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Neuester Testbericht: ... abzubrechen und sie zu suchen. Wird er sie lebendig finden? In La Jolla, einem Vorort von San Diego, bricht das behütete Leben Helena A... mehr
OSCAR-gekröntes Drama: Ein Blick hinter den Drogenkrieg
Traffic - Macht des Kartells (DVD)

Name des Mitglieds: mmatzer
Produkt:
Traffic - Macht des Kartells (DVD)
Datum: 16.08.11
Bewertung:
Vorteile: spannend, temporeich, bewegend, umfangreiches Bonusmaterial, sehr guter Sound, sehr gutes Bild
Nachteile: überflüssige Neuverpackung
Zwischen den Fronten von Drogenkartellen, Drogenfahndung und korruptem mexikanischem Militär treibt ein mexikanischer Cop (del Toro) ein riskantes Spiel. Die heile Welt der schwangeren Drogenzargattin Helena (Zeta-Jones) zerbricht, als ihr Mann vor Gericht gestellt wird. Sie beschließt, seine Organisation zu übernehmen und den Kronzeugen töten zu lassen. Unterdessen muss der oberste Drogenbekämpfer der USA, Richter Robert Wakefield (Douglas) erfahren, dass seine Tochter Caroline selbst bereits drogenabhängig ist und sich auf der Straße für einen Schuss verkauft.
Filminfos
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O-Titel: Traffic (USA 2000)
Dt. Vertrieb: Splendid
FSK: ab 16
Länge: ca. 141 Min. plus Bonus-DVD
Regisseur: Stephen Soderbergh
Drehbuch: Stephen Gaghan
Musik: Cliff Martinez
Darsteller: Michael Douglas (Richter Robert Wakefield), Erika Christensen (Caroline Wakefield), Amy Irving (Barbara Wakefield), Catherine Zeta-Jones (Elena Ayala), Benicio del Toro (Javier Rodriguez), Don Cheadle (Montel Gordon), Luis Guzman (Ray Castro), Dennis Quaid (Arnie Metzger), Topher Grace (Seth Abrahams), Manolo (Benjamin Bratt) u.a.
Handlung
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Tijuana. Zwei Polizisten der mexikanischen Staatspolizei gelingt es, einen Drogenkurier inklusive LKW zu schnappen, doch dann werden sie von Soldaten General Salazars gestopt. Der will zwei so tüchtige Jungs wie Javier (del Toro) und Manolo (Benjamin Bratt) in seine eigene Truppe aufnehmen. Er will das Tijuana.Kartell der Brüder Obregón zerschlagen, und Javier nimmt an, dass er es auch auf das konkurrierende Juárez-Kartel von Mr. Madrigal abgesehen hat, der gestorben sein soll. Doch das stellt sich als Irrtum heraus.
Als erstes schnappen die beiden Cops sich in San Diego Frankie Flowers, einen Killer, der von Salazars Leuten gefoltert wird. Sobald sie die Liste seiner Kontakte haben, räumt Salazars Razzia mit dem Tijuana-Kartell auf. Zur Belohnung wird Salazars von der Regierung zum obersten Anti-Drogen-Beauftragten gemacht. Manolo und Javier liefern Mrs. Madrigal in einer noblen Hütte ab, wo sie den leibhaftigen Mr. Madrigal zu sehen bekommen. Etwas läuft hier falsch. Und diese Information ist pures Gold wert! Als Manolo sich zu weit vorwagt, wird er exekutiert. Das bewegt Javier seinerseits, die US-Drogenfahndung DEA zu kontaktieren. Dort lernt er Bob Wakefield kennen.
Richter Bob Wakefield (Douglas), der am Obersten Gericht von Ohio gearbeitet hat, muss nach Washington, D.C., umziehen, denn der Präsident hat ihn zum obersten Drogenbekämpfer ernannt. Nachdem sich Wakefield mit der Drogenpolitik vertraut gemacht hat, muss er erkennen, dass sie völlig wirkungslos ist. Vielmehr ist, wie er spät herausfindet, seine Tochter Caroline (Christensen) jederzeit in der Lage, an harte Drogen wie Crack (gerauchtes Kokain) und Heroin heranzukommen. Schon bald sinkt sie immer tiefer in die Abhängigkeit.
Erst als ein Mitschüler eine Überdosis abbekommt, fliegt ihr Drogenmissbrauch auf. Wakefield ist erschüttert herauszufinden, dass ihre Mutter (Amy Irving) schon seit einem halben Jahr davon gewusst hat. Wenig später entflieht Caroline der Drogentherapie und taucht in der Szene von Cincinnati unter, wo sie ihren Körper an ihren Dealer verhökert. Ihr Vater sieht sich gezwungen, seine Mission in der Regierung abzubrechen und sie zu suchen. Wird er sie lebendig finden?
In La Jolla, einem Vorort von San Diego, bricht das behütete Leben Helena Ayalas (Zeta-Jones) um sie herum zusammen, als ihr Mann Carl Ayala von der DEA verhaftet und vor gericht gestellt wird. Nun von ihrem Freund Arnie Metzger (Quaid) erfährt sie, womit Carl wirklich sein Geld verdient hat: mit Kokainhandel. Er war der amerikanische Alleindistributor des Tijuana-Kartells der Brüder Obregón.
Durch Carls Hinweis stößt sie auf den Kontakt zu Frankie Flowers, dem Killer, den Salazars Leute haben laufen lassen. Er versteckt sich und braucht Knete. Mit finanzieller Unterstützung Arnies beauftragt sie ihn, den Kronzeugen Eduardo Ruiz (Mel Ferrer) im Prozess gegen ihren Mann umzulegen. Frankie bevorzugt Sprengstoff. Parallel dazu schließt sie einen Deal mit den Obregóns ab, nicht ahnend, dass diese sie aufs Kreuz legen wollen. Damit Ayala nicht frei kommt, lassen sie ihrerseits Frankie Flowers umlegen. Dann legen sie Ruiz selbst um. Alles sieht gut aus für Helena, doch ein DEA-Mann (Don Cheadle) heftet sich an ihre Fersen, und er hat Unterstützung durch Javier Rodriguez.
Mein Eindruck
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Mit schonungsloser Ungeschminktheit und großer psychologischer Spannung zeigt Stephen Soderbergh in "Traffic" den brutalen Drogenkrieg, der immer tiefer in die amerikanische und mexikanische Gesellschaft hineinreicht. Er zeigt die Konsequenzen, auch wenn er dabei bis an die Schmerzgrenze gehen muss, so etwa wenn sich Caroline für einen Schuss prostituiert.
Alle Hauptfiguren sind deutlich in ihrem sozialen, psychologischen und - im Fall von Rodriguez, Salazar und Wakefield - politischen Umfeld gezeichnet. Auf diese Weise kann die Handlung persönliche Schicksale mit politischen und sozialen Themen verbinden. Dass Wakefields und Rodriguez' Verhalten vielleicht zu menschlich erscheint, aber es soll zeigen, dass persönlicher Einsatz einen positiven Unterschied machen kann. Die gesamte Botschaft des Thrillers ist durchaus human.
Damit sich der Zuschauer zwischen den drei Handlungssträngen, die miteinander verflochten sind, nicht verirrt, sondern stets weiß, wo er sich befindet, sind die drei Handlungsstränge mit verschiedenen Farben kodiert worden. Die von Wakefield ist blau, die von Rodriguez gelb, und die von Helena verfügt als einzige über natürliche Farben. Das verleiht ihr vielleicht eine Art zentrale Bedeutung, die aber durch die Bedeutung ihrer Figur im Ganzen nicht gerechtfertigt ist. Alle drei Hauptfiguren sind gleichberechtigt.
