Vampire Party - Freiblut für alle! (DVD)
Vampire in da House!!!! - Vampire Party - Freiblut für alle! (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... deren geheimnisvolles Buch haben. Werden sie es dennoch schaffen? Darsteller: Frédérique Bel spielte in "Safari" oder "... mehr

Vampire in da House!!!!
Vampire Party - Freiblut für alle! (DVD)

das-christian

Name des Mitglieds: das-christian

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Vampire Party - Freiblut für alle! (DVD)

Datum: 24.02.09

Bewertung:

Vorteile: Darsteller, durchweg unterhaltsam

Nachteile: das Ende

Intro

Frankreich konnte sich in den letzten Jahren durch diverse Slasher einen Namen in der Horrorszene machen. Alexandre Aja hat angefangen, Millionen talentfreie Nachahmer haben diese Scheiße dann mit denselben Zutaten weitergequirlt und rausgekommen ist dann immer wieder die gleiche ungenießbare Froschschenkelsuppe. Mit Vampire Party präsentieren uns die Franzacken eine Horror-Komödie, in der sich alles um Vampire dreht; richtig gehört "saug, saug", hier geht's um Raffzähne und faltige Visagen. Im Stil von "Shaun of the Dead" soll hier also ein weiteres Horror-Genre verarscht werden, in Fachkreisen spricht man auch von einer Parodie. Nach dem Motto: lieber ein französischer Film als 100 deutsche beziehungsweise 300 Til Schweiger beziehungsweise 500 Uwe Boll-Filme, war klar, Vampire Party wird eine Pflichtfilm.


Story

Eine Stimme im Off stellt unsere drei durchgepeitschten Hauptcharaktere vor. Da wäre Partyhengst Sam (Patrick Mille), der sich auch mal als Transe verkleidet um auf eine Party zu kommen, Fitnesstrainerin Alice (Frederique Bel), deren aktuelle Beziehung ihr Dildo ist und die (darstellerisch) unsichtbare Prune (Julie Fournier). Die Drei kommen einer Einladung nach, die in einem abgelegenen Schloss stattfindet, wie man es nur aus Grimms Märchen kennt. Ein verwöhntes Starlet mit ihrem töffeligen Bodyguard, ein Zahnarzt und ein einsamer Typ, der alles fotografiert, sind unter anderem auch mit am Start. Im Schloss angekommen können sich unsere Freunde einer feuchtfröhlichen Techno-Party hingeben. Nur leider sind die Gastgeber Vampire, die es auf das Blut unserer Partygäste abgesehen haben. Die kleine Gruppe kann entkommen und ist fortan auf der Flucht vor den Saugnäpfen.


Kritik

Der Film verbindet die Genres Horror mit Komödie, tendiert aber eher in Richtung Komödie.

Die Darsteller machen ihre Sache gut. Die wunderhübsche Frederique Bel, die unter anderem schon im französischen TV für diverse Comedy-Formate zuständig war, bewegt sich schauspielerisch zwar nicht auf hohem Niveau, besitzt aber mit ihrer quirligen Art ein gewisses Talent zahlreiche Lacher zu entlocken. Patrick Mille und Julie Fournier verkörpern die zwei anderen Hauptakteure, wobei Patrick Mille aufgrund seines testosteronhaltigeren Geschlechts zumindest auffällt. Leider wirkt Julie Fournier so blass, dass man sie auch mit einem Nussknacker ersetzen könnte. Frederique Bel agiert am überzeugendsten. Mit ihren bisherigen Darbietungen, in denen sie maximal als Onaniervorlage diente, ist das nicht vergleichbar, denn hier merkt man auch endlich, dass die Frau mehr drauf hat als nur die blonde Hohlfrucht mit Front- und Hintereingang zu spielen, vielleicht liegt das auch an der Rollenauslegung. Unsere Frauen stehen hier nämlich nicht heulend in der Ecke rum, um dann vom möglichen (Anti-)Helden durchgepimpert zu werden, sie dürfen selbst zum Pflock greifen und auch Final Girl-Qualitäten entwickeln. Eine Identifikationsfigur hebt sich zwar nicht hervor, man baut aber sehr schnell Sympathien zu unseren drei Hauptdarstellern auf und wünscht denen auch am ehesten ein Entkommen ohne Blutspende. Auch die Nebenfiguren werden sorgfältig vorgestellt, zumindest so sehr, dass die jeweiligen Charakterzeichnungen klar zur Deutung kommen und man deren Ableben auch geistig registriert.

Die Gagdichte ist ziemlich hoch und lässt über die gesamte Laufzeit nicht nach. Alles zubereitet mit ein paar Tittenwitzen und debilen Gags, die schon leicht an das Niveau der "nackte Kanone"-Filme erinnern. Ein kleiner Plot Twist und kurze aber treffsichere Brüller sorgen ständig dafür, dass man durchweg gut unterhalten wird. Auch die Vampire zeigen sich von einer ungewohnt humorvollen Seite; wenn beispielsweise Einer, der zur Hälfte Vampir und zur anderen Hälfte Werwolf ist, sein Revier markiert, indem er ans Bett pisst, machen ja Wölfe so. Die Vampire sind zudem ganz schöne Mimosen, zumindest leiden sie an den gleichen Problemen wie wir: Haarausfall, Magenschmerzen, Ausschlag, Geilheit oder Zahnfäule.

Doof ist nur, dass die ganzen Tricks aus dem C 64 stammen und somit als CGI entlarvt sind. Ob Helikopter, Burg oder die Verwandlungen der Vampire, das alles kann sich aber immerhin sehen lassen. Die Vampirmasken sind ebenfalls gelungen und wirken nicht wie vom Flohmarkt. Blut gibt es auch, aber kein Massaker, halt nur die typischen Beißszenen. Die FSK von 16 geht absolut in Ordnung.

Auch wenn nur Titanic offensichtlich parodiert wird, sind die Verbindungen zu anderen Filmen dieses Genres deutlich zu erkennen. Das abgelegene Schloss erinnert beispielsweise an Tanz der Vampire, die Party darin weckt Erinnerungen an Blade, trotzdem wirkt Vampire Party keinesfalls als Plagiat. Als Vampir-Fan ist man hier definitiv gut aufgehoben und man bekommt auch sonst noch so einiges geboten: coole Mucke, paar Titten, debile Charaktere - alles was das Herz begehrt und das auch noch von den Franzosen.

Am Ende wird dann leider nicht noch einmal der erwartete Hammer ausgepackt. Der obligatorische Schlussgag bleibt natürlich nicht aus, aber die Vampire kommen doch alle ziemlich glimpflich davon (außer das arme Schwein mit der Halbglatze), was gleichzeitig auch die Tür für eine Fortsetzung offen hält. Insbesondere von den Europäern (Deutschland ausgeschlossen), die es verstehen keine 0-8-15-(B/H)ollywood-Kack-Finishs zu produzieren, hätte man mehr erwarten können. Immerhin ist der Abspann sehenswert, in dem sich alle Akteure noch einmal schön zum Klops machen.

So, die Engländer haben begonnen, die Franzosen haben es fortgeführt, jetzt sind wir Deutschen mit einer Parodie dran. Bestimmt mit unseren Legenden Til Schweiger in der Hauptrolle und Uwe Boll als Regisseur, der Titel wäre dann vielleicht: "(Z)weiohrnazis in da House of the Dead III". Falls jemand denkt, ich würde mich hier über die mächtige deutsche Filmindustrie lustig machen, dann liegt er komplett richtig.


DVD

Das DVD-Cover kommt fesch mit dem Trinkspruch "Freiblut für Alle!" daher. Leider geizt die DVD mit Extras, bis auf den Originaltrailer gibt es hier nichts. Das Bild ist gut, auch in dunklen Szenen behält man stets den Überblick. Der Ton bietet ein räumliches Klangerlebnis. Als Sprache kann man zwischen deutsch und französisch wählen.


Fazit

Seit Shaun of the Dead ist das die beste Parodie auf ein Horror-Genre, obwohl Vampire Party nicht an diese Klasse herankommt. Die Gags sitzen alle, was wohl auch an den durchweg sympathischen Darstellern liegt und an der Tatsache, dass sich hier keiner auch nur annähernd ernst nimmt. Ein wenig kann man sich sogar gruseln, aber auch nur, wenn man bereits beim Anblick von Cindy aus Marzahn Herzprobleme bekommt. Der Humor überwiegt, einzig das einfallslose Ende fällt etwas negativ ins Gewicht. Trotzdem bekommt man hier eine unterhaltsame Horrorkomödie vorgesetzt, die man sich auch mehrmals anschauen kann, allein schon weil man einige Gags nicht gleich beim ersten hinsehen registriert (zum Beispiel der "Führer"-Vampir). In 800 Jahren ist die deutsche Filmbranche vielleicht auch mal endlich in der Lage eine annähernd so gute Parodie zu drehen, bis dahin müssen wir uns weiterhin mit Eigenproduktionen von Pro7 (PaROdien hoch 7) zufrieden geben, in denen sich Mike Krüger und Dirk Bach die Ärsche gegenseitig verchromen.


Opfer: "Wird es wehtun, weil ich bin ein wenig empfindlich!"
Vampir: "Das ist ein bisschen wie Blut spenden!"
Opfer: "Ach, ja!? Und bekomm ich ein Sandwich danach?"


Coole Vampire (7/10)
Debile Gags (8/10)
Geile Ischen (7/10)


Filminfos

Originaltitel: Les Dents de la nuit
Herstellungsland: Frankreich Erscheinungsjahr: 2008 Laufzeit: 85 Minuten
Regie: Stephen Cafiero, Vincent Lobelle
Darsteller: Patrick Mille, Frédérique Bel, Julie Fournier, Vincent Desagnat, Sam Karmann, Hélène de Fougerolles, Antoine Duléry, Gilles Gaston-Dreyfus

Fazit: unterhaltende Vampir-Parodie