Snatch - Schweine und Diamanten (DVD)
Stealin' Stones and Breakin' Bones - Snatch - Schweine und Diamanten (DVD) DVD Video Film

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Stealin' Stones and Breakin' Bones
Snatch - Schweine und Diamanten (DVD)

Jochen

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Snatch - Schweine und Diamanten (DVD)

Datum: 27.02.01, geändert am 28.02.01 (68 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: siehe Text

Nachteile: siehe Text

„Snatch“ ist der zweite Film von Guy Ritchie. Der Kassenerfolg seines Regiedebüts „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ (deutscher Titel: Bube, Dame, König, grAS), der wohl beste englische Gangsterfilm seit „The Long Good Friday“, brachte dem Madonna-Ehemann einen soliden Vertrag mit der Sony-Tochter Columbia-Tristar ein. Gegen seine ursprüngliche Intention drehte Ritchie einen zweiten Film in diesem Genre. Ein Glücksfall für alle Freunde von „Lock, Stock...“!

Die Handlung in „Snatch“ ist fast noch verworrener als in „Lock, Stock“. Zusammengehalten werden die vielen schrägen Figuren der englischen, amerikanischen, russischen und irischen Unterwelt, die sich im East End Londons tummeln durch einen faustgroßen 86-Karäter. Die Handlung selber ist jedoch Nebensache. Wirklich zum Leben erweckt wird der Film durch die durchweg erstklassigen Schauspieler. Chargen mit den Namen Bullet-Tooth-Tony (Vinnie Jones), Brick Top (Alan Ford), One Punch Mickey O’Neil (Brad Pitt) und Franky Four Fingers (Benicio Del Toro) hauen sich Sprüche um die Ohren, über die man sich entweder vor Lachen krümmen muß oder – hat man für Wortspiele nichts übrig – einfach nur langweilig findet.

Brad Pitt, der einen Zigeuner irischer Abkunft gibt, mußte mit Ausnahme des Akzents seine Rolle aus „Fight Club“ nicht großartig variieren. Absichtlich unverständlich nuschelt er sich als abgefuckter Preisboxer durch den Film. Benicio Del Toro, zuletzt zurecht für seine Leistung in Soderberghs „Traffic“ mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet, spielt einen narzißtischen Zocker, der das ganze Schlamassel um den McGuffin auslöst.

Ärgerlicherweise ist dieser Film momentan nur als DVD-Import aus England erhältlich (z.B. versandkostenfrei bei www.play247.com). Der deutsche Verleih hat den Starttermin von „Snatch“ mehrmals nach hinten verschoben. Laut der Columbia-
Tristar Homepage soll der Film nun am 22.3.01 anlaufen, sieben Monate nach seiner Premiere in England. Da England wie Deutschland zur Region 2 gehört, läuft diese Doppel-DVD auch auf nicht umgerüsteten Playern. Einen Stolperstein gibt es allerdings: Die Sprache. Es befinden sich nur zwei Tonspuren auf der Disc: Englisches Dolby Digital und eine Kommentarspur von Ritchie und Matthew Vaughn (Produzent). Da viele verschiedene Dialekte gesprochen werden, die so harsch sind, daß sich die Figuren im Film streckenweise gegenseitig nicht verstehen, ist „Snatch“ diesbezüglich keine leichte Kost.

Das BILD ist anamorphes 16:9, manchmal etwas grobkörnig, insgesamt aber von hoher Qualität.

Der TON ist exzellent. Ein sauber abgestimmtes Klangfeld zieht einen mitten in die Gangsterwelt. Ritchies abgefahrene Kamerafahrten werden sehr gut auf der Tonebene gespiegelt.

SPECIALS gibt’s en masse. Die Deleted Scenes sind spaßig, hätten dem Film aber nicht unbedingt geholfen. Auf der DVD haben sie einen geeigneten Platz gefunden. Lustig ist der Unterschied zwischen dem britischen und internationalen Trailer. Der britische ist eine coole Diavorführung, der internationale ein schnellgeschnittener Action-Mix wie man ihn zuhauf kennt. Die Features im einzelnen:

Disc 1
Film
Commentary Track (Ritchie, Vaughn)
Stealing Stones Feature
Weblink

Disc 2
25minütiges Making Of
Deleted Scenes with optional commentary
B-Roll
Soundbites (Interviews)
TV Spots
Trailer + International Trailer
Story Board Comparisons with multi-angle-option
Photo Library
Production Notes
Filmographies
Jump to a Song
Hidden Features

Für alle, denen „Lock, Stock“ gefallen hat, ist der Film absolute Pflicht. Zwar entwickelt Ritchie das Gangsterfilm-Genre hier nicht neu aber er weiß genau, was in diesem Genre funktioniert und was nicht.

Fazit: