Memento (2 DVDs)
Nichts ist so, wie es scheint - Memento (2 DVDs) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... setzt meist ca. 15 - 30 Minuten vorher wieder ein. Nun erlebt man die folgenden Minuten aus Sicht des Hauptdarstellers bis man schli... mehr

Nichts ist so, wie es scheint
Memento (2 DVDs)

angel2901

Name des Mitglieds: angel2901

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Memento (2 DVDs)

Datum: 30.11.02, geändert am 30.11.02 (83 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Noch nie dagewesen, die Schauspieler, das Versetzen in die Charaktere...

Nachteile: Keine komplette Auflösung der Rätsel (wahrscheinlich gewollt ;))

Vorwort
*°*°*°*°*°*
Heute möchte ich euch von einem Film berichten, den wahrscheinlich die wenigsten von euch kennen werden. Lag s am schlechten Trailer oder an zu wenig Werbung? Keine Ahnung, aber an der Qualität des Films lag es sicher nicht, da er in seiner Art einzigartig ist.


1. Handlung (Umsetzung)
2. Die Charaktere
3. Hintergrundinfos
4. Meiner Meinung nach...


1. Handlung (Umsetzung)
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Zu Anfang des Films wird der Zuschauer schon irritiert: In einem zerfallenen Haus hält ein Mann ein Polaroid eines Toten in der Hand, das langsam verblasst, in die Kamera verschwindet und diese dann in der Innentasche des Anzugs geschoben wird. Eine Pistole springt vom Boden in die Hand des Täters und eine zersprungene Brille wird wieder heil uns schwebt wie mit Geisterhand auf die Nase des Opfers. Das ganze Blut um die Leiche fließt zurück in dessen Kopf und aus dem Einschussloch springt eine Kugel, die im Pistolenlauf verschwindet... ein Schuss zerfetzt die Luft und das Opfer lebt wieder.
Diese "Rückwärts-gelaufene" Sequenz bereitet uns auf den restlichen Ablauf des Filmes vor. Dieser wird nämlich rückwärts erzählt. Szene für Szene wird man in das Leben des Mörders bis zu seinem Grund zurück geführt.

Gleich nach den ersten Sekunden fängt der Zuschauer an über die Charaktere zu urteilen, was eigentlich ganz normal und unvermeidlich, jedoch bei diesem Film ein Fehler ist. Man denkt sich:"Na toll! Ein Mörder... skrupellos und noch dazu pervers. Er macht ein Foto ... eine Erinnerung an seine Bluttat. Ist wohl noch stolz darauf und hat zu Hause schon eine Sammlung!" Doch in der Szene danach (also in der Szene VOR dem Mord) löst sich die Frage nach dem "Wer?" und "Warum?" schon auf.
Leonard Shelby wacht in einem Hotelzimmer auf und weiß nicht wo er ist. Der normale Zuschauer, wie ich auch, der einen normalen Krimi erwartet und es gewohnt ist, di
e Fakten nach und nach, Stückchen für Stückchen in unsere Hirnwindungen geschoben zu bekommen, begeht wieder einen Fehler. Wir denken nun:"Ha! *grins* Gestern wohl zu viel getrunken, hm?!" Nein... als er sich mit dem Portier unterhält wird klar, dass Shelby so einen bestimmen "Zustand" hat. Er erzählt von seinem gestörten Kurzzeitgedächtnis... Er besitzt eigentlich gar keins... weiß nicht, ob der Portier der Gleiche ist, wie gestern Nacht oder mit was das laufende Gespräch begonnen hat. Plötzlich fliegt die Eingangstür auf und ein Mann begrüßt Leonard wie einen alten Freund. Wir erkennen in ihm das Opfer, das in der Szene zuvor gestorben ist. Leonard zieht ein Polaroid aus seiner Tasche. Darauf ist der Kerl zu sehen. Sein Name steht dabei. "Teddy". Und darunter "He s the one! KILL him!" Sie fahren gemeinsam zu einem zerfallenen Haus, was wir als Tatort der vorigen Szene wieder erkennen. Was nun weiter geschieht wissen wir schon. Hier endet die zweite Szene und die dritte beginnt mit dem Abend, bevor Lenny im Hotel erwacht ist.

Die EIGENTLICHE Handlung des Films ist schnell erzählt. Leonard Shelby lebt mit seiner Frau glücklich zusammen. Er verlor sein Kurzzeitgedächtnis, als er beim Versuch, seine Frau vor einem Vergewaltiger zu retten einen Schlag auf den Kopf bekam. Seine Frau starb und er schwor Rache. Als ob der Vorsatz jemanden umzubringen nicht schon allein schwer genug wäre, kommt "sein Zustand" noch hinzu. Doch Lenny hat sein eigenes System entwickelt. Wichtige Menschen und Sachen aus seinem Leben (Seine Freunde, sein Auto, sein Hotel...) fotografiert er und macht sich dazu Notizen. Fakten, die seinen Mörder betreffen, tätowiert er sich auf seinen Körper. Ganz oben auf der Brust sticht sofort der wichtigste Satz heraus: "John G. rapped and murdered my wife" ... John G. vergewaltigte und tötete meine Frau!
Während seiner Suche trifft er auf die Barkeeperin Natalie und den Cop Teddy. Aber
selbst der Zuschauer ist sich nicht sicher, ob Shelby ihnen vertrauen kann oder ob sie ihn nur ausnutzen.


2. Die Charaktere
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Natalie
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Sie wird gespielt von Carrie-Anne Moss, die die "Trinity" in Matrix verkörperte.
Natalie erscheint anfangs als freundliche junge Frau, die Lenny auf der Suche nach dem Mörder helfen will. Ihr Grund? Auf Lenny s Polaroid steht "Sie hat auch jemanden verloren. Sie wird dir aus Mitleid helfen!" Durch Beziehungen hat sie eine Kopie vom Ausweis des Mörders besorgt, auf den Lenny durch das Autokennzeichen gekommen ist. Der Mann auf dem Ausweis ist sein Freund (?!?) Teddy.
Doch von Szene zu Szene wird einem die Frau unsympathischer und am Ende kommt raus, dass sie Lenny s Zustand nur zu ihren Gunsten missbraucht.

Teddy (John G.)
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Er wird gespielt von Joe Pantoliano, der auch bei Matrix mitgespielt hat und zwar als "der Verräter" Cyper.
Teddy ist eigentlich der undurchsichtigste Kerl in dem Film. Anfangs meint man ihn nur als guten Freund von Lenny zu kennen, dann wird er zum Berater in Sachen "Wir suchen einen Mörder!", dann wird er zum kriminellen Drogendealer und am Ende erst enpuppt er sich als Polizist. Sein Charakter löst sich allerdings immer noch nicht ganz auf... (Für die, die den Film schon gesehen haben... andere können damit nichts anfangen:) Es stellen sich z.B. Fragen wie "Warum lässt Teddy Jimmy von Lenny umbringen?", "Was war an dem Thema "Teddy und Drogen" wirklich dran?" oder "Warum deckt Teddy die Morde von Lenny... aus Mitleid? Aus Eigennutz? Wenn letzteres, was will er damit erreichen?" ... Ich finde, seine Person ist die verwirrenste im ganzen Film.
Er wird am Schluss als Mörder von Lennys Frau dargestellt. Doch ist er s wirklich? Bis zu einer Schlüsselszene mitten im Film ist das dem Zuschauer nicht klar...

Leonard Shelby (Lenny
)
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Er wird gespielt von Guy Pearce, der schon in L.A. Confidential mitwirkte.
Wie die beiden anderen ist Lenny natürlich auch eine Person, über die man während des Films immer mehr erfährt... , die einen immer mehr verwundert. Der Film spielt sich rückwärts ab, doch nebenher läuft noch eine Schwarz-Weiß Sequenz immer ein wenig zwischen den anderen Szenen mit, die in richtiger Richtung ein Telefongespräch zwischen Lenny und einem Unbekannten zeigt. Lenny erzählt während dem Telefongespräch von seinem Leben vor seinem Unfall. Er war Versicherungsagent und bearbeitete damals einen gleichen Fall, in dem er jetzt steckt. Sammy hieß der Mann, der in dem Fall kein Kurzzeitgedächtnis mehr hatte. Sammys Geschichte hilft ihm, anderen Leuten und sogar sich selbst seine Situation verständlicher zu machen. Er wollte es anders machen... Sammy brachte alles durcheinander und trieb durch sein Chaos seine Frau in den Tod. (Sie lies sich von ihm dreimal hintereinander die Insulinspritze setzen. Spritzen konnte Sammy. Das hatte er vor dem Unfall erlernt... aber dass er in 15 Minuten seiner Frau dreimal die Insulinspritze gesetzt hat, wusste er nicht.)
Für den Zuschauer sieht Lennys Leben gleich geordneter aus als das von Sammy. Er kommt gut allein zurecht... so scheint es. Doch in Richtung Ende scheint es mir so, als ob Lenny durch seine lange Suche verrückt geworden ist. Er ist besessen davon seine Frau zu rächen. Ich frage mich, ob sein Leben eigentlich noch einen anderen Sinn hätte... ich glaube nicht... Das zeigte sich darin, dass er sich selbst einen "zweiten" Mörder selbst aussuchte:
LEONARD to himself:"You're a John G.? Fine, then you can be my John G."
Leonard writes on the file card:"TATTOO: FACT 6. CAR LICENSE NUMBER"
LEONARD:"Do I lie to myself to be happy?"
Leonard looks up at Teddy's sedan and copies down the license number. The LICENSE NUMBER of Teddy's car is: SG13 7
IU.
LEONARD:"In your case, Teddy... yes, I will."
(Auszug aus dem Originaldrehbuch)

Lennys Verwandlung in dem Film ist vom perversen Mörder über den normalen Mitmenschen mit einem kleinen Problem zum verrückten Psychopathen.


3. Hintergrundinfos
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Memento ist ein Kunstwort, das aus "Moment" und "Memory" (=englisch für Gedächtnis) zusammengesetzt wurde.
Regisseur ist Christopher Nolan, der das Drehbuch zu Memento basierend auf der Kurzgeschichte "Memento Mori" verfasste, die sein Bruder Jonathan geschrieben hatte. Die Kurzgeschichte UND das Original Drehbuch findet man auf der offiziellen Website von Christopher Nolan: www.christophernolan.net
Länge: 116 Minuten
Kinostart: 13. Dezember 2000
FSK: ab 16
Wurde für 2 Oskars für den besten Schnitt und das beste Drehbuch nominiert
Kostete "nur" 5 Millionen Dollar und spielte 24 Millionen Dollar ein.


4. Meiner Meinung nach...
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Wäre der Film in der richtigen Richtung abgespielt worden, wäre er ein billiger Krimi gewesen... vielleicht nicht mal das! Aber eben der Punkt macht es aus. So oft, wie in diesem Film habe ich mich noch nie in den Charakteren getäuscht. Und vor allem nicht so oft hintereinander beim Gleichen. Man macht sich sein Bild von einem Charakter und rechnet damit, dass es vielleicht falsch ist... eben wie man es von den Filmen wie "Scream" gewöhnt ist. In einer der nächsten Szenen zeigt sich eine andere Seite dieses Menschen, man macht sich wieder ein Bild und denkt sich "Ok, das war s! ... DAS IST DER MÖRDER!!" ... aber es dreht sich hier alles im Kreis... Nichts ist so wie es scheint. Dieser Satz passt wirklich perfekt auf diesen Film.
Ich denke für Abende, an denen man sich entspannen will und seinen Kopf nicht mehr anstrengen möchte ist dieser Film nichts. Schon nach 20 Minuten hat man sich an den Abl
auf gewöhnt und ist nur noch dabei die Szenen zu kombinieren und sich seine eigene kleine Geschichte daraus zu reimen. Doch hier ist wirklich nichts vorhersehbar... man hat immer wieder neues hinzuzufügen oder altes im Gedächtnis abzuändern.
Selbst, wenn der Film zu Ende ist, ist man damit im Kopf nicht fertig. Ich z.b. habe ihn vor ca. 3 Wochen gesehen und bin immer noch am grübeln und am Informationen sammeln. Manche Fragen haben sich mittlerweile beantwortet. Wer nach dem Anschauen gleich mit dem Thema abschließen kann und dann vielleicht noch behauptet, er wäre langweilig gewesen, hat meiner Meinung nach den Film nicht ganz verstanden. Vielleicht ist dies der Grund, warum MEMENTO so wenige gesehen haben. Man muss sich vor dem Anschauen schon auf mehr einstellen als nur auf ein "Oh Hilfe! Wieder eine Leiche!!! Wer ist bloß der Mörder???" *schlitz* ... Mehrere Auszeiten darf man sich während des Films nicht gönnen, ansonsten würde man den Rest nicht mehr verstehen. Vielleicht war das den richtigen Film-Junkies zu viel!?

Mir kommt es so vor, als ob Nolan nicht unbedingt die Absicht hatte uns den Mörder finden zu lassen... also ich weiß immer noch nicht, wer nun Lennys Frau wirklich umgebracht hat. Seine Absicht war einfach den Zuschauer den Film erleben zu lassen. Er versetzt ihn durch das verkehrte Abspielen in Lennys Unsicherheitszustand. Lenny muss sich überall neu orientieren... weiß nicht ob er dem oder dem jetzt vertrauen kann! Und eben in genau der gleichen Situation wird man sich als Zuschauer wieder finden. Dieses Gefühl ist wirklich seltsam und ungwohnt *grins* Wo man doch in der heutigen Medienwelt einfache Kost gewohnt ist... am besten noch ausgerüstet mit großen Schauspielern und superteuren Actionszenen. MEMENTO gehört eben nicht zu der Sparte "Hey! Der neue Film mit John Travolta!!! Suuuper Action und viel Blut! Da muss ich rein!" Der Trailer war meiner Meinung nach etwas langweilig gestaltet. Ich denke, das schreckte
einfach ab.

Das FSK16 finde ich angebracht, weil jüngere den Film einfach nicht verstanden hätten. Wegen irgendwelchen brutalen Szenen wurde das FSK nicht so hoch gesetzt!!

Ich denke, dass MEMENTO noch einige Menschen fesseln wird und dass er sicherlich auf DVD bzw. Video noch oft gekauft werden wird. Wahrscheinlich wird er wegen seiner Form auch in die Filmgeschichte eingehen... er hätte es verdient.

Somit ende ich hier, spreche eine Empfehlung für den Film aus und vergebe 5 Sterne. Leiht euch den Film doch einfach mal für n paar Euro in eurer Videothek aus!!! Ihr werdet s nicht bereuen =) Ich würde mich über Kommentare freuen. Vor allem von den Leuten, die den Film schon gesehen haben würde ich gerne hören, wie sie den Film so beurteilen!!!

gruß
gnu

Fazit: