Todesspiel (DVD)
Ohne Diskussion nur die Hälfte wert - Todesspiel (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... dem die RAF eine Reihe von Anschlägen ausübt. Der erste Teil "Volksgefängnis" erläutert die Entführung Hans Martin Schleyers (d... mehr

Ohne Diskussion nur die Hälfte wert
Todesspiel (DVD)

dik1609

Name des Mitglieds: dik1609

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Todesspiel (DVD)

Datum: 09.09.10, geändert am 14.12.11 (79 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Eine phantastische Dokumentation

Nachteile: Es bleiben Fragen offen

Wie sehr freue ich mich, eigenen Nachwuchs zu haben, der politisch interessiert ist. Immer wieder kommt es in unserem Haus zu Diskussionen und Nachfragen zu aktuellen politischen Themen. Nein, nicht zur aktuellen Themen, sondern auch zu vergangenen. Und so waren die RAF-Aktionen der späten 1970-er Jahre einmal eines dieser Themen. Um bildlich darzustellen, was damals überhaupt passiert ist, legte ich mir diese DVD zu - geschaut wurde sie dann gemeinsam im Familienkreis.

Der Kauf
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Der Einfachheit halber wurde die DVD im Internet bestellt - bei buecher.de. Dort ist sie auch jetzt noch für 13,99 Euro im Angebot.

Der Inhalt
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Die Geiselnahme und Ermordung Hanns Martin Schleyers, die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut und der Tod von Baader, Ensslin und Raspe sind der tragische und brutale Höhepunkt der Terroranschläge in Deutschland 1977.

Der Autor und Regisseur Heinrich Breloer rekonstruiert in seiner hoch spannenden Collage aus Spielszenen, Zeitzeugenberichten und Archiv-Materialien die damaligen Ereignisse, welche die Welt sechs Wochen lang in Atem hielten. Neben einem akribischen Quellenstudium sprach er mit den wichtigsten Beteiligten - vom damaligen Kanzler Helmut Schmidt, dem Verhandlungsführer Hans-Jürgen Wischniewski und der Familie Schleyer bis hin zu einigen RAF-Mitgliedern, der Landshut-Entführerin Souhaila Andrawes sowie der Stewardess Gabi Dillmann und dem Co-Piloten Jürgen Vietor, der sich erstmalig über die Geschehnisse äußerte.

Der erste Teil "Volksgefängnis" zeichnet die Entführung Schleyers, die Maßnahmen in Bonn und das psychologische Drama zwischen Schleyer und den Terroristen nach.

Der zweite Teil "Entführt die Landshut" schildert die schicksalhaften Tage der Passagiere und der Besatzung während des Schreckensfluges nach Mogadischu.

Bonus-Material
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Interview mit Helmut Schmidt, Bildergalerie "Szenen-Fotos", Bildergalerie "Behind the Scenes".

Auszeichnungen für diesen Film
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Goldener Löwe 1997, Telestar 1997, Bayerischer Fernsehpreis 1997, Bambi/Fernsehspiel 1997, Baden-Badener Tage des Fernsehspiels 1997, DAG-Fernsehpreis in Gold 1998, Goldene Kamera 1998.

Technische Angaben
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Bildformat 16:9
Audio: Dolby Digital Stereo
Regional Code: PAL, Zone 2
Laufzeiten: Volksgefängnis ca. 88 Minuten, Entführt die Landshut ca. 89 Minuten, Interview ca. 30 Minuten.
FSK-Freigabe: Ab 12 Jahre

Meine Meinung
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Die Ereignisse des Jahres 1977 scheinen weit entfernt zu sein. Doch die Erinnerung an die Entführung und Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer, die Reaktionen der Bundesregierung unter Führung von Helmut Schmidt und die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut sind bei Zeitzeugen unvergessen. Wie nun sollten diese Geschehnisse der jüngeren Generation besser nahe gebracht werden als durch diesen Zweiteiler, der - die Auszeichnungen oben zeigen es schon an - für das deutsche Fernsehen produziert wurde, und den ich mir schon im Jahre 2003 vor der Mattscheibe angesehen habe ?

Heinrich Breloer wagte sich meines Wissens nach zum ersten Mal an das Experiment einer derartigen Collage, die ohne Einschränkungen als gelungen bezeichnet werden darf. Das Wechselspiel zwischen Schauspiel, Interview und Archiv-Material macht diesen Film sowohl spannend als auch authentisch. Die gleiche Form wurde später bei anderen Dokumentationen immer häufiger angewendet. Sicher ist, dass die historischen Geschehnisse der späten 1970-er Jahre nach aufmerksamer Betrachtung des Films auch für Nicht-Zeitzeugen klar werden, die Chronologie und das Wechspiel von Aktionen und Reaktionen sind nachvollziehbar. Das Hin- und Herspringen zwischen Schauspiel und Original-Filmmaterial wirkt dabei keineswegs verwirrend, sondern hält im Gegenteil die Spannung hoch und belebt die Dokumentation.

Vielleicht ist es gerade das Plus dieses Films, dass die Frage nach dem Warum nicht so recht beantwortet wird. Natürlich erklärt Helmut Schmidt, warum der Staat seiner Meinung nach so und nicht anders handeln musste. Aber die Begründung für das Entstehen der RAF und ihrer terroristischen Akte bleibt weitgehend ebenso aus wie die endgültige Beantwortung der Frage nach Gut und Böse. Genau das sorgte in unserem Haus für Diskussionen, die in der ebenfalls unbeantworteten Frage mündeten, ob eine Wiederholung der derartiger Ereignisse angesichts drohender sozialer Unruhen möglich ist.

Als nicht sonderlich schlimm empfinde ich es übrigens, dass jeder der beiden auf der DVD zu findenden Filme in jeweils nur vier Kapitel eingeteilt ist. Wer sich für diese Thematik interessiert, wird Unterbrechungen beim Ansehen ohnehin für sich selbst nicht zulassen. Dass die Qualität des Bild-Materials unterschiedlich ist, versteht sich von allein - die geschauspielerten Szenen sind natürlich fernsehgerecht aufbereitet und damit in hoher Qualität zu verfolgen, während die beim Archiv-Material zum Teil zu wünschen übrig lässt, was aber wiederum die Authentizität des Films nur unterstreicht.

Mein Fazit
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Eine ausgesprochen gelungene Dokumentation, die ich sowohl für Privat-Haushalte als auch für Schulen nur empfehlen kann. Dabei sollte allerdings nicht nur einfach ein Film konsumiert, sondern auch über seine Inhalte gesprochen und nachgedacht werden. Irgendwie scheint mir auch mehr als 30 Jahre nach diesen Geschehnissen die Aktualität unverändert, denn die Gefahr, dass sich extremistische Meinung in Gewalt entladen, besteht meiner Meinung nach auch heute noch und wieder.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert!