Das Nonplusultra für echte Espressofans
Saeco Aroma Nero

Name des Mitglieds: Bewerbungsgegner
Produkt:
Saeco Aroma Nero
Datum: 15.03.09
Bewertung:
Vorteile: Optik, Haptik, Bedienung, Verarbeitung, Espressoqualität, Preis-Leistungsverhältnis , Kultobjekt
Nachteile: Gibts leider nicht mehr mit Kippschaltern, ist halt kein sauteurer Vollautomat ;-)
In meinem Testbericht gehe ich mal weniger auf die ganzen technischen Details ein, die andere hier schon geschrieben haben, sondern vor allem auf meine persönliche Erfahrung mit der Saeco aroma.
Qualität statt Billigteil
Endgültig zum Espressotrinker bekehrt wurde ich nach einem Aufenthalt in Spanien. Seitdem ging der eklige Filterkaffee, der so schrecklich auf den Magen schlägt, überhaupt nicht mehr.
Was'n Glück, dass gerade eine Kundenwerbeaktion einer Bank lief und ein Freund von mir sowieso ein neues Konto brauchte. Die Espressomaschine, die es als Werbegeschenk gab, war leider so ziemlich das Billigste vom Billigen. Naturgemäß ist an dem Billigteil nach einigen Monaten und etlichen Litern fürchterlich schlechtem Espresso so nach und nach alles kaputtgegangen. Erst ein paar Risse in den Plastikteilen, die dann auch komplett abgebrochen sind, schließlich Totalausfall des Thermostats. Zum Schluss war es nur noch mit dem Schalter an der Steckdosenleiste in Betrieb zu nehmen. Mit dem nächsten Umzug landete das Ding beim Sperrmüll. Ein vernünftiger Ersatz sollte her. Ein technisch komplizierter und wartungsanfälliger Vollautomat kam gar nicht in Frage, ein Pad-Gerät schon mal gleich gar nicht. Mein Budget war mit 200-250 Eulen auch begrenzt. So reduzierte sich die Auswahl schon einmal. Was aufgrund meiner schlechten Erfahrungen absolut nicht mehr ging, war ein Noname-Billigteil.
Optik und Gehäuse
Beim gelegentlichen Bummeln durch die Kaffeemaschinenabteilungen fiel sie mir dann gleich auf: Die Saeco aroma nero. Absolut klassisches, zeitloses, elegantes Design, frei von diesen schrecklichen und unpraktischen stromlinienförmigen, ergonomischen Formen. So etwas sieht man sich gerne jeden Tag in seiner Küche an. Fast schon ein hübsches Möbelstück. Sofort hingegangen und erstmal angefasst: Dickes, solides, schweres, verschraubtes Stahlblechgehäuse, schwarz pulverbeschichtet, keine dünnen, klapprigen Plastikteile, einfach exzellent. Ideale Größe, nicht zu klein, nicht zu groß, im Vergleich zur Größe gigantisch großer Wassertank und großzügig bemessener Tropfbehälter. Die Entscheidung fiel sofort: Das Ding musste her! Habe damals noch die Version mit den dicken Kippschaltern ("klack, klack") bekommen, heute gibt es nur noch die mit den etwas popeligen Druckknöpfen.
Espresso
Der Espresso, der aus der Saeco aroma kommt, ist exzellent. Hervorragendes Aroma, sehr gute Crema, sehr bekömmlich. Qualitativ kann er es locker mit dem Espresso aufnehmen, der aus den sündhaft teuren italienischen Edelgeräten, z.B. von Gaggia, oder sogar den großen Gastro-Maschinen kommt. Das Schönste daran: Man kann sich seinen Kaffee genau so einstellen wie man ihn gerne trinkt, weil man fast alle Variablen, die es dazu braucht, selbst in der Hand hat: Kaffeemenge, Anpressdruck, Wassermenge, falls gewünscht Vorbrühen. Einzig die Durchlaufgeschwindigkeit und die Temperatur sind fix eingestellt, das aber sehr präzise.
Bedienung
Die Bedienung ist einer der Hauptgründe, warum es bei mir auf gar keinen Fall ein Vollautomat oder ein Pad-Gerät sein durfte. Die Espressozubereitung mit einer klassischen manuellen Maschine wie der Saeco aroma ist wie ein Ritual, das seinen festen Platz im morgendlichen Ablauf bekommt. Die Serie an einzelnen Handgriffen, die zur Bedienung nötig sind und die ganzen Geräusche haben etwas Meditatives, etwas was dem Tag einfach eine gute, stabile Basis gibt.
Die Maschine ist (erst recht mit gefülltem Wassertank) schwer und steht auf Gummifüßen, was die Bedienung sehr angenehm macht. Vor allem im Vergleich zu den Plastikbilliggeräten, die beim Hinschauen schon über die Arbeitsplatte purzeln. Der solide Siebträger lässt sich mit seinem Bajonettverschluss einwandfrei entnehmen und einsetzen. Der Dampfdruck zum Milchaufschäumen oder Wassererhitzen ist hoch und konstant. Cappuchino, Latte Macchiato oder Milchkaffe gelingen so einwandfrei und ausreichend zügig.
Wartung und Pflege
Während der letzten 2 Jahre habe ich die Maschine dreimal mit einem Bio-Entkalker aus Zitronensäure entkalkt. Das ist ganz einfach: Die Lösung in den Wassertank schütten und ein paar mal durchlaufen lassen. Danach ½ Tank Wasser zum Spülen durch das Sieb und durch die Dampfdüse im Heißwassermodus durchlaufen lassen. Stinkt nicht und es bleiben keinerlei Rückstände. Dauert alles in allem ca. 30 Minuten.
Der Tropfbehälter sollte natürlich regelmäßig geleert und gereinigt werden, sonst fängt's an zu gammeln. Ich mach' das so einmal die Woche, das reicht völlig.
Zur Wasserversorgung hängt ein Silikon-Ansaugschlauch in den Wassertank. Das ist technisch gesehen auch die solideste und sauberste Lösung. Vor allem im Vergleich zu der fummeligen Version mit unten angebrachten Austrittsöffnungen mit Ventilen, die dann regelmäßig undicht werden. Unten am Schlauch steckt ein Vorfilter, der ab und zu mal kontrolliert und bei Bedarf ausgewaschen werden sollte. Hab' ich erst 1x in den zwei Jahren gemacht.
Das Sieb muss ab und zu auf Durchlässigkeit kontrolliert werden. Einfach gegen's Licht halten und schauen, ob die Löcher noch frei sind. Wenn nicht, dann mit der rauhen Seite des Spülschwamms drüberrubbeln. Wenn das nicht reicht, dann mit einer dünnen Nadel nachhelfen und die Löcher einzeln wieder frei machen. Nette Nebenbeschäftigung beim Fernsehen. Hat es bisher 2 x in zwei Jahren gebraucht.
Preis-Leistungsverhältnis
Ungeschlagen. Zwar mag der Preis für eine so einfach konstruierte Maschine für manchen recht hoch erscheinen, gerade wenn einem regelmäßig aus den großformatigen Prospekten, die einem den Briefkasten verstopfen, diese "Superangebote" der Billigfabrikate entgegenschreien. Aber die Ausgabe lohnt sich. Es gibt in meinem Haushalt kein Elektrogerät, mit dem ich bisher zufriedener war, als mit diesem. Ich würde das Teil sofort wieder kaufen und erfreue mich jeden Tag an diesem Schmuckstück.
Fazit
Für mich perfekt. Für Leute, die sich mit Statussymbolen umgeben müssen, wäre ein 3000-Eulen-Juravollautomat besser geeignet. Nicht geeignet, um eine Großfamilie oder Party zügig mit Espresso zu versorgen. Und auch nicht geeignet für Leute, die nicht gerne selbst Hand anlegen und erwarten, einen guten Espresso mit einem simplen Knopfdruck zu bekommen. Für Espressofans, die auf Qualität stehen und dem Ritual des Espressozubereitens etwas abgewinnen können das Nonplusultra.
Fazit: Das Nonplusultra für echte Espressofans
| Verarbeitung: | ||
| Zuverlässigkeit: | ||
| Bedienkomfort: | ||
| Reinigung: | ||
| Qualität: |
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