Shadow of the Vampire (DVD)
Das Scriptgirl esse ich später.. - Shadow of the Vampire (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... einen Vampir vorstelle - ein Monster, kaum noch menschlich, von Blutdurst besessen. Dafoe verleiht ihm aber unglaublich viele Facetten. So... mehr

Das Scriptgirl esse ich später..
Shadow of the Vampire (DVD)

Dr.Mabuse

Name des Mitglieds: Dr.Mabuse

Produkt:

Shadow of the Vampire (DVD)

Datum: 13.04.03, geändert am 16.04.03 (33 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: spannend, hervorragende Schauspieler

Nachteile: keine

Ein Film über einen Film, wo gibt's denn sowas?
Friedrich Murnau drehte 1921 mit Nosferatu - Symphonie des Grauens den ersten Vampirfilm und schuf eine Filmlegende. Welcher Stummfilm aus dieser Zeit wird ausser Nosferatu heute noch gezeigt?

Der Vampirdarstellter Max Schreck ist einer der grauenerregensten Horrordarsteller aller Zeiten (und Dr. Mabuse kennt sich hier aus). Shadow of the Vampire ist ein fiktives "Making of Nosferatu". Nur dass Max Schreck ein echter Vampir ist, der mit Murnau ein Abkommen geschlossen hat: als Gegenleistung für seine Mitwirkung darf er am Ende die Hauptdarstellerin aussaugen.

John Malkovich als Murnau ist der bessessne Regisseur, der den ultimativen Horrorfilm drehen will. Sein Zusammenspiel mit Willem Dafoe als Vampir ist unübertreffliche Schauspielkunst; zwei Bessessene. Der Vampir ist genau so, wie ich mir einen Vampir vorstelle - ein Monster, kaum noch menschlich, von Blutdurst besessen. Dafoe verleiht ihm aber unglaublich viele Facetten. So ist der alte Vampir auch abgeklärt und seiner Existenz müde. Er ist auch unglaublich einsam in seinen Jahrhunderte alten Erinnerungen. Nur einmal kommt es zwischen ihm und zwei der Schauspieler hinter den Kulissen zu einem Dialog. Unüberbrückbare Welten treffen aufeinander.

Aber andererseits kann es der alte Blutsauger auch nicht lassen, entgegen des Abkommens sich am Filmteam zu vergreifen, sehr zum Ärger Murnaus, dem aber die Opfer nicht die Bohne leid tun, sondern nur sein Projekt gefährdet sieht.

Murnau macht seinen Mitarbeitern weis, dass Schreck nur eine Exzentriker sei, der seine Rolle 100% auslebe. Aber die Leute wundern sich schon, wie ernst ihr Hauptdarsteller seine Rolle nimmt: muss er wirklich eine Fledermaus auffressen? Als sich der Darsteller von Jonathon in einer Szene in den Daumen schneidet, rastet Schreck völlig aus und fällt über ihn her. Warum muss dieser Schreck seine Rolle so übertreiben? Misstrauen macht sich breit.
In der letzten Szene ("Und nun Gerda, bringen sie das höchste Opfer" ist seine zynische Anweisung an seinen Star, als Schreck ihr Blut trinkt) stellt Murnau ihm eine tödliche Falle. Aber der Vampir kommt ihm zuvor..

Shadow of the Vampire beweist wieder einmal, dass man auch ohne grosses Budget und Schockeffekte einen hervorragenden Horrorfilm machen kann. Das Flair der 20er kommt sehr gut rüber. Sehr schön, wie die gleichen Effekt wie im Original verwendet werden. Diese Spiel aus Licht und Schatten der alten Stummfile ist genial. Auch die schwarz weissen Stummfilmszenen verleihen dem Film Authenzität.

Manche Szenen sind so genial, dass ich sie mir zweimal angesehen habe. Zum Beispiel der Streit zwischen Murnau und Schreck in dessen Behausung, einer verfallenenen Ruine in den Wäldern Tschechniens, einem der Drehorte des Films, wo der Vampir ziemlich unverschämt seine Macht geniesst und Murnau ihm unerschrocken die Stirn bietet. Köstlich, wie der alte Vampir immer den Mund verzieht.

Fazit: Für jeden Fan von niveauvollem Horror ein Muss! Für Freude von Splatter und Freddy Krüger Horror dagegen nicht empfehlenswert.

Zur DVD:
Wer gut Englisch kann, sollte unbedingt mal die englische Tonsp
ur hören. Die Schauspieler sprechen ein recht deutliches (britisches) Englisch und versuchen dabei offenbar mit deutschen Akzent zu reden. Recht witzig sind die eingestreuten deutschen Wörter und oft ganze Sätze.

Neben dem Film gibt natürlich ein Making of (in diesem Fall wohl eher ein Making of the Making of), und Trailer. Ich fand's nicht so interessant.

Recht nervig ist das Hauptmenü der DVD, das wohl eher ein Geschicklichkeitsspiel darstellt, aber das nur am Rande.







Fazit: