Krups Novo 2200 Plus
Optimal für Studenten und Singles - Krups Novo 2200 Plus Espressomaschinen

Produkttyp: Krups Espressomaschinen

Optimal für Studenten und Singles
Krups Novo 2200 Plus

magnifico

Name des Mitglieds: magnifico

Produkt:

Krups Novo 2200 Plus

Datum: 03.08.03, geändert am 15.01.05 (1216 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: hervorragende Aufschäumhilfe, heißer Dampf von der ersten Tasse an, gutes Design

Nachteile: nichts

Espressomaschinen gibt es in beinahe ebenso großer Vielfalt wie Fernsehgeräte ? und leider auch in so ziemlich jeder Preislage, wobei, ähnlich wie bei allen Produkten, die Zahl der Funktionen zur Zahl der Erwerber reziprok proportional ist: je besser und damit teuerer, desto weniger können oder wollen sich das Gerät in der Regel leisten, wobei natürlich eine gewisse Mindestschwelle erst einmal überschritten sein muss.

Studenten gehören, so wie ich mal von mir selbst aus ?extrapoliere?, gemein auch eher zu der Gruppe, die nicht unbedingt einen Espressovollautomaten benötigen, der zwar wunderbar mit eigenen Mahlwerk mehrmals täglich zu gewünschten Uhrzeiten einen oder mehrere Espressos ausspuckt und dazu vielleicht auch noch die besten Wünsche äußert, dafür aber leider, leider, in den vierstelligen ?-Raum vorstößt. Singles wiederum ? auch hier eine Extrapolation von mir auf den Rest der Menschheit ? benötigen in der Regel nicht gleich drei oder mehr Espressos auf einmal; wer sich hier ?ausgegrenzt? fühlt, sollte vielleicht mal wieder einen Gesundheitscheck beim Arzt absolvieren.

Doch ganz im Ernst: die Espresso Novo 2200 Plus bietet eigentlich so ziemlich alles, was man (auch) als Einsteiger in die Welt der ?harten Getränke auf nichtalkoholischer Basis? braucht, um glücklich zu werden ? nicht vergessen, Koffein ist ein Rauschmittel und Kaffe, Espresso und Mokka stellen gesellschaftstolerierte Drogen sowie Alkohol oder Nikotin in welcher Form auch immer dar.

Die Maschine erzeugt die üblichen 15 bar Druck, mittels der aus dem schwarzen Pulver ein köstliches und insbesondere cremareiches Getränk herausgepresst wird, wobei zwischen dem Einschalten der Maschine und dem Einsetzen des Pulvers bis hin zur gefüllten Tasse nach meiner Einschätzung nicht mehr als zwei Minuten vergehen. Dabei, und das ist ein Vorzug, der den etwas höheren Preis gegenüber vergleichbaren Modellen rechtfertigt, wird das Wasser aus dem integrierten Wassertank vollständig e
rhitzt, so dass bereits auch die erste Tasse schön heiß gefüllt wird. Bei einigen ?einfacheren? Maschinen durchläuft das Wasser nur einen Heizwendel, wodurch insbesondere die ersten beiden Tassen oftmals nur lauwarm bis warm sind.

Optisch spricht das Gerät insoweit an, als es zum einen ? typisch Krups eben ? kompakt und sehr solide wirkt, zum anderen aber auch mit seinem dunkelsilbernen Kunststoff und den beiden hellsilbernen Einsätzen, einer Tassenvorwärmplatte über dem Dampfaustritt und einem Abtropfgitter unter demselben, auch einen Hauch an schlichter Eleganz in sich trägt. Dabei erscheint die Verarbeitung nicht nur solide, sie ist es auch. 15 bar Druck sind nicht unbedingt wenig, dennoch wackelt, scheppert oder vibriert an der Maschine nichts, das den Eindruck eines Space-Shuttle-Starts vermitteln könnte. Auch der vollständig herausnehmbare Wassertank mit seinem Fassungsvermögen von einem Liter trägt zu einem gewissen Bedienungskomfort bei.

Möglich ist neben der ?einfachen? Espressozubereitung, die mittels Befüllung eines Siebes und Eindrehung desselben durch einen Siebträger unterhalb der Dampfdüse wirklich kinderleicht ist, auch das Herstellen von Cappuccino und, insbesondere, dem dafür erforderlichen Milchschaumes. Denn die Novo 2200 Plus besitzt, anders als die Novo 2100 Plus, das nächstgünstigere Gerät in der Espresso-Reihe von Krups, ein sogenanntes ?Auto-Cappuccino-System?, bei dem anstelle des sonst üblichen direkten Dampfaustrittes dieser zunächst über ein Ventil geleitet wird. Hierdurch kann über den ebenfalls zum Ventil geführten Kunststoffschlauch die kalte Milch direkt eingesaugt werden und als fertiger Milchschaum in die bereit gestellte Tasse geführt werden. Ein lästiges separates Aufschäumen und anschließendes Umlöffeln entfällt, zudem erscheinen mir die ?Kolaletalschäden? bedeutend geringer. Zwar spritzt bei ersten Einströmen des Dampf-Schaumgemisches auch ein wenig Espresso auf, doch weist der Milchschaum dafür auch eine seh
r ordentliche und beständige Konsistenz auf, die der eines Cafe-Cappuccinos in nichts nach steht.

Auch das lästige Spülen der Aufschäumdüse entfällt insoweit, als lediglich kaltes klares Wasser durch den Plastikschlauch nach Gebrauch anstelle der Milch geleitet werden braucht, um das Aufschäumsystem wieder zu reinigen. So spart man nicht nur ein Gefäß zum Milchaufschäumen, sondern kann zugleich auch noch das Hantieren an einer mehr oder weniger heißen Metalldüse umgehen.

An dieser Stelle gestehe ich denn auch ein, dass ich eigentlich nur eine Espresso Novo 2100 Plus, die gerade nicht über das ?Auto-Cappuccino-System? verfügt, mein eigen nenne bzw. eine solche originär erworben habe. Allerdings, und insoweit ist, da beide Modelle sich ansonsten haargenau gleichen, ein ?nicht hilfreich? eigentlich Fehl am Platze, habe ich mein Maschinchen nachgerüstet. Ein vermeintlich einfacher Anruf bei Krups brachte denn auch das, was ich wollte, die Aufschäumhilfe der Novo 2200, nur lief das Ganze auch im Nachhinein noch etwas ?wirr? ab:

Zunächst einmal etwas Verwirrung am anderen Ende der Leitung, da offenbar der Begriff ?Auto-Cappuccino-System? als solcher nicht gängig war. Nach etwas zähen Beschreibungen dann plötzlich der Durchbruch, wenn auch in etwas merkwürdiger Form: ?Da muss ich die Kollegin fragen...geben Sie mir Ihre Nummer, ich rufe Sie in wenigen Minuten zurück.? (wenige Minuten später) ?Also (prust, lach) die Kollegin hat mir gerade dieses Auto-System...(lach) nein, ich meine den Espresso-Schäumer..ach ne, (lach, lach) wie sagten Sie? Na egal, (prust) jedenfalls das, was Sie wohl wollten, in die Hand gedrückt; ich schick? Ihnen das jetzt zu, geben Sie mir Ihre (kicher) Adresse.? Angesichts der mehrfachen Lachpausen und der unerwarteten Heiterkeit zunächst erst mal die vorsichtige Frage, was den ?der Spass? überhaupt kostet. Antwort: ?Kosten? Na, kosten tut das (des?) gar nichts (lach, lach), mir wurd?s ja auch einfach nur so (kicher, lach)
in die Hand gedrückt! Also keine Angst (prust), da liegt garantiert keine Rechnung über...(lach) na was auch immer bei:? Verwunderung und auch die Befürchtung, unfreiwillig bei ?Bitte lächeln? auf Telefonbasis gelandet zu sein, gab ich also meine Adresse an.

Zwei Tage später erhielt ich auch prompt eine Warensendung der Firma Krups, als deren Inhalt sich nur und ausschließlich...nein, keine Rechnung... sondern eben die begehrte (und belachte) Aufschäumhilfe befand ? zwischenzeitlich glaubte ich ja schon, dass das Ganze nur als ?Abwimmeltechnik? zum Einsatz gekommen gewesen ist. Der ?Umbau? selbst vollzog sich mittels eines 5-Cent-Stückes dann auch sehr rasch. Die Schraube, durch die das Metallrohr an der Maschine angebracht ist, einfach aufdrehen, den Metallarm abnehmen und gegen den neuen ersetzen, der anstelle einer einfachen Düse einen flexiblen Kunststoffschlauch sowie ein Ventil aufweist, austauschen. Schraube wieder anbringen, und schon ist aus der Novo 2100 Plus eine Novo 2200 Plus geworden.


Wer sich allerdings mit der Anschaffung einer Espresso-Maschine trägt, ist sicherlich mit der Marke Krups nicht schlecht beraten. Auch leistet die Novo-Reihe solide Arbeit und steht in einem meines Erachtens guten Preis-Leistung-Verhältnis, wobei mich der Preisunterschied von 50,- ? zwischen Novo 2100 Plus und Novo 2200 Plus, den ich erst zwei Wochen nach Erhalt der Aufschäumhilfe durch Zufall entdeckt habe, ziemlich verblüfft hat, denn eigentlich ist das Ventil und der Schlauch, obgleich sehr praktisch, mit Sicherheit keine 50 ? (materialbezogen) wert.

Dessen ungeachtet bietet die Novo 2200 Plus, mit der auch zwei Tasse Espresso/Capppuccino gleichzeitig zubereitet werden können ? insoweit ist mein Titel ?Optimal für Studenten und Singles? etwas unpräzise ? so ziemlich alles, was man sich von einer erschwinglichen Espresso-Maschine erhoffen kann. Sicherlich, eine ?Serienfertigung? oder der Einsatz frischgemahlenen Espressos, wie ihn etwas d
ie Vollautomaten von Jura oder Krups bieten, ist hier nicht möglich ? dafür muss man allerdings auch weder mehr als 500,- ? noch beinahe einen zehntel Küchenraum bereitstellen, denn diese Vollautomaten erreichen trotz allen technische Fortschritts immer noch Fernseher-Ausmaße. Wer das bereit stellen kann und will, hat meinen Segen, alle anderen meine Empfehlung zur Novo von Krups.

In diesem Sinne, cafe au lait.

Fazit: