AEG CG 6400: Ein Geheimtipp
AEG CG 6400

Name des Mitglieds: Kunde2000
Produkt:
AEG CG 6400
Datum: 14.09.09, geändert am 29.06.11 (1890 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Super Bedienkonzept - Günstiger Preis
Nachteile: Wird nicht mehr produziert
[Ergänzung am 27.04.2010 & 05.05.2011: siehe unten]
Für Technik Freaks gibt der Vollautomatenmarkt viel her - für den nicht so Technik verliebten Nutzer ist es schon schwieriger.
Die Aufgabe war, für meine Schwiegereltern einen gut ausgestatteten Kaffee-Vollautomaten (KVA) zu finden, dessen Bedienung sinnvoll, logisch und selbsterklärend ist.
In Frage kamen die sehr ähnlichen Modelle von Delonghi, Philips und AEG. Technisch unterscheiden Sie sich nur marginal, aber die Bedienkonzepte sind -was den Alltagsgebrauch betrifft- sehr unterschiedlich.
Die Philips sieht meiner Meinung nach am besten aus. Aber will man die Kaffeestärke ändern, muss man erst die Taste fürs Aroma drücken, dann mit Pfeiltasten die Stärke auswählen, mit ok bestätigen und dann endlich darf man die Kaffeetaste drücken. Immerhin sind zwei Kaffeetasten für unterschiedliche (vorprogrammierbare) Füllmengen vorhanden. Aber im Alltag ist das nervig.
Bei Delonghi ist es ähnlich gelöst. Leider bekommt man bei dieser Marke kaum einen Marktüberblick. Unzählige Bezeichnungen für offensichtlich ein und dasselbe Gerät. Dazu sind die Angaben auf der Herstellerseite für viele Geräte unvollständig.
Bei AEG gibt's auf der Homepage nur noch die CG 6200 und die CG 6600.
Die CG 6200 hat ein absolut unübersichtliches Symboldisplay, das den uninteressierten Nutzer verwirrt. Bei der CG 6600 gibt's ein Klartextdisplay. Dafür ist der Preis recht hoch (mind 800 Euro). Es ist zwar ein automatischer Milchaufschäumer dabei - nur wenn der Kunde den gar nicht benötigt?
Zufällig fand ich dann die CG 6400 (für nur 548,- incl Versand), die gar nicht mehr im Programm ist, aber am Markt noch erhältlich ist.
Sie hat die Klartextbedienung wie bei der CG 6600.
Im Menü macht man die Grundeinstellungen (Temperatur dreistufig, Füllmengen, Wasserhärte, Kannengrundeinstellungen, Automatische Abschaltung) und bedient Sonderfunktionen (Entkalken).
Im Alltag geht alles intuitiv. Es gibt einen Drehknopf für die Füllmenge. Im Display erscheint dann zusätzlich (Espressotasse, kleine Tasse, mittlere Tasse, große Tasse, Becher).
Über einen zweiten Drehknopf wird die Stärke gewählt, die ebenfalls zusätzlich im Display angezeigt wird. Die gewählt Stärke bleibt (in Grenzen) unabhängig von der gewählten Tassengröße konstant.
Da findet jeder schnell seine persönliche Einstellung und findet sie beim nächsten mal auch wieder.
Ob man eine oder zwei Tassen möchte, wird über zwei separate Tasten entschieden.
Dann gibt's da noch die Kannenfunktion. Kanne reinschieben und es erscheint ein Hinweis, dass man ausreichend Bohnen und Wasser in der Maschine haben soll ("... bitte prüfen"). Einmal ok drücken, dann wählt man mit den Pfeiltasten die Tassenanzahl aus und mit einem Druck auf die Kannentaste geht's los.
Am Bedienkonzept gibt's also nix zu meckern. Das ist spitze.
Bei jeder Aktion zeigt ein Fortschrittsbalken den Ablauf an.
Reinigung und Befüllungen gehen kinderleicht. Lediglich der Wassertank könnte eine ausgeprägtere Griffmulde haben.
Die Geräuschentwicklung ist ok. Es gibt zwar leisere Geräte, aber wirklich laut (so wie bei Veteranen wie zB Saeco Vienna oder Cafe Grande) geht's nicht zu.
Einige Nachteile: Das Design könnte etwas wertiger sein. Der Tassenwärmer ist nicht abschaltbar. Es gibt kein Wasserfilterkonzept so wie bei Jura oder Saeco (Es gibt Regionen, wo sowas durchaus Sinn macht)
Ein Pulverfach gibt's auch noch.
Und dann noch die Genießerfrage (rein subjektiv):
(Bisher hatte ich nur Jura und Saeco Erfahrung.)
Die AEG Brühgruppe presst den Kaffe superfest. Klasse, so soll es sein.
Der Kaffe schmeckt etwas "rassiger" als aus meiner Jura.
Aber das ist evt nicht jedermans Sache.
Aus der Jura schmeckt der Kaffee etwas "runder".
Der Grund: Bei meiner Jura lässt sich das Mahlwerk deutlich gröber einstellen als bei der AEG. Damit lässt sich ein vollmundiger "sanfter" Kaffe zubereiten. Allerdings braucht man dann auch etwa die 1,3 fache Bohnenmenge.
Wer das klassische Espressoaroma bevorzugt, ist meiner Meinung nach mit der AEG (und wohl auch Delonghi und Philips [bevor Philips Saeco übernommen hat]) bestens bedient. Wer vollmundigen, runden (aber nicht wässrigen) Kaffee bevorzugt, greift besser zu einer Jura.
Einen teilweise noch höheren Kaffeeverbrauch hat man bei Saeco. Bei Saeco Geräten ist mir aufgefallen, dass jede Maschine (bei gleichen Einstellungen und Zutaten) unterschiedliche Ergebnisse liefert. Bei der einen ist der Trester fest gepresst, bei einer anderen ist er matschig. Und so unterschiedlich ist dann auch der Kaffee. Zweifelsohne ist die Saeco Brühgruppe -meiner Erfahrung nach- sehr robust, aber Delonghi kann da -soweit ich das sehe- locker mithalten. Mal schauen wie die Langzeiterfahrung wird.
Meine Jura läuft auch problemlos, aber ich musste nach 8000 Tassen neue Dichtungen in die Brühgruppe einsetzen, das Supportventil wechseln und die Mahlkegel wechseln. Und es waren einige "Tuningarbeiten" erforderlich, damit in der Brühgruppe der Brühzylinder nicht aus der Führung sprang. Für den Laien wäre es eine kostspielige Angelegenheit gewesen.
Nun fehlt eigentlich nur noch der Vergleich zum WMF Konzept, aber damit wären wir in einem ganz anderen Preissegment...
Fazit: Die AEG CG 6400 ist ein Geheimtipp für Technikmuffel, die gerne ein gut ausgestattetes Gerät haben möchten. Der Preis ist super (ab 550Euro).
Tipp: Falls der Kaffee etwas zu rassig schmeckt oder gar bitter ist:
Erst mal einen guten Kaffee wählen (zB schmeckt mir der von den beiden großen Discountern in keinem der genannten Automaten).
1. Die ersten 50 Tassen abwarten.
2. Brühtemperatur senken.
3. Mahlgrad gröber einstellen und stattdessen eine stärkere Aromeinstellung wählen (= mehr Bohnen)
4. Einen Wasserfilter (Kannensystem) verwenden. Alternativ kann man auch erstmal probieren das Leitungswasser offen 24h "abstehen" zu lassen.
Ergänzung 27.04.2010:
Inzwischen hat die Maschine 800 Tassen zubereitet und es gab keinerlei Probleme. Meine Schwiegereltern sind sehr zufrieden. Die Kaffeequalität ist konstant und der Reinigungsaufwand ist minimal. Etwas unhandlich ist das Befüllen des Wassertanks - man gewöhnt sich zwar daran, aber so wirklich ergonomisch ist die Handhabung nicht.
In der Summe der Eigenschaften ist die Maschine aber super. Insbesondere dann, wenn mehrere Nutzer mit unterschiedlichen Vorlieben dasselbe Gerät benutzen.
Ich habe dann für's Büro (10 Nutzer + gelegentlich Gäste bzw Meetings) die gleiche Maschine gekauft, da unsere Saeco Vienna nach etwa 45.000 Tassen (3 Boiler, 8 Tankdichtungen, 3 Brühgruppendichtungen) endgültig "fertig" war. Die Kollegen kamen auf Anhieb mit der Maschine zurecht und die Kannenfunktion macht die zusätzliche Filtermaschine (mit ihrem lausigen Kaffee) überflüssig.
Ergänzung 05.05.2011
Die Maschine der Schwiegereltern hat inzwischen 2300 Tassen gebrüht (in 19 Monaten).
Die Maschine im Büro hat 6800 Tassen gebrüht (in 12 Monaten).
Es gab keinerlei Probleme oder Störungen und alle Nutzer sind mit der Kaffeequalität weiterhin zufrieden.
Fazit: Kein Fehlkauf
| Verarbeitung: | ||
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| Bedienkomfort: | ||
| Reinigung: | ||
| Qualität: |
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