Tevion DRW 1605
Die eierlegende Wollmilchsau - Tevion DRW 1605 BD/DVD/HDD Rekorder

Produkttyp: Tevion DVD-Recorder

Neuester Testbericht: ... ein normaler DVD-Rohling kann etwas über 4 Stunden in EP aufnehmen, 6 Stunden gar in EP+, gute drei Stunden in LP, 2 in SP und um die ... mehr

Die eierlegende Wollmilchsau
Tevion DRW 1605

HeiderSV

Name des Mitglieds: HeiderSV

Produkt:

Tevion DRW 1605

Datum: 26.04.09

Bewertung:

Vorteile: kann fast alles

Nachteile: fummelige Fernbedienung verleitet zu Fehlern

Vorwort
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Überblick über den folgenden Bericht, weil evtl. der eine oder die andere Leser/in sich nur für bestimmte Teile interessiert.
Nach einer kurzen Vorgeschichte wird es technisch, aber ich verspreche: lesbar technisch.
Dann kommt der ausführliche Praxistest.

Es war einmal . . .
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. . . da gab es mal wieder ein Sonderangebot von Premiere. Für fast gar nichts gab es einen einjährigen Basic-Zugang und die ersten drei Monate sogar das volle Spielfilmprogramm. Der Digital-Receiver war bereits inklusive. Naja, "fast nichts" stimmt so nicht ganz, es musste ein Handyvertrag abgeschlossen werden. Aber weil Sohnemann sowieso einen neuen brauchte, war es unterm Strich wirklich fast nichts. Also wurden die Verträge unterschrieben und auf den Zugang gewartet. Und genau in diese Zeit des Wartens fiel ein Sonderangebot über einen digitalen DVD-TV-Recorder mit Festplatte. Das war das geniale Zusatzteil für den Premiere-Empfang, denn so viele Filme kann ich gar nicht sehen und mein Video-Recorder nicht aufnehmen, dachte ich. So wurde ich stolzer Besitzer des "Tevion DVD-Recorders mit 160 GB Festplatte". Keine 200 Euro musste ich dafür hinlegen, auch heute sind vergleichbare Geräte nur wenig billiger

Sieht schick aus
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Das Gerät kommt in einem großen Karton daher, der das Gerät selbst noch einmal abbildet und seine wesentlichen Vorzüge groß anpreist.
Im Karton das Gerät selbst, ein Antennenkabel, eine Fernbedienung plus 2 passende AAA-Batterien, die Bedienungsanleitung, die auf der letzten Seite den heraus trennbaren Garantieteil enthält.
Ausgepackt ist das Teil schön flach, schwarz-silber gehalten, sieht schon gediegen aus, der optische Eindruck gaukelt ein teureres Modell vor. Die Fernbedienung allerdings ist recht klein geraten, dafür tummeln sich fast 40 Tasten darauf. Wie gut, dass ich keine dicken Finger habe.

Abgesehen vom Kaffeekochen . . .
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. . . kann dieses Gerät eigentlich alles.
Es ist ein vollwertiger TV-Tuner, der auch digitale Sender, zum Beispiel DVB-T empfängt. Natürlich kann man Sendernamen nachträglich bearbeiten und nach Belieben verschieben.
Auch ein Digitalreceiver fühlt sich an dem Teil nicht fehl am Platz.
Es ist ein vollwertiger DVD-Player, der neben DVDs auch Musik-CDs, Video-CDs, MP3s abspielt, auch Foto-CDs mit JPEG-Bildern werden angenommen und dann über den Fernseher ausgegeben.
Es ist ein DVD-Brenner, der auch RWs brennt.
Es ist ein Multi-Kartenleser für SD, MMC usw.
Es ist ein Video-Recorder, der wahlweise auf DVD oder auf HDD aufnimmt.
Es ist eine Quelle für ein Surroundsystem, natürlich gibt es auch eine Schnittstelle für DTS-Sound.
Er kopiert bzw. spielt auch von anderen Quellen ab, ein Videorecorder, eine Kamera, egal ob digital oder analog.

Suchen Sie Anschluss? . . .
. . . hier werden Sie geholfen, bzw. angeschließt.
2 Antennenbuchsen stellen die traditionelle Verbindung mit dem Fernsehgerät und der Antennenbuchse des Hauses her.
2 Scart-Anschlüsse bedienen die In-Out-Funktion auf diesem Weg.
Component Video-Ausgänge verbinden das Gerät z.B. mit einem Beamer.
Ein Cinch-Video-Eingang für einen Recorder ohne Scart, oder für eine zweite Eingangsquelle neben der Scartbuchse ist auch vorhanden, die Cinch-Audio-In-Buchsen liegen gleich daneben.
Und wer ein S-Video-Gerätekabel hat, der wird hier auch verbunden.
Eine weitere Cinch-Video-Buchse sucht Anschluss, dazu gesellt sich hier der digitale Audioausgang und ein S-Video-Anschluss.
Abgerundet wird das von 6 Audioausgängen für eine 5.1-Anlage.
Auch die Vorderseite hat noch etwas zu bieten, ein Multikartenleser, ein weiterer Cinch-Video und ein weiterer S-Video-Eingang, zum Beispiel für ein nur mal schnell angeschlossenes Fremdgerät, und ein DV-In-Anschluss für eine Digicam. Audio-In in Stereo ist natürlich mittenmang.

Weitere Funktionen
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Über die wenigen Tasten am Gehäuse kann man das Gerät ein- und ausschalten, die DVD auswerfen, zwischen drei Quellen wählen (DVD, HDD, Speicherkarte), Play, Pause, Stopp und Aufnahme wählen, außerdem die Programmplätze rauf und runter durchzappen.
Die Fernbedienung bietet das alles und noch viiiieeel mehr:
Neben den Sprungbefehlen zu den Kapiteln und den üblichen Play/Pause/Stopp/Record-Funktionen und dem Wechsel der Programme und der Datenquellen findet man noch so um die 30 Tasten.
Ein schneller Vorlauf der bis zum Faktor 100 geht! Der Rücklauf ist nicht ganz so fix. Eine Zeitlupenfunktion gibt es ebenfalls und die Einzelbildschaltung.
Den Ton kann man ausschalten, Timeshift einschalten, Lesezeichen setzen, Abschnitte können markiert werden, man kann zoomen, Audiokanäle wählen, unterschiedliche Klangmuster einstellen, Untertitel sichtbar machen bzw. umschalten, Sprachen wählen, sofern vorhanden: den Kamerawinkel wechseln, Showview-Eingaben machen, speziell für Audio-CDs: Zufallswiedergabe oder Wiederholung einsetzen.
Außerdem kann man über "Setup" alle möglichen Einstellungen tätigen und Aufnahmen programmieren, wobei die Aufnahmequalität von EP+ bis HQ reicht. Man kann Aufnahmen auf der Festplatte löschen auf DVD kopieren oder ihnen einen neuen Namen geben auch der Weg von DVD auf Festplatte, sofern kein Kopierschutz vorliegt, ist möglich.

Erfahrungen mit der Ersteinstellung
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Sie wird in der Bedienungsanleitung gut beschrieben und an entscheidenden Stellen auch bebildert. So war es kein Problem, die Sprache, die Uhrzeit usw. einzustellen, die Sendersuche dauerte halt ein wenig, aber mein Fernseher und der Video-Recorder sind auch nicht schneller.
Die Anzeigen auf dem On-Screen-Display sind gut lesbar.
Auch das Anschließen machte wirklich keine Probleme, Antennenkabel, Scart, In Scart-Out, was kann man da schon falsch machen?

Erfahrungen mit dem Kundendienst
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Das Gerät hat sich tatsächlich nach einem halben Jahr einmal "aufgehängt". Ohne Reset-Knopf war ich hilflos, also ab zum Kundendienst. War kein Problem, alles gut beschrieben, aber insgesamt dauerte es knapp drei Wochen, bis mein Gerät zurückkam. Es funktionierte wieder und es lag der Rücksendung ein neuer Garantiebeleg bei, der alte war weg. Seitdem funktioniert das Gerät fehlerfrei, inzwischen im dritten Jahr.

Bild- und Tonqualität
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Hier bin ich evtl. nicht der geeignete Tester für Technikfreaks, aber ich habe nichts auszusetzen. Allerdings ist der Fernseher "dahinter" auch schon ein etwas älteres Modell, sodass ich möglicherweise Bugs nicht erkennen kann. Aber soviel ist sicher: Auch in der "Billig-Einstellung" EP für Aufnahmen auf HDD ist das Bild kein bisschen schlechter als wenn es eine Video-Aufnahme wäre. Und das ist für mich der einzige vorhandene Vergleichsmaßstab.
Beim Kopieren allerdings vom Video-Recorder zum DVD-Recorder und umgekehrt geht ein wenig verloren. Mehrkanalton wird aufgezeichnet, hier muss man manchmal aufpassen, dass man beim Abspielen die Version für Sehgeschädigte (besonders ARTE) wegschaltet.

Erfahrungen mit der Menüführung
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Es ist alles klar erklärt und man hangelt sich über Untermenüs immer weiter. Allerdings kommt man nicht über "OK" ins Untermenü, sondern mit der "Pfeil-Rechts-Taste". Das macht in sofern Sinn, als sich tatsächlich die Untermenüs alle rechts aufbauen. Daran gewöhnt man sich schnell und verlässt den Untermenüpunkt mit "Pfeil-Links". Das ist dann wenigstens konsequent.
An einer Stelle allerdings ist das Menüsystem zwar in sich logisch, aber dennoch für den Bediener gefährlich aufgebaut: Hat man einen DVD-Rohling beschrieben, muss er noch "finalisiert" werden, um auf allen gängigen Playern abgespielt werden zu können. Direkt darunter befindet sich der Menüpunkt HDD formatieren. Und weil bei beiden Punkten die Nachfrage erscheint: "Wollen Sie da wirklich tun?", kann man da schon mal aus Versehen seine HDD platt machen. Ist mir tatsächlich passiert. Aua, keine Wiedeherstellung der Daten möglich! Ade Premiere-Filme ... ich hatte erst zwei davon auf DVD kopiert. :-(

Erfahrungen mit dem Aufnehmen und was so dazugehört
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Natürlich gibt es die Möglichkeit, eine Aufnahme sofort zu beginnen. Durch mehrmaliges Drücken der Record-Taste kann man die Zeit im 30-Minuten-Takt einstellen. Hat man -etwas- mehr Zeit, kann man vorher die Aufnahmequalität festlegen.
Zur Übersicht: ein normaler DVD-Rohling kann etwas über 4 Stunden in EP aufnehmen, 6 Stunden gar in EP+, gute drei Stunden in LP, 2 in SP und um die 61 Minuten in HQ. Reicht der Rohling nicht aus, werden schon vorher mehr angefordert und die Aufnahme entsprechend geteilt.
So reicht auch die Festplatte mit ihren 160 GB für gute 30 Stunden in HQ bis maximal 200 Stunden in EP+ aus.
Ein Rohling muss zunächst formatiert werden, das erledigt der Tevion mehr oder weniger automatisch, es geht sekundenschnell.
Beim Programmieren einer Fernsehsendung kann man das Ziel (HDD oder DVD) wählen, man kann bei jeder Aufnahme die Qualität wechseln, Showview oder VPS einstellen. 16 vorprogrammierte Aufnahmen sind möglich, da kann man sogar in Urlaub fahren ...
Ist die Aufnahme dann auf der Festplatte, kann man ihren Namen noch ändern. Oft wird der Titel der Sendung übertragen und der Tevion versucht das dann, so aufzunehmen. Allerdings kommt er mit deutschen Sonderzeichen nicht zurecht und oft erscheint der Titel der Folgesendung, bei 3-Sat und Phoenix ist mir das häufig passiert. Kommt kein Signal, wird nur der Sender angezeigt. Da die Aufnahme selbst aber noch Datum und Uhrzeit als Unterscheidungsangabe enthält, muss man nicht fürchten, nur einmal ZDF aufnehmen zu können.
Ist der Titel falsch oder nicht da, stehen Ziffern, Buchstaben, ein Punkt, ein Bindestrich und ein Leerzeichen für die eigene Titelgebung zur Verfügung. 13 Zeichen können maximal eingegeben werden.
Die Aufnahmen kommen so, wie sie sein sollen, da ich überwiegend Phoenix per VPS aufnehme, bekomme ich auch immer genau das, was ich haben will, Showview nutze ich nicht. Da würde das Programmieren bedeutend schneller gehen.
Das ist doch bis hierher mehr als positiv, doch an dieser Stelle kommt meine Kritik an dem Gerät, die dann letztlich auch zu dem Abzug eines Sternes führt:
Alle diese Eingaben müssen über die Fernbedienung gemacht werden. Deren Tasten sind sehr klein, bei den Zeitangaben wird aus der gedrückten 3 schnell eine 33, die darauffolgende Null macht eine Doppelnull ins Zeitfeld, wenn man nicht schnell genug ist. Das nervt! Außerdem wird standardmäßig immer die aktuelle Zeit sowohl als Start- als auch als Zielzeit vorgegeben. Und so warnt das On-Screen-Menü permanent mit "Endzeitfehler", während man noch eingibt. Das ist einfach nur blöd.
Und versucht mal, mit den Pfeiltasten den Namen einer Aufnahme zu ändern. Da stochert man Buchstabe für Buchstabe hoch, links, rechts, drückt ok und hofft, dass der Befehl auch ankommt. Denn hier ist die Fernbedienung oder der Empfänger einfach zu schwach. Man muss angestrengt auf die Fernbedienung starren, um die kleinen Tasten überhaupt richtig zu finden und gleichzeitig immer den Fernsehschirm im Auge haben. Da macht so wenig Spaß, dass ich dem gerät dafür gnadenlos einen ganzen Stern abziehen, da kann es noch so viel können -siehe oben-.

Erfahrungen mit dem Kopieren
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Der Tevion kann DVD+R, DVDRW+ und DVD-R lesen und die ersten beiden Formate auch beschreiben. Natürlich verweigert er seinen Kopierdienst (DVD auf Festplatte) bei kopiergeschützten DVDs, sonst wäre das Gerät 2007 gar nicht in Deutschland zu kaufen gewesen. Doch alles andere, insbesondere von HDD auf DVD geht sehr einfach. Man sucht sich die Aufnahmen auf der Festplatte aus, die man kopieren will, indem man die OK-Taste betätigt. Ein kleiner Haken vor dem Titel zeigt die Markierung an. Man kann Stück für Stück kopieren oder mehrere gleichzeitig, das ist dem Tevion egal. Aber Achtung: Mit derselben Markierung kann man diese Teile auch löschen und "Löschen" ist die erste Option, danach kommt erst Kopieren und dann Name ändern. Aber man kann ja lesen und ich habe bisher noch nicht viele Aufnahmen auf diese Weise verloren. Leider "merkt" er sich nach dem Kopieren auf DVD die Titel nicht, denn das Löschen danach wäre ja sinnvoll, um Speicherplatz freizuschaufeln.
Zum Thema Kopierschutz fällt mir allerdings etwas ein: Scart-Out geht ja eigentlich zum Fernseher, aber wenn da ein Video-Recorder dazwischengeschaltet ist, dann könnte der doch das Fernsehbild aufnehmen ) ohne Menüs, Untertitel- oder Sprachwahl natürlich. Und die Videoaufnahme geht dann auf die Festplatte. Ob das funktioniert? Keine Ahnung, ich bin ja kein Raubkopierer.
Schade ist, dass die Scartbuchsen nicht doppelt belegt sind, denn sonst hätte ich eine IN-OUT-Verbindung zum und vom Video-Recorder und eine weitere direkt zum Fernseher. Naja, man kann nicht alles haben.

Das reicht jetzt
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Ich glaube, ich habe euch wirklich umfassend über dieses Gerät informiert.
Ich kann es mit der gemachten Einschränkung klar empfehlen.
Ich bin wirklich zufrieden damit und komme mit der fummeligen Fernbedienung inzwischen ganz gut zurecht. Dauert halt länger, als erwünscht, aber es funktioniert.

Nachwort
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Wegen Premiere hätte ich das Teil dann eigentlich doch nicht gebraucht, so toll sind die Filme da auch nicht; ok, werbefrei und früher als auf RTL, SAT oder Pro7, aber dafür wird jeder Film zu jeder Tages- und Nachtzeit noch mal ausgestrahlt, dass die tatsächliche Menge verschiedener Filme, besonders: sehenswerter! Filme, doch eher gering ist.
Für mich ist der Recorder jetzt meine Sammelstelle für Dokumentationen von Phoenix, für "Pop around the clock" auf 3Sat (am 1. Mai gibt es eine neue Ausgabe) und für diverse Spielfilme, die ich zeitbedingt nicht aktuell sehen kann.
Ich möchte ihn nicht mehr missen!

Fazit: Guter Kauf!

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Bildqualität:    
Ausstattung: