Gaggia Syncrony Logic
Gaggia syncrony compact - Gaggia Syncrony Logic Espressomaschinen

Produkttyp: Gaggia Espressomaschinen

Gaggia syncrony compact
Gaggia Syncrony Logic

Uwe+Andreas

Name des Mitglieds: Uwe Andreas

Produkt:

Gaggia Syncrony Logic

Datum: 28.03.04, geändert am 24.12.04 (1504 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Einfache Handhabung, Einstellmöglichkeiten, Preis (zumindest der, den ich bezahlt habe)

Nachteile: Temp. Wärmeplatte (wer´s braucht), kein Rapid-Steam (wen´s stört)

Warum habe ich nur jahrelang Kaffee aus der Maschine getrunken?

Endlich habe ich mich dazu aufgerafft, mir eine Espressomaschine zuzulegen. Als Gelegenheitstrinker wollte ich nicht zu tief in die Tasche greifen. Da mir Portionieren, Abmessen etc. zuwider ist, suchte ich einen Espressovollautomaten, der mir jedoch Möglichkeiten zur Variierung des "Ergebnisses" gibt, falls ich einmal meine "Ansprüche" an meinen kleinen Heißen ändern sollte. Zur Debatte standen zuerst die Standardmarken wie Saeco (Vienna, Magic Cappuccino Combi) und Jura, die man auch im Geschäft "um die Ecke" findet. Nachdem ich bei einigen Onlineshops geschildert hatte, welche Ansprüche ich derzeit an den "Automaten" habe, kam ich zu Gaggia. Bei piacere-espresso ( Bewertung: http://mitglieder.dooyoo.de/shops/online_shops/pia cere_espresso_de/01007144 ) stieß ich auf ein Angebot der Gaggia syncrony compact http://www.gaggia.de/script/page.php?open=../pages /machine.php&page=056&moodspan=1&posx= 799.

Die technischen Daten auf einen Blick:

Farbe silber oder anthrazit
Abmessungenen in cm (HxBxT) 38,5 x 28 x 39
Gewicht in kg 8 kg
Anschlußwerte 230 V / 1250 W
Pumpendruck 15 bar
Gehäuse ABS-Kunststoff
Inhalt des entnehmbaren Wassertanks 1,3 l
Inhalt des Bohnenbehälters 250 g
Verstellbares Mahlwerk: ja
Einstellbare Mahlmenge von 6-9 Gramm: ja
Zusatzschacht für gemahlene Kaffeesorte: ja
Ausgabe von 1 oder 2 Tassen Kaffee oder Espresso: ja
Vorbrühfunktion: ja
Vormahlfunktion: ja
Programmierbare Tassenfüllmenge für 2 Tassengrößen
Variable Kaffeetemperatur: nein
Höhenverstellbarer Kaffeeauslauf: ja
Schwenkbare Heißwasser- und Dampfdüse: ja
Pannarello aus Kunststoff
Schnelldampf: nein
Tassenabstellfläche mit Vorwärmung: ja
Drehteller: ja
Entnehmbare Brühgruppe: ja
Entkalkungsprogramm: ja
Spül- und Reinigungsprogramm: ja
Digitaldisplay: nein
Timerfunktion: nein
Kontrollanzeigen für Bohnen- und Wassermangel: ja

Wie man an der Auflistung sehen kann, habe ich für 399 EUR einen Espressovollautomaten bekommen, der für Newbies kaum einen Wunsch offen läßt und Potential nach oben hat.

Der erste Blick:

Das <b>Gehäuse</b> (ich habe silber genommen, denn das paßt gut zu den Porsche-Design-Geräten von Siemens) ist aus ABS-Plastik. Man sieht das zwar, aber es macht weder einen billgen noch instabilen Eindruck.
Der <b>Panarello</b>, der heißes Wasser für Tee oder Dampf zum Aufschäumen von Milch liefert, ist aus schwarzem Plastik und nicht wie bei der "digital" aus Chrom. Die Maschine besitzt eine inaktiv beheizte Ablagefläche für Tassen. Diese dient m.E. aber nur dazu, durch das Abstellen peppiger Tassen (z.B. Kahla Pronto colore http://www.kahlaporzellan.com/Haushaltporzellan/Mo dern/Pronto/pronto_2.htm) für einen Farbkleks zu sorgen. Die "schnelle Frühstückstasse" wird durch das Ding noch nicht einmal lauwarm. Da ist man wirklich schneller, wenn man einen Schuß heißes Wasser über den Panarello in die Tasse füllt und anschließend ausschüttet.

Zum <b>Lieferumfang</b> gehört das Anschlußkabel, ein Pinsel zur Reinigung des "Fertig"-Kaffeefaches sowie ein Plastikschlüssel zum Ausbau des Innenlebens zur Reinigung. Weiterhin liegt ein Teststreifen bei, mittels dessen man die Härte des Wassers bestimmen kann, das man in die Maschine füllt, denn den Härtegrad kann man in der Maschine programmieren (anpassen).

