


Erhältlich in: 5 Shops
Neuester Testbericht: ... 2 Mal gesehen. Zunächst einmal ist dieser Film ab 18, was mich etwas verwundert hat. Es sind zwar brutale Szene dabei, ich hab allerdin... mehr
Stumpfer Action-Mumpf? Ja hoffentlich!
Wanted (DVD)

Name des Mitglieds: datolli
Produkt:
Wanted (DVD)
Datum: 12.07.09
Bewertung:
Vorteile: unterhaltsamer, kompromissloser Actionfilm ohne Störfaktoren
Nachteile: an sich nix, ausser dass ich Angelina Jolie's Gesicht nicht mag
Um (zumindest sinngemäß) einen Eintrag im Gästebuch einer lesenswertesten Filmrezensentin zu zitieren und damit meinen Bericht einzuläuten:
'''Stumpfer Action-Mumpf. Eine Mischung aus "Mr.&Mrs. Smith", "Matrix" und "Wächter der Nacht/des Tages".
Meine Reaktion darauf spiegelt auch die Meinung wieder, die ich mir inzwischen über den Film gebildet habe:
"Und was ist daran schlecht?"
Ich bin und bleibe der Meinung, dass man die Qualität von Filmen nicht absolut bewerten kann, sondern immer in einem gewissen Kontext betrachten muss.
Denn, mal im Ernst: Geht ein normaler Mensch in "Stirb Langsam!" und erwartet bei Stunts und Spezialeffekten den Realismus, den man im "Tatort" findet? Schaut man sich "Lethal Weapon" an, um sich an einer Handlung zu ergötzen, die eines Shakespeareschen Dramas würdig wäre? Erwartet man bei "Pulp Fiction" die Romantik aus "Notting Hill"? Oder möchte man bei "Terminator II" Dialoge im Stil von Luc Besson's "Leon" (naja, vielleicht mal abgsehen von Kennst du den Ringtrick?)
Auf Deutsch ausgedrückt: Wer sich Superman anschaut, und sich in der Kritik darüber beschwert, dass der komische Kerl im blauen Strampler fliegen kann, von dem möchte ich keine Filmkritiken hören.
Und so kommen wir zu meinem der eigentlichen Rezension vorangestellten Geständnis:
Ja, ich gehöre zu den schlichten Gemütern, die sich von Zeit zu Zeit gezielt einen simplen Actionfilm anschauen, und sich freuen, wenn es ordentlich kracht, die Geschichte zumindest einigermaßen in sich stimmig ist, und die Handlung nicht von einer übertriebenen Liebesgeschichte aufgehalten wird.
Macht daraus, was ihr wollt. :-)
Im Übrigen ist der Film KEINE Mischung der oben genannten.
In Wanted wird ein junger Büroangestellter mit vermeintlichen Panikattacken von einer "Bruderschaft" von Assassinen rekrutiert, die ihre Aufträge seit über 1000 Jahren über einen recht seltsamen Weg, (allerdings eine schöne Metapher) von der Vorsehung erhalten.
Er erfährt, dass er der Sohn des kürzlich getöteten Topkillers sein soll, und sein eigentliches Ziel die Liquidierung dessen Mörders ist, der droht, die Bruderschaft auseinanderzunehmen.
So motiviert, schlägt sich Wesley (so heisst unser Freund und Mörder) durch die kurze aber harte Ausbildung und geht den Weg der in jedem klassischen Superheldenfilm vorgelebt wird. Er entdeckt seine Fähigkeiten und versucht sich selbst zu finden.
Die Fähigkeiten sind allerdings ähnlich fragwürdig wie der moralische Hintergrund der Bruderschaft: Mit etwas Übung sind wenige Menschen in der Lage, ihren Herzschlag kontrolliert auf 400bpm (Schläge pro Minute) zu bringen, und mit dem Adrenalinüberschuss reagieren sie dann schneller, als das sonst irgendjemand kann. Damit sind sie auch in der Lage, aus Pistolen abgefeuerte Schüsse so anzudrehen, dass diese Kurven fliegen, und ähnliche Kunststückchen vollbringen. Für Schnellheilung wird auf anderem Wege gesorgt.
Sprich: Der physikalische/biologische Hintergrund ist ähnlich unsinnig wie der moralische fragwürdig, aber in sich ergibt das ganze eine funktionierende Basis für einen soliden bis sehr guten Actionfilm.
Und glücklicherweise wendet sich doch noch alles zum Guten, als der moralische Hintergrund der Bruderschaft durch eine kleine Geschichte im Film zunächst ein wenig legitimiert wird (sogut man scheinbar willkürliche Selbstjustiz eben rechtfertigen kann), und als es dann irgendwann zum Unvermeidlichen kommt (think Minority Report), gibt es natürlich noch die große Wende mit Überraschungen, Showdown und einem (bzw. zwei) sich schließenden Kreis(en).
Aber genug der Andeutungen.
Einer der größten Bonuspunkte der Handlung ist das Fehlen einer Kitschromanze als Subplot. Die Produktion konzentriert sich darauf, einen Actionfilm abzuliefern, in dem es ordentlich kracht, und damit hat es sich.
Die Umsetzung des Films enttäuscht nicht. Schon nach wenigen Minuten macht die erste Actionszene über den Dächern der Stadt klar, dass hier nicht lange gefackelt wird, und wir in dem Film einiges an Gewalt zu erwarten haben. Hat damit jemand nicht gerechnet? Gut. Denn nach einem kleinen Intermezzo durch das bedeutungslose Leben Wesleys werden erstmal ein paar Fahrzeuge turbulent zerlegt.
Die dargestellte Gewalt ist zwar recht explizit, aber lange nicht so eingeweidelastig wie die aktuellen cineastischen Fantasystandardwerke.
Alle Actionszenen (ob Kampf, methodisches Fahrzeuge zerlegen oder verschiedenstes Training) sind gut umgesetzt, und auch wenn der vergleich mit Matrix gezogen wird, so sind die seit 1997 so beliebten "Bullet Time"-Sequenzen hier erfreulich rar.
Die Action wird auch nicht durch ein Übermaß an CGI-Realisiert, sondern es geht auch physisch gut zur Sache, wenn Hauptdarsteller James MacAvoy ordentlich durch die Mangel gedreht wird.
Schauspielerische Leistungen waren vorhanden und auch durchaus erwähnenswert. Sie dürfen hiermit als erwähnt betrachtet werden.
Die Hauptdarstelle James McAvoy, Morgan Freeman und Angelina Jolie, arbeiten gewohnt souverän, auch wenn ich Miss J. nicht besonders mag.
Aber auch Nebenrollen wie Wesley's bester Freund und seine Freundin sind gut, wenn auch nicht sonderlich bekannt besetzt (in meinen Augen eher ein Vorteil) und sorgen auch für den ein oder anderen Lacher, insbesondere in dem Moment, in dem Wesley sein neues Selbst das erste Mal akzeptiert und mittels ergonomischer Tastatur vorführt.
Zudem zeigt Jolie neben mannigfaltigen Tattoos (die ihre Rolle eher betonen, als dass sie stören) kurz eine ansehnliche Rückansicht...womit für ein paar Klischeekommentare gesorgt wäre. Aber hey: auch das bringt Zuschauer. ;-)
An sonsten könnte noch erwähnt werden, wie z.B. der Soundtrack von Danny Elfman, der den Film untermalt aber nicht überdeckt, die Regieleistung aus Osteuropa, die aus der Comicvorlage erst den schön anzusehenden Actionfilm gemacht hat, oder einen Ortswechsel, der einen irgendwie überfällt.
Aber das lasse ich...ist auch nicht sooo relevant. :-)
Der Film (der mehr thematisch als darstellerisch den Aufkleber "keine Jugendfreigabe" verdient, aber dies auch wirklich tut) wurde ja schon recht kontrovers in verschiedenen Zeitungen zerrissen. Kein Wunder, wo nicht nur der Anfang des Films klar sagt: "Wir töten das, von dem wir glauben/gesagtbekommen, dass es besser weg wäre", sondern auch die Entscheidung, die der Protagonist gegen Ende trifft, für so ziemlich alle Beteiligten sehr ...entgültig ist.
Stört es einen nicht allzusehr, dass die Handlung des Filmes im Wesentlichen also aus der Tätigkeit "Töten" bzw. dem Training dafür besteht, oder kann man sich wenigstens damit anfreunden, dass wenigstens Selbstjustiz und die korrumpiernede Wirkung von Macht thematisiert werden, kann man sich auf jeden Fall mit dem Film anfreunden.
Denn: es ist ja nur ein Film.
Erfreulich für den Actionfilmliebhaber, der sich auch nicht an fragwürdiger Physk stört:
Die Handlung bietet wirklich nur einen Hintergrund für ordentliches Geballer und einige Lacher, denen man sich genussvoll widmen kann, ohne von romantischen Subplots oder moralisierend erhobenen Zeigefingern genervt zu werden.
Und das Ende (sowohl der explosive Showdown als auch das eigentliche Ende der Geschichte sind sehr gut!
Daher eine uneingeschränkte Empfehlung für all die jenigen, die bei meinem Eingangsgeschwafel mehrfach zustimmend genickt haben!
PS: Während der Produktion des Filmes sind keine Ratten zu Schaden gekommen.
Fazit: Action-Spass! :)
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film

