit Essigessenz wird abgeraten und da ich das vorzeitige Ableben dieses Gerätes nicht verantworten möchte, entschied ich mich für einen Entkalker von Swirl auf eben dieser Zitronensäurebasis, da mir das Original einfach unverschämt teuer erschien :-)

Den Punkt der "Drehfähigkeit" durch montierte Rollen an der Unterseite des Gerätes, erwähnte ich bereits, ebenso auch, dass dies meines Erachtens auch gar nicht anders machbar wäre, bedenkt man hier die Position der seitlich angebrachten Tanks und Behälter.

Die Gesamtreinigung des Automaten empfinde ich als einfach und wenig zeitraubend - das Kunststoffgehäuse wird von mir ohnehin sauber gehalten, sprich: eventuelle Spritzer entferne ich sobald ich sie bemerke und das geht recht einfach mit einem feuchten Tuch, auch dann, wenn der Spritzer schon etwas älter ist, da zuvor unbemerkt, und ein wenig eingetrocknet. Die Behälter spüle ich täglich mehrmals mit Wasser aus, also nach jedem Leeren derselbigen und einmal wöchentlich entnehme ich die Brühgruppe, was auch recht einfach von statten geht und spüle diese mit klarem Wasser gründlich durch. Dass keins der entnehmbaren Teile, insbesondere aber die Brühgruppe, in meiner Spülmaschine landet, versteht sich natürlich von selbst.

Und nun zum letzten Punkt, meiner positiven Eindrücke, der wie die höhenverstellbare Abtropfschale, in die Kategorie "Wäre mir so ohne Weiteres nicht aufgefallen" gehört. Ganz offensichtlich gehört die Odea Giro Plus zu den Modellen der "Leisetreter". Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich hatte die Lautstärke der anderen früher von mir benutzten Geräte gar nicht mehr so akut im Ohr, ich fand auch unsere neueste Errungenschaft machte schlicht und einfach nur Krach :-) Aber dieselben Leute, die mir versicherten, die verstellbare Abtropfschale wäre die genialste Idee, seit es Kaffeeautomaten gäbe, fanden bei ihrem Besuch unsere Odea Giro Plus angenehm leise, vor allem auch im Vergleich zu ihrem heimischen Modell. Durch ihre Aussagen also aufmerksam geworden, suchte ich den Vergleich und musste tatsächlich den ersten Eindruck von "Krach" revidieren in "Geräusche machend" :-) Wobei ich mir sicher bin, dass es noch leisere Vertreter dieser Spezies auf dem Markt gibt, aber ich bin zufrieden damit, nicht mit einem der weitaus lauteren Modelle gesegnet worden zu sein.

Nun Kritik:

Fangen wir an mit dem Wasserbehälter, der gleich mehrere Kritikpunkte hier weg stecken wird. Primär ist er einfach ohnehin schon klein genug, aber die 1 1/2 Liter, die er dennoch fasst, werden reduziert auf ca 1,3 Liter, nach Einsetzen des Wasserfilters, der ja auch eine gewisse Menge Wasser durch sein Volumen verdrängt. Dazu kommt, dass der verbleibende Rest eben nun mal nicht vollständig entleert wird, bevor das Prinzesschen wieder nach Wasser ruft :-) Dann berücksichtigen wir an dieser Stelle noch die Restwassermenge, die die Kaffeetasse nicht erreicht und im Endeffekt sieht es einfach so aus, dass ich nach maximal 4 normalen Tassen (Füllstand ca. 200 ml) Kaffee, Wasser nachfüllen muss. Das hätte ich mir definitiv anders gewünscht. Grund zur totalen Ablehnung dieses Gerätes ist das natürlich für mich noch lange nicht, aber es darf schon erwähnt werden, um falschen Vorstellungen von der Ergiebigkeit des Wassertanks keinen weiteren Nährboden zu schaffen :-)

Mein weiteres Gemecker schlägt leider abermals in die Kerbe "Wassertank" und bezieht sich auf seine Beschaffenheit - erst einmal macht mir der Kunststoff aus dem er gefertigt wurde keinen sonderlich stabilen bzw. bruchfesten Eindruck und ich sehe ihn schon eines schönen Tages auf dem Fliesenboden aufschlagen und in seine Bestandteile zerfallen. Nun, warum sollte das passieren? Bin ich tatsächlich so ein Tolpatsch? Ja, auch - aber, vor allen Dingen sehe ich das Problem auf folgende Weise: der Tank ist in der linken Seite des Gerätes eingesetzt und die Griffmulde zeigt nach hinten, also zur Rückseite des Automaten. Kein Problem, wenn man Linkshänder ist. Aber huch? Was ist das? Zufällig bin ich Linkshänder - also fein raus? Nein!
Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund verkeilt der Tank immer dann, wenn ich ihn mit der linken Hand zu entfernen versuche und lässt sich nicht lösen, zumindest nicht ohne wahrscheinliche Gewalt (richtige Gewalt traue ich mich nicht anzuwenden). Also drehe ich das Gerät weiter zu mir, stecke die rechte Hand, allerdings nicht ohne diese vorher in einem unmöglichen Winkel so zu verdrehen, dass sie in den reinen Linkshänder-Griff passt und entferne ihn so auf komplizierte, aber einzig machbare Weise. Solange er leer und folglich leicht ist, ist das noch einigermassen machbar, aber nach dem Füllen wird das Zurücksetzen zum wiederkehrenden Ärgernis.

Insgesamt wurde zu viel Kunststoff bei der Verarbeitung des Gerätes verwendet, auch alle anderen abnehmbaren Teile, abgesehen von der Brühgruppe, machen nicht unbedingt den bruchfestesten Eindruck, allerdings ist der Wassertank der einzige dieser Teile, bezüglich dessen Lebenserwartung ich mich lieber keinerlei Illusionen hingeben möchte - aber wir werden sehen, denn bislang hat sich meine Befürchtung, er könnte mit dem Boden Bekanntschaft machen, noch nicht bewahrheitet. Daher ist mein Eindruck, dass er das nicht überleben würde bislang nur spekulativ.

Kommen wir nun zur beheizten Abstellfläche auf der Oberseite des Gerätes. Ich kann mich noch gut an diese Warmhalteplatten erinnern, die zu den Kaffeevollautomaten meiner damaligen Arbeitgeber gehörten - stellte man seine Tasse darauf ab, weil für gewöhnlich nie Zeit war, mehr als nur ein paar wenige Schlucke zwischendurch von seinem Kaffee zu genießen, war dieser zwar nach einigen Stunden sicher nicht mehr schön heiß, wurde durch seine Position auf der Warmhalteplatte aber doch daran gehindert, vollständig auszukühlen - ich rede jetzt von etwas wie "handwarm", doch immer noch besser als eiskalt. Diesen Effekt erzielt die beheizte Abstellfläche der Odea Giro Plus bei Weitem nicht bzw. nennen wir das Kind gleich beim Namen und sagen klipp und klar: Hätten die Entwickler dieses Geräts doch besser diesen Platz dafür genutzt den Wassertank dort unterzubringen - denn eine Warmhalteplatte, die nicht warm hält, ist überflüssig.

Über den Restwasserbehälter, bzw. seinen ständigen Ruf um Entleerung, dachte ich anfangs, er würde mir den letzten Nerv rauben dadurch - aber auch wenn ich es noch immer nicht ideal finde, wie das gelöst wurde, ärgert es mich tatsächlich weniger, als ich zuerst angenommen hatte.

Dahingegen stört mich die Position der Dampf - / Wasserdüse erheblich mehr. Wer das Produktfoto genauer betrachtet, wird nicht umhin kommen zu bemerken, dass dieses Düse sich seitlich an das Gehäuse schmiegt und dessen Form imitiert. Das mag schmuck aussehen, aber möchte man 2 Tassen nebeneinander einschenken lassen oder eine etwas größere Tasse verwenden, dann wird der Platz nach links sehr beengt - das Ding ist einfach im Weg! Das führt dazu, dass man zwei Tassen meist so eng zusammenstellen muss und nach rechts versetzt, dass sie a. anfangen während des Aufbrühens gegeneinander zu schlagen und ein nervtötendes Geräusch zu verursachen und b. man die 2. Tasse meist nur sehr knapp so platzieren kann, dass der Strahl auch tatsächlich in die Tasse trifft. Ich meine, was soll das? Da gibt man sich extra Mühe eine höhenverstellbare Tassenauflage zu konstruieren und die beiden Kaffeedüsen weit genug auseinander zu stellen, dass 2 Tassen gleichzeitig eingeschenkt werden können und torpediert dann die Ausführung durch die Anbringung einer Dampfdüse mitten hinein ins Geschehen? Finde ich nicht wirklich gut durchdacht.


Was noch?

Nachdem ich nun Lob und Kritik, wie ich finde, gerecht verteilt habe, hier noch einige Anmerkungen ohne Wertung, bzw. keiner eindeutigen Zuordnung zu einer der beiden oberen Kategorien:

Die Odea Giro Plus verfügt über keinen zusätzlichen Kaffeepulverschacht - Kaffee lässt sich also ausschließlich mit ganzen Bohnen zubereiten. Wir wussten das und sehen das nicht als negativen Aspekt an, wer sich allerdings eine solche Funktion wünscht, wird hier also nicht weit kommen.

Die Leerung des Kaffeesatz - und Restwasserbehälters erfolgt laut Betriebsanleitung nicht nach dem tatsächlichen Inhalt, sondern nach einer gewissen Fördermenge, sprich die Leerung des Satzbehälters wird nach 14 Tassen vom Gerät gefordert - angeblich. Ich sage "angeblich", weil das meiner bescheidenen Ansicht einfach nicht wahr ist - ich leere den Satzbehälter, wie schon erwähnt, immer zusammen mit dem Restwasserbehälter und logischerweise dürfte mein Gerät den Inhalt des Satzbehälters nicht kennen und davon ausgehen, dass er nach 14 Auswürfen voll ist. Tut es aber nicht, es meldet sich tatsächlich überhaupt niemals wegen der Leerung des Satzbehälters. Also existiert doch irgendwo ein Sensor, der den tatsächlichen Füllstand misst, oder es wird davon ausgegangen, dass nach jeder Entnahme des entsprechenden Behälters auch eine Leerung stattgefunden hat.

Bei Abbruch eines Brühvorgangs, weil beispielsweise der Wassertank den minimalen Füllstand erreicht hat, wird der Vorgang nicht fortgesetzt, sobald man den Tank gefüllt und wieder eingesetzt hat - ich weiß, dass andere Geräte in so einem Fall dort weiter machen, wo sie zuvor unterbrochen wurden.

Fazit & Empfehlung:

Ich habe so einiges über die Odea Giro Plus gelesen, vor allem im Hinblick auf unsere anfänglichen Fragen bezüglich dieser Sache mit dem Restwasser und mir sind dabei die vielen Beschwerden über dieses Gerät nicht verborgen geblieben. Es war viel von unkontrollierten und ständigen Fehlermeldungen die Rede gewesen, ebenso beschwerten sich viele Leute einstimmig darüber, dass es kaum möglich wäre die größtmögliche Brühstärke einzustellen und das Gerät dann auch dazu zu bringen, den Kaffee so zu Ende zu brühen bzw. hieß es sogar, es würde sich dabei vollständig verweigern.

Ich persönlich möchte dazu folgendes sagen: Es ist wahr, dass die Odea Giro Plus ständig irgendetwas haben möchte - gib mir Wasser ... leere meinen Restwasserbehälter...entlüfte mich...! Ich mache mehrmals am Tag irgendetwas davon, nicht umsonst nennen wir sie die "Prinzessin auf der Erbse" - aber "Fehlermeldungen" sind das keine, sondern "Hinweise" und da der Platz in meiner Küche nun mal begrenzt ist, entschied ich mich für das kleinstmögliche Gerät, das ich auftreiben konnte und muss so nun mal dessen beschränktes Fassungsvermögen in Kauf nehmen.

Wir haben sämtliche möglichen Konstellationen von Brüh - und Mahlstärken ausprobiert, Milch geschäumt, die Dampf - und Wasserfunktion regelmäßig genutzt und eine Arbeitsverweigerung der Odea Giro Plus kam bis heute nicht vor und wir haben ihr zwischenzeitlich ca. 1000 Tassen Kaffee aus dem Tank geleiert - wahrscheinlich sogar mehr, aber wer zählt das schon so genau?. Als sie zu uns kam, hatte sie als Vorführgerät ungefähr schon die Hälfte dessen auf dem Buckel. Natürlich muss sie das auch abkönnen, sie ist ja nicht aus Pappe :-) Letztlich will ich damit sagen, dass ich zwar nicht beschwerdelos bin, aber die schlimmen Dinge, die der Odea Giro Plus vorgeworfen werden, kann ich so nicht bestätigen. Möglicherweise kommt das noch, aber was mir eben den Angstschweiß auf die Stirn trieb, als ich die Kundenbeschwerden las, war dass sie sich nach eigener Aussage über brandneue Geräte derart beschwerten.

Meine zusammenfassende Empfehlung sieht daher so aus:

Die Odea Giro Plus ist insbesondere dann eine recht gute Wahl, wenn Platzverhältnisse, wie bei uns, eine gewichtige Rolle spielen - dass man dadurch kleinere Vorratsbehälter in Kauf nehmen muss, sollte allerdings im Auge behalten werden.

Im Preis - Leistungsverhältnis schneidet die Odea Giro Plus ziemlich gut ab - vorausgesetzt, man erwirbt sie zu dem Preis, den wir dafür bezahlten. Beim regulären Preis und nach meinem jetzigen Erfahrungsstand, verschiebt sich dieses Verhältnis natürlich ein wenig zu Ungunsten des Käufers, daher empfehle ich: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was Bessr´es findet :-)
Also im Klartext: 400,- Euro oder mehr würde ich nicht dafür bezahlen sondern mich bei der beabsichtigten Investition einer solchen Summe, nach einem Gerät umsehen, das diesen Preis eher wert ist.

Trotz aller negativ angesprochenen Punkte, bin ich dennoch zufrieden genug mit der Odea Giro Plus von Saeco, dass ich eine Kaufempfehlung aussprechen möchte, allerdings eben nur unter Berücksichtigung aller erwähnten Aspekte, insbesondere im Hinblick auf den Preis.

Besten Dank für´s Lesen, Bewerten und Kommentieren :-)

Fazit: Empfehlenswert, wenn auch nicht perfekt

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Reinigung:    
Qualität: