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Neuester Testbericht: ... flucht. Das kann ich mir bei der realen Queen wirklich nicht vorstellen. Auch die Darstellung ihres Mannes ist perfekt, so stockstei... mehr
Großartige Schauspielerin, mässiger Film
The Queen (DVD)

Name des Mitglieds: templerthomas
Produkt:
The Queen (DVD)
Datum: 06.01.11, geändert am 06.01.11 (83 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: s.Bericht
Nachteile: s.Bericht
Ich kann mich der Begeisterung über The Queen nicht ganz anschließen. Der Begeisterung über Helen Mirren jedoch voll und ganz.
Im Film geht es eigentlich nur um eine kurze Lebensphase der Königin von England. Der Zeit als Lady Di starb bis zu ihrer Beerdigung. Als am 31. August 1997 Lady Di bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt ist die Königin Elizabeth II nicht in der Trauerwelle ihrer Untertanen drin. Sie will Lady Dis Tod als Privatsache betrachten und nicht an der Beerdigung teilnehmen. Die Bevölkerung sieht dies anders und schließlich gibt die Königin auch nach Drängen von Premierminister Tony Blair nach. Regisseur Stephen Frears behandelt in The Queen die Zeit vom Todesfall bis zur Beerdigung mit Schwerpunkt auf die Königin. Er vermischt dabei gespielte Szenen mit Dokumentationsaufnahmen. Was eine kluge Entscheidung ist da so die Emotionen der Menschen vor und bei der Beerdigung besser rüberkommen (und er natürlich kräftig am Budget spart ;-).
Die schauspielerischen Leistungen sind phänomenal. Helen Mirren hat den Oscar wirklich verdient. Ihre Darstellung der Queen ist so gut das man bis auf eine Ausnahme denkt das sie die Queen ist. Die Ausnahme ist für mich als sie bei einem Automalheur flucht. Das kann ich mir bei der realen Queen wirklich nicht vorstellen. Auch die Darstellung ihres Mannes ist perfekt, so stocksteif muss man zuerst mal umherlaufen können.
Stephen Frears bringt einige Dialoge in den Film die man sich wirklich gut vorstellen kann. Ob Tony Blair am Schluß vom Queen Kritiker zum Fan wurde kann man als Außenstehender nicht beurteilen. Das Befremden darüber das Millionen Menschen hysterisch wurden über den Tod einer Person die sie nicht kannten und die eigentlich gar nichts für eine bessere Welt machte ist nach dem Film auch verständlich. Die Queen hat also Sympathien als auch Antipathien im Film. Sie selbst hat sich zum Film freilich nicht geäußert. Die Metaphorik etwa über einen Hirsch muss man mögen. Was mir gefällt ist die persönliche Darstellung der Königin ohne in Schmalz oder zu große Distanz zu gehen.
Schade finde ich nur das es im Film eben nur um die Zeit des Todes, der Beerdigung von Lady Di geht. Ich bin - das muss ich hier auch dazuschreiben - kein Anhänger der Monarchie. Für mich brauchts eine Monarchie genauso wenig wie einen ebenso unnützen Bundespräsidenten. Es wäre aber interessanter gewesen wenn mehr vom Leben der KÖnigin drin gewesen wäre, statt nur die Zeit um Lady Dis Tod. Letztere ist für mich komplett unwichtig. Ist schon klar was die Anhänger von ihr an ihr fanden, so a la eine Bürgerliche wird zur Prinzession. Aber sieht man ihr Leben mal ganz nüchtern so hat sie nichts erreicht, hat niemandem wirklich geholfen und setzte sich am Schluß in das Auto eines besoffenen Fahrers? Na ja nicht ganz so dumm wie Jörg Haiders Tod aber wer hier an eine Verschwörung glaubt ist auch sicher auf dem falschen Dampfer. Die Beerdigungsszene in der es dann Botschaften gab wie "sie haben dich nicht verdient" oder das die Königin am Tod schuld war ist schon harter Tabbak. Da bekommt man im Film sogar Mitgefühl mit der Königin. Die Szene ist im Film eine der stärksten wenn die Königin die Kondolenzkarten liest, dann aber von einem kleinen Mädchen Blumen erhält. Solch starke Szenen gibt es einige, auch etwa wenn Tony Blair einen Wutanfall über die Behandlung der Queen durch die Medien bekommt (auch mit Seitenhieb auf Lady Di die er wohl auch nicht leiden konnte).
Ein interessanter Innenblick aber leider eben zu wenig um den Charakter der Queen richtig zu erfassen und meiner Ansicht nach viel zu wenig für einen Film bei dem "The Queen" draufsteht. Weniger Lady Di´s Tod und mehr das Leben der Queen wäre gut gewesen. Bei der Autounfallszene (dem Automalheur der Queen wohlgemerkt) kommt etwas vor das die Queen während des 2. Weltkriegs Automechanikerin war. Da dachte ich mir oha da steckt doch einiges in der steifen Persönlichkeit von dem ich auch nichts wusste.
Groß spannend ist der Film nicht und die bescheuerte Trauer der Leute über Lady Di´s Tod fand ich auch wieder recht nervig. Insgesamt ist der Film zeitlich zu sehr eingeschränkt um ein wirkliches Porträt zu sein und ragt nur durch Helen Mirren über dem Durchschnitt hervor. 3 Sterne. Eh schon großzügig....
Darsteller: Helen Mirren, James Cromwell, Alex Jennings
Regisseur(e): Stephen Frears
Komponist: Alexandre Desplat
Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 31. August 2007
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 99 Minuten
Extras: Recht mässig. Gerade hier hätte man mehr über die Queen reinpacken können. Zumindestens mehr als ein Making-Of (das allerdings recht gut ist), den Trailer und eine Fotogalerie
Preis: 7,99 Euro
(Anmerkung: die neue DVD Hülle sieht anders aus als das Dooyoo Bild)
Fazit: bedingt empfehlenswert
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