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DeLonghi ESAM 3100

Name des Mitglieds: Alemanis
Produkt:
DeLonghi ESAM 3100
Datum: 07.11.08
Bewertung:
Vorteile: Einfach in der Bedienung und unschlagbar im Geschmack
Nachteile: Von Natur aus ein wenig krawallig, Einstellknöpfe könnten etwas mehr Solidität vermitteln
So, oder so ähnlich hörten sich die Kopfschmerzen meiner Schulzeit an. Lange ist es her. Wie oft ging mir damals durch den Kopf "Die spinnen die Römer!" Warum mussten die alles so verkomplizieren, vordergründig das Lateinische? Nun, die Römer heute sind ja anders, als die Römer früher und obschon aller Römer Italiener sind, sind nicht alle Italiener gleich Römer. Doch meine Vorurteile aus der Schulzeit - komplizierte italienische Komplexität - haben sich erst abgebaut, als ich meine DeLonghi kennenlernte. Nicht dass mein Leben einfacher wurde, doch es wurde um einige Nuouncen geschmackvoller.
Meine DeLonghi ESAM 3100 habe ich nun schon seit geraumer Zeit, und auch nur deshalb, da ich sie nicht loswerden konnte. Klingt komisch? Nun,es ist eine Geschichte, die mit der Entschuldigung anfängt, dass ich eigentlich Teetrinker bin, oder besser gesagt, es war.
Zuerst sollte die DeLonghi ESAM 3100 ein Hochzeitsgeschenk werden (super-günstig ersteigert), hätten da nicht noch andere, edlere Espresso-Maschinen um die Gunst des Brautpaars gebuhlt. Egal, dann werden die Eltern halt zu Weihnachten damit beglückt, dachte ich mir. Exzellent, Weihnachtsgeschenk schon im Mai gesichert. Leider macht die Technikfeindseligkeit meines Vaters auch vor gutem Kaffee nicht Halt. Also, was blieb mir anderes übrig, als die Maschine am zweiten Weihnachtstag vor nunmehr zwei Jahren selber einzuweihen. Ich wusste nicht, wem ich die Maschine sonst noch 'andrehen' könnte und ein wenig neugierig war ich ja schon. Es bewahrheitete sich das Sprichwort: Neugier ist aller Laster Anfang.
Krrraaatsch - ein klasse Duft der einem da entgegenströmt, wenn man die Illy-Dosen mit den ganzen Bohnen aufreisst. Gespannt, dennoch skeptisch. Anleitung studiert, die Maschine ist eingerichtet, 2x durchgespült, vollgetankt und wartet nun nur noch auf die Bohnen. WROOOAAAARRRRRRRR. Du meine Güte!!! Wenn einen der Kaffee morges nicht wach macht, dann zumindest das Mahlwerk. Verteufelt laut. Ich habe mich bis heute nicht daran gewöhnt - doch an den schaumigen-cremigen Geschmack eines frisch gezapfen Espresso nach dem Essen. Morgens und mittags ganze Bohnen mit vollem Koffein, abends kommt dann entkoffeiniertes Espressokaffeepulver in die Maschine. Gut, dass die Maschine einem hier die Wahl lässt. Die Dosierung der Wassermenge ist bei Mehl eine wenig anders als bei Bohnen und dann auch immer mal wieder anders, doch nach der 200sten Tasse hat man den Dreh an den kleinen (soll ich sagen pieseligen?) Knöpfchen raus. Ist ja auch nicht schwieriger als Fliegen.
Ich sollte vieleicht noch erwähnen, dass ich seit der Einweihung meiner DeLonghi weniger Tee trinke, obschon die Heisswasserfunktion gut funktioniert. Ich glaube fast, es ist das Zeremoniell des Espressozubereiten, das mich immer wieder neu fasziniert. Wohlgemerkt Espresso! Denn beim Zubereiten von Cappuchino werde ich jedesmal auf's neue frustriert. Beim Aufschäumen von Milch lernt man schnell, weshalb es Espressomaschinen mit zwei Brühgruppen gibt - eine für den Kaffee und eine für den Dampf und das gleichzeitig. Hat man aber nur eine Brühgruppe - wie bei der ESAM 3100 - so muss man von Wasser auf Dampf umschalten, warten, noch ein bisschen länger warten, bis der Dampfdruck sich aufgebaut hat und los geht's mit dem Schaumschlagen. Dann von Dampf wieder auf Wasser umschalten, warten, solange bis der Dampfdruck sich abgebaut hat, noch ein bisschen länger warten und die Tastensperre ist aufgehoben. Knöpfchen drücken, Kaffee mahlen, und gut. Oder fast gut. Das Prozedere dauert zu lange und ist umständlich. Resultat: Kaffee bevorzuge ich meist als Espresso und nur wenn ich experimentierfreudig bin oder mir ein bisschen langweilig ist (haha) gönne ich mir mal einen Cappuchino.
Insgesammt besticht die DeLonghi durch eine Crema, die ihresgleichen sucht. Der Geschmack ist besser als bei manchen Luxus-Espressomaschinen in meinem Freundeskreis (Einbildung? Mit Sicherheit). Für einen sogenannten Vollautomaten ist die ESAM 3100 spartanisch engerichtet und ohne viele Schnick-Schnack (gemessen an was es auf dem MArkt sonst noch so gibt). Mittlerweile weiss ich was meine Maschine kann, und sie weiss wie ich gerne meinen Kaffee hätte; da würde ihr eine Ethernetverbindung zur Herstellersupportseite im Internet auch nicht weiterhelfen können. Man muss sich halt an's Optimum durch probieren herantasten.
Eine Empfehlung sollte ich noch weiterreichen: Keine billigen Kaffeebohnen nehmen ("Die Krönung bitte..."). Dunkel und durchgeröstet sollten die Bohnen sein, denn zuviel Feuchtigkeit (oder waren es die Öle?) in den Bohnen verklebt das Mahlwerk. Gibt nur Ärger - mit der Maschine, nicht mit ihm selber, wie der nette Herr vom DeLonghi-Technikservice (super-schnell, -gut, und -freundlich!) mir versicherte. Denn er wird ja schliesslich dafür bezahlt, dass er mir das Mahlwerk neu einrichten darf. Nun ja, ich bin halt noch kein Espressoexperte. Ich will es auch gar nicht werden, lediglich Weltklasse-Espresso geniessen können, das möchte ich. Dies ist mit einer DeLonghi ESAM 3100 doch nicht zuviel verlangt, oder?
Fazit: Italienischer Espresso-Charme, der es jederzeit mit schweizer Perfektions aufnehmen kann
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