Und keiner stirbt!
The Sound of War - Wenn Helden sterben (DVD)

Name des Mitglieds: tom.112
Produkt:
The Sound of War - Wenn Helden sterben (DVD)
Datum: 22.09.02, geändert am 22.09.02 (678 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: keine
Nachteile: langweilige Handlung, schlechte Ausstattung der DVD
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zu der Sorte Mensch gehöre, die bei Sonderangeboten immer schnell nervös und auch unheimlich kauffreudig werden. Leider kauft man dabei auch oft sehr viel Schrott. Aber dieses Problem werden hier sicher auch einige andere kennen...
Jedenfalls kann ich es mir auch nicht anders erklären, dass der Film "The sound of war - Wenn Helden sterben" ("When trumpets fade") in meiner DVD-Sammlung gelandet ist. Regisseur John Irvin ("Hamburger Hill") hat hier einen Streifen hingelegt, den man absolut nicht sehen muss. Die angebliche Starbesetzung, die auf dem Cover der DVD angepriesen wird, macht den Film leider auch nicht besser. Ebenso wie "Der Soldat James Ryan" erschien der Film im Jahr 1998, war aber eine Produktion für den Pay TV-Sender HBO.
Ich schreibe über die bei EuroVideo am 11. April 2001 erschienene DVD, die man bei Amazon für 7,99 Euro kaufen kann.
Der Film:
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Der Film spielt im Wald bei Hürtgenwald an der belgischen Grenze. Dort haben sich alliierte und deutsche Truppen Ende 1944 an der Siegfried-Linie eine erbitterte Schlacht geliefert, bei der über 70.000 Menschen ums Leben kamen, darunter alleine 55.000 Amerikaner.
Einer von ihnen ist David Manning (Ron Eldard, "Sleepers"), der zwar bisher alle Gefechte überlebt, gleichzeitig aber den Ruf eines erbärmlichen Feiglings hat. Nachdem er seinen schwerverletzten Kameraden Bobby (Jeffrey Donovan, "Blair Witch 2"), den er zuvor durch den Wald geschleppt hat, erschossen hat, ist er der einzige Überlebende seine Einheit. Da auch so gut wie alle Offiziere gefallen sind oder sich in Sicherheit gebracht haben und er als einziger über eine Woche überlebt hat, wird Manning wider Willen von Captain Roy Pritchett (Martin Donovan, "Malcom X") zum Sergeant befördert und soll das Kommando über einige frisch eingetroffene unerfahrene Soldaten übernehmen.
Gleich
bei der ersten Patrouille verliert er den jungen Warren (Zak Orth, "Den Einen oder Keinen"), der prompt auf deutsche Soldaten trifft. Mit viel Glück gelingt es ihm jedoch, zu Mannings und seinen Kameraden zurückzukehren.
Wenig später soll die ganze Einheit eine wichtige Brücke erobern. Allerdings wird dieser Angriff zu einem absoluten Fiasko, da die Amerikaner von der deutschen Artillerie zusammengeschossen werden. Mannings soll deshalb als "Freiwilliger" mit seinen Leuten die Geschützstellung ausschalten. Obwohl er bisher eher durch Feigheit glänzte, willigt er ein da ihm von Pritchett die Heimkehr nach diesem Auftrag versprochen wird.
Dieses Kommandounternehmen gelingt zwar, jedoch bringt Mannings nur noch einen seiner Leute zurück. Alle anderen wurden getötet oder von den Deutschen gefangen genommen. Einen von ihnen, den jungen Baxter (Steven Petrarca, "Mörderischer Pakt"), erschießt Manning beim Versuch zu fliehen.
Zunächst gelingt es dann auch, die Brücke zu nehmen, der Erfolg wird aber schnell von einigen Panzern zunichte gemacht. Manning, der inzwischen zum Lieutenant befördert wurde, plant zusammen mit Warren ein waghalsiges Unternehmen, um die Panzer auszuschalten. Begleitet werden sie von Talbott (Dylan Bruno, "Wo Dein Herz schlägt") und Chamberlain (Frank Whaley, "Broken Arrow"), die Manning immer nur für einen Drückeberger hielten. Tatsächlich gelingt es den vier zu den Panzern vorzudringen...
Die DVD:
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Wie die meisten DVDs bekommt man "The sound of war" in einem Amaray Case.
Das deutschsprachige Menü wirkt optisch irgendwie ziemlich dilettantisch: der Hintergrund besteht aus einem schlecht gemachten Flecktarnmuster und die Schrift bei den fünf Menüpunkten ist viel zu groß. Außerdem ist die Hintergrundmusik schnell zu Ende und startet nicht neu. In den Untermenüs läuft sie dagegen durch.
Ton und Bild:
Über die Bildqualität kann man eige
ntlich nicht motzen (4:3, Vollbild). Selbst beim Zoomen bleibt das Bild noch lange erträglich scharf.
Bei der Wiedergabe kann man zwischen der deutschen und englischen Fassung wählen. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen kommt man aber in der deutschen Fassung in den Genuss von Dolby Digital 5.1 und in der Originalversion von Dolby Digital 2.0. Die Tonqualität ist auch in Ordnung und gerade während der Kämpfe kommt aus meiner Surround Anlage doch einiges heraus.
Features:
Im Hauptmenü kann man zwischen den beiden Sprachen und zwischen den 12 Kapiteln wählen. Für 89 Minuten finde ich die Anzahl der Kapitel in Ordnung. Bei der sehr übersichtlichen Szenenauswahl bekommt man in den beiden Untermenüs jeweils die Titel von sechs Kapiteln mit kurzen Ausschnitten gezeigt.
In der Rubrik "Filmografien" kann man auf Texttafeln kurze Infos zu Ron Eldard, Frank Whaley, Dwight Yoakam und Martin Donovan lesen. Allerdings beschränkt sich das auf ein Foto aus dem Film und eine reine Auflistung von Filmtiteln.
Zu guter letzt kann man sich unter "Andere DVDs" Trailer zu "Sniper", "Blind Side" und "Buena Vista Social Club" anschauen.
Untertitel gibt es auf dieser DVD keine.
Mein Fazit:
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"The sound of war" ist ein Film, den kein Mensch braucht. Die Schlacht im Hürtgenwald gehört zu den blutigsten in Europa während des zweiten Weltkriegs und ist trotzdem sehr unbekannt. Die Idee, dieses Massaker aufzugreifen, mag zwar an sich recht gut sein, dafür ist die Umsetzung eine Katastrophe.
Die Handlung gibt einfach nicht so viel her: es wird wohl versucht, das Schicksal von Manning darzustellen, aber es gelingt Irvin überhaupt nicht, hier irgendeine Spannung oder einen Bezug zum Zuschauer aufzubauen. Die Geschichte läuft ohne Wendungen und Überraschungen ab und ist fast schon berechenbar. Vieles ist auch einfach unklar: mir leuchtet jetzt noch nicht ein, warum er zu
Beginn des Filmes seinen Freund erschießt, obwohl sie kurz vor dem Ziel sind.
Außerdem können sämtliche Schauspieler in ihren Rollen überhaupt nicht überzeugen. Man bekommt richtig den Eindruck, dass da schnell ein Fernsehfilm als Antwort auf "Der Soldat James Ryan" gedreht werden sollte. Man kann in dem Film überhaupt keine Leistungen hervorheben: die Akteure wirken allesamt sehr langweilig, vollkommen unmotiviert und deplatziert. Irgendwelche Gefühlsregungen kann man nur mit viel Phantasie erkennen. Was mir auch besonders aufgefallen ist: zwar laufen alle unrasiert und mit tief eingefallenen Augen und Wangen rum, aber kein einziger Schauspieler ist auch nur ansatzweise mal schmutzig, was ich bei einer Schlacht mit sehr viel Schlamm etwas suspekt finde.
Dagegen sind die Spezialeffekte sogar richtig gut: die Kulissen für den Film und die pyrotechnische Show wirken sehr realistisch. Auch bei den vielen Opfern und den Verletzungen hat man sich anscheinend richtig Mühe gegeben. Hier kann man den Streifen ohne weiteres mit "James Ryan" vergleichen. Auf der anderen Seite laufen dann die Offizere mit Landkarten rum, die wohl kurz zuvor ein Fünfjähriger mit seinen Wasserfarebn gemalt hat.
Die Musik von Geoffrey Burgon ist ein schlechter Witz. Burgon hat auch schon die Musik für "Das Leben des Brian" gemacht und hat überhaupt kein Gespür für diesen Film bewiesen. Die Swingmusik passt rein gar nicht zu den Szenen - nicht einmal als Kontrast. Auch so ist die Hintergrundmusik nervend und einfach grottenschlecht.
"The sound of war" hat eine FSK-Freigabe von 16. Da es viele Szenen gibt, in denen massig gestorben, verstümmelt und gelitten wird, ist das auch durchaus angebracht.
Alles in allem kann ich von dem Film nur abraten. Der Film ist einfach nur schlecht und langweilig und auch die DVD gibt nichts her. Gerade wenn dieses Thema aufgegriffen wird, hätte man schon etwas mehr auf die Scheibe packen könn
en. Außerdem ist mir auch nicht ganz klar, warum den englischen Titel "When trumpets fade" durch den ebenfalls englischen Titel "The sound of war" ersetzt hat. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht einmal den Streifen im Fernsehen anzuschauen. Spart Euch das Geld und geht dafür ins Kino.
Danke fürs Lesen, Wegklicken oder Kopieren!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film




