
Erhältlich in: 7 Shops
Neuester Testbericht: ... von Hawkeye und Duke ist ein gewisser Frank Burns (Robert Duvall), der betet, aus der Bibel vorliest und einem "Eingeborenen" ... mehr
Humor und Horror - Horror mit Humor
M*A*S*H (DVD)

Name des Mitglieds: XXLALF
Produkt:
M*A*S*H (DVD)
Datum: 19.09.10
Bewertung:
Vorteile: Trotz der ernsten Lage gibt es was zum Lachen
Nachteile: Wie jeder Film, ist auch dieser reine Geschmackssache
Mit nur ganz wenigen Sätzen gesagt, um was es in "M.A.S.H." geht.
Die Geschichte erzählt von drei Chirurgen, die im Koreakrieg haarscharf hinter der Frontlinie ihren Dienst absolvieren müssen, diesen jedoch einschließlich des Militär-Bürokratischen Apparats durch ihre unsinnigen Streiche, zügellosen Späße und sexistischen Ferkeleien, bis auf´s äußerste aus der Fassung bringen.
Nun zunächst mal zum Filminhalt
"Suizid ist schmerzlos,
er verändert so viel,
und ich kann ihn nach Belieben begehen oder nicht."
Oder, "Suicide is painless,
It brings on many changes,
And I can take or leave it if I please."
Ja, mit diesem Titelsong fängt der Film "M.A.S.H." an, wobei Hubschrauber am Himmel kreisen, die schwer verwundetet Soldaten auf den Kufen gepackt haben. Der Landeplatz ist mitten in der Pampa, in welcher sich das "Mobile Army Surgical Hospital" der US-Armee, was abgekürzt "M.A.S.H.", oder im Soldatenjargon auch soviel wie "Militärische Ausbildungsstätte scharfer Huren" heißt. Dort, in diesem Feldlazarett, das sich nur wenige Kilometer hinter der Front befindet, spielt sich der Alltag des ganzen Geschehens ab.
Hawkeye (Donald Sutherland) und Duke (Tom Skerritt), zwei zum Militärdienst eingezogene, hervorragende Chirurgen, treffen mit einem geklauten Jeep in ihrem neuen Wirkungsort ein, wobei sie gleich die Gelegenheit haben, nicht nur sich vorzustellen, sondern auch Bekanntschaft mit ihrer neuen Einheit zu machen. Da ist zunächst mal der gutmütige, kommandierende Offizier Col. Henry Blake (Rover Bowen), dem sein ein und alles das angeln ist und Corporal Radar O´Reilly (Gary Burghoff) sein Adjutant, der auch noch aus dem recht chaotisch klingendem durcheinander reden, angeblich noch seine Befehl zu verstehen vermag. Ebenso gibt es da noch einen fanatisch religiösen Major, Frank Burns (Robert Duvall), der nicht gerade beliebt bei seinen Kollegen ist, weil er als Arzt nicht viel drauf hat. Und gerade mit diesem müssen Hawkeye und Duke in der ersten Zeit das Zelt teilen. Eine große Hilfe ist Burns im OP nicht gerade für seine Kollegen, zumal der recht blutige Alltag der Chirurgen darin besteht, schwerverwundete Soldaten, die unentwegt per Hubschrauber eingeflogen werden, notdürftig zusammenzuflicken, sodass dabei die neue, blonde, jedoch recht attraktive Oberschwester, Major Margaret O´Houlihan (Sally Kellermann) ihm tatkräftig unter die Arme greifen muss. In ihr sieht er eine Gesinnungsgenossin, da sie auch die unmöglichen und unmoralisch Zustände im Feldlazarett für untragbar hält, allerdings mit dem Hintergedanken, dass sie mit Burns irgendwann im Bett landet. Und da alle beide es bitter nötig haben, spielen seine Kollegen diesen "Obermoralisten" einen Streich, indem sie beim erotischen Stelldichein ein Mikrophon unter das Bett stellen, damit alle diesen heißen Liebeslauten von "Hot Lips", wie nun Houlihan fortan nur genannt wird, lauschen können. Am darauffolgenden Tag wird Burns, der den Krieg total ernst nimmt und diesbezüglich überhaupt keinen Spaß versteht, von Hawkeye so provoziert, dass eine Schlägerei im Gange ist, und Burns in einer Zwangsjacke das Lager verlassen muss.
Ja, noch ein paar Worte zu dem Gottesfürchtigen Burns, der es mit der Nächstenliebe sehr ernst nimmt, wenn ihm ein weibliches Wesen über den Weg läuft. Da ist es ihm egal, ob er verheiratet ist oder nicht. Denn im Krieg befindet man sich eh im Ausnahmezustand, der dann vorm Sex auch nicht halt macht.
Okay, Sex kommt in diesem Streifen wahrlich nicht zu kurz, wobei es sich dabei zumeist nur um reine Wortspielereien handelt. Auch die "Spitznamen" des OP-Teams/der Truppe kommen nicht von ungefähr, sodass sie doch eine gewisse Bewandtnis zur Person haben. So z.B. wird Hawkeye nur "Adlerauge" genannt, John Trapper "Fallensteller", Duke "Herzog", Walt " Großer Bohrer", Houlihan "Hot-Lips", Maria "Dish" und Reilly "Radar".
Na warum dem Kieferbrecher Walt (John Schuck), der Spitzname "Großen Bohrer" zuteil wurde, liegt in meinen Augen klar auf der Hand. "Großer Bohrer" "Manneskraft", na da klingelt es doch bei den meisten. Und wie peinlich ist es dann, wenn er diesem Spitzname keine Ehre mehr machen kann. Da möchte man sich doch glatt in ein Mausloch verkriechen. Geht aber in einem Camp, in welchem jeder jeden kennt ziemlich schlecht, wobei ihm schon Gedanken quälen, ob er eventuell schwul ist. Deshalb beschließt er seinem Leben ein Ende setzten, nicht jedoch bevor er feierlich mit seinen Freunden ein letztes mal "Mahl" gehalten hat. Und dieses gleicht wirklich dem Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat, bevor er gekreuzigt wurde. Eine sehr groteske Szene, die in diesem Film einzigartig und wirklich genial dargestellt ist. Die "schwarze Pille", was nur ein starkes Schlafmittel ist, wird ihm auf einem silbernen Tablett serviert, die er im bereitstehenden Sarg zu sich nimmt, woraufhin all seine Freunde persönlich, feierlich und ehrwürdig von ihm Abschied nehmen.
Ein Abschied für immer ist es jedoch nicht, denn als Walt richtig fest im Sarg schläft, wird er in ein rot, mit Kerzen ausgeleuchtetes Zelt gestellt, woraufhin ihm Schwester Maria (Jo Ann Pflug) genannt Dish, als Medizinisches Wundermittel, das IHN wieder auferstehen lässt, verabreicht wird.
Weil im Grunde Oberschwester Houlihan eine Doppelmoral besitzt, das heißt alle anderen haben sittsam zu sein, wobei ihr es zusteht, sich mit verheiraten Männern zu vergnügen, zieht sie somit die ganze Aufmerksamkeit der Truppe auf sich. Besonderen die der drei Chirurgen die den nächsten pubertären Streich aushecken. Nämlich es werden Wetten abgeschlossen, ob das Haar von "Hot-Lips" gefärbt oder echt ist. Deshalb wird mal abgewartet bis sie sich zur früh-morgendlichen Dusche begibt, um dann den Vorhang zu lüften, wenn sich die ganze Meute ringsum versammelt hat.
Na, der Obermoralapostel Burns musste ja das Feld räumen, sodass "Hot-Lips" nichts mehr im Wege steht, sich so langsam aber sicher den "Gepflogenheiten" des Feldlazarett unterzuordnen. Das heißt, wenn´s einem danach ist, ist es auch gestattet jemanden zur Brust zu nehmen, jedoch nur unter Ausschuss der Öffentlichkeit. Denn sonst kann es gut möglich sein, dass sie wiederum ihren "Cholerischen" bekommt.
Und da niemand die durchaus sehr attraktive "Hot-Lips" von der Bettkante weisen kann, ist es Duke der ihrem Charme unterliegt, oder sie ihrem. Denn kurz nachdem Hawkeyes und John Trapper von einer kurzen Reise aus Japan zurückgekehrt sind, wo sie dem Jungen eines amerikanischen Kongressabgeordneten einen Splitter aus der Brust entfernen mussten, passierte das, was NIE passieren hätte dürfen.
Das Techtelmechtel fliegt auf, als Hawkeyes und Trapper die zwei im Bett erwischen, und dieses dem zuständigen General zu Ohren kommt. Aber dies interessiert ihn überhaupt nicht, findet es auch nicht weiter schlimm, dass jemand "Hot-Lips" mal so richtig durchgeschüttelt hat. Was den General letztendlich in dieses Lager getrieben hat, waren nicht die ihm zu Ohren gekommenen unsittlichen Zustände, sondern nur sein Football-Team, das wieder einmal gegen eine neue Mannschaft antreten sollte. Und da ist ihm das Team M.A.S.H. 4077 der Chirurgen recht, das mit List und Tücke, das Spiel auch gewinnt.
Nun zur eigenen Meinung
Oje, was hab ich mir da nur angetan, zumal ich zu allererster nur die Einleitung im Kopf hatte, die mir zu diesem Testbericht M.A.S.H. 4077 so gut gefiel, sodass ich beschloss, den Rest auch noch dazu zuschreiben.
Mit einer sehr schönen melancholisch, nach Fern- oder Heimweh klingenden Melodie fängt der Film an, wobei der in englisch gesungene Text aus der Ich-Perspektive die Möglichkeit beschreibt, als Ausweg den Selbstmord selbst wählen zu können. Im Grunde ist ja jeder Krieg sinnlos, man hat nichts zu gewinnen, sondern nur zu verlieren, wobei es jedoch wiederum Personen gibt, die trotz der Sinnlosigkeit des Krieges nicht resignieren, aufgeben können oder wollen, weil sie eben das Gefühl haben irgendwie und irgendwo gebraucht zu werden. Und das ist auch der Inhalt des ganzen Films, in der die psychischen Belastungen des ganzen medizinischen Personals, in welcher Form auch immer, nur durch die Gemeinschaft und mit dem Beistand der Freunde auszuhalten ist.
Okay, Kriegschaupätze, Bombenabwürfe usw. werden im Film nicht gezeigt, wobei sich das Schlachtfeld im OP abspielt, mit welchem das medizinische Personal tagtäglich konfrontiert wird, wenn es heißt, schwerverwundete Soldaten notdürftig zusammenzuflicken. Leben und Tod ist in dieser Situation so nah beieinander, wobei man den Verdacht hat, dass es das ganze OP-Team recht locker nimmt, ob sie den schwerverwundeten nun durchbringen oder nicht. Da werden Witze gerissen, auf Lautsprecher durchsagen gehorcht und auch sonst viel Späße gemacht. Ist ja auch irgendwie klar und verständlich, denn wenn sie diesen Alltag zu ernst nehmen würden, würden sie eines Tages im Irrenhaus landen.
Als ganzer Film ist "M.A.S.H." wohl gedreht worden, jedoch ist dieser in Episoden aufgeteilt, dessen Wechsel mit Musikstücken, Lautsprecher-durchsagen usw. deutlich gemacht wird. Manchmal hat man jedoch den Eindruck, dass durch die oftmals sich überlappenden Dialoge, den exakten Musikeinsätzen und den unsinnigen Lautsprecher-ansagen, man eine ähnliche, chaotische Verwirrung verspürt, wie sie im Film herrscht.
Verwirrung herrschte überwiegend im OP, wenn sich die Chirurgen im unklaren sind, und sich nicht zwischen großer und kleiner Nadel entscheiden können. Klassenunterschiede werden gemacht, ob es sich um einen verwundeten Offizier oder um einen normalen Soldaten handelt, wobei noch so ganz nebenbei Diskussionen geführt werden, wer dem Patienten nach der gelungenen OP beibringt, dass sein wertvollstes Körperteil fehlt. Und dass es in solch einem Lazarett OP recht blutig zugeht, wenn schwerverwundete Soldaten, mit zum Teil abgerissenen Gliedmaßen eingeflogen werden, kann sich jeder wohl selber ausmalen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Hände der Chirurgen buchstäblich im Blut baden, was schon einer Metzgerei gleicht. Groß auf Hygiene wird darauf nicht geachtet, wobei es schon makaber aussieht wenn ein Chirurg schnell mal da seine Finger in die Wunde steckt und dann bei seinem Patienten weiter operiert.
Ich sehe den ganzen Film schon als Satire an, der mit einem Hauch schwarzen Humor bespickt ist. Eine Satire auf den Krieg und die Kirche. Den Krieg hab ich ja schon soweit erklärt, sodass es mit der Kirche weitergeht.
Da ist dieser Arzt, für welchen der Krieg über alles geht, der generell keine Späße verträgt, und so auch keine Freunde hat, jedoch seine Lieblingslektüre die Bibel ist. Nun fragt man sich, wie kann solch ein nach außen wirkender Gottesfürchtiger Mann, den Krieg so für gut heißen? Im Grunde ist dies ein Widerspruch, wobei ich mir denke, dass er das was er vom Krieg hält, versucht, mit dem lesen aus der Bibel wieder wett zu machen. Und dennoch kann er dem Schrecken des Krieges nicht ins Auge sehen, wenn er seinen Kollegen im OP zur Hand gehen soll.
Ich sehe dies nun so. Dieser Mann ist ein Patriot durch und durch, der sich jedoch mit seinem Glauben und der Bibel einen Schutzpanzer aufgebaut hat, um diesen ganzen Irrsinn auszuhalten.
Und dann gibt es da noch den Geistlichen, der den Verstorbenen die Hl. Sakramente im OP spendet. Das absurde jedoch in dieser Szene ist, dass er sich um einen bereits Verstorbenen bemüht, anstatt einem Chirurgen, der dringend eine helfende Hand braucht, zur Hand geht.
Und zur guten Letzt, komm ich zu dem Punkt, der unweigerlich entsteht, wenn attraktive, junge Frauen in einer von Männer dominierenden Welt eintauchen. Ist ja nett und auch wünschenswert, wenn alle Humor verstehen, mit- und untereinander gut auskommen, und somit keine Eifersuchtsszenen diese Harmonie trüben. Denn diese hätten wahrlich den ganzen Film zerstört.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Film M.A.S.H. 4077 in meinen Augen mehr einer Satire, als einer Komödie gleicht, die den Krieg nicht ins lächerliche zieht, sondern nur die militärische Bürokratie. Im Grunde darf und soll man das ganze drumherum nicht allzu ernst nehmen, da dieser als eine Anti-Kriegs-Komödie eingestuft ist, weil man im Prinzip die Grausamkeit des Krieges in Form der Verwundeten sieht und dann der Hoffnungslosigkeit gegenüber gestellt wird, mit welcher das OP-Team konfrontiert wird, wenn es sich zwischen lebenswert und nichtlebenswert entscheiden muss. Dies alles kommt wohl im Film drin vor, wird aber mit Komik und Humor soweit herab gespielt, dass dies beinahe ins lächerliche, groteske gezogen wird. Und da läuft meiner Meinung der Film Gefahr, von der ernst zu nehmenden Satire zur seichten Klamotte abzurutschen. Im Grunde darf ein Film mit solch einer Zielstrebigkeit sich nicht nur darauf beschränken, dass man gut unterhalten wird, sondern er muss auch entlarven können, damit man die Hintergründe erfährt.
Daten zur DVD "M.A.S.H."
Darsteller: Donald Sutherland, Elliott Gould, Sally Kellerman
Regisseur(e): Robert Altman
Komponist: Johnny Mandel, Mike Altman
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: Englisch, Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Twentieth Century Fox Home Entert.
Erscheinungstermin: 16. Mai 2002
Produktionsjahr: 2002
Spieldauer: 111 Minuten
Bild- und Tonqualität genügen voll meinen Ansprüchen
Ein Film, der meinem Mann beinahe schon ans Herz gewachsen ist, und den er sich immer wieder sehr gerne ansieht, wogegen ich ihn auch nicht mehr ganz so übel wie früher finde, und deshalb die volle Punktezahl vergebe.
Fazit: Einmal anschauen reicht nicht aus.
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film

