Gaggia Paros
Gute Maschine, aber... - Gaggia Paros Espressomaschinen

Produkttyp: Gaggia Espressomaschinen

Gute Maschine, aber...
Gaggia Paros

Voider

Name des Mitglieds: Voider

Produkt:

Gaggia Paros

Datum: 08.05.02, geändert am 10.05.02 (4009 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: integr. Mühle, gute , schwere Qualität, Design und Resultat

Nachteile: Mühle mahlt nicht unbedingt fein genug, Material und Position des Wasserbehälters

Ich habe mir die Gaggia Paros zugelegt (inzwischen wieder verkauft), da diese Maschine eine integrierte Mühle hat und mir das design gut gefallen hat. Nun zu den Eigenschaften:

Die Mühle mahlt ausreichend fein, ist aber meiner Meinung nach nicht fein genug zu justieren und wer einen optimalen Mahlgrad erzielen will, muss wohl oder übel auf eine andere Mühle setzen. Es ist nicht möglich, staubfeinen Espresso zu mahlen (für Mokka) oder je nach Espressosorte kann es notwendig sein, diesen feiner als möglich zu mahlen.
Das Mahlwerk wird mittels eines Schiebereglers mit Rücklauffeder angeworfen und hat 2 markierte Positionen: 1 Tasse oder 2 Tassen. Allerdings ist dies nur ein Hilfsmittel, da logischerweise je nach Einstellung des Mahlgrades das Mahlen länger oder kürzer dauert, der Regler aber stets in der gleichen Geschwindigkeit zurückläuft. Positiv fand ich den fest verbauten Plastikstampfer zum Andrücken des Espressomehls, sozusagen immer "griffbereit", denn man muss den Siebträger nur von unten her dagegen drücken.

Der Wasserbehälter ist aus hartem Plastik, dass meiner Meinung nach zu spröde ist. Meiner war jedenfalls schon beim Kauf gesplittert und ich habe bei einem Gaggia Vertriebspartner Ersatz für damals 25 DM + Versand bestellen müssen. Er fasst ca 1,9 Liter und ist für den Hausgebrauch ausreichend gross, da man ja das Wasser nicht unbedingt tagelang stehen lassen sollte. Etwas ungeschickt ist hierbei, dass man den Tank von hinter der Maschine einhängen muss, das bedeutet, man muss sie jedesmal von der Wand, so sie an einer steht, wegrücken. Der Tank ist durchsichtig und man kann den Wasserinhalt erkennen.

Die Espressomaschine an sich ist eigentlich von guter Qualität. Die Brühgruppe ist schwere Qualität wie von Gaggia gewohnt und wurde im Feinschmecker-Test 3/2000 mit "gut" bewertet. Für eine Maschine dieser PReisklasse sicherlich sehr gut. Des weiteren verfügt sie über ein Magnetventil, welches dafür verantw
ortlich ist, dass sich kein "Stausee" auf dem Espressomehl sammelt, nachdem der Espresso durchgelassen wurde und das restliche Wasser wird über ein Metallröhrchen in den Wasserauffangbehälter am Boden der Maschine abgeleitet... sehr gut gelöst wie ich finde.
Die Maschine hat folgende Maße:
35cm Höhe, 36cm Breite, 28cm Tiefe
Sie wiegt ca 10 kg und hat 1520 watt Leistung, Pumpendruck von 15 Bar, ein Gehäuse aus Stahl und eine elektronische Temperatursteuerung.
Wie bei allen Maschinen mit einem Heizkreislauf (Maschinen mit 2 Heizkreisläufen kosten i.d.R. über 600 Euro) muss man bei der Dampfentnahme warten, bis die nötige Temperatur erreicht ist, da die optimale Temperatur für trockenen Dampf über 120 grad liegt, das Wasser für den Espresso jedoch 92 Grad nicht überschreiten sollte. Das Aufheitzen geschieht allerdings recht schnell und wird durch eine Lampe unter dem Druckknopf signalisiert. Langsamer (jedoch wie bei allen Maschinen mit nur einem Heizkreislauf) geht das Abkühlen, wenn man wieder Espresso machen will. Hierzu muss man warten, bis die Temperatur wieder abgesunken ist. Auch dies wird durch eine leuchtende Taste signalisiert.

Der Siebträger ist wie gesagt massiv und schwer (für diese Preisklasse echt super). Einsätze gibt es für 1 oder 2 Tassen. Ärgerlich dabei ist, dass die Öffnungen des Siebträgers so weit auseinander liegen, dass es möglich ist, wenn man nur eine Tasse zubereiten will, dass Espresso an der Wand der Tasse hinunterläuft, da sie zu klein ist... hier wären 2 separate Siebträger mit 2 und 1 Öffnung besser gewesen.

Das Design der Maschine muss jeder für sich beurteilen (siehe Foto auf der Hersteller Homepage). Mir persönlich hat es sehr zugesagt. Einziger Kritikpunkt ist die Instabilität, die durch die 4 glänzenden MEtallstützen entsteht. Auf der anderen Seite muss man ja nicht an der MAschine herumreissen, aber wenn man den Siebträger einspannt, hat man das Gefühl, dass sich das Gehäuse dadurch &qu
ot;verdrehen" könnte, was bei mir jedoch natürlich nicht passiert ist, aber man merkt einfach, dass es nicht bombensicher und fest ist.

Nun zum Wichtigsten: Der Espresso...
Es ist relativ einfach: wenn man etwas Erfahrung hat, das Espressomehl frisch gemahlen hat, der Mahlgrad fein genug ist, man in etwa 7 gr Espressomehl pro Tasse in den Sieb getan hat, dieses nicht zu fest angedrückt hat und die Durchlaufzeit des wassers nicht länger als ca 27 Sekunden war, dann kommt bei der Psros ein wunderbar schmeckender Espresso mit einer satten Crema heraus. Dies ist meine eigene Erfahrung und ich unterstelle, dass gegenteilige Aussagen aus einer defekten Maschine oder eher aus einer anderen Fehlerquelle (Mahlgrad, Anpressdruck, Durchlaufzeit usw) resultieren!
Mehr kann ich dazu nicht sagen, mir hat das Ergebnis sehr gut geschmeckt und ist mit dem einer professionellen Maschine durchaus zu vergleichen (ich besitze inzwischen eine "Profi" Maschine, daher weiss ich es).

Deshalb kann ich der Paros durchweg bis auf die Mühle ein sehr gut geben, die Mühle hat mich nicht so weggerissen, aber immer noch gut. Das Design hat mir sehr gut gefallen und die Verarbeitung war auch gut bis auf den Wasserbehälter, aber das liegt wohl in der Natur der Sache, wenn dieser durchsichtig sein soll (Brühgruppe, Siebträger... einfach mal in die Hand nehmen... ist echt schwer).
Das Ergebnis hat mich wie gesagt sehr beeindruckt, deshalb auch ein sehr gut... alles bitte im Verhältnis zum Preis sehen... natürlcih könnte alles etwas besser sein, aber auch sehr viel teurer! :-)
Alles in allem ist diese MAschine sehr viel besser als andere Einsteigergeräte und für ihren Preis echt toll und macht vor allem auch riesig Spass!

Fazit: