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Neuester Testbericht: ... macht die japanische Öffentlichkeit doch eine systematische Jagd auf die Mutanten und schlachtet sie ohne Reue ab. Rin kann den Angriff, ... mehr
Cineastischer Zeitvertreib der sehr speziellen Art
Mutant Girls Squad (DVD)

Name des Mitglieds: atrachte
Produkt:
Mutant Girls Squad (DVD)
Datum: 29.03.11
Bewertung:
Vorteile: siehe Bericht,
Nachteile: siehe Bericht,
Freunde der geschmacklosen Filmunterhaltung haben allen Grund in Ekstase zu verfallen, denn wenn sich mit den Filmemachern Noboru Iguchi ("The Machine Girl", "Sukeban Boy") und Yoshihiro Nishimura ("Tokyo Gore Police", "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl"), sowie dem Schauspieler und Gelegenheits-Regisseur Tak Sakaguchi ("Be a Man! Samurai School") drei der prägendsten Protagonisten der derzeitigen Welle der immer beliebter werdenden Explotation-Streifen aus Japan zusammentun, ist ein amüsanter Zeitvertreib der sehr speziellen Art schon vorprogrammiert. Also macht euch bereit für "Mutant Girls Squad", denn diese Mutanten lassen die X-Men aussehen wie durchschnittliche Biedermänner mit 9to5 Arbeitsstelle.
Eigentlich glaubte Rin (Yumi Sugimoto) immer ein ganz normales Mädchen zu sein. Bis ihre Eltern ihr zum sechzehnten Geburtstag eröffnen, das sie, genau wie ihr Vater, eine "Hiko", eine Kreuzung aus Mensch und Mutant, ist. Doch bereits kurz nach der Eröffnung dieses Geheimnisses muss Rin mit ansehen, warum die Hikos bereits seit hunderten von Jahren im geheimen leben, macht die japanische Öffentlichkeit doch eine systematische Jagd auf die Mutanten und schlachtet sie ohne Reue ab. Rin kann den Angriff, den ihre Eltern nicht überleben, entkommen und findet bei einer Gruppe Hikos Schutz. Dort wird sie in die Geheimnisse des alten Bundes eingeführt und auf ihren Kampf gegen die Menschen vorbereitet. Doch nach und nach kommen Rin Zweifel ob die brutalen Vergeltungsschläge gegen die Menschen wirklich richtig sind...
Nach Filmen wie "Tokyo Gore Police", "Robo-Geisha" und "The Machine Girl" könnte man als Konsument genannter Filme allmählich das Gefühl bekommen alles gesehen zu haben, was ein nicht mehr ganz sauberes Gehirn sich ausdenken und in einen Film umsetzen kann. "Mutant Girls Squad" ist insofern eine konsequente Weiterführung des erfolgreichen Konzepts filmischen Wahnsinns, mit denen sich Iguchi und Nishimura über die vergangenen Jahre einen Namen machen konnten und Fans seichter Trash-Unterhaltung ein Highlight nach dem anderen spendiert haben. Doch lassen sich allmählich gewisse Verschleißspuren entdecken, die von Werk zu Werk immer spürbarer werden. Das liegt vor allem daran das es immer offensichtlicher wird das alle größeren japanischen Genre-Filme der letzten zwei, drei Jahre nach dem gleichen Ansatz gesponnen wurden. So gibt es immer hübsche Mädchen mit irgendwelche Mutationen, einen Plot der auf Rache der Protagonisten aufgebaut ist und der fadenscheinige Versuch sozialkritische Untertöne einfließen zu lassen. Das hat bisher immer gut funktioniert, und klappt an sich auch in "Mutant Girls Squad". Allerdings wirkt der Film irgendwie nicht mehr wie etwas besonderes, das aus der mittlerweile sehr großen Masse heraussticht. Die verrückten Ideen, die mal wieder von wahnwitzigen Kampfchoreographien, bis hin zu herrlich idiotischen Körper-Mutationswaffen wie Katana-Titten, Arschkreissäge, Monsterhänden mit eingebauten Geigensaiten, Dämonenbäuchen und allerhand gnadenlos überzeichneter Charaktere reichen, wirken mittlerweile etwas ausgelutscht, da man vieles in ähnlicher Form oder eben genauso schon gesehen hat. Fast hat man gar das Gefühl, das der Film ein Best of des derzeitigen Japan-Exploitation Kinos ist, der mehr zitiert als eigene Einfälle zum besten gibt.
Ohne Frage ist "Mutant Girls Squad" ein kurzweiliges Vergnügen ohne unnötige Längen, ohne eine überflüssige Fokussierung auf eine dramaturgisch ausgewogene Erzählung und ohne sonstige Störfaktoren, die das ganze in die Länge ziehen. Allerdings fehlt ihm schlichtweg das gewisse etwas. Da können noch so viele Kübel Kunstblut verschüttet werden und noch so viele CGI-Splatter Orgien abgehalten werden: man vermisst den für einen solchen Film lebenswichtigen Charme. Da können die Masken und FX-Effekte noch so liebevoll gemacht sein, der Slapstick Humor noch so abgedreht sein, die weiblichen Darstellerinnen noch so niedlich sein: letztlich hilft es alles nicht.
Das ist Schade, allerdings ist der Film in seiner soliden Form schlichtweg zum scheitern verurteilt gewesen, kann man doch im Voraus nur eine geradezu unerfüllbare Erwartungshaltung an einen Film haben, der unter der Zusammenarbeit von Noboru Iguchi, Yoshihiro Nishimura und Tak Sakaguchi entstanden ist. Angucken und dabei Spaß haben kann man sich "Mutant Girls Squad" als Freund solcher Kost trotzdem.
Daten zum Film:
Originaltitel: Sentô shôjo: Chi no tekkamen densetsu (Japan, 2010)
Laufzeit: ca. 85 Minuten
FSK: Ab 18 Jahren
Regie: Noboru Iguchi, Yoshihiro Nishimura, Tak Sakaguchi
Darsteller: Yumi Sugimoto (Rin), Suzuka Morita (Yoshie), Yûko Takayama (Rei), Tak Sakaguchi (Kisaragi),Kanji Tsuda (Rins Vater), ...
5/10
Fazit: Ok
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