Yamakawa AVPhile 715
Prototyp der heutigen Billig-DVD-Player (ein echter Klassiker) - Yamakawa AVPhile 715 DVD Player

Produkttyp: Yamakawa DVD-Player

Neuester Testbericht: ... und welchen. Nach einigen Internetrecherchen und Tipps von Kollegen bin ich dann auf den Yamakawa 715 aufmerksam geworden. Er war, wie ic... mehr

Prototyp der heutigen Billig-DVD-Player (ein echter Klassiker)
Yamakawa AVPhile 715

Dooyoo-Nifo

Name des Mitglieds: Dooyoo-Nifo

Produkt:

Yamakawa AVPhile 715

Datum: 07.11.03, geändert am 02.04.05 (918 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Zu seiner zeit ein Top-Gerät, Spielte mehr ab, als der damalige Rest der Welt, Für Liebhaber DAS Gerät - ein Klassiker

Nachteile: Heute leider veraltet

Yamakawa 715 – der einzig ware Klassiker unter den Nonames.

Einleitung

Im Moment besitze ich einen Panasonic DVD-S75. Er ist mein zweiter DVD-Player. Eingestiegen in das Hobby DVD bin ich mit dem Klassiker Yamakawa 715, über den ich hier rückblickend einen Bericht abgeben will.

Gekauft habe ich den Player bereits 1999. Damals war der Yamakawa (von seinen Besitzern gerne „Yami“ genannt) ein absoluter Preisknüller mit bekannten, aber beherrschbaren Schwächen. Preislich lag dieser DVD-Player damals bei der Hälfte dessen, was die billigsten Marken-Player kosteten (500DM statt 1000DM) und er war mit der Fernbedienung codefree schaltbar, so dass man problemlos amerikanische DVDs abspielen konnte.


Wie kommt man dazu DVDs ansehen zu wollen?

Das ich einen Player brauchte, den man codefree schalten konnte war mir damals sehr früh klar. Mein Bruder war der erste in der Familie, der sich einen DVD-Player kaufte. Da er auch gleichzeitig Filmliebhaber ist, hatte er sich bereits so schlau gemacht, dass er wusste, dass die besten DVD gerade nicht bei uns auf dem Markt waren. Mit einer Kreditkarte ist das Bestellen im Ausland kein Problem, nur weigern sich normale Player DVD mit einem anderen Regionalkode abzuspielen. Dieser Fall tritt natürlich genau dann auf, wenn man versucht amerikanische oder Australische DVDs auf einem europäischen DVD-Player abzuspielen. Die DVD-Player sind mit einer (künstlichen) Abspielsperre versehen, die man aber oft umgehen kann (dieses durchgeführte „Freischalten“ der Abspielsperre wird dann als „codefree“ bezeichnet).

Mein Bruder hatte sich gleich einen Codefree-DVD-Player gekauft und konnte mir etliche sehr gut ausgestattete amerikanische DVDs zeigen.

Er zeigte mir auch einen meiner Lieblingsfilme: „Blade Runner“. Schon nach wenigen Sekunden war mir klar, dass DVD den Untergang von VHS bedeutete. In dieser Qualität hatte ich Blade-Runner noch nie gesehen! (Ich habe ihn bestimmt viermal im Kino und zusätzlich auf VHS und im normalen TV-Programm gesehen...)
Witziger Weise, muss man heute sagen, ist die Blade Runner DVD, die ich damals sah, eigentlich eine der schlechtesten (da ältesten) DVDs auf dem Markt. Die Fans (also ich) warten auf eine Neuveröffentlichung, die schon seit etwa 2 Jahren angekündigt ist, aber immer wieder verschoben wird.

Das ich mir einen DVD-Player zulegen würde war damit klar, die Frage war nur wann und welchen. Nach einigen Internetrecherchen und Tipps von Kollegen bin ich dann auf den Yamakawa 715 aufmerksam geworden. Er war, wie ich vor dem Kauf im Internet recherchiert hatte, mir seiner Mitgelieferten Fernbedienung codefree schaltbar. Als ich ihn dann bei Saturn entdeckte, wurde er dann mein erster DVD-Player.
Ein DVD-Player ist ohne Filme ziemlich nutzlos, also suchte ich mir gleich noch zwei DVDs aus. Als Bealtes-Fan kam die Veröffentlichung von „Yellow Submarine“ auf DVD gerade rechtzeitig. Wie sollte es auch sonst sein? Meine erste CD war „Let it be“ und die erste eigene LP und sogar Kompakt-Kassette war immer von den Beatles. Mit den nächsten Multimedia-Neuerungen werde ich wohl Probleme bekommen. ;-)


Was der Yami kann:

Betrachtet man heute seine Fähigkeiten, wird jeder sagen: „Na und? Dass kann doch jeder!“. OK, aber damals konnten DVD-Player das, was man erwartete: DVDs und Audi-CDs wiedergeben. Gepresste VCDs gingen auch, gebrannte CDs waren oft ein Wunschtraum.
Der Yami war ein echtes Wunder: er konnte mehr. Er war der erste verbreitete Player, der MP3 für kleines Geld spielen konnte. Zusätzlich hatte er keine Probleme mit CD-Rs und CD-RWs. Er unterstützte gebrannte VCDs und sogar SVCDs (damals noch ein absolut exotisches Format).
Zusätzlich konnte er etwas, was heute jeder preiswerte DVD-Player kann: er kann sich selbst eine neue Firmware von CD einlesen (Flash-Update der Firmware).
Dieses ermöglichte im Laufe der Zeit Fehlerkorrekturen und neue Fähigkeiten. Die oben erwähnten Fehler wurden teilweise auf diese Art ausgebügelt.
Genutzt habe ich diese Fähigkeiten aber fast nie. Ich wollte einen DVD-Player, also dürfte er DVDs spielen. Mit meinen im Ausland gekauften DVDs hatte ich übrigens nie Probleme, der Yami hat alles wiedergeben, was nicht zu sehr verkratzt war.


Der Lauf der Zeit:

Ich nutze den Yami relativ lang. In der Zwischenzeit erschienen schneller neue Versionen und Varianten (und Firmware-Updates), als man schauen konnte. Auch das typisch für Billigplayer.
Ich machte allerdings nicht jede neue Firmware mit. Ich hab' sie genau einmal erneuert. Grund war eine CD, die nicht richtig funktionierte, nachdem Update lief sie dann, wie sie es sollte (ID4 – Seamless Branching-Problem).
Die verschiedenen Versionen und Varianten besitzen teilweise verschiedene Hardware, unterscheiden sich also durchaus ernsthaft: meiner bietet noch keine SCART-Buchse. Spätere Varianten besitzen eine; andere benötigten eine spezielle Firmware. Die 713er-Serie besitzt zusätzlich einen eingebauten Dolby-Digital-Dekoder.

Nach einigen Jahren traten seine Schwächen aber immer mehr zu Tage: relativ schlechtes Bild, hier und da mal ein Ruckler oder ein Tonaussetzer. Zudem hatte er immer mehr Probleme mit zerkratzten DVDs und CDs.

Der Yami hat einen Hang zur Klötzchen-Bildung im Bild, was sich in Farb- und Schwarzpumpen zeigt. Man erkennt das bei Farbverläufen über grössere Flächen im Bild und vorallem bei grossen dunklen Flächen. Der Grafikchip scheint hier die Fraben nicht feingenug aufzulösen, so dass grosse zusammenhängende Flächen eine Farbe bekommen. Da sich das Bild ändert und damit auch die Farbwerte leicht variieren, vergrössert oder verkleinert sich diese Fläche. Man nennt diesen Effekt Farbpumpen. Je nach TV-Gerät ist er mal mehr und mal weniger zu sehen. Bei mir wurde es nach dem Wechsel des TV-Gerätes besser.
Bei meinen amerikanischen DVDs gab's zudem kurze Tonaussetzer bei DTS-Tonspuren.

Letztendlich beschloss ich mir dann einen neuen DVD-Player zu kaufen. Nach langem Suchen und Überlegen kaufte ich dann einen Panasonic DVD-S75. Wer will kann meinen Testbericht zu diesem Player ebenfalls bei Dooyoo lesen.

Das Hobby-DVD zieht Folgeinvestitionen nach sich. Nein, ich meine nicht die vielen gutausgestatteten DVD, die man inwzischen überall bekommt. Ich meine Dolby-Digital.
Natürlich war irgendwann der Wunsch nach besserem DVD-Klang da. Und der alte Verstärker war irgendwie auch schon alt. ;-)
Schliesslich wurde ich Besitzer eines neuen Receivers, der Dolby-Digital (und DTS) dekodieren und wiedergeben konnte. Meine alten Boxen (die üblichen zwei) ergänzte ich um drei weitere. Später kam noch ein Sub-Woofer hinzu. Der Yami hatte damit keine Probleme, er hatte alle nötigen Anschlüsse.


Was macht man mit einem alten Yami?

Wegwerfen ist nicht. Verkaufen eigentlich auch nicht. Bei Ebay bringen die Geräte unter Liebhabern (die den Yami dann auch gerne umbauen und weiter aufrüsten), durchaus noch 30€ bis 40€.
Frü normal DVD-Seher allerdings kein Schnäppchen. Sie bekommen inzwischen nagelneue DVD-Player für 50€, die deutliche besser funktionieren, als ein 4 Jahre alter Yami und auch noch mehr Features bieten.

Letzendlich hab' ich meinen Yami gegen eine Tüte Chips, eine Tüte Waffeln und eine gebrauchte DVD getauscht. Sowas macht man natürlich nur, wenn man weiss, das der Yami beim neuen Besitzer in guten Händen ist....


Fazit

Ich denke der Yamakawa 715 war zu seiner Zeit ein Top-Gerät, dass den Markt bis Heute beeinflusst hat.
Gebraucht ist er allerdings nur für Liebhaber ein Schnäppchen. Leute die einfach nur preiswert DVDs ansehen wollen, sollten lieber zu einem der aktuellen preiswerten DVD-Playern greifen.
Deshalb bekommt er von mir nzwar eine gute Wertung, aber keine Weiterempfehlung. Gemessen am heutigen Standard, kann er einfach nicht mehr mithalten.

Ohne Zweifel ist er aber ein Klassiker. Ob jemals eine andere DVD-Player dieses Status erreichen kann, wage ich zu bezweifeln.


Danke für's Lesen! Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen. Über eine Bewertung oder einen Kommentar freue ich mich besonders!

Dooyoo-Nifo

PS: Ursprünglich war dieser Bericht die Einleitung meines Berichtes über den Panasonic DVD-S75. Irgendwie gehören Beide Berichte immer noch zusammen. Wer also will, kann dort weiterlesen! :-)

Fazit: