The King's Speech (DVD)
Beeindruckend in Historiengenauigkeit und in der Umsetzung - The King's Speech (DVD) DVD Video Film

Erhältlich in: 1 Shop

Neuester Testbericht: ... aus Drama, Komödie und Historienfilm. Wie Colin Firth diese Rolle spielt ist unbedingt sehenswert. In seinem Gesicht kommen die Scha... mehr

Beeindruckend in Historiengenauigkeit und in der Umsetzung
The King's Speech (DVD)

Jatue

Name des Mitglieds: Jatue

Produkt:

The King's Speech (DVD)

Datum: 11.06.11

Bewertung:

Vorteile: unterhaltsam, spannend

Nachteile: nix

Ein Film über den von seinem Stottern geplagten König George VI, dem Vater der jetzigen Amtsinhaberin.

Story:
Das Geschehen spielt ab 1925 als König George V, zerschlissen vom Ersten Weltkrieg, an seine Nachfolge denken muß. Der Thronfolger David passt nicht in die Tradition des Hauses. Er ist ein Romantiker, der immer wieder Liebesaffären hat, zum Leidwesen des Hofes oft mit verheirateten bzw. geschiedenen Frauen. Der andere Sohn Albert, der Herzog von York, leidet seit seiner Kindheit an einem grässlichen Stottern. So beginnt auch der Film: mit einer Radioansprache des Herzogs 1925 als er eine Ausstellung abschließt und dies über das neue Medium BBC dem ganzen Volk verkünden soll. Albert stammelt, bringt die Worte nicht hervor, es ist peinlich ihm zuzuhören und für den Hof ein Desaster.
Alberts Frau Elizabeth sucht Hilfe bei einem Sprachtherapeuten aus Australien: Lionel Logue verspricht Hilfe, verlangt aber die volle Mitarbeit und Loyalität des Herzogs. Albert hat genug. Er hat schon so viele verschiedene Therapien ausprobiert - nichts hilft wirklich. Er stottert, v.a. Wenn er unter Druck kommt.
Lionels Methoden scheinen zu fruchten. Der Herzog lässt sich auf diese unkonventionelle Behandlung ein, rollt auf dem Boden, singt seine Texte, befreit sich mit Schreien obszöner Worte. Aber immer wieder holt ihn das Gefängnis seines Adelsstandes ein. Ich bin der Herzog, der Sohn des Königs...und der Gelegenheitsschauspieler Lionel Logue hat ja nicht mal einen Doktortitel!
So ist es recht schwierig für die beiden Männer zusammenzukommen. Immer wieder bricht der Herzog von York die therapeutische Beziehung ab und läuft davon.
Dann überstürzen sich die historischen Ereignisse: König George V stirbt, David wird der neue König Edward VIII, dankt aber innerhalb eines Jahres ab, weil er sich einer geschiedenen Frau zuwendet und diese auch heiratet. Dies duldet weder der Hof noch das Parlament.
Plötzlich ist Albert König von England. Er nennt sich George VI und er hat panische Angst nun vor jedem öffentlichen Auftritt. Lionel muss her.
Gleichzeitig tritt England auch in den Krieg ein und der neue König muss die große Ansprache an das Volk halten. Er soll damit den Commonwealth einigen und zusammenzuschweißen gegen den mächtigen und redegewandten Feind Adolf Hitler! Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den seit 40 Jahre stotternden George VI..............

Wertung: im Nachhinein ist es fast unglaublich, wie dicht das Geschehen an den Zuschauer herantritt. Eigentlich ist es ja banal: da kann einer nicht richtig reden und er muss Übungen machen um dieses Handicap auszugleichen. Und dann treffen wir aber zwei so großartige Menschen und sind hin und weg von deren Bemühen. Zum Einen natürlich Albert, der spätere König George VI, der mit seinem Schicksal hadert. Vom Vater angeschrien: streng dich an!!! Sags endlich!!!!!! Vom Bruder verhänselt," B-b-b-b-b- Berdie"....von seinem Adelsstand zu Dingen gezwungen, die er nicht tun möchte. In seiner Familie geht er auf, ein lieber Vater der den Kindern Abends entspannt Geschichten erzählt und alles für seine beide Mädchen ( eine davon die jetzige Königin) tut.
Andererseits Lionel Logue , der sich schwer in London tut beruflich Fuß zu fassen, der sich um die Zugehörigkeit zu einer Schauspieltruppe bemüht, aber abblitzt. Und der plötzlich mit einem so wichtigen Patienten, dem Herzog von York, konfrontiert ist: er sollte ihn, auch aus Werbezwecken, heilen und als Patienten behalten - andererseits hat er seine handfesten und strengen Prinzipien der Behandlung und es scheint manchmal fast unmöglich dies konform mit dem strengen Adelsgehabe des Albert zu schalten.
Das klägliche und qualvolle Scheitern des Herzogs von York bei fast jeder Rede treibt die beiden dann aber immer wieder zueinander.
Ich glaube, das ist auch der emotionale Gewinn dieses Filmes: zwei verzweifelte Männer, die müssen und immer wieder an ihre persönlichen Grenzen kommen.
Gerade Lionel Logue tut sich schwer bei Hofe anerkannt zu werden. Ein Möchtegernschauspieler, der den König behandeln will.....und da stehen Koryphäen der Medizin mit ihren Methoden Schlange.

Die Rahmenbedingungen, der Tod des Königs, die Abdankung des Thronfolgers und die plötzliche Bürde die auf Albert zukommen, außerdem die Bedrohung Europas durch Hitler, geben dem Geschehen dann noch den Druck, den es braucht um Spannung aufzubauen.
Und dann der Höhepunkt: die BBC- Übertragung. Man fiebert mit George VI mit, als Zuschauer leidet man unter dem Albtraum wie der König selbst: der Mund öffnet sich und heraus kommt nur A- A- A....

Die Kameraführung ist ruhig. Große Einstellungen, keine Hektik. Längere Dialogszenen.
Die Musik: beruhigend, oft klassisch. Höfisch - angemessen.
Ein großes, wunderbarer Film. Ich habe selten einen gesehen, der mich nachhaltig so beeindruckt hat wie The King`s Speech


Cineasten-Teil:
Regisseur
Tom Hooper
Laufzeit 118 Minuten.
Cast:

Colin Firth -King George VI
Helena Bonham Carter -Queen Elizabeth
Geoffrey Rush -Lionel Logue
Guy Pearce -König Edward VIII
Michael Gambon -King George V
Derek Jacobi -Erzbischof Cosmo Lang
Jennifer Ehle -Myrtle Logue
Timothy Spall -Winston Churchill
Eve Best -Wallis Simpson
Patrick Ryecart -Lord Wigram
Jake Hathaway-Willie
Claire Bloom -Queen Mary

Fazit: reingehen! großes Kino wartet auf Sie