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Neuester Testbericht: ... die beiden um das TV- Programm streiten werden die beiden in die Schwaz- Weiss- Serie hineingezogen. Die Kids aus den 90ern sorgen in der ... mehr
Das Leben ist nicht schwarz-weiß
Pleasantville (DVD)

Name des Mitglieds: Edelgroove
Produkt:
Pleasantville (DVD)
Datum: 14.08.04, geändert am 08.10.04 (217 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: toller Film, tolle Schauspieler, umfangreiches Bonusmaterial, liebevoll gestaltete DVD, gute Bild- und Tonqualität, tolle Effekte
Nachteile: Sprach- und Untertitelauswahl ist etwas klein
Heute ist wieder so ein grauer, verregneter Tag...und das nennt sich Sommer.
Naja, bring ich mir halt anders Farbe ins Leben, mit dem Film "Pleasantville".
_Die Story
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David (Tobey Maguire) und seine Schwester Jennifer (Reese Witherspoon) leben in den 90er Jahren, wo es ganz normal ist, dass die Eltern geschieden sind, man in der Schule von anderen gehänselt wird und man sich mit seinen Geschwistern streitet.
David gefällt dieses Leben nicht und so flüchtet er sich regelmäßig in die heile Welt von "Pleasantville", einer Fernsehserie aus den 50er Jahren. "Pleasantville" ist wie das Paradies. Die Welt ist zwar schwarz-weiß, aber dadurch keinesfalls in gut und böse eingeteilt. In Pleasantville ist alles gut, alle Menschen sind nett zueinander und man lebt in Frieden und Harmonie. So eben stellt sich David das perfekte Leben vor.
Leider sieht seine Realität anders aus. Als seine Mutter ein Wochenende mit ihrem neuen Lover verbringen will und ihre Kinder alleine zurücklässt, kommt es zu einem großen Streit zwischen David und Jennifer. Es geht um die Fernbedienung des Fernsehers, denn David möchte unbedingt den großen "Pleasantville-Marathon" gucken, während Jen sich auf einen Abend mit ihrem Schwarm freut, der sich bei ihr ein Konzert auf MTV angucken möchte.
Es kommt wie es kommen muss: die Fernbedienung geht kaputt, aber just in der Sekunde steht ein Reparaturdienst vor der Tür. Der nette, ältere Herr (Don Knotts) gibt den Teenies eine neue Fernbedienung, um die sich David und Jennifer natürlich wieder streiten. David drückt plötzlich einen Knopf und eh sich die beiden versehen, sind sie mitten in der schwarz-weiß Welt von Pleasantville, wo sie die Plätze von Bud und Mary-Sue Parker einnehmen.
Im Fernsehen erscheint der Herr vom Reparaturdienst und erzählt den beiden, dass sie erstmal eine Weile in Pleasantville verbringen müssen, bis sie sich wieder vertragen. Er werde sie dann zu gegebener Zeit nach Hause zurück holen.
Nach dem ersten Schock, finden sich die beiden mit ihrem Schicksal ab und beginnen ihre Rollen zu spielen. David, der Pleasantville in und auswendig kennt, hat mit den Verhaltensmustern der Einwohner keine Probleme. Jennifer bringt als Mary Sue hingegen das Leben der Einwohner ganz schön durcheinander.
Zuerst zeigt sie dem Freund von Mary Sue, was Sex ist und bringt damit einen Stein ins Rollen, der das Leben in Pleasantville ganz schön auf den Kopf stellt und im wahrsten Sinne des Wortes Farbe in das graue Leben der Einwohner bringt.
Das Basketball-Team der Highschool gewinnt plötzlich nicht mehr jedes Spiel, in den Geschäften gibt es Doppelbetten zu kaufen, der Besitzer des Soda-Shop, Mr. Johnson, (Jeff Daniels) lernt ohne Buds Hilfe klarzukommen und seine Liebe für die Kunst in die Öffentlichkeit zu tragen.
Buds biedere Mutter (Joan Allen) verliebt sich in Mr. Johnson und die Bücher in der Bibliothek haben plötzlich keine leeren Seiten mehr, sondern sind mit Inhalt gefüllt.
Die Leute in Pleasantville verändern sich, sie werden farbig. Diese Veränderungen werden nicht von allen freundlich aufgenommen. Eine Bürgerinitiative rund um Bürgermeister Big Bob (J.T. Walsh) macht sich daran die "Farbigen" zu gängeln und ihnen Regeln aufzuerlegen, aber tief empfundene Veränderungen lassen sich nicht so einfach aufhalten.
_Meine Meinung
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"Pleasantville" ist ein großartiger Film über das Leben, über das Anderssein und über Veränderungen, die manchmal nötig sind, um das Glück zu finden.
"Pleasantville" ist aber auch ein Film, in dem jeder etwas anderes sieht, den jeder anders interpretiert und deshalb finde ich ihn einfach wundervoll.
Das Leben in "Pleasantville" hätte gar nicht besser als schwarz-weiß und grau dargestellt werden können. Die Einwohner des Städtchens haben nur das Gefühl glücklich zu sein, weil alles perfekt ist, sie haben gar nicht die Fähigkeit über den Tellerrand zu schauen - wie die Hauptstraße, die im Kreis verläuft, ist alles rund.
Es gibt keinen Ärger, keinen Streit, keine Gewalt, keine Gefühle wie Angst, Hass, Trauer und Wut. Die Menschen sind eigentlich nur leblose Hüllen, sie sind leer wie die Bücher in der Bibliothek.
Erst durch die sehr unbedarften Teenager David und Jennifer kommt Leben nach Pleasantville. Die Menschen beginnen plötzlich sich für Kunst und Literatur zu interessieren. Sie verändern sich innerlich und diese Veränderung wird durch die Farbigkeit dargestellt.
So bleibt Jennifer zum Beispiel sehr lange Zeit schwarz-weiß, obwohl sie die Veränderungen in Gang gesetzt hat und den Teenagern in der Stadt gezeigt hat, was es heißt ein Teenie zu sein. Sie wird erst bunt, als sich ihre innere Einstellung ändert, ebenso ihr Bruder David.
Natürlich bringt das Bunt- und somit Anderssein auch Probleme nach Pleasantville und damit bekommt der Film auch eine verstärkte Message.
Wer zum Beispiel gibt den Menschen das Recht über Menschen, die anders sind, zu urteilen und ihnen Regeln aufzuerlegen wie der Bürgermeister von Pleasantville es tut?
Die "Farbigen" werden behandelt wie Aussätzige und hierbei bringt der Film auch die amerikanische wie auch die deutsche Geschichte ins Spiel. Wie die weißen Amerikaner mit den Afroamerikanern zu Zeiten der Apartheit umgingen, so gibt es auch in Pleasantville Schilder in den Schaufenster, auf denen "Farbige verboten" steht.
Da die Bücher plötzlich Inhalt haben und Literatur wie "Moby Dick" oder "Huckleberry Finn" die Menschen in Pleasantville verändert hat, sind Bücher schlecht und werden eines Abends auf dem Dorfplatz verbrannt.
Diese Anspielungen haben aber keinen erhobenen Zeigefinger. Sie fügen sich einfach in den Film ein und bringen einen zum nachdenken.
Trotz alledem ist "Pleasantville" auch sehr komisch, denn die Darstellung der heilen Welt ist satirisch sehr gelungen. Dem Basketbalteam gelingt auch aus der ausweglosesten Position ein Korb, der Mr. Johnson kann seine Arbeit nicht beginnen ehe Bud da ist und so wienert er in der Wartezeit einfach den Tresen durch, die Feuerwehr kennt kein Feuer und reagiert nur auf den Befehl "Katze", in Pleasantville gibt es keine Toiletten und trotz Kinderreichtum wissen die Eltern nicht was Sex ist.
Regisseur Gary Ross hat hier einen wirklich schönen Film abgeliefert und auch die Schauspieler hätten besser nicht gewählt werden können. Besonders Tobey Maguire hat mich mit seiner Paraderolle des schüchternen Schülers vollends überzeugt. Aber auch William H. Macy als Ehemann, der plötzlich von seiner Frau verlassen wird und überhaupt nicht richtig weiß, was in Pleasantville vor sich geht, ist sehr gut besetzt.
Insgesamt zählt "Pleasantville" für mich zu dem "muss man gesehen haben"-Filmen.
_Die DVD
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"Pleasantville". USA 1998
Regie: Gary Ross
Drehbuch: Gary Ross
Produktion: Larger than life
Darsteller: Tobey Maguire, Reese Witherspoon, William H. Macy, Jeff Daniels, Joan Allen, Paul Walker
Verleih: Concorde Home Entertainment
Länge: 123 Minuten
FSK: ab 6
Sprachen: Englisch, Deutsch (beide in Dolby 5.1)
Untertitel: Englisch, Deutsch
Bild: 16:9
Ländercode 2
Die DVD ist nicht in der üblichen grauen Hülle verpackt, sondern liegt in einer sehr stabilen durchsichtigen Kassette, wie es bei Concorde-DVDs üblich ist. Außerdem hat sie ein aufblätterbares Inlay, auf dem die einzelnen Menüpunkte erläutert werden und in dessen Inneren man ein paar Zitate von Filmkritiken findet. Allein das Äußere ist schon sehr liebevoll gestaltet.
Das geht auch auf der DVD weiter, die mit einem schönen, interaktiven Menü, das sich auf den Film bezieht, bestückt ist.
Die DVD zu "Pleasantville" besticht durch eine gute Bild- und Tonqualität und umfangreiche Specials.
Das Bild ist scharf und klar. Die Farben des Films mögen vielleicht den ein oder anderen etwas verwirren, denn der Film ist wie schon erwähnt schwarz-weiß und wird am Ende bunt, wobei mit bunt aber nicht die Farben gemeint sind, wie wir sie kennen. Die Farben sind etwas gedämpfter und das Farbspiel kommt auf jeden Fall sehr gut rüber auf der DVD.
Die Special-Features sind groß unterteilt, aber hinter den wenigen Punkten verbirgt sich fast 50 Minuten Bonusmaterial, bei dem man sehr viel über die Arbeit hinter den Kulissen erfährt.
* Audiokommentar von Regisseur Gary Ross
Was soll ich zu einem Audiokommentar groß schreiben? Der Kommentar des Regisseurs ist gut verständlich (Untertitel sind vorhanden) und sehr aufschlussreich. Man lernt richtig den Film aus einer anderen Perspektive zu sehen.
* Making of
Das Making of ist in 5 verschiedene Bereiche unterteilt, die man sich entweder einzeln oder gesamt ansehen kann.
Der Bereich "Special Effects" erläutert ein wenig die Vorgehensweise beim Umgang mit schwarz-weiß und Farbe.
Besonderes Augenmerk ist hier auf die Verwendung von Make-Up bzw. Gesichtsfarbe gelegt.
Die Szenen, deren Entstehung Produzent Bob Degus und Color effects designer Michael Southard erklären, werden nach der Erklärung zur Veranschaulichung gezeigt.
Weiterhin erfährt man, dass in "Pleasantville" mehr Effektarbeit steckt, als man als Zuschauer vermutet. Mit knapp 1.700 Effektaufnahmen zählte "Pleasantville" damals zu den effektreichsten Filmen der Zeit. Man erfährt außerdem eine Menge zur Arbeit nach Drehschluss. Das Nachbearbeiten und Schneiden des Films war nicht so einfach, da die Datenmenge enorm groß war und man mehrere Rechner brauchte, um die einzelnen Prozesse durchführen zu können.
Der Unterpunkt "Die Dreharbeiten" wird von Kameramann John Lindley kommentiert. Dieser erzählt etwas über die Schwierigkeit einen Film in schwarz-weiß zu drehen. Worauf man später bei der Beleuchtung und nachher der Farbwahl achten musste, erklärt er in "Printing the movie".
Mit dem Kameramann blättert man auch im "Storyboard" herum, das er zum Abschluss der Dreharbeiten von Gary Ross geschenkt bekam. Hier zeigt Lindley seine Lieblingsszenen als Zeichnung.
Im letzten Making-of-Punkt "Die Mauer" kommt der Maler Frank Romero zu Wort, der ein großes Wandgemälde für den Film gemalt hat. Auch er erzählt etwas zur Entstehung des Werkes und am Ende wird das Bild nochmal in allen Einzelheiten, schön mit Musik untermalt, gezeigt.
* Musikclip
Der Videoclip "Accross the Universe" von Fiona Apple orientiert sich stark am Film. Die Sängerin, die etwas gelangweilt guckt und singt, steht im Vordergrund, während im Hintergrund Jugendliche den Soda-Shop aus dem Film verwüsten und zerstören.
* Kinotrailer
Hier kann man wählen zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Trailer, die sich nur in der Sprache unterscheiden, ansonsten die selben Bilder zeigen.
* Besetzung / Stab
Hier bekommt man eine kurze Filmografie der Hauptdarsteller, des Regisseurs und des Soundtrack-Komponisten Randy Newman zu lesen.
Man klickt einfach die einzelnen Namen an und drückt dann den Pfeil nach rechts auf der DVD-Fernbedienung.
Bei Tobey Maguire, William H. Macy, Reese Witherspoon und Gary Ross bekommt man kleine Interviews zu sehen, wo die Stars über ihre Rolle, den Film, dessen Aussage und die Arbeit mit dem Regisseur bzw. den Schauspielern plaudern.
* Trailer
Es gibt Trailer zu drei weiteren Filmen zu sehen: "Mit aller Macht", "Die rote Violine" und "Die Legende vom Ozeanpianisten"
_Mein Fazit
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"Pleasantville" ist ein kleines Meisterwerk, das leider nicht so viel Beachtung fand und findet.
Der Film ist es aber wert gesehen zu werden und wer DVD sammelt, kann hier ruhig zugreifen, denn das Bonusmaterial ist sehr gut und die DVD ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Lediglich die Sprach- und Untertitelauswahl könnte größer sein.
Fazit:
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