Pioneer PDV-10
Klasse - Pioneer PDV-10 DVD Player

Produkttyp: Pioneer DVD-Player

Klasse
Pioneer PDV-10

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Produkt:

Pioneer PDV-10

Datum: 21.11.01, geändert am 21.11.01 (82 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: qualität

Nachteile: preis

Es gibt doch seit kurzem solche Film-CDs, die sogenannten DVDs (das ist glaubeich eine Abkürzung für irgendeinen englischen Begriff, ich glaub Digitale Video Disk oder sowas), auf die ein ganzer Spielfilm passen tut! Dieses kleine Wunderwerk kann die auch abspielen und das coolste, man kann jede Sekunde anschauen, wenn man will, also nicht erst lange spulen wie mit dem Videorekorder! Das finde ich sehr nützlich an dem Gerät! Dann habe ich noch gehört, daß man amerikanische DVD aus den USA nicht in deutschland abspielen kann - da habe ich doch gleich mal meine Titanic DVD genommen und als Sprache Englisch ausgewählt und WUNDER die konnte ich ohne Probbleme abspielen auf dem Gerät ... AUF ENGLISCH! Ist doch super, daß man sich da trotzdem auch auf US die Filme anschauen kann!

Kauft Euch alle den Pioneer PDV-10! CDs und DVDs, ist doch super praktisch, oder nicht???

WIEDER EINE FOLGE AUS DER REIHE : "SCHON HEUTE DAS CIAO VON MORGEN BEWUNDERN!"

FRÜHER HABE ICH SEHR GERNE ZU INTERESSANTEN "ZU ENTDECKENDEN" THEMEN GESCHRIEBEN UND DIESE AUCH SEHR GERN "SELBST" UND "DURCH ZUFALL"BEI CIAO ENTDECKT. DIESE ZEITEN SIND WOHL VORBEI, SCHADE... JETZT ZÄHLT JEDER CLICK! NUR SO ALS DIREKTEN VERGLEICH EINE MEINER ÄLTEREN MEINUNGEN, WERDE WOHL KAUM NOCH SOWAS SCHREIBEN IN ZUKUNFT:

David Lynch dürfte wohl jedem Filmefan, der sich ein klein wenig weiter umschaut als nur bis zum RTL 2 Abendprogramm, ein Begriff sein. Mit Filmen wie LOST HIGHWAY, WILD AT HEART, der TWINPEAKS Serie oder zuletzt dem eher untypischen STRAIGHT STORY hat er sich einen internationalen Ruf als Kult-Regisseur erarbeitet, geschätzt von seiner Fangemeinde als auch von der internationalen Filmkritik... Seinen ersten abendfüllenden Spielfilm (vorher drehte der damalige Kunststudent nur kurze Animationsfilme, die wohl kaum erhältlich sein dürften, wer da was auf Video hat möge sich UMGEHEND bei mir melden !!!) namens ERASERHEAD aus dem Jahr
e 1978 dürften eher wenige kennen, da er nicht nur super-unzugänglich ist sondern auch so angelegt ist, daß es wohl noch ein paar Jahre dauern wird, bis irgendein TV-Sender diesen im Programm zeigt. Eine Synchron-Version wäre mir persönlich auch nicht geläufig, einige ausgesuchte Videotheken bieten ihn allerdings in der OV an...

Wie bereits gesagt, der Film ist mehr als unzugänglich, was zwar ein Spezifikum des Lynchschen Werkes ist (na, wer hat Lost Highway kapiert??), aber ERASERHEAD dürfte wohl das introvertierteste und paranoidste Werk im Gesamtoutput darstellen. Gedreht in einem unterbelichteten, dämmernden Schwarz-Weiss präsentiert der Film eine karge Vision entweder einer Parallel-Welt, einer Traumwelt (in der Tat wird es nie wirklich klar ob der ganze Film nicht nur ein Traum ist und wenn ja aus wessen Perspektive) oder einer möglichen Zukunft unserer Gesellschaft nach einer nuklearen Katastrophe: Hier lebt Henry, ein kleiner untersetzter Mann mit stes verwirrtem und schockiertem Gesichtsausdruck und einer mehr als absurden Frisur (Lustig daran ist die Tatsache, daß der Film über 3 Jahre hinweg gedreht wurde und sich der Darsteller über diesen Zeitraum hinweg mit diesem lächerlichen Haarschnitt rumtreiben musste), seine Umwelt wird bestimmt von einer verfallenden Industrielandschaft, einsam stapft er durch die kaputten Straßen ohne einem Menschen zu begegnen. Später lernen wir seine Ex-Geliebte kennen, die ein monströses Baby von ihm geboren hatte, ein wurmartiger Fötus, der genauso gut ein Kind von ET sein könnte. Desweiteren träumt Henry von der geheimnisvollen "Woman in the radiator", eine entstellte Frau, die er in seiner Heizung wähnt, und lässt sich auf eine kurze, enttäuschende Affäre mit seiner Nachbarin ein. Immer wieder flüchtet sich Henry in verstörende Tagträume und Fantasien, wobei die Grenzen immer schummriger werden und nie ganz klar wird, in welchem Bereich von Henries Wahrnehmung wir uns gerade befinden (oder, auch eine g
ängige Interpretation: ob Henry nicht in Wirklichkeit der Hauptdarsteller eines Traumes wäre, womit das Publikum in den Film als Träumer einbezogen werden würde - diese Vorstellung gefällt mir persönlich am besten). Unterlegt ist der gesamte Film - passend zu Henries bizarrer Welt - mit einem Industriekrach-Soundteppich, der sich zwar stets im Hintergund hält, allerdings nie ganz aus dem Bewusstein verschwindet. Diesen Soundteppich kreiierte Lynch übrigens im Alleingang über einen Zeitraum von mehreren Jahren und er legt Wert darauf, daß alle Geräusche organisch, also ohne Synthesizer, entstanden - für Ambientmusiker und -tüftler durchaus interessant!

So, ich denke mal, ich habe Euch mit dieser Inhaltsangabe mehr als verwirrt - in der Tat ist es so, daß der Film rein inhaltlich kaum beschrieben werden kann, ohne lächerlich zu wirken, denn ERASERHEAD bezieht seine Faszination im wesentlichen aus dem Erlebnis Bild-Sound. Alles an diesem Film wirkt seltsam surreal, aber dennoch sinnvoll und in sich geschlossen logisch! Zwar ergeben die meisten Erzählstränge nach Hollywood-Gesetz keinen Sinn, doch die dem Film immanente Stimmung lässt es irgendwie klar erscheinen - ähnlich vielleicht wie der geniale Kunst-Western DEAD MAN, den ich zwar nicht inhaltlich oder künstlerisch in die selbe Ecke wie ERASERHEAD stellen möchte, aber dennoch an manchen Stellen von Lynchs Filmdebut inspiriert zu sein scheint.
ERASERHEAD ist im wesentlichen eine Reise in die Welt der Psychologie - es geht um verdrängte sexuelle Phantasien, Existenzängste, das Wunder der Fortpflanzung und der Ekel davor (ein ganz typisches Lynch-Motiv übrigens, ich frage mich bis heute wie's der Mann geschafft hat, Kinder in die Welt zu setzen !) sowie das stets nagende Gefühl, die mehr und mehr mechanisierte Umwelt nicht mehr zu verstehen, nicht mehr eingreifen zu können - soziale Atomisierung als "Gesellschafts"modell. Die Ausradierung des Selbst als Lebensziel - deswegen auch der Name
(zu deutsch Radiergummi-Kopf), in der namensgebenden Traumsequenz wird Henries Kopf zu Radiergummis weiterverarbeitet.

Zum Erscheinen des Films war die Kritik mässig begeistert (bis heute gibt es auch nahezu keine akademische Rezeption des Film), auch das Publikum blieb weitgehend aus. Seinen Ruf als Kultfilm verdankt ERASERHEAD vielmehr der Tatsache, daß es einige idealistische Kinos gab, die an den Film glaubten und ihn betulich wochen-, monatelang im Mitternachtsprogramm zeigten. In den späten Siebzigern war dies aufgrund der gesetzlichen Lage noch möglich, da noch keine prozentualen Abgaben an den Filmverleih gezahlt werden mussten. Mit der Zeit gewann ERASERHEAD eine stetig wachsende Fangemeinde, per Mundpropaganda wurde der Film allmählich "berühmt" in der Off-Szene und im Underground. Heutzutage wäre ein solches Phänomen - und ich muß sagen: leider! - nicht mehr möglich, da ein Film, der in der ersten Woche nicht läuft, kompromißlos gekickt wird/werden muß. Ein Grund mehr, warum ich die fetten Mega-Plex-Kinos hasse, da sie durch ihre pure Existenz und Publikums-Akkumulation indirekt unzählige kleine, unbekannte Kunstwerke auf dem Gewissen haben...

Alles in allem: ERASERHEAD ist ein unheimlich faszinierender Film, den ich jedem ans Herz legen möchte, der sich für "andere" Filme interessiert oder die entsprechende Geduld und Offenheit mitbringt, sich von einem Film faszinieren zu lassen. Dennoch muß ich auch sagen: der Film IST schwierig und wird viele dazu bringen nach einer halben Stunde entnervt und kopfschüttelnd die Stop-Taste zu drücken. Man sollte auch nicht krampfhaft rangehen und versuchen hinter den Sinn und Zweck jeder Szene zu kommen, vielmehr sollte man den Film als ein Gesamtkunstwerk betrachten, man sollte die Komposition der Bilder, das matte Schwarzweiß, den unheimlichen Hintergrundklang sowie die surrealen Sequenzen geniessen und die Gedanken fliegen lassen ('n guter Kopf sei empfohlen, *g*). Wer die
se Gelassenheit mitbringt, wird wohl mit einer wohligen Gänsehaut und dem Gefühl, in dieser kaltlebigen Plastikwelt mal etwas wirklich Liebevolles und Lebendiges entdeckt zu haben, belohnt werden.
Wagt das Experiment und probiert es aus, über Kommentare (positiv wie negativ) würde ich mich sehr freuen!! Leiht ihn Euch auf Video aus oder - noch besser - seht in Euch in einem Programmkino auf einer Leinwand an (ein Vergnügen, das mit bislang verwehrt blieb!!) !

Fazit: