Star Trek 10 - Nemesis (DVD)
Diesmal opfert sich DATA - Star Trek 10 - Nemesis (DVD) DVD Video Film

Erhältlich in: 2 Shops

Neuester Testbericht: ... Diesmal hat sich dort ein genetisches Experiment hochgearbeitet. Die Romulaner hatten einen Klon von Captain Picard erschaffen, um ihn he... mehr

Diesmal opfert sich DATA
Star Trek 10 - Nemesis (DVD)

lemmel

Name des Mitglieds: lemmel

Produkt:

Star Trek 10 - Nemesis (DVD)

Datum: 05.05.11, geändert am 02.05.12 (121 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: unterhaltsamer SF-Action-Streifen

Nachteile: Das Star Trek-Flair fehlt etwas.

Was Star Trek ist, weiss inzwischen auch hierzulande jeder: Raumschiff Enterprise. Star Trek ist Kult. Von der Fernsehserie gibt es zig Staffeln mit unterschiedlichen Crews. Und auch die Kinofilme zu Star Trek gingen in Serie. Bis heute gelangten 10 Streifen von der Enterprise in die Kinos. Der bisher letzte war 2002 "Star Trek - Nemesis".
Das ist nunmehr schon ein paar Jahre her. Und da es bisher keinen Nachfolger gab, kann das nur eines heißen: Der Film floppte an den Kinokassen. Aber spätestens beim DVD-Verkauf wird ja bekanntermaßen jeder Film zum Erfolg.
Bei "Star Trek - Nemesis" hat die zweite Star Trek-Crew um Captain Picard alias Patrick Stewart auf der Enterprise angeheuert. Für meine Kritik vielleicht folgendes vorab. Ich bin kein Trekkie, sondern jemand, der in seiner Jugend die ersten Enterprise-Staffeln begeistert gesehen hat, und sich auch heute noch ab und zu gerne einen Science Fiction-Streifen "reinzieht". Ich weiss aber nicht, ob in der 5. Folge der dritten Staffel in einer Szene bei Spock einmal kurz das Spitzohr geknickt war.
Bei "Star Trek - Nemesis" darf endlich einmal wieder das romulanische Imperium mitmischen. Mit diesem hatte sich ja bereits die Original-Crew öfters herumgeärgert. Diesmal hat sich dort ein genetisches Experiment hochgearbeitet. Die Romulaner hatten einen Klon von Captain Picard erschaffen, um ihn heimlich zu ersetzen. Das Experiment,, das den Namen Shinzon trägt, wurde jedoch abgebrochen und durfte sich mit Zwangsarbeit auf Remus nützlich machen. Von dort putscht es sich hoch und hat ambitionierte Pläne, nämlich die Zerstörung der Erde mit einer besonderen Technologie. Er hat aber auch ein kleines Problem, genauer gesagt einen genetischen Defekt. Und um diesen zu beheben braucht er das Original. Es kommt zum Showdown im Weltraum: Zuerst Schiff gegen Schiff und dann Klon gegen Original. Klar, dass deshalb DATA die Entscheidung herbeiführt...
Zu viel will ich nicht von der Handlung verraten. Die Ereignisse haben mich aber frappierend an den zweiten Star Trek-Kinofilm "Der Zorn des Khan" mit der Original-Crew erinnert. Man könnte fast schon von einem sehr freien Remake sprechen.
Der Dreh von dem zehnten Star Trek Film hat anscheinend rund 60 Millionen Dollar verschlungen. Es gibt daher Action-Szenen satt und hat eine düstere und aus meiner Sicht großartige Szenerie des Raunschiffes von Shinzon.
Der Film war aber dann ursprünglich über 2 Stunden lang und musste auf unter zwei Stunden gekürzt werden. Ganz klar, dass dann nicht die teuren Action-Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind, sondern die eher kostengünstigen Dialog-Szenen, die dem Film aber mehr Tiefgang verliehen hätten. So ist dieser Star Trek-Film zu einem guten Teil gut gemachtes Popcorn-Kino und nur noch bedingt ein "echter" Star Trek-Film.
Dadurch ist bei dieser DVD aber das Zusatzmaterial, das auch entfallene Szenen enthält, ausnahmsweise hochinteressant. Insbesondere enthält dieses Material eine lange Dialogszene zwischen DATA und Captain Picard, die für den Film aus meiner Sicht essentiell gewesen wäre. Diese Meinung deutet in den Interviews des Zusatzmaterials auch Patrick Stewart an.
Auf der anderen Seite ist es aber auch verständlich, dass man den Film unter zwei Stunden halten wollte. Es hätte aber auch andere Szenen gegeben, die man stattdessen hätte streichen können. So darf ziemlich am Anfang Captain Picard am Steuer eines Art "Strand-Buggies" auf einer Planetenoberfläche die Pistensau raushängen lassen. Hier wollte man mit Brachialgewalt Action in den Film bringen. Sinnvoll ist das nicht. Denn warum fliegt man mit einem Raumgleiter auf denn Planeten und sollte dann das letzte Stück mit dem Buggy zurücklegen? Auch im Endteil hätte man einen Nebenstrang mit Kampfszenen von Commander Riker schneiden können. Diese Szenen sind für den Film so wichtig wie ein Kropf. Aber dann wäre wohl der gute Jonathan Frakes sauer gewesen. Denn seine Rolle ist eigentlich für diesen Film relativ unwichtig und wird hierdurch künstlich ausgeweitet.
A propos angemessene Unterbringung der Darsteller in dem Streifen. Der Picard-Klon Shinzon ist im Film deutlich jünger als der Chef der Enterprise. Naheliegend wäre es eigentlich gewesen Patrick Stewart auf jung zu trimmen und ihm diese Rolle zusätzlich zu geben. Stattdessen erhält diese "Zuckerl" bzw. diese Doppelrolle DATA-Darsteller Brent Spiner. Dazu sage ich nur: Eine Billardkugel macht noch keinen Klon!
Trotz aller Kritik ist "Star Trek - Nemesis" ein unterhaltsamer Action-Streifen mit tollen Szenen. Es ärgert aber einen schon, wenn man bedenkt, wie viel Potenzial hier verschenkt wurde. Der Regisseur musste es anscheinend zu vielen Leuten "Recht machen". Schade!

Die Fakten:
Darsteller: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner
Regisseur: Stuart Baird
Komponist: Jerry Goldsmith
Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1 und DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Holländisch, Ungarisch, Polnisch, Türkisch
Bildseitenformat: 2.35:1
FSK: ab 12
Spielzeit: 112 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2002

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien auch bei yopi.

Fazit: Unterhaltsamer Action-Streifen. Viel Potential wurde aber verschenkt.