Mission to Mars (DVD)
Der Wüstenplanet meets Armageddon - Mission to Mars (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... einen verstümmelten Notruf vom Unglück erfährt, wird eine Rettungsmission unter der Leitung von Woody Blake (Tim Robbins) und Jim McConn... mehr

Der Wüstenplanet meets Armageddon
Mission to Mars (DVD)

Hifiman

Name des Mitglieds: Hifiman

Produkt:

Mission to Mars (DVD)

Datum: 30.03.01, geändert am 30.03.01 (17 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Wirkt "realistisch", nicht aufgeblasen, Bild und vor allem Ton perfekt, Tolle Specials

Nachteile: Kitschiges Ende, Handlung vorhersehbar

Und wieder wird alles gut. Eine Handvoll altgedienter Weltraumpiloten schafft es tatsächlich, nach Bruchlandung auf dem ungastlichen Planeten Mars mehrere Abenteuer zu bestehen und den Rückflug zur Erde anzutreten. Wer diese Filmbeschreibung irgendwo in einem Magazin lesen würde, für den wäre die DVD „Mission To Mars“ sicherlich schnell abgehakt. Auch wenn dieser Satz im Grunde zutrifft, wäre es schade um das entgangene Feuerwerk an Special Features, Visuellen Effekten und teils doch recht spannender Handlung. Doch der Reihe nach und zuerst kurz zur Handlung:

Ein kleines Expeditionsteam fliegt zum Mars um verschiedene Untersuchungen durchzuführen. (Wozu sonst?)
Bis auf ein Mitglied der Crew werden alle von einem Sandsturm der Marke „Wüstenplanet“ getötet. Nun muss ein Rettungsteam von der Erde aufbrechen um den Überlebenden zu retten. Die Abenteuer, die sie im Zuge dessen durchstehen, decken das gewohnte Science Fiction Repertoire ab, angefangen von Meteroiteneinschlag, Sauerstoffknappheit oder gefährlichen Außenarbeiten am Schiff. Auf dem Mars trifft das Team letztendlich auf friedliche (!) Außerirdische, die mit einem kleinen Geheimnis bezüglich der Geschichte der Menschheit aufwarten können.

Der Film beginnt gewöhnlich. Auf einer Abschiedsfeier der Raumfahrer erfährt der Zuschauer über die grundlegenden Zusammenhänge, die familiären Hintergründe und die grundlegenden Charaktereigenschaften der Hauptpersonen. Nach dieser zugegebenermaßen recht aufgesetzt wirkenden Einleitung geht es direkt los mit den heißersehnten Marsszenen. Ich persönlich bin besonders von den realistisch-fremd wirkenden Landschaftsbildern auf diversen Kinoplakaten heiß auf den Film geworden und wurde nicht enttäuscht. Nicht nur die erste Kameraeinstellung, die langsam den Blick auf den Horizont freigibt, befriedigt die Wünsche eines jeden, der sich für fremde Welten und weit entfernte Planeten auch nur im geringsten interessiert. Die gesamte Opt
ik des Film, sei es die der Marslandschaft oder die der Raumstation oder des Rettungsschiffes wirkt ungemein realistisch. Vergessen sind Raumgleiter-Cockpits, die mehr an das Innere von Nascar-Rennwagen als an Fluggefährte erinnern. Ein dickes Plus also hier.
Leichte Abzüge bekommt der Film für die etwas oberflächliche und in den Hintergrund gedrückte Handlung. Viele Fragen bleiben offen, wie z.B. die nach dem Sinn und der Herkunft des Sandsturms, der alle Expeditionsteilnehmer bis auf einen auslöscht oder der eigentliche Grund für die Expedition an sich.
Stattdessen werden beispielsweise unwichtige und störende Details der Beziehung zwischen Hauptdarsteller und Partnerin beim „Tanz der Schwerelosigkeit“ in der Weltraumstation erläutert. Überflüssig und zum Gesatmerscheinungsbild des Films auch völlig unpassend wie eine Meuchelmörderszene in Romeo und Julia.
Doch die kurzen unverständlichen Handlungsabschnitte sind schnell vergessen, wenn die Kamera wieder auf dem Mars ist. Hier ist es eigentlich gar nicht nötig, nach der Herkunft des Sandturms zu fragen, da er allein durch seine tricktechnische Qualität seine Daseinsberechtigung vorweist. Wie bei vielen DVDs lohnt sich auch und besonders hier der Einsatz eines guten Aktiv-Subwoofers. Wenn der Sturm durch den Receiver bläst, bleibt garantiert keine CD im CD-Ständer. Von dieser Szene an verliert der Film auch das letzte bisschen an Länge. Auch wenn es wie gesagt inhaltlich keine großen Neuigkeiten im Genre gibt, so feuert „Mission To Mars“ jetzt aus allen tricktechnischen Rohren und überwältigt mit einem erstklassigen Flair eines an sich friedlichen aber doch fremden Planeten. Das Aufeinandertreffen der Crew mit dem bzw. den Aßerirdischen ist für viele dann zwar noch einmal eine etwas kitschige Sache, jedoch bin ich persönlich sehr angetan von der Idee, dass die Männchem vom Mars weder klein noch grün und erst recht nicht fies und gemein sein könnten. Dann jedoch kurz vorSchluss
noch ein so prägnantes Thema wie die Evolution des menschlichen Lebens in 2 Minuten abzuhandeln, halte ich für etwas ungünstig.

Egal, der Film ist prima. Wem der Inhalt zu schwach ist, der kann das ganze als extrem realistisch hergerichtete Dokumentation über den Mars á la Discovery Channel sehen und lässt sich einfach von Bildergewalt und Ton in den Fernsehsessel hauen.

Weiteres großes Plus sind die Specials, die sich in allen Winkeln und Ecken mit den Tricks und den visuellen Effekten befassen. Making of, Highlight-Szenen in allen nur möglichen Weisen erläutert, verschiedene Soundclips in höchster Klangqualität, Audiokommentare in englisch, DVD-Rom Teil und und und - zum expliziten Genuss hinterher - Es ist alles drauf. Kein Wunder, es handelt sich um eine Doppel-DVD. Oh Wunder, auch die Untertitel sind in allen Tonspuren Deutsch (DTS 6.1, Dolby Digital 5.1 EX), Englisch (Dolby Digital 5.1 EX) abschaltbar. Einige Trailer zu verschiedenen anderen Filmen sind natürlich auch drauf.
Besonders die Specials zu den visuellen Effekten sind allererster Sahne und sind so tiefgehend und detailiert, dass sie für Nachwuchs-Regisseure und angehende Computereffekt-Designer an Universitäten mit Leichtigkeit eine Vorlesung ersetzen könnten.

Alles in allem ist die DVD wie so viele allein schon dank ihrem bombastischen Ton und dem kristallklaren Bild empfehlenswert. Wer auch bei Armageddon nicht über Logik und Inhalt des Films geschimpft hat und sich stattdessen von der Action und den Tricks überwältigen lassen hat, der wird in Mission To Mars sicherlich einen überragenden Nachfolger finden.

Ach ja: Was bitte ist die Sektoriesierung der DVD???

Fazit: