The Box - Du bist das Experiment (DVD)
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Diese Box kann geschlossen bleiben
The Box - Du bist das Experiment (DVD)

atrachte

Name des Mitglieds: atrachte

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The Box - Du bist das Experiment (DVD)

Datum: 30.07.10

Bewertung:

Vorteile: ein paar Ansätze,

Nachteile: langweilig,

Mit "Donnie Darko" lieferte Richard Kelly Anno 2001 einen der herausragendsten Filme des letzten Jahrzehntses ab, der zwar Kommerziell kein sonderlich großer Wurf war, sich aber aufgrund seiner komplexen Geschichte und der vielschichtigen Deutungsmöglichkeiten längst zum Kultfilm gemausert hat. Doch nach dem immensen Hype um den Jungregisseur und seinem Spielfilmdebüt verblasste sein Ansehen recht schnell, was wohl vor allem mit seinem großen Flop "Southland Tales" (2006), der sowohl bei Kritikern, als auch an der Kinokasse durchfiel, zusammenhängt. Sein nunmehr dritter Film "The Box" soll das Ruder nun wieder herum reißen. Dabei erweist sich die mysteriöse Geschichte um eine titelgebende Box und einem damit verbundenen, äußerst unmoralischen Angebot, als typisches Muster, nach welchem Kelly seine Streifen gerne strickt. Doch erneut macht eine wenig ambitioniert wirkende Umsetzung dem interessanten Stoff einen kruden Strich durch die Rechnung.

Auf den ersten Blick wirkt die in Richmond, Virginia lebende Familie Lewis äußerst glücklich. Bandenoberhaupt Arthur (James Marsden) arbeitet als Techniker bei der NASA und hat beste Chancen schon bald ins Astronauten-Programm aufgenommen zu werden, seine Frau Norma (Cameron Diaz) ist als Lehrerin an einer Privatschule angestellt und der gemeinsame Sohn Walter (SamOz Stone) ist ein ebenfalls aufgeweckter, kluger Junge. Finanziell hängt der Haussegen bei der Familie jedoch ziemlich schief, leben die Drei doch weitaus über ihre Verhältnisse. Alles andere als besser wird die Situation, als Arthur eröffnet wird, das man ihn für die Astronauten Weiterbildung eine Absage erteilt hat, und auch Norma wird mit einer Hiobsbotschaft überrannt, als sie erfährt, das aufgrund von Kürzungen sämtliche Vergünstigungen für Lehrkräfte und deren Kinder wegfallen. Just in diese schwierige Zeit, klingelt es eines frühen Morgens schließlich an der Tür. Lediglich eine mysteriöse Box mit einem roten Punkt in der Mitte und einer beiliegenden Nachricht, die besagt das noch am selben Tag ein gewisser Mr. Steward (Frank Langella) weitere Instruktionen bezüglich des merkwürdigen Präsentes machen wird, liegen vor der Tür. Als am Nachmittag tatsächlich ein Mann, der sich als Arlington Steward zu erkennen gibt, klingelt, ist die Verwirrung umso größer. Denn er verspricht der Familie Lewis nicht weniger als eine Millionen Dollar, wenn sie den roten Knopf drücken. Der Haken bei der Sache: drücken sie den Knopf, wird irgendwo auf der Welt ein Mensch sterben. Steward gibt Norma und ihrem Mann lediglich 24 Stunden Bedenkzeit, dann würde er wieder kommen um die Box abzuholen. Zwar glaubt das Ehepaar zunächst an einem Scherz, doch die Aufsicht auf finanzielle Unabhängigkeit verführt sie schließlich dafür, den Knopf zu drücken...

Äh, häh? Zugegeben, die Handlung von "The Box" klingt wirklich ziemlich abgedreht und präsentiert sich ebenso. Der dem Film zu Grunde liegende Plot basiert dabei auf einer Kurzgeschichte ("Button, Button") von Richard Matheson, dessen bekanntestes Werk "I Am Legend" nicht zuletzt Dank der Verfilmung mit Will Smith wohl recht bekannt sein dürfte. Parallelen zwischen beiden Geschichten sind jedoch sehr rar gesät, weshalb ein direkter Vergleich zwischen beiden Werken bzw. ihren filmischen Umsetzungen nicht wirklich zur Frage steht. Vergleicht man jedoch die bloße Unterhaltungsqualität beider Filme, so muss man feststellen das Kellys Adaption in allen Punkten unterlegen ist.

Das Problem dabei ist nicht direkt die wirre Geschichte. Sicherlich, der Film wirkt zu Beginn sehr konfus und an den Haaren herbei gezogen, doch die spätere Auflösung ist im Kontext des Film Universums durchaus schlüssig (wenn auch notorische Realismus Nörgler das ganze verfluchen werden). Doch auch wenn der letztliche Twist irgendwo Sinn ergibt, so ist der Weg dorthin äußerst sperrig erzählt und trumpft leider viel zu oft mit lächerlichen Erklärungsversuchen auf, statt das ein oder andere einfach dem Zuschauer und dessen Fantasie und Interpretationsvermögen zu überlassen. So sinkt der Film ab der ersten, in der Zusammenfassung der Rahmenhandlung geschilderten, halben Stunde kontinuierlich ab und nimmt lediglich zum Ende hin nochmal etwas Fahrt auf. Das Ergebnis für den Zuschauer ist somit leider ein sehr langweiliges, stellenweise gar einschläferndes, das es schwer macht, dem Werk die Stange zu halten.

Dabei ist die eigentliche Intention um die Frage nach Moral oder Materialeismus durchaus interessant umgesetzt. Jedoch erweist sich Kellys Wahl für seine beiden Hauptdarsteller als vollkommener Griff ins Klo. Denn weder James Marsden ("X-Men", "Superman Returns") noch Cameron Diaz ("In den Schuhen meiner Schwester", "Drei Engel für Charlie - Volle Power") bringen die nötige Power und Überzeugungskraft mit um den Film zu tragen. So gelingt es beiden kaum das ethische Dilemma ihrer Figuren spürbar umzusetzen, was zur fatalen Folge hat, das die eigentliche Aussage des Filmes nur in Bruchteilen wirklich ankommt und man einfach keine Unterhaltung verspürt. Schade, denn der Antagonist der Geschichte, der von Frank Langella ("Frost/Nixon," "Die neun Pforten") gespielte Mr. Steward, bringt dank seines Darstellers eine ungemeine Präsenz mit, die beinahe jede Szene mit ihm stark aufwertet.

Original Filmtitel:
The Box (2009)

Länge des Filmes:
Ca. 115 Minuten
Darsteller:
Cameron Diaz...Norma Lewis
James Marsden...Arthur Lewis
Frank Langella...Arlington Steward
James Rebhorn...Norm Cahill
Holmes Osborne...Dick Burns
Sam Oz Stone...Walter Lewis
Gillian Jacobs...Dana
Celia Weston...Lana Burns
...

Regisseur:
Richard Kelly

FSK:
Freigegeben ab 16 Jahren

\\\\ Fazit ////
Betrachtet man "The Box" auf dem Papier, so erscheint der Film zwar überaus abgefahren, aber nicht uninteressant. Stellenweise präsentiert sich das Endprodukt genauso, wirkt schlussendlich aber sehr antriebslos und ermüdend, sodass von spannender Mysterie-Kost kaum die Rede sein kann. Ein Verzicht auf den Film, wird somit kaum jemandem Weh tun.

3/10 Punkte für "The Box" und somit zwei Sterne als Wertung.

Fazit: Naja