Durchdachtes Gesamtkonzept
Krups Nespresso Programatic Metal

Name des Mitglieds: phil.ko
Produkt:
Krups Nespresso Programatic Metal
Datum: 01.03.03, geändert am 01.03.03 (4120 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: optimaler Espresso mit schöner Crema, einfache Bedienung, durchgängiges Service-Konzept
Nachteile: Abhängigkeit von einem Kaffeelieferanten, hoher Stand-by-Stromverbrauch
. Das System:
Espressomaschinen, die das Nespresso-Logo tragen, unterscheiden sich im Vergleich zu klassischen Automaten dadurch, daß sie Teil eines durchgängigen Gesamtkonzepts sind:
a) Die Maschinen sind speziell für die Benutzung von Nespresso-Kapseln konstruiert. Jede Alu-Kapsel ist luftdicht verschlossen und enthält genau die richtige Menge Kaffeemehl für eine Tasse Espresso oder Cappuccino.
Man braucht sich um das Zusammenspiel von Wassertemperatur, Pumpendruck und Mahlgrad des Kaffeemehls keine Gedanken machen. Maschine und Kapsel sind exakt aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist jederzeit ein optimaler Espresso mit einer Bilderbuch-Crema.
Die Kapseln sind in 9 verschiedenen Standardsorten erhältlich, von Zeit zu Zeit werden Specials aufgelegt.
Die sogenannten Varietäten sind von kräftig, würzig, bis weich fein abgestuft und weisen durchgängig eine hohe Geschmacksqualität auf. Ich habe bereits alle Varietäten durchprobiert und konnte mich bisher nicht zu einem Liebling durchringen. Ich mag sie irgendwie alle und entscheide mich spontan nach Laune und Tageszeit für eine Kapsel.
Genau dies sehe ich als eine weitere Stärke von Nespresso. Bei nicht einzeln portioniertem Kaffee in haushaltsüblichen Gebinden von 250g würde wohl niemand auf die Idee kommen, 9 verschiedene Sorten zu kaufen und sie alle gleichzeitig zu öffnen, um sie abwechselnd benutzen zu können.
Laut Nespresso können die verbrauchten Kapseln übrigens inklusive Kaffeeinhalt in die Wertstofftonne/in den gelben Sack geworfen und dem Recycling zugeführt werden. Es wäre ja auch schade, wenn das kostbare Aluminium im Hausmüll landet.
b) Der Kunde wird von der Bestellung für Kaffee und Zubehör bis zur Wartung der Maschine zentral durch den Nespresso-Club betreut.
Durch die erste Bestellung wird man automatisch Mitglied in diesem (natürlich kostenlosen) Club, der mit keinerlei Verpflichtungen verbunden ist. Ich halte das für eine nette Marketingid
ee - es soll wohl den Hauch von Exklusivität untersteichen.
Nüchtern betrachtet wird man ganz normal Kunde eines Direktversenders. Als positiver Punkt ist dabei zu erwähnen, daß der Nesprosso-Club seine Informations- und Bestellunterlagen mit Liebe zum Detail gestaltet hat.
Wirklich "Exklusiv" ist diese Handelsbeziehung auf jeden Fall in der Hinsicht, daß man keine alternativen Beschaffungsmöglichkeiten für die Kaffee-Kapseln hat. So lange Nespresso die Preise (0,29? pro Kapsel) nicht übermäßig erhöht, sehe ich allerdings keinen Nachteil darin.
Der Service des Nespresso-Club ist hervorragend. Lieferungen erfolgen sehr zügig, und Antwortzeiten auf e-mails sind vorbildlich - auf eine Anfrage hatte ich bereits nach ein paar Stunden die treffende Antwort im Postfach.
2. Die Krups Nespresso Programmatic
Ist die Entscheidung für das Nespresso-System bereits gefallen, kann man bei der Auswahl der Maschine qualitativ meines Erachtens nicht viel falsch machen. So weit ich weiß werden z. B. die Krups und Jura Maschinen vom gleichen schweizer Unternehmen gefertigt und unterscheiden sich hauptsächlich durch Optik und Komfortaustattung.
Die Maschinenfamilie Krups 580, 897 und 916 (unterscheiden sich nur durchs Design) besitzt als Komfortmerkmal eine programmierbare Mengendosierung für kleine und große Tassen (voreingestellt sind 50 und 100 ml). Dieses Extra finde ich sehr praktisch und ist der Grund, warum ich mir keine manuelle Maschine wie z. B. die FNA1 gekauft habe.
Auf die Warmhalteplatte könnte ich verzichten, da sie ca. eine halbe Stunde braucht, um die Tassen richtig anzuwärmen. Das geht mit einer Portion heißem Wasser aus der Maschine bedeutend schneller.
Bei anderen Maschinen gibt es noch Extras wie z. B. Entkalkungsalarm, programmierbare Ein- und Ausschaltautomatik, integriertes Kapselkarussel und automatische Reinigungsfunktionen. Ich brauche das alles nicht, es soll aber jeder für sich entscheiden, ob s
olche Funktionen die Mehrausgaben von bis zu 150? (auf Basis der Listenpreise) rechtfertigen.
Die Krups Nespresso Programmatic macht einen soliden Eindruck und fügt sich optisch gut in moderne Küchen ein. Meine Maschine wurde mit 2 Espressotassen/Untertassen (Edition Special Club 2000) und 40 Kapseln (4 Sorten à 10 Stück) geliefert.
Von diesen Tassen würden 9 Stück mit der Öffnung nach unten auf die Warmhalteplatte passen. Bei 6 Tassen ist noch genug Platz für einen Turm aus gestapelten Untertassen. Das sieht dann schon ganz nett aus.
Beim Modell 580 ist das Sieb des Auffangbehälters aus Metall, bei den Maschinen 897 und 916 aus lackiertem Kunststoff. Bei beiden Materialien sollte man auf vorsichtigen Umgang mit rauhen/scharfen Gegenständen achten, um Kratzer zu vermeiden.
Im Betrieb der Maschine hört man ein typisches Pumpengeräusch, das zwar deutlich zu hören ist, aber aufgrund der niedrigen Frequenz auch nicht lästig wirkt. Nur wenn man Tassen und Unterteller auf der Warmhalteplatte abstellt, klappern diese durch die Vibrationen etwas. Das ist möglicherweise vom Untergrund abhängig. Bei mir steht die Maschine nämlich auf einer Ecke der Arbeitsplatte, unter der sich ein Hohlraum befindet - und Hohlräume bilden ja bekanntlich Resonanzkörper.
Die Heißwasser-/Dampfdüse funktioniert einwandfrei, wird bei mir jedoch kaum genutzt, da ich einen elektrischen Milchaufschäumer wesentlich praktischer finde (da leichter zu reinigen) und heißes Wasser mit einem Wasserkocher oder Mikrowellenherd genauso schnell erzeugt werden kann. Außerdem passen nur recht niedrige Gefäße unter die Düse.
Im Auffangbehälter sammelt sich nach dem Gebrauch der Maschine auf jeden Fall etwas Wasser, auch wenn einem beim Umgang mit dem Kapselhalter nichts daneben geht. Es handelt sich um überschüssiges Wasser aus dem Heizsystem, welches automatisch in den Auffangbehälter abgeleitet wird. Aufgrund dieser Tatsache ist es gar nicht so tragisch, daß beim Ablös
en des Kapselhalters von der Maschine prinzipbedingt immer etwas Flüssigkeit nachtropft, da der Auffangbehälter ja eh entleert werden muß.
Die alltägliche Sauberhaltung der Maschine ist kinderleicht. Der Kapselhalter läßt sich per Durchlauf ohne Kapsel, unter fließendem Wasser oder in der Spülmaschine reinigen. Der Auffangbehälter ist mit einem einzigen Handgriff komplett abnehmbar und läßt sich somit leicht zum Spülbecken befördern. Den Frischwasserbehälter sollte man auch nahezu täglich neu befüllen, da das Wasser ansonsten anfängt, etwas nach Kunststoff zu riechen. Ich spüle ihn außerdem alle paar Tage kurz durch.
Mit Entkalkung habe ich noch keine Erfahrung, da bei uns das Wasser sehr weich ist und es bisher nicht nötig war. Hausmittelchen gegen Kalk sind allgemein bekannt. Für diejenigen, die auf Nummer Sicher gehen wollen, bietet Nespresso spezielle Entkalkungssets an.
Abschließend noch ein Kommentar zum Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb:
Die Maschine schaltet nicht völlig ab und zieht rund um die Uhr Strom. Dabei können sich im Laufe eines Jahres einige Euro an unnötigen Kosten aufsummieren. Das Problem der Stand-by-Stromfresser ist schon längere Zeit bekannt. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes gehen auf diese Weise in der Europäischen Union jährlich 100 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Leere. Durch die sinnlose Erzeugung des Stroms in Kraftwerken werden 40 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid nutzlos in die Atmosphäre geblasen. Vor diesem Hintergrund ist es für mich unverständlich, warum bisher nur wenige Gerätehersteller auf einen geringen Stand-by-Verbrauch ihrer Produkte achten.
Meine Nespresso-Maschine benutze ich nun in Verbindung mit einer schaltbaren Steckdose, die ich zusätzlich zum Taster am Gerät betätige. Damit ist der Standy-by-Stromverbrauch gleich Null.
Fazit:
Die Nespresso-Maschine bietet die Möglichkeit, mit wenig Anforderungen an das Talent des Benutzers jederzeit ein
en Spitzen-Espresso zu bekommen. Der hohe Pumpendruck von 19 bar sorgt für eine wirklich perfekte Crema.
9 zur Verfügung stehende Kaffeesorten ermöglichen Abwechslung bzw. die Befriedigung unterschiedlicher Geschmäcker.
Der Kapselpreis ist mit 0,29? ohne Zweifel im Premium-Segment angesiedelt. Wenn man allerdings alle Vorteile von der einfachen Handhabung über die hohe Qualität bis zum erstklassigen Service berücksichtigt und zusätzlich bedenkt, wieviel man hierzulande für einen Espresso in der Gastronomie bezahlt und dann dort oft noch etwas erhält, das den Namen nicht verdient, dann ist dieser Preis gerechtfertigt.
Sicherlich paßt das Nespresso-System nicht zu einer Familie, die täglich 10 Tassen Espresso zubereitet, da in diesem Fall allein die Kaffeekosten mit knapp 90? im Monat schon ziemlich hoch wären. Für einen kleinen Haushalt oder Gelegenheitskonsumenten ist es hingegen ideal. Wenn nämlich jemand so wenig Espresso trinkt, daß ihm eine geöffnete 250g-Packung schlecht würde und er mehr als die Hälfte wegwerfen müßte, dann rechnen sich die Nespresso-Kapseln schon wieder.
Fazit:
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