Die Maschine besitzt einen Frischwassertank, eine Einfüllmöglichkeit für bereits gemahlene Bohnen, sprich Pulver, und den Bohnenbehälter mit dem Kegelmahlwerk. In dem Bohnenbehälter befinden sich 2 "Plastikröhrchen", die drehbar sind. Mittels des linken, das mit Zahlen beschriftet ist, kann während des Mahlens (nicht im Stillstand betätigen!) der Mahlgrad geändert werden. Der Mahlgrad beeinflußt die "Durchflußgeschwindigkeit" des Wassers durch das Pulver. Je feiner gemahlen wird, desto langsamer fließt das Wasser und je mehr Crema wird erzeugt. Mit dem rechten kann die Pulvermenge eingestellt werden (glaube 6-9 Gramm). Dies ist eine Möglichkeit, die Stärke des "Gebräus" zu verändern. Zu der 2. komme ich später.

Weiterhin sind 5 Tasten und 3 kleine Lämpchen im vorderen oberen Bereich untergebracht. Sie informieren über die Bereitschaft der Maschine, wo etwas fehlt und was sie gerade macht (Espresso, Kaffee, Dampf, Entkalkung, Wasserstand zu gering, Tresterbehälter voll etc.). Das alles ist sehr schön in der beiliegenden Beschreibung erläutert.

Inbetriebnahme:

Alles ganz easy ;-)) Man nimmt eine Flasche Vittel (nichts mit Kohlensäure! man kann natürlich auch Leitungswasser nehmen, aber unseres strotzt nur so von Kalk - ja, es gibt auch BritaFilter-), deren Inhalt man in den Wassertank schüttet (Max.markierung beachten). Dann nimmt man das Paket mit den Bohnen, das Piacere kostenlos beigelegt hat, damit man gleich loslegen kann, schneidet es auf und schüttet die Bohnen in den Bohnenbehälter. Mahlgrad und Pulvermenge sind werksseitig so eingestellt, daß der erste "Selbstgemachte" genießbar ist. Dann den Netzschalter auf der Rückseite betätigen. Der ist gut erreichbar, da die Maschine auf einem Drehteller steht und so um 360° geschwenkt werden kann (an das schwappende Wasser im Wassertank denken, da der Deckel nur einfach aufliegt!). Die beiden Tasten mit den Tassensymbolen (kleine und große) beginnen zu blinken, was ein Hinweis darauf ist, daß die Arbeitsbereitschaft hergestellt wird. Ist die Maschine auf Temperatur (was in einer Minute erledigt ist), wechseln die Tasten von Blinken in Dauerleuchten. Bei Erstinbetriebnahme müssen die Leitungen noch "unter Wasser" gesetzt werden. Hierzu einfach eine große Tasse unter den Panarello stellen und den schwarzen Drehknopf an der rechten Seite bewegen. Das Ventil wird geöffnet und es strömt Dampf aus dem Panarello. Sobald dauerhaft Wasser ausströmt, den Drehknopf nach rechts bis zum Anschlag zudrehen. Wenn man den Drehknopf gefühlvoll betätigt, braucht man keine Bedenken hinsichtlich Verbrühungen durch Spritzwasser zu haben.
Nun ist die Maschine betriebsbereit.

Für einen Espresso einfach eine Tasse unter beide Öffnungen des Auslasses stellen und die Taste mit der Abbildung der kleinen Tasse 1x drücken. Schon meldet sich das Mahlwerk der Maschine, das typische Klopfen ertönt und es strömt eine kleine Menge Espresso in die Tasse. Es handelt sich dabei um die Vorbrühfunktion, durch die das Pulver "angenäßt" wird und somit "durchziehen" kann. Man möge mir die laienhafte Ausdrucksweise verzeihen. Sekunden später pumpt die Maschine das restliche Wasser durch das Pulver und der Espresso ist fertig. Die Füllmenge der Tasse ist programmierbar. Sollte einem zu wenig Espresso gebrüht werden, die Taste mit der Abbildung der kleinen Tasse während des gesamten Vorganges gedrückt halten und erst dann loslassen, wenn genügend Flüssigkeit in der Tasse ist. Man sollte jedoch aufpassen, ob nicht die Pulvermenge nachgeregelt werden muß, damit der Espresso nicht zu dünn wird. Bei 2 Tassen einfach je eine Tasse unter je ein "Loch" im Ausfluß der Maschine stellen und halt die Taste für die Zubereitung 2x drücken. Bei der Taste mit der Abbildung einer größeren Tasse wird "von Haus aus" mehr Wasser zur Zubereitung verwendet und füllt so eine Kaffeetasse. Aber auch hier ist die Wassermenge separat programmierbar. Nach dem Brühvorgang wird der Trester in einen separaten Behälter entleert.

Für die Cappuccino-Zubereitung kommt der Panarello zum Einsatz. In diesem Fall einfach die "Dampftaste" drücken. Wieder beginnen die Tasten zu blinken und gehen in Dauerleuchten über, sobald die Maschine bereit ist. Dann einfach kalte Milch in einen kalten Becher und den Panarello bis auf den Boden eintauchen. Dann den Drehknopf auf der rechten Seite (wieder mit Gefühl) nach links drehen. Und großes Ehrenwort: Dann spritzt nichts und es ist eine einfache Sache, schönen Milchschaum herzustellen. Je länger Ihr die Luft hineienblasen laßt, desto stärker wird die Konsitenz des Schaumes. Nach der Benutzung des Panarellos blinken wieder drei Tasten. Dies ist der Hinweis, daß die Maschine vor dem Brühen von neuem Espresso entlüftet werden muß. Aber das ist auch keine große Sache. Taste gem. Bedienungsanleitung http://www.gaggia.de/script/manual.php?file=syncom p.pdf drücken, den Panarello in einen Becher halten, Drehknopf vorsichtig nach links drehen und solange geöffnet lassen, bis dauerhaft Wasser austritt (wird auch damit quittiert, daß die Tasten aufhören zu blinken und wieder dauerhaft leuchten). Danach ist die Maschine zu neuen Schandtaten bereit. Es geht dabei zwar Wasser drauf, aber dehalb würde ich nicht einem fehlenden Rapid-Steam (Dampf immer zur Stelle ohne lfd. zu entlüften etc.) nachweinen, denn die Maschinen mit dem Feature sind doch um einiges teurer.

Hat man eine kleine Runde von Trinkern, kann man die Vormahlfunktion nutzen, die dafür sorgt, daß -wie der Name schon sagt- Bohnen für die nächste Brühung vorgemahlen werden. Aber wegen der paar ersparten Sekunden sehe ich keine Notwendigkeit, denn nachher liegt die letzte Ladung über Nacht. Wir Männer schaffen es auch, 7 Minuten auf ein schönes Bier zu warten ;-)).

Sofern der Tresterbehälter voll ist (die Maschine zählt die Brühvorgänge), leuchtet ein kleines Lämpchen. Netzschalter an lassen! Nur so bemerkt die Maschine, daß der Tresterbehälter entfernt wurde und fängt an, neu zu zählen.

Pflege:
Ich habe noch die "Spülfunktion" programmiert. Sie bezweckt, daß die Leitungen nach dem Einschalten einmal durchgespült werden und somit mit "frischem" Wasser gebrüht wird. Insofern sollte man bei Nutzung immer einen leeren Becher unter den Auslauf stellen, damit sich die Auffangwanne, auf der die Tassen stehen, nicht zu schnell füllt (trotzdem die Auffangwanne immer kontrollieren, da sich dort beim Spülen der Brüheinheit Pulverreste und Wasser sammeln).

Das Innenleben (Brüheinheit) sollte lt. Herstellerangaben 1x die Woche bzw. spätestens, wenn der Bohnenbehälter leer ist, mit klarem Wasser gereinigt werden (mache ich in 2-3 Tagen). Auffangwanne und Tresterbehälter lassen sich einfach demontieren und unter fliessendem Wasser abspülen.

Zusätzlich verfügt die Maschine über ein Entkalkungsprogramm.

Fazit:

Was unten aus der Maschine kommt schmeckt höllisch gut (natürlich beeinflußbar durch Bohnensorte, Pulver-, Wassermenge, und Mahlgrad) und man kann süchtig nach dem "Gebräu" werden. Von Sodbrennen keine Spur mehr. Das Ergebnis ist immer frisch und sauert nicht schon eine halbe Stunde in einer Termoskanne vor sich her. Auch kann ich nicht beaupten, daß ein Gute-Nacht-Espresso einen vom Schlafen abhält.

Die Möglichkeiten zur Beeinflussung der Wasser- und Pulvermenge sowie des Mahlgrades in der Summe sucht man in dieser Preisklasse m.E. vergebens. Ich kann daher die Maschine nach meinem derzeitigen Wissensstand um die Thematik "Espresso" wärmstens empfehlen.

Wie gesagt, ich bin kein Purist, weiß auch nicht, ob ich es jemals werde. Auf Knopfdruck habe ich in einer Minute einen Kaffee oder Espresso bevor ich aus dem Haus gehe und es mal schnell gehen muß.

Das "Pulverfach" habe ich noch nicht ausprobiert, da nichts über "frisch gemahlen" geht.

Fazit: