Saeco La Pavoni Professional Lusso
Lust & Last - Saeco La Pavoni Professional Lusso Espressomaschinen

Produkttyp: Saeco Espressomaschinen

Lust & Last
Saeco La Pavoni Professional Lusso

kannich

Name des Mitglieds: kannich

Produkt:

Saeco La Pavoni Professional Lusso

Datum: 05.10.02, geändert am 05.10.02 (989 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Design, Bedienung, Ergebnis

Nachteile: Preis, Bedienung, Ergebnis

Die La Pavoni Professional Lusso ist eine ernst zu nehmende Espressonmachinen-Alternative für Anwender, die bei einer Selbstbefragung zu folgendem Ergebnis kommen:

Purist/in: ja
Fetischist/in: ja
Masochist/in: ja

Puristen werden das Zubereitungsritual und die schnörkellosen Bedienungselemente ein strahlendes Lächeln in das Gesicht zaubern.

Fetischisten begeistern sich für das chromblitzende Design der Maschine in Verbindung mit dem archaisch anmutenden Manometer.

Masochisten erfreut die umständliche Bedienung in Verbindung mit dem unvorhersagbaren Ergebnis.

Jahrelang habe ich einen Espresso-Halbautomaten eingesetzt, der auch frühmorgens, mit verquollenen Augen bedient, einen veritablen Espresso erzeugt hat - nicht gerade den besten Espresso der Stadt, aber immerhin besser als bestimmt 70% der in einschlägigen Lokalen erhältlichen koffeinhaltigen Heißgetränke. Vor etwa einem Jahr machte ich dann die Bekanntschaft mit der La Pavoni. Was soll ich sagen? Der beste Espresso meines Lebens! Liebe auf den ersten Blick, heftige Begierde... Seitdem ist wohl kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht an diese Maschine dachte. Zwei Dinge haben mich dennoch von einem Sofortkauf abgehalten: Der hohe UVP von 599.- EUR und diverse ernstzunehmende Warnungen bezüglich Bedienungsfreundlichkeit und -komfort.

Kürzlich rief mein Vater jedoch aus Italien an: 430 EUR für das gute Stück. Da konnte und wollte ich nicht mehr nein sagen... und schon kurze Zeit später hatte meine Küche einen neuen Mittelpunkt - das Schicksal nahm seinen Lauf.

Der erste Espresso war ungenießbar. Der zweite und dritte: ebenfalls Fehlanzeige. Das folgende Kilo Espressobohnen wurde Opfer der Optimierung des Mahlgrades und meine Frustrationstoleranzgrenze mehr als einmal weit überschritten. Entweder schoß das Heißwasser nur so durch den Siebträger oder der Hebel blieb wie festgeschweißt oben - im letzteren Fall kann ich wegen des erheblichen Druck
es nur eindringlich davor warnen, den Siebträger auch nur zu bewegen (zumindest wenn eine Generalreinigung der Küche nicht ohnehin ansteht).

Der wichtigste Faktor bei der Espresso-Zubereitung mit der La Pavoni Professional Lusso: Die Espressobohnen und Mahlgrad derselben. Hier heißt es probieren, probieren, probieren - ohne eine entsprechende Espressomühle (ich meine tatsächlich eine Espresso- und keine Kaffemühle ;-) kann man/frau das ganze m. E. vergessen. Da kommt also eine zusätzliche Investition von 100-250 EUR auf Euch zu.

Ach ja, das Aufschäumen von Milch klappt relativ gut, wenn man ein wenig herumprobiert. Doch auch dabei ist, ebenfalls im Gegensatz zu meiner alten Maschine, Fingerspitzengefühl angesagt. Die sogenannte Cappuccino-Automatik nutze ich nicht, der Reinigungsaufwand ist mir zu hoch.

Inzwischen verstehen wir uns schon ganz passabel, von einem reproduzierbar guten Ergebnis kann aber längst noch nicht die Rede sein. Eine Trennung kommt aber dennoch nicht in Frage! Bis der Heizspiralentod uns scheidet... Zusammengefasst ein tolles Gerät (mit den beschriebenen Randbedingungen), aber nichts für den Espresso auf die Schnelle oder gar Partybetrieb.

Fazit: