Robin Hood - König der Diebe (DVD)
Und Weihnachten fällt aus - Robin Hood - König der Diebe (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... Hinrichtungen mehr geben wird - und Weihnachten wird abgesagt!!!! (meine Lieblingsszene im Übrigen). Es kommt, wie es kommen mu... mehr

Und Weihnachten fällt aus
Robin Hood - König der Diebe (DVD)

AnetteW

Name des Mitglieds: AnetteW

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Robin Hood - König der Diebe (DVD)

Datum: 06.02.09, geändert am 06.02.09 (329 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Die Directors-Cut ist der Normalversion eindeutig vorzuziehen

Nachteile: Kevin Costner ist die Fehlbesetzung schlechthin

Nun ist Weihnachten ja bekanntermassen auch letztes Jahr wieder nicht ausgefallen, aber dafür tauche ich aus der Dunkelheit des Seins mal wieder auf.

Kennt Ihr mich noch?

Neuen Lesern meiner Berichte sei an der Stelle kurz gesagt, dass ich eine längere schöpferische Pause hatte, manchmal muss selbst Frau in sich ruhen...

Aber nun zum Ausfall oder Nichtausfall von Weihnachten.

Kam eigentlich an Weihnachten wieder eine Version von "Robin Hood" im Filzlatschenkino?
Ich muss gestehen, ich weiss es nicht, aber es ist mir in diesem Falle auch ziemlich egal.
Ich persönlich ziehe die DVD des Films und im Speziellen diese Verfilmung des Themas (und da gibt's ja dutzende von) vor, ich werd Euch dann auch gleich erzählen, wieso.

Robin Hood, König der Diebe

Die Geschichte Robin Hoods? Wart Ihr nie Kinder? Na gut - noch mal ein kurzer Abriss zum Nachverfolgen:

Robin von Locksley, ein junger englischer Edelmann, begleitet König Richard auf seinen Kreuzzügen zur Bekehrung des Abendlandes zum christlichen Glauben.

Er wird dort gefangengenommen und flüchtet mit Azeem, einem Muslim, den er aus der Gefangenschaft mit befreit hat.
In der Zwischenzeit, da Richard auf Kreuzzug ist, hat sich daheim in England der Sheriff von Nothingham zum heimlichen König heraufgeschwungen, unterdrückt die Menschen, lässt die töten, die ihm nicht folgen und tut alles, damit sein Name in aller Munde ist und er täglich reicher und mächtiger wird.
Unterstützt wird er dabei von seinem Vetter, einem fürchterlichen Schleimbeutel, und seiner "Mutter" Mortianna, einer alten Hexe, die zwischen Ratten und anderem Ungeziefer lebt und dem Sheriff alles mögliche weissagt.

Robin kehrt übers Meer (wie auch sonst, England ist ja bekanntermassen ne Insel) zurück in seine Heimat und lernt als erstes diesen widerlichen Vetter kennen, der einen Jungen jagen lässt, der einen Hirsch mit Pfeil und Bogen erlegt hat.

Es kommt zur Konfrontiation, es kommt zur Auseinandersetzung - von da an weiss Robin, dass der Sheriff ein mieses Stück ist und der Sheriff kennt seinen neuesten Feind.

Um die hübsche Marian buhlen beide - der eine, weil er sie liebt, der andere, weil sie königliches Blut in sich hat - und er, so er einen Erben zeugt, noch mächtiger werden könnte.

Keine Frage, dass Marian nicht den Sheriff, sondern Robin liebt! (sonst wäre ja auch der Film auf den Kopf gestellt)

Robin findet durch Zufall die Geächteten im Sherwood Forest, deren Vertrauen zu gewinnen nicht einfach ist - aber es gelingt ihm und von da an hat der Sheriff nix mehr zu lachen.
Die Armen, die er ausplündert, beraubt, sie um ihre armseeligen Hütten bringt und dafür bestraft, dass Robin Hood ihn ärgert - die Armen, sie lieben Robin Hood!

Das bringt den Sheriff um das letzte bisschen Fassung und er befiehlt seinem Schreiber, dass die Waisen und Leprakranken keine Essensreste mehr kriegen, es keine gnadenreichen Hinrichtungen mehr geben wird - und Weihnachten wird abgesagt!!!! (meine Lieblingsszene im Übrigen).

Es kommt, wie es kommen muss....zur direkten Konfrontation! Der Sheriff meint auf den Rat der alten Vettel Mortianna hin, Marian heiraten zu müssen, damit "der Erbe" ehelich gezeugt ist....und als "Hochzeitsgeschenk" macht Ihr die zweifelhafte Ehre, 10 Geächtete, die in einem hinterhältigen Überfall gefangengenommen wurden, vor ihren Augen aufzuknüpfen....

Es gelingt Robin und seinen letzten Getreuen (der Rest ist niedergemetzelt oder gefangengenommen) jedoch, die Geächteten vor dem Henker zu retten....und so flüchtet der Sheriff mit Marian zum Geistlichen, sich trauen zu lassen - Robin kommt in seiner Rettung zu Marian zu spät, sie ist tatsächlich verheiratet....

Es kommt zum letzten, alles entscheidenden Gefecht - und Robin tötet den Sheriff, nimmt seine Marian mit in den Forrest und wird dort mit ihr, die er so liebt, getraut - getraut unter den Augen des Königs, der just in diesem Moment von seinen Kreuzzügen nach England zurückgekehrt ist und somit das ganze Gemache und Gemetzel gar nicht mitgekriegt hat.
Und so lebten sie glücklich und zufrieden....
na eben, wie das immer so ist.

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So, das war in einem GANZ KURZEN Abriss die Geschichte....
Schnell noch zur "Besetzungscouch" und den anderen Big Names des Films, bevor ich einen fürcherlichen Verriss schreibe ;)

Darsteller:
Kevin Costner als Robin Hood
Morgan Freeman als Azeem
Alan Rickman als Sheriff von Nothingham
Mary Elizabeth Mastrantonio als Marian
Christian Slater als Will
Sean Connery als König Richard

Kevin Reynolds - Regie

John Watson, Pen Densham, Richard B. Lewis - Produktion

James G. Robinson, David Nicksay und Gary Barber - ausführende Produzenten

Michael Kamen - Musik

Brian Adams - Titelsong "Everything I do..."

Ergänzend sollte noch erwähnt werden, dass es 2 Versionen der Verfilmung gibt, die normale Verfilmung und die Directors Cut (Langversion des Filmes mit Bonusmaterial zur DVD).
Letzere wird ein separates Kapitel am Ende dieses kleinen Berichts von mir erhalten.

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Nun aber ich mit meiner Meinung.
Ich liebe diesen Film, ich find ihn toll, weil ich die Geschichte mag, schon seit Kindheitstagen und weil Gut gegen Böse ja immer was tolles hat.

Wem allerdings eingefallen ist, einen Kevin Costner eine derartige Rolle, mit der er restlos überfordert war, zu geben, ist mir eher schleierhaft.
Costner-Fans mögen mir verzeihen, aber der Mann redet (im englischen Original) mit ausdruckslosem dünnen Stimmchen vor sich hin, dass man darüber nachdenkt, ob man selbst was an den Ohren hat oder der Fernseher evtl. einen Defekt. Da aber beides nicht der Fall war (denn ansonsten war der Film ja mal bestens zu verstehen), konnte es nur die völlig unkreativ dargestellte Gestalt des Robin Hood sein, die einem derartig die Sinne vernebelt. Und guckt Euch nur mal dieses schüchterne Grinsen an - so lächelte ein 10-Jähriger, der seiner Mama stecken muss, dass er in die Hose gemacht hat!

Kein Wunder, dass Costner, bevor der Film in die Endfassung kam, darauf bestanden hat, dass diverse Filmsequenzen mit dem Sheriff herausgeschnitten wurden!
Warum wohl - na logisch, auch die Filmsequenzen, die noch da sind, zeigen ja wohl EINDEUTIG, dass Alan Rickman Kevin Costner restlos, aber ohne wenn und aber, an die Wand gespielt hat.

Das geht bei Stimme los und bei Mimik weiter.....Tja, Kevin Costner, gegen einen Schüler der "Royal Academy of Dramatic Art" kommt halt ein simpler Hollywood-Schauspieler nur dann an, wenn er wirklich was kann.
Kann Costner was? Also in Robin Hood hat er es zumindest nicht bewiesen - das war maximal Mittelmass.

Guckt man hingegen mal genauer auf Alan Rickman (ja klar, ich als Rickman-Fan mache das natürlich mit Freude), dann kann man dieser wirklich fiesen brutalen Rolle sogar noch heitere Segmente abgewinnen.

Rickman ist ein Meister der Kunstpausen an den richtigen Stellen, ein Meister der Mimik und der Ironie (man schaue sich allein die Szene an, in der der Sheriff mit Marian verheiratet werden soll und sich darauf vorbereitet, hernach sofort und unverzüglich den Erben zu zeugen) - selbst die Vergewaltigungsszene mit Marian wird noch zum Lacherfolg (übrigens steht zu lesen, dass Rickman persönlich die Idee hatte, dass der Sheriff Marian die Beine auf die zu sehende Art spreizt, damit es zwar brutal, aber gleichzeitig irgendwie sehr witzig wirkt)....

Dass ich die DVD spätestens dann der Fernsehausstrahlung vorziehe, wenn Rickman auf der Besetzungsliste ist, ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass es einfach kaum einen deutschen Synchronsprecher (in diesem Falle war es Peter Fricke, der die Stimme Alan Rickmans synchronisiert hat) in der Lage ist, dieses Sprachbild rüberzubringen - diese Betonung der einzelnen Satzsequenzen....

Es ist einfach nur sehens- und hörenswert.

Bevor ich jetzt weiter ins Schwärmen gerate, möcht ich schon noch den Rest meiner Rezension schreiben.

Der Film ist aufwändig und gut gemacht und sieht man von der Fehlbesetzung Costner ab, auch inhaltlich ungeheuer gut rübergebracht.
Dass er actions- und erfolgreich ist, hat er den meisten der Hauptakteure zu verdanken, einem hervorragenden Morgan Freeman, einer charmanten und ungeheuer ausstrahlungsstarken Mary Elizabeth Mastrantonio, dem verwegenen Christian Slater und natürlich Alan Rickman (aber das erwähnte ich wohl schon in einem Halbsatz)

Er ist sehenswert und wohl in der Tag die beste Robin-Hood-Verfilmung, die es je auf der Leinwand zu sehen gab.

Es ist eine Warner Bros.-Produktion, was ja eher für gute Qualität spricht und der Film ist mit einer FSK 12 für meine Begriffe auch gut und ordentlich eingestuft (auch die Vergewaltigungsszene ist eigentlich keine - und eher harmlos - und hernach gehts dem Sheriff eh an den Kragen, bevor überhaupt was passiert)....

Die DVD bietet als interaktives Menü leider lediglich eine Szenenanwahl, dafür aber in den Sprachen neben Deutsch und Englisch auch Spanisch und in den Untertiteln 19 Anwahlmöglichkeiten, dazu Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte

Bildschirmformat ist 4:3 bzw. 1,85:1 und damit für alle Bildschirmformate geeignet und die Filmlänge beträgt 137 min.


Nun noch die versprochene Ergänzung zur Directors-Cut und JA, ich habe beide Versionen im DVD-Regal stehen, kann mir also zu beiden Versionen ein Urteil erlauben:

Die Direcors Cut, so man sie ergattert, ist dann ein wahrer Genuss, wenn...

Tja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre, aber es ist halt eben im Sprachgebrauch....

Also wenn....

Ja, wenn man davon absieht, dass die Langversion im Deutschen neu synchronisiert wurde - noch katastrophaler als die Kinoversion (nicht mal die gleichen Synchrontexte und Synchronsprecher sind genommen worden)...wenn man das ausser Acht lässt und sich die Originalversion anschaut, dann kriegt man ganz fix mit, wieso Costner so auf Schnitt beim Film gedrängt hat.
Der Mann wird von Rickman ja restlos, aber wirklich restlos, an die Wand gespielt. Alan Rickman braucht nichts ausser sein exzellentes Können, um zu brillieren.

Es gibt auf der DVD diverse Zusatzszenen zu bewundern (allesamt von Alan Rickman getragen), die eigentlich den Film logischer erscheinen lassen, aber aus mehrfach o. g. Gründen dem breiten Publikum einfach vorenthalten werden.

Die Bonus-CD enthält neben diversen Interviews auch eine hervoragende historische und filmbegleitende Einführung, gesprochen von Pierce Brosnan, diverses Material "hinter den Kulissen" und tolle geschichtliche Zusammenhänge.

Ich kann die Langversion der DVD nur sehr empfehlen, viel eher als die Kino-Version.

Und nun viel Spass...und guckt Euch das Ganze mal genauer an, vielleicht kommt Ihr ja zum gleichen Schluss wie ich...

Wenn der Sheriff von Nothingham sagt, dass Weihnachten ausfällt, dann kann man Alan Rickman nur für seine schauspielerische Leistung, diesen Film zu etwas Grossem gemacht zu haben, danken :)


Liebe Grüsse
Anette

PS: Und wer jetzt meint, den Bericht so ähnlich schon mal woanders gelesen zu haben, den hab ich vor längerer Zeit in leicht anderer Form schon mal in anderen Plattformen gepostet, es ist und bleibt aber mein Bericht.


PPS: Ich freu mich immer über nette Kommentare und danke im voraus.

Fazit: ein genialer Film, immer wieder sehenswert.