Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills (DVD)
Spur des Falken- Goldgräber in den Black Hills - Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills (DVD) DVD Video Film

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Spur des Falken- Goldgräber in den Black Hills
Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills (DVD)

LittlePrince

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Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills (DVD)

Datum: 28.08.06, geändert am 20.08.09 (996 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: spannender Western

Nachteile: kaum Special-Effekte

Hallo liebe dooyoo-Gemeinde,


Das Thema hat mich gepackt, drum setze ich meine Serie über die Western-Filme aus Ostdeutschland fort.

Bisher habe ich drei Western-Filme aus der DEFA-Produktion vorgestellt. Zunächst stellte ich euch den Film "Weiße Wölfe" vor.

Danach sah ich mir die aller ersten beiden Indianerfilme "Die Söhne der großen Bärin" und "Chingachgook - die große Schlange" für euch an.

Heute nehme ich den nächsten Western bzw. Indianerfilm aus den DEFA-Studios ein, nämlich


Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills
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Chronologisch gesehen ist "Spur des Falken" der 3. Film des Genres aus den DEFA-Studios in Babelsberg, sozusagen der erste Teil von "Weiße Wölfe".

Dem Film liegt keine literarische Vorlage zugrunde. Dafür hat das Filmteam aus Babelsberg gründlich recherchieren lassen, z.B. bei Völkerkundlern, und sich um die historische Wahrheit bemüht.
"Spur des Falken" greift echte Geschehnisse aus dem Jahre 1875 auf. Tatsächlich gab es die Goldfunde, und die amerikanische Regierung verhandelte damals mit den Dakotas über den Ankauf der Black Hills. Das Land gehörte vertragsgemäß den Indianern. Trotzdem wurde das Terrain widerrechtlich von weißen Pionieren besiedelt.

Für die malerischen Außenaufnahmen zog die Filmcrew diesmal nicht nach Jugoslawien oder Tschechien. Gedreht wurde in den Bergen des Kaukasus, auf über 2400 Metern Höhe.

Computeranimationen gab es damals noch nicht. Deshalb mussten sich die Filmleute einiger Tricks bedienen, z.B. für die Bisonherden der Prärie. So wurden Plastikmodelle von liegenden Büffeln angefertigt und mit Fell überzogen.

Der ehemalige Sportlehrer und spätere "Chefindianer der DEFA", Gojko Mitic spielt die Hauptfigur Weitspähender Falke. Die Rolle wurde ihm regelrecht auf den Leib geschrieben. Mitic kämpft und reitet wie der Teufel und verzichtet auf ein Double für gefährliche Szenen.


Die Story
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Die Geschichte spielt in Nordamerika um 1875/76. In einem Vorgebirge der Rocky Mountains, den Black Hills, ist Gold gefunden worden.
Es beginnt ein Run auf das Gold, zahllose Bodenspekulanten, Abenteurer, Goldgräber, Händler und Siedler strömen ins Land. Die Indianer, allen voran der junge Dakota-Häuptling Weitspähender Falke (Gojko Mitic), sehen den Ansturm der weißen Siedler mit Sorge
Auch Chat (Horst Kube) und Pat (Holger Mahlich) wollen ihr Glück versuchen und nach dem gelben Edel Metall suchen.
Noch gehört das Land der Schwarzen Berge allein den Dakota-Indianern. Die Weißen werden vertragsbrüchig, greifen zu einer List, um die Indianer aus dem Land zu jagen. Sie lassen auf Befehl des skrupellosen Bodenspekulanten Bludgeon (Hannjo Hasse) kaltblütig Büffelherden niedermetzeln, um den Indianern ihre Existenzgrundlage zu rauben. Die Dakota um ihren Häuptling Weitspähender Falke wehren sich und überfallen einen voll besetzten Zug der Union-Pazific-Linie, in dem viele weiße Glückssucher sitzen. Der Zug wird von Leutnant Forsyth (Dietmar Richter-Reinick) und dessen Soldaten geschützt, die den Angriff der Indianer abwehren können. Weitspähender Falke setzt den bewaffneten Kampf gegen die Eindringlinge fort, bevor es zu spät ist und seinen Leuten kein Land mehr bleibt. Dies wäre das Ende seines Stammes. Darum zieht er los, will und muss seine Krieger bewaffnen, mit Feuerwaffen.
Sein Hauptfeind Bludgeon will stetig mehr Macht und setzt den Indianern und Siedlern immer stärker zu.
Rücksichtslos eignet er sich die Claims von Pat und Chat an, wobei Chat ums Leben kommt.
Bludgeon zwingt den Händler Sam Blake (Helmut Schreiber), der schon über Jahre in der Goldgräbersiedlung Tanglewood mit Dakotas und friedlichen Siedlern Geschäfte treibt, sein Kontakte zu den Indianern einzustellen. Blake und dessen Gehilfe Hille (Fred Delmare) resignieren angesichts der Gewalt. Aber Bludgeon und seine Kumpane geben keine Ruhe, sie wollen die von den Siedlern angestrebten Verhandlungen mit den Dakotas verhindern. Hinterlistig überfallen die Banditen das Indianerdorf und brennen es nieder. Häuptling Grauer Bär und Luchsauge (Rodam Tschelidse), die bereits den Aufbruch in die Reservate beschlossen haben, werden gefangen genommen und nach Tanglewood verschleppt. Hier entwickelt sich der offene Kampf zwischen den Kriegern des Weitspähenden Falken und Bludgeon und seinen Männern. Die Indianer greifen Tanglewood an und schaffen es fast, die Weißen zu besiegen. Da eilen Soldaten zu Hilfe und retten in letzter Minute die weiße Kolonie.
Trotzdem gelingt es dem Häuptling, seine gefangenen Blutsbrüder zu befreien und den Abzug seines Stammes aus den verlorenen Black Hills zu sichern.
Es kommt zum unvermeidlichen Duell- zum Show Down der Hauptkontrahenten Weitspähender Falke und dem Schurken Bludgeon ...


Meine Meinung
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"Die Spur des Falken" greift wieder den Konflikt zwischen weißen Siedlern und Soldaten und den Indianern auf, wie auch der Nachfolgefilm Weiße Wölfe. Die DEFA lieferte mit in diesem Film die bisher reifeste Leistung ab. Professioneller die Kostüme und Kulissen, und auch die Musik feinsinniger und nicht mehr so wuchtig und theatralisch wie in den Vorgängerfilmen. Dabei entstand kein klischeehafter Streifen, sondern ein durchdachter und vielschichtiger Film. Gojko Mitic perfektionierte seine Rolle als Chefindianer und spielte mit Bravour den Häuptling Weitspähender Falke. Der stolze Häuptling verkörpert die ganze Tragik der Indianer. Sowohl gegen die Weißen, als auch gegenüber seinen Stammesbrüdern muss er Mut und Stärke beweisen.
Es wird deutlich, wie die weißen Siedler die Zerstrittenheit der Indianer untereinander ausnutzen konnten. Für mich ist die lange und zermürbende Flucht der Indianer vor den weißen Goldgräbern eindrucksvoll dargestellt. Keine Effekthascherei, sondern solide einstudierte Reit- und Schießkunst wird hier geboten. Die DEFA-Filmleute ließen eine komplette Westernstadt aufbauen. Dieser "Sündenpfuhl" der Weißen wird von den verzweifelten Indianern angegriffen und in Brand gesetzt- ein actionreich in szene gesetztes Filmspektakel.

Vorerst gelingt es dem Häuptling, den weißen Siedlern paroli zu bieten. Er kann noch als siegeicher Held das Feld verlassen. Aber in der Fortsetzungsgeschichte Weiße Wölfe sieht es schon anders aus....kein Happy End wie in den Winntou-Filmen.

Schauspielerisch glänzen Gojko Mitic und Rolf Hoppe, der gekonnt den Schurken in den Ost-Western mimt. Noch spielt er den Assistenten von Bludgeon, in Weiße Wölfe aber fungiert er direkt den als Gegenpart zu Weitspähender Falke.
Barbara Brylska als weibliche Hauptdarstellerin weiß charmant zu überzeugen und bringt etwas wärmende Farbe in den männlich dominierten Film. Der Humor kommt etwa zu kurz, einzig Fred Delmare verkörpert eine komische Rolle.

Spur des Falken ist ein handwerklich gut gemachter Westernfilm, der sehr sehenswert ist und unterhaltsamen Geschichtsunterricht bietet.

Die kleine DDR hatte nur eine begrenzte Anzahl guter Schauspieler. Deshalb spielte fast jeder bekannte DDR-Schauspieler in einem der 12 Indianerfilme mit- zumindest konnten die Regisseure auf eine Stammcrew zurückgreifen: Rolf Hoppe, Fred Delmare, Dietmar Richter Reinick, Renate Blume. Sogar Armin Müller-Stahl gab sich die Ehre!


Gojko Mitić - der einzige Film-Star des Ostens
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Auch in "Spur des Falken" glänzt in der Titelrolle Gojko Mitic. Der 1940 im serbischen Levkovac geborene Schauspieler begeht 2006 seinen 66. Geburtstag.

Der sportliche und attraktive Sohn eines Landwirtes absolviert ein Sportstudium und wird bald für den Film entdeckt, arbeitet als Double und Stuntman.
Die sechziger Jahre sind eine Hochzeit der Action- und Historienfilme, von denen viele in Jugoslawien gedreht werden, z.B. auch die deutschen Karl-May-Filme. Im deutschen Western "Unter Geiern" bekommt Mitic 1963 seine erste größere Indianerrolle.
Zu dieser Zeit kommen die Chefs der ostdeutschen Filmgesellschaft auch auf den Geschmack und drehen 1966 ihren ersten Indianerfilm "Die Söhne der großen Bärin". Gojko Mitic`s Karriere als "Chefindianer" beginnt. Bis 1975 spielt er jährlich in einen Indianerfilm und erringt damit beim DDR-Publikum einmalige Popularität. Mitic wird bewundert und verehrt, "Die Gerechtigkeit, die er verkörpert, die Wahrheitsliebe und Furchtlosigkeit - gepaart mit romantischem Abenteuer - machen ihn zu einem erstrebenswerten Freund, den man sonst nur aus Märchenbüchern kennt" (Margit Voß).
Gojko Mitic blieb der Oberindianer, obgleich er sich an vielen anderen Rollen versuchte. So tritt er u.a.im Science-Fiction-Film "Signale - Ein Weltraumabenteuer" auf, spielt in TV-Serien, moderiert im Fernsehen, arbeitet für Kinder und wird zum Star des Harzer Bergtheaters. Nach der Wende ergeht es ihm wie vielen DDR-Schauspielern, es sind zunächst nur kleine Rollen, die ihm angeboten werden. Doch ab 1992 spielt er bei den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg den Winnetou in Nachfolge von Pierre Brice und erobert sich sein Publikum zurück. Weitere Filmrollen folgen, u.a. als Robert Fiorani in der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe".
Der "vielleicht wirklich einzige Star" (Gottfried Kolditz) verleiht dem ostdeutschen Kino ungewohnten Glanz. Übrigens wurde Mitic in den Indianerfilmen synchronisiert, obwohl er fließend deutsch spricht. Man befürchtete, ein eventueller Akzent könne die Indianer diskriminieren.


VIDEO/ DVD-DATEN


Anbieter (Label) Icestorm
Bildformat 1:1,33/4:3
FSK 12
Mehrkanalton Dolby Digital 1.0
Sprache Deutsch
System DVD
Ton HiFi Stereo
Vertrieb Icestorm

KAUFMEDIUM
Auslieferung 26.02.2002
EAN-Code 4028951190287


FILM/ KINO-DATEN

Genre Western
Kategorie Spielfilm
Land/ Jahr DDR 1968
Originaltitel Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills
(oder Brennende Zelte in den schwarzen Bergen)

Länge: 107 min.
Regie Gottfried Kolditz


Auch Bonusmaterial enthält die DVD.

Gojko singt: "Steine und Staub" (Auszüge)
Gojko singt: "Löscht das Feuer" (Auszüge)
Bilder-Galerie & Plakat-Galerie
Biografie & Filmografie Gojko Mitic
animierte Kapitel-Einteilung.


Darsteller :
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Gojko Mitic .... Weitspähender Falke
Barbara Brylska.... Catherine Emmerson
Helmut Schreiber..... Sam Blake
Hannjo Hasse..... Bodenspekulant Bludgeon
Fred Delmare..... Hille
Horst Kube ..... Chat
Holger Mahlich...... Pat
D. Richter-Reinick ...... Leutnant Forsyth
Rolf Hoppe ... Bashan
Rodam Tschelidse..... Luchsauge
Laurenti Koschadse..... Grauer Bär


Fazit:
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Mit dem Western "Spur des Falken - Goldgräber in den Black Hills" setzte die ostdeutsche Filmgesellschaft DEFA ihre Serie mit Wild-West Filmen fort. Es ist der nunmehr dritte Indianerfilm der DEFA. Es geht wieder einmal um den Konflikt zwischen den weißen Siedlern, Goldgräbern und den Indianern.
Das Drehbuch wurde mehr und mehr direkt dem Hauptdarsteller Gojko Mitic auf den Leib geschrieben.
Kinderkrankheiten der ersten beiden Filme wurden ausgemerzt, die Szene wirken professioneller und ansehnlicher. Der Film bietet auch genügend Spannung- und auch Action (Zugüberfall, Kampf in der Goldgräberstadt). Freilich kann der Streifen nicht mit heutigen Maßstäben gemessen werden- allein schon der fehlenden Spezialeffekte wegen.
Kein kitschiges Indianerklischee, sondern historische aufbereitete wahre Fakten bestimmen Drehbuch und die filmische Umsetzung.
Gojko Mitic ist sich hier seiner Rolle als kommender Star durchaus bewusst und tritt entsprechend selbstewußt in seiner Rolle als Häuptling Weitspähender Falke auf.

Hugh, ich habe geschrieben :-)

(Ich behalte mir das Recht vor, meine Texte in ähnlicher Form auch auf anderen Meinungsforen zu veröffentlichen.)

© LittlePrince für dooyoo am 28.08.2006

Fazit: "Spur des Falken " ist ein sehenswerter und spannender Western.