Auffällig ist, dass die drei Hauptfiguren stets einer Nebenfigur gegenübergestellt sind: Wakefield zu seiner Tochter, Rodriguez zu Manolo, seinem illoyalen Partner, und Helena zu Arnie und den Agenten der DEA (gespielt Don Cheadle und Luis Guzman). Diese wirken sowohl als Spiegel, als Verstärker und als Katalysator für weitere Handlungen. Das Drehbuch, das nur das Thema mit der britischen TV-Miniserie "Traffic" von 1989 gemeinsam hat, legt die Story also sehr clever und trotz der Fülle des Personals immer noch durchschaubar an.
Müsste ich den besten Darsteller wählen, so würde meine Wahl eindeutig auf Benicio del Toro fallen. Er bringt nicht nur ein große Integrität in seine Figur ein, sondern ist nachvollziehbar (und offenbar auch authentisch) in seinem Verhalten und seinen Entscheidungen. Er bekam dafür einen OSCAR. Ebenfalls beeindruckend finde ich Erika Christensen in den sehr anspruchsvollen Rolle einer Musterschülerin, die von der Spitze der Gesellschaft bis zu deren Bodensatz absinkt.
Es gibt allerdings Passagen, in denen der Film nicht mehr erzählt, sondern nur noch quasi aufzählt. Dies ist besonders in der Passage vor dem dritten Akt deutlich. Die Schicksale diverser Figuren wie Eduardo Ruiz, Frankie Flowers, General Salazar etc. erfüllt sich: Sie gehen drauf, doch davor gibt es jeweils eine Überleitung und eine Engführung des jeweiligen Handlungsstrangs. Weil die Filmhandlung sehr wenige lose Fäden aufweist (was wurde aus Ana, Manolos Frau, was aus Seth Abrahams, Carolines dealender Freund?), hinterlässt die Story einen geschlossenen und daher zufriedenstellenden Eidnruck.
Die DVD
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Technische Infos
Bildformate: 1,78:1 (16:9)
Tonformate: D in DTS und DD 5.1, Englisch in DD 5.1
Sprachen: D, Englisch
Untertitel: D, Englisch, D für Hörgeschädigte
Extras (über 70 Min.):
- Kinotrailer
- Trailershow
- Bio- und Filmografien
- B-Roll (Hinter den Kulissen)
- Interviews
- Deleted scenes
Mein Eindruck: die DVD
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Die Qualität des Bildes ist hervorragend wie in praktisch jedem Soderbergh-Film, denn der Regisseur ist selbst ein Meister im Umgang mit Kamera und Beleuchtung. Der Ton liegt als DTS und DD 5.1 vor, also in den Top-Standards.
Die Menügestaltung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig in der Bedienung. Vielleicht hat es eine spezielle Aussage, die mir entgeht, aber die weiteren Menüpunkte werden auf der Film-Disc wie auch auf der Bonus-Disc nicht auf Anhieb sichtbar. Als sie dann endlich anklickbar sind, lässt sich nur der jeweils gerade annavigierte Menüpunkt anklicken. Die anderen Menüpunkte sind schattenhaft zu erkennen, aber abgedunkelt. Mit etwas Übung gelingt die Bedienung aber schon. Wäre der Hintergrund etwas ruhiger, statt ständig zu flackern, wäre die Navigation sicherlich einfacher.
A) Bio- und Filmografien (in Deutsch)
Die Biografien sind selbstablaufende Texttafeln, so dass man a) nichts anklicken, aber b) sehr schnell mitlesen muss. Die Filmografien sind natürlich lediglich Listen. Alle interviewten Darsteller außer Topher Grace und Amy Irving werden berücksichtigt, sowie natürlich Soderbergh. Leider sind die Biografien ziemliche Lobhudeleien.
B) Interviews (ohne Untertitel)
Michael Douglas (Richter Robert Wakefield): wollte als politisch bewusster Darsteller diesen Film mitgestalten.
Erika Christensen (Caroline Wakefield): hat den fertigen Film noch nicht gesehen; fühlte sich wie in eine Familie aufgenommen.
Amy Irving (Barbara Wakefield): lobt den Menschen Michael Douglas.
Catherine Zeta-Jones (Elena Ayala): war selbst sichtlich schwanger, wurde aber trotzdem genommen.
Benicio del Toro (Javier Rodriguez): eignete sich in harter Arbeit den Tijuana-Slang an.
Don Cheadle (Montel Gordon): guter Freund von Luis Guzman.
Luis Guzman (Ray Castro): lobt Soderbergh und Don Cheadle. Wurde bei der Explosion von Frankies Bombe natürlich durch eine Puppe ersetzt.
Dennis Quaid (Arnie Metzger): ist sehr ernst.
Topher Grace (Seth Abrahams): kann sich gut vorstellen, dass junge Leute leicht an Drogen kommen.
Regisseur Stephen Soderbergh: wählte die drei "optischen Stile", um dem Zuschauer einen leitfaden zu geben, in welchem Handlungsstrang er sich gerade befindet (Farbkodierung).
Drehbuchautor Stephen Gaghan: wollte sämtliche Blickwinkel auf das Thema Drogen zeigen, aber keine eigene Meinung propagieren oder gar mit erhobenem Zeigefinger auftreten. Hat starke Emotionen bezüglich Drogen. Bewundert Benicio del Toros Leistung endlos.
Die Produzenten Edward Zwick, Marshall Hershowitz, Laura Bickford erzählen, wie es dazu kam, dass sie den Film so und nicht anders machten. Bickford kannte die englische Miniserie und wollte ein Remake als Spielfilm machen. Das wollte auch Zwick, aber dann trat Soderbergh auf den Plan, und so trat Zwick zugunsten seiner Familie als Regisseur zurück und ließ Soderbergh den Vortritt. Ziel war es für alle, den Film dokumentarisch und so authentisch wie möglich zu gestalten, so dass u.a. auch echte Zollfahnder im Film agierten.
C) B-Roll (13:35 Minuten)
Diese Beobachtung der Dreharbeiten zeigt, wie Soderbergh selbst häufig die Kamera bediente; wie Luis Guzman durch eine Puppe ersetzt wurde; und wie das Bild des landenden Hubschraubers aus der Froschperspektive aufgenommen werden konnte.
D) 25 Deleted scenes (ohne Untertitel)
Am besten klickt man die Option "Alle abspielen" an, und los geht's. Diese Szenen sind nur für Leute, die spanisch und/oder englisch sprechen können, denn es gibt keine Untertitel. Inhaltlich gesehen liegt das Schwergewicht auf Helena, denn wir erfahren so, wie es dazu kam, dass sie sich zur Zusammenarbeit mit den Obregóns entschließt. Viele Szenen sind banal, aber Helena soll selbst als Drogenkurierin für die Obregóns fungieren - und prompt an der Grenze einer Leibesvisitation unterzogen.
Als 25. Szene gibt es einen netten Gag. Der Grenzbeamte möchte von Zeta-Jones ein Autogramm...
E) Trailershow: Kate & Leopold; Gangs of New York; Shadow of the Vampire; Under Suspicion; Under Control; Druids; Stormriders; Dr T and the Women
Das Fehlen eines Making-ofs prägt den Eindruck von diesem Sammelsuriums an Bonusmaterial nicht gerade positiv. Vielfach fehlen die Untertitel, so etwa bei den Interviews, der B-Roll und den Deleted Scenes. Das macht die Bonus-Disc zu einem Sammlerstück, das nicht jeder haben muss.
Unterm Strich
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Die bereits vorhandene Special Edition nochmals in eine Steelbox zu packen, ist eine modische Neuverpackung - jeder Verleih scheint heute eine Steel Edition haben zu müssen, auch wenn die Hülle in Wahrheit nur aus Blech ist.
Den Film sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Ob man sich das nicht untertitelte Bonusmaterial zu Gemüte führt, hängt von der Qualität der eigenen Englisch- und Spanischkenntnisse ab. Am hilfreichsten fand ich noch die Interviews - siehe oben.
Fazit: vier von fünf Sternen für Film, Tonqualität und Bonusmaterial.
Michael Matzer (c) 2011ff
Fazit: empfehlenswert für Krimifreunde

