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Neuester Testbericht: ... setzt meist ca. 15 - 30 Minuten vorher wieder ein. Nun erlebt man die folgenden Minuten aus Sicht des Hauptdarstellers bis man schli... mehr
Undurchsichtig
Memento (2 DVDs)

Name des Mitglieds: chris-kros
Produkt:
Memento (2 DVDs)
Datum: 13.06.03, geändert am 13.06.03 (571 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: regt zum Nachdenken an , man muss die ganze Zeit aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren
Nachteile: man muss die ganze Zeit aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren
Endlich hat Leonard Shelby (Guy Pearce) den Vergewaltiger und Mörder seiner Frau gefunden. Mit einem Kopfschuss richtet er Teddy (Joe Pantoliano) hin. Upps! Ihr kennt den Film nicht und seit jetzt sauer auf mich, dass ich euch das Ende verraten habe? Tut mir leid, aber nach den ersten 5 Minuten habt ihr die gleicht Information, denn bei „Memento“ kommt das Ende am Anfang. Die Frage, die sich der Film stellt ist, wie und warum es zu diesem verhängnisvollen Finale gekommen ist. Szene für Szene arbeitet er sich in der Zeit zurück - und lässt den Zuschauer so verwirrt wie seine Hauptperson. Denn Leonard hat seit dem Tod seiner Frau sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Alles, was länger als 15 Minuten zurückliegt, ist für ihn verloren. Um seine Rache-Mission zu erfüllen, hat er sich daher ein todsicheres System aufgebaut. Alle relevanten Informationen hält er auf Fotos oder mit Tätowierungen auf seinem Körper fest. Doch ist er dadurch wirklich vor Manipulationen gefeit?
Die Filmindustrie ist keine wohltätige Vereinigung, sondern dient vor allem dem Zweck, Gewinne zu erwirtschaften. So ist es natürlich viel einfacher, auf viel Action und Special Effects, noch besser ein Remake oder die Fortsetzung eines Erfolgs-Hits zu setzen, als wirklich neuen und eventuell riskanten Ideen eine Chance zu geben.
Doch was machen wir als Zuschauer, der diesen ganzen aufgeblasenen Mist einfach nicht mehr sehen möchte? Der findet wahrscheinlich in kleinen Filmchen wie „Memento“ sein Paradies. Ebenso wie bei David Lynchs „Mulholland Drive“ muss man sich auch hier sehr konzentrieren, um nicht den roten Faden zu verlieren. Doch während David Lynch immer geheimnisvoller wird, so findet „Memento“ doch am Ende eine plausible Erklärung für die rätselhaften Vorgänge. Christopher Nolan bricht bereits durch seinen wirklich anstrengenden Erzählstil die Konventionen. Da der Film, dessen Drehbuch von Nolans Bruder geschrieben
wurde, die Geschichte weitgehend rückwärts erzählt, besteht er aus kleinen Abschnitten, die immer mit einer Szene enden, die den Anfang der vorhergehenden Szene bildet. So muss sich auch der Zuschauer konzentrieren, den rückwärts erzählten Ablauf am Ende jedes Kapitels wieder in den richtigen Zusammenhang zu bekommen. Man muss also dem gleichen Gedächtnisverlust entgegen wirken, dem der Hauptdarsteller zum Opfer gefallen ist, hat dabei aber dem Vorteil, dass man die kleinen Tricks und Fallen, die dem Hauptdarsteller gestellt werden, bemerkt. Dabei ergeben sich kuriose Geschichten, wenn Carrie-Ann Moss zunächst erzählt, dass sie von einem Mann geschlagen wurde und man in der nächsten Szene sieht, wie Leonard Shelby selbst eben dieser Mann ist. „Memento“ ist ein genial strukturierter Thriller in der Tradition der klassischen Hitchcock-Verfolgungsdramen, der wirklich eine Abwechslung vom üblichen Einerlei darstellt und selbst bei mehrmaliger Betrachtung nicht an Spannung verliert.
Filmlänge: ca. 110 Minuten
Bild:
Das recht körnige Bild bietet eine gute Kantenschärfe. Der Kontrast und die Farben sind gut, wobei der Film zu einem großen Teil auch aus Szenen in Schwarz/Weiß besteht. Helle Flächen neigen zum leichten Überstrahlen, was aber kaum störend auffällt.
Ton
„Memento“ bietet aufgrund seines Typus kaum künstliche Surround-Effekte, aber einen imposanten und weiträumig klingenden Music Score mit viel Dynamik sowie zusätzlich einige kurze Soundeffekte, die auch in den Surround-Kanälen kräftig wiedergegeben werden. Die Stimmwiedergabe der englischen Originalversion ist sehr gut, gerade die vielen Selbstgespräche von Guy Pearce klingen sehr voluminös. Im Vergleich dazu klingen die deutschen Dialoge etwas leise und steril. Dafür bieten die Musik- und Soundeffekte der deutschen Version mehr Volumen und Bass, allerdings klingt dieser im DTS-Track schon etwas überdreht. Eigentlich macht der DTS-Track auch nur we
nig Sinn, da bei Memento selbst der Dolby Digital-Codec nicht überstrapaziert wird und die zusätzlichen Bit-Reserven des DTS-Sounds kaum in Anspruch genommen werden dürften.
Special Features
Da Memento zwar ein Liebling der Kritiker aber eben auch kein Mega-Blockbuster war, fällt die Ausstattung im Vergleich zu anderen 2 DVD-Sets nicht ganz so üppig aus. Dafür ist hier aber auch wenig Schnickschnack, sondern überwiegend Material mit direktem Bezug zum Film vorhanden. Die Code 2-DVD bietet sogar etwas mehr als die US-Version, bei der z.B. das Interview mit Christopher Nolan fehlt.
Audio-Kommentar mit Christopher Nolan: Eigentlich hätte man erwarten können, dass Christopher Nolan hier einen unterhaltsamen Kommentar mit vielen kleinen Details zu seinem Film sprechen wurde. Der Kommentar ist zwar durchaus informativ, aber Nolans nuschelige und leise Sprechweise hat gleichzeitig etwas ziemlich Einschläferndes an sich, so dass man schon viel Konzentration braucht, um hier länger hereinzuhören. Den Kommentar gibt es übrigens gleich dreimal, wobei sich diese Versionen nur durch eine unterschiedliche Interpretation am Ende des Films unterscheiden. Wer den Audio-Kommentar nicht über die Sprachtaste, sondern das Audio-Menü ansteuert, bekommt per Zufallsprinzip hier immer eine unterschiedliche Variante angezeigt:
-Anatomy of a Scene: Dieser rund 25 Minuten lange TV-Beitrag des amerikanischen Sundance Channel ist in erster Linie etwas für Film-Geeks, weil er den Film sehr analytisch aus Sicht es eines Filmemachers untersucht. Das ist gar nicht so verkehrt, weil üblicherweise bei DVD-Bonusmaterial kaum ein Film so detailliert betrachtet wird, dürfte aber nicht jedermanns Fall sein.
- Interview mit Christopher Nolan: Dass es sich hierbei um ein Interview handelt, sollte man betonen, denn oftmals sind diese Interviews auf DVDs ja nur inszenierte Gespräche, in denen ein Interviewer aus dem Hintergrund Stichworte gibt, die dann von dem Gesprächspart
ner möglichst werbeträchtig beantwortet werden. Hier allerdings bekommt man ein wirkliches Interview zu sehen, in dem Christopher Nolan Fragen zum Film wirklich beantwortet und sogar auf einige Fragen aus dem Publikum eingeht.
- Leonards Photo-Album: Verschiedenstes Material von den Dreharbeiten wird hier in Bildern präsentiert. Das sind zunächst die Tattos, die Guy Pearce sich auf die Haut macht sowie weiterhin Entwürfe und Set-Photos. Außerdem lässt sich hier ach noch das abphotographierte Drehbuch begutachten.
- Erinnerungen: In diesem Bereich wird es sehr textlastig. Zunächst lässt sich die ursprüngliche Geschichte Memento Mori von Jonathan Nolan auf Deutsch und Englisch durchlesen. Dann gibt es noch die interaktive Memento-Website ganz ohne HTML. Da diese aus nichts anderem Zeitungsschnipseln mit Links auf andere Bilder und Notizen besteht, ließ sich diese Seite relativ simpel auf die DVD-Menüstruktur umsetzen. Sehr detailreich sind die Produktionsnotizen und Cast & Crew-Infos, allerdings sind diese aufgrund des eigenwilligen Schrift-Fonts aber auch nur schwer zu lesen.
- Rückblicke: Neben dem Trailer zu Nolans erstem Film The Following sind hier noch weitere Trailer zu DVDs von Helkon Media.
Kleiner Tipp: Wer auf der Suche nach etwas Ungewöhnlichem ist, sollte einmal genau auf die Dolby und DTS-Trailer achten. Außerdem gibt es noch ein kleines Hidden Feature: Möchten Sie den Film rückwärts bzw. im richtigen Ablauf sehen, drücken Sie im Hauptmenü (Filmstart eingerahmt) zweimal die rechte Pfeiltaste der Fernbedienung. Hierauf erscheint im Menü (rechts unten) der Begriff "Memento" eingerahmt. Nach Bestätigung läuft der Film in einem Modus ab, bei dem die im Original immer zeitlich verschachtelten Kapitel in einem kontinuierlichen Ablauf erscheinen.
Zum Schluss noch mal kurz in eigener Sache. Die nächsten 14 Tage bin ich im Urlaub, um ein wenig zu entspannen. Also verreise ich mal wieder auf eine spanisc
he Insel. Dieses mal ist Mallorca das Ziel.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film


17.12.07
Grüße VFBFAN