The Darjeeling Limited (DVD)
Spiritueller Selbstfindungtrip - The Darjeeling Limited (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... hatte bei dem er fast gestorben sei. Dies sei der Grund weshalb er seine Brüder nach Indien zu einer Reise eingeladen habe. Er sei... mehr

Spiritueller Selbstfindungtrip
The Darjeeling Limited (DVD)

atrachte

Name des Mitglieds: atrachte

Produkt:

The Darjeeling Limited (DVD)

Datum: 04.09.09

Bewertung:

Vorteile: Chramant, Witzig, herausragender Hauptcast, schnörkellos Inszeniert,

Nachteile: nichts gravierendes,

Wes Anderson gehört nicht unbedingt zu den Filmemachern, den jeder Kinogänger ein Begriff sein dürfte. Dafür ist der Kritikerliebling, dessen bekannteste Werke "Rushmore" (1998) und "Die Royal Tenenbaums" (2001) sein dürften, jedoch ein beinahe sicherer Garant für außergewöhnliche, und meist auch gute Filme, die sich durch seinen ganz eigenen Stil und den zumeist sehr ungewöhnlichen Charakteren hervor tun. Auch sein letzter Film "The Darjeeling Limited", von vor zwei Jahren, vereint einmal mehr all diese Punkte und nimmt den Zuschauer gleichzeitig auf einen stellenweise faszinierenden Selbstfindungstrip mit, wie ihn auch die Figuren im Film selbst erleben.
Seit dem Tod ihres Vaters, haben sich die drei Brüder Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody) und Jack (Jason Schwartman) weder gesehen, noch gesprochen. Nachdem der älteste der Brüder, Francis, einen schweren Unfall nur knapp überlebt hat, entschließt er das es an der Zeit ist, sich wieder mit seinen Brüdern zu vereinigen. Das erste Treffen der Drei nach über einen Jahr findet in einem Zug namens Darjeeling Limited statt, welcher sie durch ganz Indien fahren soll. Der Plan von Francis ist es seinen Brüdern, die sich vollkommen auseinander gelebt haben und nicht einmal wissen was im Leben des anderen vor sich geht, während einer spirituellen Reise durch den riesigen Subkontinent wieder näher zu kommen. Am Ende soll schließlich ein Besuch bei der gemeinsamen, ebenfalls entfremdeten Mutter (Anjelica Huston) anstehen, die in einem Kloster in der Bergen des Himalaja lebt. Doch schon kurz nach Antritt der Reise, kommt es zwischen dem Trio zu Konflikten, denn keiner ist in der Lage dem anderen so wirklich zu vertrauen, was sich erst ändern soll, als sie während ihrer abenteuerlichen Reise ein weiteres mal mit dem Tod konfrontiert werden...

Eine der großen Stärken von "The Darjeeling Limited" ist sicherlich Anderon´s fantastisches Talent, eine Geschichte mit viel Charme, Witz und seichter, aber den Zuschauer mitfühlen lassender, Dramatik zu erzählen. Schon der gewählte Ausgangspunkt, eine spirituelle Reise durch Indien, die dazu führen soll das sich drei entfremdete und vollkommen in ihrer Persönlichkeit verschiedene Brüder wieder vereinen sollen, bietet ein unglaubliches Potential, für einen sich mit den tiefgründigen Fragen des Lebens befassenden Film. So wie zu erwarten, präsentiert sich schließlich auch das Endprodukt, das sich nie in wirklich komplexen Gedankengängen verliert, sondern viel mehr eine gut funktionierende Mischung aus Abenteuern, Auseinandersetzungen mit den eigenen Problemen und Sorgen und den Konflikten untereinander sowie der Suche, nach sich selbst darstellt. Anderson verzichtet dabei, wie man es von ihm gewohnt ist, darauf, eine triste Schwarz/Weiß Zeichnung anzufertigen, sondern präsentiert die Reise viel lieber, als buntes, mit unter etwas schräges, aber nie plattes Abenteuer durch ein farbenfrohes und wunderschönes Indien, ganz so wie es dem westlichen Klischee des kunterbunten Bollywood entspricht. Dieses Bild, das hier nie zum Kitsch verkommt, passt aber auch sehr gut zu dem ganz eigenen Witz des Filmes, welcher etwas Subtiler ist, als manchen vielleicht lieb sein wird, und nie mehr als ein kleines Schmunzeln herauf befördert. Doch das reicht vollkommen aus, um eine gehörige Portion Charme rüber zu bringen, die einen den Film schnell ans Herz wachsen lässt.
Inszenatorisch ist "The Darjeeling Limited" natürlich ein gewohnt starker Film von Anderson. Das Drehbuch, welches er zusammen mit Jason Schwartzman und Roman Copolla ("Bram Stoker's Dracula", "Der Regenmacher") verfasst hat, setzt er sehr kurzweilig und mit viel Liebe zum Detail, hin und wieder auch mit einigen symbolischen Fotografien um. Letztere sind allgemein außerordentlich schön geworden. Unschwer zu erkennen ist dabei auch eine kleine Hommage an das indische Kino, etwa die wackelnden Zooms auf die Hauptdarsteller, oder die eben schon erwähnten sehr bunten Farben, die im Film, der natürlich auch an originalen Drehorten gefilmt wurde, zum Einsatz kommen. Auch setzt Anderson einmal mehr auf sehr symbolträchtiger Musik, die in Dialog entleerten Szenen, die Situation bzw. die eigentliche Handlung perfekt reflektieren. Vor allem sind es dabei vom Regisseur wiedergefundene Schätze aus den 60er und 70er Jahren, die die Szenen untermalen, aber auch der ein oder andere indisch angehauchte Titel, wird gespielt.

Es ist jedoch nicht zuletzt dem Star besetzen Hauptcast zu verdanken, das "The Darjeeling Limited" so viel Spaß beim zugucken macht. Auch wenn ihre Charaktere zu Beginn der Reise alles andere als gut miteinander können, und sehr voneinander distanziert sind, verfügen die drei Hauptdarsteller über eine unglaublich harmonische Chemie, die den ganzen Film über hält. Owen Wilson ("Marley & Ich", "Zoolander"), der dem Massenpublikum hauptsächlich für seine Klamauk-Rollen bekannt sein dürfte, beweist als ältester Bruder Francis einmal mehr, das er auch in ernsteren Rollen absolut glänzen kann und läuft mitunter gar zur Höchstform auf. Seine Rolle hat etwas sehr Tragisches an sich, es scheint gar so als hätte er außer seinen Brüdern und seinem Assistenten Brendan (Wallace Wolodarsky,) niemanden in seinem Leben, dem er ob bzw. die ihm etwas bedeuten. Das Bewusstsein darüber, ist wohl auch der Grund für seine Bemühungen sich wieder mit seinen Brüdern zu vertragen. Diese sind Anfangs von diesem Unterfangen jedoch alles andere als begeistert. Vor allem der Schriftsteller Jack, von Jason Schwartzman ("Marie Antoinette", "Rushmore") gespielt, scheint nicht allzu viel von den Ambitionen seines Bruders zu halten, und erwähnt kurz nach der Beginn des Trips, die Abreise. Auch Schwartzman beweist wieder mal, das er ein sehr fähiger Charakterdarsteller ist, und legt Mühelos sehr viel Tiefgang in seine Figur, welche er bereits in dem Kurzfilm "Hotel Chevalier" (2007), quasi der Vorgeschichte zu "The Darjeeling Limited", spielte. Der Dritte im Bunde, Adrien Brody ("Der Pianist", "King Kong"), hält wie zu erwarten das Niveau, und spielt seinen Charakter, den noch immer trauernden Peter, mit sehr viel Gefühl. Aber auch die wenigen Nebenrollen, welche jedoch allesamt nur die zweite Geige spielen, sind mit recht großen Namen besetzt. So spielt der in Indien äußerst populäre Irrfan Khan ("Slumdog Millionaire","New York") einen Vater, der sein Kind verloren hat, Wallace Wolodarsky ("Rushmore") den ulkigen Assistenten von Francis, Anjelica Huston ("Die Royal Tenenbaums", "Der Kindergarten Daddy" ) die Mutter der Gebrüder Whitman und den in Anderson´s Filmen immer wieder auftauchenden Bill Murray ("Ghostbusters", "Lost in Translation") lässt der Regisseur gar nur für zwei kurze Szenen auftauchen, Natalie Portman ("Star Wars: Episode 1", "Leon, der Profi") hingegen hat nicht einmal einen fünf sekündigen Auftritt.
\\\\ Daten zum Film ////

Original Filmtitel:
The Darjeeling Limited (2007)
Länge des Filmes:
Ca. 91 Minuten

Darsteller:
Owen Wilson...Francis L. Whitman
Adrien Brody...Peter L. Whitman
Jason Schwartzman...Jack L. Whitman
Amara Karan...Rita
Wallace Wolodarsky...Brendan
Waris Ahluwalia...The Chief Steward
Irrfan Khan...The Father
Barbet Schroeder...The Mechanic
Camilla Rutherford...Alice
Bill Murray...The Businessman
Anjelica Huston...Sister Patricia Whitman
...
Regisseur:
Wes Anderson

FSK:
Freigegeben ab 6 Jahren
\\\\ Fazit ////
"The Darjeeling Limited" ist ein äußerst charmanter Trip, mit ungezwungenen Witz und viel liebe zum Detail sowie einem fantastischen Cast, der mit wunderbarer Chemie untereinander performt. Hier und da gibt es zwar eine Länge, insgesamt stört dies aber nicht wirklich Sicherlich ein Film für den man in der richtigen Stimmung sein muss, aber dann funktioniert das Werk von Wes Anderson vollkommen perfekt und ist für einen ruhigen Filmabend wie geschaffen.

7/10 Punkten für den Film "The Darjeeling Limited" und somit vier Sterne als Wertung.

Fazit: Gut